Senryū-Wettbewerb 2016: Die Gewinner und mehr

Mai 24th, 2016 | Tagged , , | 5 Kommentare | 421 mal gelesen

sararimanAuch in diesem Jahr fand er wieder statt – der サラリーマン川柳コンクール Sarariman-Senryū-Wettbewerb, ausgetragen von der der Daiichi Seimei Hoken (“Erste Lebensversicherung”). Und zwar zum 29. Mal. Die Gewinner wurden heute bekanntgegeben, und bis März hatte jeder die Möglichkeit, aus den 100 besten Senryūs den persönlichen Favoriten zu nominieren. Da diese Senryu immer ein herrlicher Spiegel der Zeit sind und zudem noch eine gute Sprachübung, möchte ich an dieser Stelle wieder eine kurze Auswahl vorstellen:

退職金もらった瞬間 妻ドローン
Taishokukin moratta shunkan tsuma dorōn
Kaum erhalte ich mein Altersgeld, die Gattin zur Überwachungsdrohne mutiert

Der Sieger des diesjährigen Wettbewerbs. Drohnen sind auch in Japan ein ganz grosses Thema, und dieses Haiku deutet an, dass so manche japanische Ehefrau sicherlich sehr genau darüber wacht, was der Göttergatte mit dem (zumindest bei grossen japanischen Firmen) sehr üppigen Altersgeld macht.

じいちゃん建てても孫がばあちゃんち
Jiichan tatetemo mago ga baachanchi
Obwohl der Opa das Haus gebaut, nennen es die Enkel „Omas Haus“

Der Zweitplazierte. Und auch das ein schöner Spiegel der Gesellschaft in Japan. Japanischlerner sollten das -chi am Ende bemerken: Das ist Kindersprache und eine Abkürzung von „uchi“ (Haus).

君だけは俺のもの マイナンバー
Kimi dake ha ore no mono da yo my number
Du bist das einzige, was nur mir gehört – My Number

Der drittplatzierte. Ledige, jeden Tag bis Mitternacht arbeitende junge Schlipsträger werden darüber wohl nur gequält lächeln können.

娘来て 「誰もいないの?」オレいるよ
Musume kite „dare mo inai no?“ Ore iru yo
Kommt die Tochter vorbei „Niemand da?“ – Doch, ich!

Dieser Haiku fand auch sehr viel Zuspruch und deutet daraufhin, dass der durchschnittlich rackernde japanische Schlipsträger so gut wie nie zu Hause ist — und damit zu Hause quasi Luft ist.

「できません‼︎」 言えるあなたは 勝ち組です
„Dekimasen!!“ ieru anata wa kachigumi desu
Der, der „das kann ich nicht“ sagen kann, ist der eigentliche Gewinner

Dieser hier ist herrlich: Die meisten wagen es nicht, „nein“ zu sagen, wenn sie vom Vorgesetzten gebeten werden, etwas zu machen – ob sie es können oder nicht. Die Arbeiter, die alles annehmen, bezahlen natürlich den Preis dafür: Schnell sind zahllose Überstunden die Folge (siehe alte Managerregel: Wenn Du etwas sehr schnell erledigt haben möchtest, frage den, der am beschäftigsten ist!).

本物の ビール3本 わが爆買い
Honmono no biiru sanbon wagabakugai
Drei richtige Dosen Bier – so sieht mein „Kaufrausch“ aus

Über „bakugai“ habe ich ja erst im letzten Artikel berichtet. Wie praktisch.

我が家では イエスかハイの 二択制
Wagaie de wa yes ka hai no nitakusei
„Yes“ oder „hai“: Bei uns zu Haus‘ gibt es zwei mögliche Antworten

辞書にない 難読難解 生徒の名
Jisho ni nai Nandoku nankai seito no na
Schwer zu lesen, schwer zu entziffern – steht in keinem Wörterbuch: die Vornamen meiner Schüler

Diesem Thema habe ich in meinem Buch sogar ein ganzes Kapitel gewidmet.

