Japan-Almanach: Alles über das Leben und Reisen in Japan. Seit 1998.
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Höchste Zeit für Cool Biz

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Nun wurde es wirklich Zeit, die persönliche Cool Biz-Kampagne zu beginnen – also Anzüge und Krawatten in den oshiire (Wandschrank) und rein in die normalen Sachen. Ich kann’s mir ja leisten – bin ja keiner von den sales people.

Wird aber auch Zeit – die Nächte sind mit fast 25 Grad schon beinahe subtropisch und dazu natürlich auch noch schön schwül. Ein Ausblick auf das, was im Juli und August auf uns zukommt…

Hinzu kommt auch mal wieder ein extrem ausgelasteter Arbeitsalltag. Wird diese Woche mal wieder 60 Stunden werden. Zum Glück haben wir Klimaanlage… Die vermeide ich noch, zu Hause anzuschalten (die meisten tun es schon), aber auf Arbeit muss das einfach sein, sonst würde man wahrhaftig vor seinem Bildschirm eindösen.

Wort des Tages: エアコン (eakon). Typische viersilbige (nun ja, vier Zeichen: e-a-ko-n) Abkürzung für ein Anglizismus: ea kondishon (=air condition). Auf Deutsch “Klimaanlage”. Standard in Japans Wohnungen.

Muss auch mal sein – kleiner Exkurs in die Koleopterologie

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Wo ich nun schon den japanischen Katzen zwei Artikel gewidmet habe (hier und hier), sollen auch unsere sechsbeinigen, kleinen Krabbler nicht zu kurz kommen. Mai- und Junikäfer sind mir hier leider noch nicht aufgefallen, aber im Juni treibt der Rosenkäfer in Japan sein Unwesen. Nein, Unwesen ist zu viel gesagt. Rosenkäfer gibt es zwar auch in Mitteleuropa und anderswo, aber in Deutschland zum Beispiel sind sie so selten, dass sie als geschützte Tierart eingestuft werden mussten. In Japan fliegen sie im Sommer haufenweise durch die Gegend – auch mitten in der Grossstadt. Das gute Tier ist mit 2 cm Länge schon ziemlich gross, und ich finde es jedes Mal beeindruckend, dass sich so ein fetter Käfer in der Luft halten kann. Leider besuchte uns heute nicht nur dieser Goldkäfer, sondern auch eine nette Hornisse. Der konnte ich allerdings schnell den Ausgang zeigen.

Insekten sind durchaus häufig, auch in Städten, und so gehört eine Gazetür zum Standard in nahezu allen Wohnungen. Praktisch, denn dank dieser Schiebetüren braucht man sich nicht selbst drum kümmern.


Goldglänzender Rosenkäfer: Rund 2 cm gross, grünlich schimmernd mit weissen Punkten. Äusserst zahlreich in Japan.

Das Wort des Tages: 金蚊 (kanabun). Der japanische Name für den Rosenkäfer. kana bedeutet Gold (auch: Geld), bun ist das Insekt. Alleinstehend wird das letztere ka gelesen und bedeutet “Mücke”.

Hat hier die Vernunft gesiegt? Leider nicht…

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Fast hätte ich ja die bedeutendste Meldung der jetzigen Woche vergessen! Um es schlagzeilenreif zu präsentieren –

“Japan zieht sich aus dem Irak zurück”

Auch Japan hat sich mit seiner Armee Selbstverteidigungsstreitkraft an dem Abenteuer beteiligt. Auf Anfrage der USA (Parallelen? siehe hier!) erklärte sich die Regierung spontan bereit, Truppen in den Irak zu schicken. Obwohl die Verfassung Japan nicht nur verbietet, eine Armee zu halten, sondern auch, sich auf anderen Kriegsschauplätzen zu
tümmeln. Aber bekanntermassen ist das reine Auslegungssache.

Das es sich bei der die Tatsache treffend beschreibenden Aussage “Japans Selbstverteidigungsstreitkräfte im Irak” um ein Oxymoron erster Güte handelt, ist auch etlichen Japanern aufgefallen: Was verteidigen denn die Kräfte da im fernen Irak? SICH selbst? Schwer zu sagen. Freilich handelt es sich um eine humanitäre Aktion. Mit Waffen und in Uniform. Wir beissen nicht, wir wollen nur spielen.

Die paar tausend Mann wurden im wohl verhältnismässig ruhigen Süden des Iraks, also in der britischen Besatzungszone (habe ich das wirklich geschrieben!?) stationiert. Wohl aufgrund dessen kann sich die
Streitkraft glücklich schätzen, keine Opfer beklagen zu müssen. Obwohl man immerhin 2½ Jahre dort war.

Nun geht es also zurück. Weil man gemerkt hat, dass man dort nichts zu suchen hat? Nein. Leider nicht. Dies geschieht einfach nur aus dem Grund, weil die Iraker sich bereit erklärt haben, Sicherheitsangelegenheiten in der Region selbst zu klären. Will heissen, die Briten ziehen ab. Und damit die Japaner auch. Wie auch immer – Japan hat im Irak nichts zu suchen. Von anderen mal ganz abgesehen. Und aus welchen Gründen auch immer – gut, dass man abzieht, bevor etwas passiert.

Wort des Tages: 自衛隊 – jieitai. ji bedeutet “selbst”. ei bedeutet unter anderem “verteidigen”. tai sind die Truppen bzw. Streitkräfte. Artikel 9 der japanischen Verfassung verbietet Japan, eine Armee zu halten und sich anderswo einzumischen. Eine heikle Sache also (mehr und mehr Politiker möchten diesen Artikel allerdings ändern – das wird noch öfters Schlagzeilen machen).

Neues von der Kuh (=Muh)

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Und wieder geht das Spielchen los: Erneut wird ein Versuch gewagt, amerikanisches Rindfleisch nach Japan hereinzulassen. Was früher ganz normal war, aber dann kam BSE und die Weigerung der amerikanischen Fleischindustrie, alle Rindviecher auf BSE zu testen. Also wurde der Import seitens Japan gänzlich gestoppt. Das brachte einige Beefdealer in Japan, darunter sehr beliebte Restaurantketten wie Yoshinoya , in arge Bedrängnis. Schliesslich fand man letztes Jahr einen Kompromiss und die Einfuhr wurde wieder genehmigt – und gleich wieder gestoppt, denn ein schwarzes Schaf unter den amerikanischen Exporteuren hatte geschummelt. Nach langem Tauziehen soll ein zweiter Anlauf gewagt werden.

Nun ist Japan für den BSE-Erreger kein weisser Fleck auf der Landkarte – auch hier gab es etliche Fälle. Allerdings verpflichteten sich Japans Kuhhirten freiwillig dazu, jedes geschlachtete Tier auf BSE zu testen. Eins wird allerdings klar sein: Sollte amerikanisches Rindfleisch wieder in die Geschäfte kommen, werden sich davor, trotz des günstigen Preises, keine langen Schlangen bilden. Haben die japanischen Verbraucher erst einmal ein (Vor)urteil gebildet, dauert es ziemlich lange, bis das Vertrauen wieder zurück ist. Und wer dem amerikanischen Fleisch nicht traut, kann ja noch auf australisches Fleisch zurückgreifen, denn das hat hier auch grosse Verbreitung gefunden.

Nichtsdestotrotz geht nichts über ein ordentliches wagyū-Steak (japanisches Rindfleisch). Siehe Photo. Sehr zu empfehlen.

Wort des Tages: 五月蝿い (öfter in Hiragana: うるさい) urusai. Bedeutet “laut”, “nervig”. Japanische Verbraucher sind sehr urusai – hier würde man es eher als “wählerisch” oder “pingelig” übersetzen.

Macht keinen Quatsch, Leute….

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möchte ich gern übers Japanische Meer, ach nein, für Korea ja das Ostmeer, gen P’yŏngyang rufen. Denn wie es aussieht, bereitet man wieder einen Raketentest vor. Vor 8 Jahren hatte man von dort schon einmal eine Rakete abgefeuert – die Taepodong-1, von der Teile sogar Japan überflogen bevor sie in den Ozean fielen.
Nun ist es die Taepodong-2, die wohl, so die Befürchtungen, selbst die USA erreichen könnte. Momentan deutet alles darauf hin, dass eine Taepodong-2 gerade mit Treibstoff befüllt und steht abschussbereit da.

Ich bin zwar nicht paranoid veranlagt und den Teufel möchte ich auch nicht an die Wand malen, aber die folgenden Fakten ergeben ein Bild, dass mir nicht gefällt:

  1. Die nordkoreanische Regierung ist unberechenbar.
  2. Japan und Nordkorea sind, gelinde ausgedrückt, nicht
    die allerdicksten Freunde.
  3. Die nordkoreanische Regierung ist unberechenbar.
  4. Nordkorea ist im Besitz ballistischer Raketen und angeblich wohl
    auch von Atomsprengköpfen.
  5. Die nordkoreanische Regierung ist unberechenbar.
  6. Kommt es zu grossen Provokationen, wird auch die japanische Regierung
    unberechenbar.

Nun ja, mit einem Angriff rechne ich nun wirklich nicht. Aber ein erneuter Test, erst recht, wenn er irgendwie schief gehen sollte, würde doch für allerhand Unruhe im ohnehin schon ziemlich aufgewühlten Fernen Osten sorgen.

Das Wort des Tages (heute aus aktuellem Anlass mal Koreanisch): 大浦洞 ( 대포동 ) – Taepodong, der Name der Rakete, geschrieben in Kanji (chin. Schriftzeichen) und Hangul – dem koreanischen Schriftsystem.

Nachschlag zum Thema Mike-Katzen

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Neulich hatte ich – quasi aus aktuellem Anlass – etwas über die Eigenarten japanischer kurzschwänziger Katzen geschrieben. Da an diesem Wochenende auf Grund heftigen Regens nicht viel passierte, mir allerdings gestern eine schöne japanische Katze die Pfote gab, schiebe ich mal noch ein Bild hinterher. Und zwar das einer schönen “Mike-Neko” (siehe Wort des Tages).


Ausgewachsene Mike-Neko. Schön zu erkennen: Der verhältnismässig kurze Schwanz. Eine Mutation, die sich hier irgendwann mehr und mehr durchsetzte.

Das Wort des Tages: 三毛猫 (mike neko). Wörtlich drei-Fell-Katze. Eine dreifarbige Katze – braun, weiss und schwarz.

Nein, dies wird kein Katzenblog. Keine Sorge.

Unser Planziel dieses Jahr: 25’000 Selbstmorde

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Das klingt vielleicht makaber, aber man könnte stolz sein, wenn man dieses Ziel erreichen würde. Freilich im Sinne von “nicht überschreiten würde”. Alljährlich nehmen sich in Japan zwischen 35,000 und 30,000 Menschen das Leben. Bei rund 125 Millionen Einwohnern ein Schnitt von 26 Selbstmorden pro 100,000 Einwohnern (in Deutschland ca. 14). Eine der höchsten Selbstmordraten der Welt.

Woran liegt das nun? Zum einen muss man nach kulturellen Gründen suchen, zum anderen nach der “Zielgruppe”. Zuerst zu den kulturellen Gründen: Japan ist traditionsgemäss kein christliches Land, und auch wenn im Shintōismus der Tod etwas Unreines ist, so ist doch ein Selbstmord nicht unbedingt unehrenhaft – das (in meinen Augen zweifelhafte) Konzept, dass Selbstmörder umgehendst in die Hölle kommen, gibt es hier nicht. Manchmal, dem traditionellen Denken nach, ist es gar die einzige Lösung. Und so war zum Beispiel jeder schockiert, als sich ein Manager von Livedoor, einer sehr erfolgreichen Internetfirma, die jedoch mit unfeinen Machenschaften ins Gerede kam und gerade zerschlagen wird, sich das Leben nahm, aber es war keine einzige Stimme zu hören, die das als feige bezeichnete oder verurteilte. In gewissen Massen scheint die Haltung gegenüber dem Suizid eine militärische, durch einen Ehrenkodex geprägte Handlung zu sein: Lieber ehrenhaft sterben als unehrenhaft zu darben.

Meistens sind die Gründe jedoch profanerer Natur: Nicht überraschend nehmen sich gerade chronisch Kranke, darunter viele Ältere, das Leben. Allerdings auch Jüngere – so ist zum Beispiel der Gruppenselbstmord von Leuten, die sich im Internet dazu verabredet haben, auch hier ein Thema. Andere Gründe sind zum Beispiel finanzieller Art oder schlichtweg Schlafmangel: Zu viel Stress, zu wenig Schlaf (nein, 6 Stunden gelten nicht als zu wenig) = akute Suizidgefahr.

Es gibt regelrechte Lieblingspunkte für Selbstmörder: Ein grosses, einsames Kliff hier, ein verlassener, etwas gruseliger Wald da. Und für die, die nicht so weit weg wollen, bleibt der Zug: Beinahe täglich wirft sich jemand im Grossraum Tokyo (zur Erinnerung: 30 Mio Einwohner!) vor den Zug. Das nennt man dann 人身事故 (jinshin jiko – “Personenunfall”). Sorgt regelmässig für grosses Chaos. Und die Verwandten müssen, so sie können, für den entstandenen Schaden aufkommen.
Nur Künstler betreiben gelegentlich den Aufwand, spektakulär durch seppuku (auf gut Deutsch Harakiri) von der Bühne zu treten. Das ist nicht erst seit Kurt Cobain so.

Ein düsteres Thema. Also hoffen wir, dass man die gesetzte Marke unterschreitet. Ganz wird sich das nie vermeiden lassen, aber vieles lässt sich bestimmt verhindern (obwohl die Regierung erneut zugegeben hat, dass sie kein rechtes Konzept hat).

Das Wort des Tages: 陽気な (yōki na, Adjektiv). Yo- bedeutet positiv (gleiches Zeichen wie für Yáng in Yin & Yang), -ki bedeutet Seele, auch Laune usw. Auf gut deutsch heiter, lebensfroh.

Schwere Zeiten für Raucher auch in Japan?

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Auch in Japan wird es allmählich schwerer für drogensüchtige Nikotingourmets: Wie viele andere Länder in Ostasien auch ist Rauchen hier durchaus noch “normal” und man wird eigentlich nicht schief angesehen oder gar zugetextet. Und es darf fast überall geraucht werden – im Zug, in den Bars und Restaurants, in manchen Büros usw. usf. Und scheinbar hat man hier das Laster noch nicht als allzu lukrative Steuereinnahmequelle entdeckt. Doch die Domäne der Raucher wird kleiner: Erste Cafés und Restaurants sind strikte Nichtraucherbereiche. Erste Taxifirmen verbieten das Rauchen im Taxi. In den meisten Büros darf sowieso schon nicht geraucht werden. In manchen Stadtteilen Tokyos (z.B. in Chiyoda-ku darf draussen gar nicht mehr geraucht werden (der zivile Ungehorsam wird damit jedoch regelrecht herausgefordert: Viele halten sich nicht daran).

Nun wird demnächst ein weiterer Schritt folgen: Es gibt hundert Tausende Zigarettenautomaten, die ab 22 Uhr oder 23 Uhr nicht mehr verkaufen dürfen (theoretisch jedenfalls). Trotzdem könnte ja jeder Minderjährige – in Japan darf man erst ab 20 rauchen – am Automaten seine Fluppen ziehen. Deshalb soll jetzt eine “Tobacco card” jeniges verhindern: Nur Volljährige können diese Karte bekommen. Ohne Karte werden die Automaten nicht funktionieren. Schön, wie hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird – ich glaube nicht, dass sich diese Massnahme auszahlen wird. Stattdessen wird es wohl eher zum Sport werden, an die Zigaretten zu kommen.

Die Rauchkultur hier ist sowieso eine andere – fast jeder raucht die leichtesten der Leichten in der irrigen Annahme, dies wäre weniger schädlich. Und Menthol ist sehr beliebt. Zudem wird die Zigarette spätestens nach der Hälfte weggeworfen oder ausgedrückt. Warum auch immer. Mal ehrlich, dann lieber gar nicht rauchen! Übrigens erhöht sich jetzt der Zigarettenpreis: Ab dem 1. Juli kosten 20 Zigaretten 20 Yen mehr – der Preis liegt dann bei 300 Yen plusminus 30. Also gute 2 Euro.

Wort des Tages: 喫煙 (kitsuen). kitsu bedeutet essen/trinken/einnehmen (allerdings in dem Sinne alt, wird fast nur noch an dieser Stelle benutzt), en bedeutet Rauch. Also “Rauchen”. Passionierte Raucher und fanatische Nichtraucher sollten sich das Wort besser einprägen vor einem Japanbesuch – könnte bei der Platzwahl von Bedeutung sein.

Heutiges Thema: Hohlkörper

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Eigentlich wollte ich etwas zum neuesten, alten Umweltproblem schreiben. Es geht um Plastiktüten. Aber wo ich schon mal beim Thema Hohlkörper bin – dank der 7 Stunden Zeitverschiebung kam ich heute sogar in den Genuss, die komplette zweite Halbzeit des Spiels Japan gegen Australien zu sehen. In den Genuss? Wenn es um das Anfeuern geht, wäre Japan wohl Weltmeister. Ich fand es allerdings sehr schade, dass die Japaner 10 Minuten vor den Australiern aufhörten, zu spielen. Selbst meine Frau – eigentlich der Antifussballfan – kam vor Empörung gar nicht mehr hinterher. Das Debakel wird wohl morgen wieder herrlichste Schlagzeilen aufwerfen. Und ich werd mir wohl die eine oder andere Bemerkung im Büro kaum verkneifen können (doch wehe, wenn es Deutschland ähnlich ergeht). Aber kein Grund zur Beunruhigung für Japan’s Fussballfans – es bleiben ja noch leichte Gegner wie Brasilien…

Zum Thema Plastiktüten – wo wir doch neulich beim Thema Wegwerfstäbchen waren. Man überlegt doch momentan wieder laut, wie man das Problem der vielen Tüten in den Griff bekommt. Immerhin verbraucht jeder Japaner im Schnitt 300 davon im Jahr – Einwickelpapier und Folie natürlich nicht eingerechnet. Und in der Tat – wenn man im convenience store (kleine Supermärkte, die rund um die Uhr geöffnet haben) ein warmes Essen, ein Getränk und eine Zeitung kauft, bekommt man tatsächlich drei verschiedene Tüten. Faszinierend. Mal sehen, wie lange das so weitergeht. Das Phänomen ist jedenfalls nicht neu, bestimmte aber doch einige Tageszeitungen heute.

Das Wort des Tages: どうしたの、日本?dōshitano, Nihon – zu Deutsch “Was war denn da los, Japan?” Bezieht sich aufs Spiel. Schreibt jemand, der ein Mal in vier Jahren Fussball schaut…

Sonntag? Zeit für Behördengänge!

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Was macht man an einem total verregneten Sonntag in Japan? Nun, man könnte seine Behördengänge erledigen. Genau, am Sonntag. Die meisten Rathäuser öffnen auch am Sonntag, denn die meisten arbeitenden Leute können einfach nicht in der Woche zum Amt. Für diesen Service bin ich persönlich auch äusserst dankbar. Heute ging es darum, meinen Vertrag mit der staatlichen Krankenkasse (Beitrag: 2,000 Yen, also knapp 15 Euro pro Monat) und den mit der Rentenkasse (monatlicher Beitrag: 13,800 Yen, rund 100 Euro pro Monat) aufzulösen, da dies ab sofort die Firma übernimmt. Das heisst, mir werden ab jetzt rund 40,000 Yen pro Monat abgezogen und die Firma bezahlt auch noch etwas dazu.

Traumhafte Beiträge? Irgendwie schon. Allerdings kommt auch viel weniger dabei raus. Die Krankenkasse deckt nicht viel ab, und die Rente, so man nur die staatliche bezahlt, ist lächerlich. Deshalb heisst es in Japan schon lange – privat vorsorgen. Oder ebend nicht in Rente gehen. Es sei denn, man arbeitet bei einer richtig grossen Firma, die rundherum für ihre Mitarbeiter sorgt – bis zum Lebensende. Aber das wird auch immer seltener. Die richtigen Gedanken für einen verregneten Sonntag…

Wort des Tages: 社会保険. shakai bedeutet “Gesellschaft”, hoken “Versicherung”. Ein Bündel von Versicherungen, das aktiv wird, wenn man fest in einer Firma angestellt ist.

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