Ältere Artikel zu den Senryu auf diesem Blog: Die besten Senryu 2015, 2013, 2009 und 2007.

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Unbeliebtes China oder können 83% der Japaner irren?

Mai 20th, 2016 | Tagged , | 9 Kommentare | 595 mal gelesen

Alljährlich und beginnend mit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit der VR China vor 44 Jahren veranlasst das japanische Außenministerium eine Umfrage, in der unter anderem untersucht wird, was der Durchschnittstaro über eben jene Volksrepublik denkt¹. In diesem Jahr war das Ergebnis so schlecht wie nie: 83,2% der Befragten gaben an, der VR China und deren Bewohnern gegenüber „nicht wohlgesonnen“ oder „eher nicht wohlgesonnen“ zu sein. Das war früher anders: Bis zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 war es eher andersrum – bis zu 80% blickten dabei wohlwollend auf die Festlandschinesen. Logisch, könnte man hier einwerfen: In jener Zeit war es ja normalen Chinesen gar nicht möglich, nach Japan zu kommen – man konnte den Genossen gemütlich aus der Ferne zusehen und freute sich wahrscheinlich, dass sich das Riesenreich allmählich wirtschaftlich öffnete.

Veränderung der Unbeliebtheitsskala gegenüber China. Quelle: Aussenministerium

Veränderung der Unbeliebtheitsskala gegenüber China. Quelle: Aussenministerium

Mit dem Tian’anmen-Vorfall war das plötzlich vorbei: Der Anteil derer, der eher mißtrauisch auf das Treiben in China sah, war schlagartig in der Mehrheit. Und in den vergangenen Jahren kann man auch nicht gerade von einer Sonnenscheinpolitik Chinas gegenüber Japan sprechen: Die Gebietsansprüche sind enorm, auch gegenüber Japan (Senkaku-Inseln) und werden immer aggressiver vertreten. Doch das ist nicht das einzige Problem: Japanische Produkte sind in der explosionsartig entstandenen Mittelschicht Chinas aufgrund des Misstrauens in die heimischen Produkte enorm beliebt, doch da auch ein noch so gewiefter japanischer Windelhersteller mal nicht eben zusätzliche 100 oder mehr Millionen Chinesen mit Windeln versorgen kann, kommt die Produktion nicht hinterher, zumal es nach wie vor schwer ist, sich auf dem gut protektionierten chinesischen Markt niederzulassen. Aus diesem Grund begann vor ein paar Jahren ein regelrechter Einkaufstourismus gen Japan.

Geht weg wie warme Semmeln: Merries-Windeln.

Geht weg wie warme Semmeln: Merries-Windeln.

Mein Schwager, seines Zeichens jemand, der über mehrere Filialen einer Drogeriekette wacht, schildert dieses 爆買い bakugai (in etwa: Kaufrausch) genannte Verhalten so: Die Filiale hat noch nicht einmal geöffnet, aber schon parkt ein Bus voll mit Chinesen vor der Tür. Sobald die Filiale aufmacht, dauert es keine 2 Minuten, bis sämtliche Bestände eines gewissen Produkts (zum Beispiel Windeln der Marke Merries) restlos ausverkauft sind. Keiner spricht ein Wort Japanisch, aber das Personal wird mitunter unfreundlich angeraunzt, wenn die Menge nicht ausreichte. Mitunter klappen die Busgesellschaften etliche Filialen kurz hintereinander ab, und es wird gekauft, was in den Bus passt.

Das ist bzw. war aber nicht nur in Drogerien so – auch Luxusartikel sind sehr gefragt. Laut Untersuchung des Tourismusamtes² gibt angeblich ein Besucher aus China im Durchschnitt über 2,000 Euro in Japan aus – und das garantiert nicht nur für Hotel und Souvenirs. Es werden Waren gehamstert und schliesslich mit Gewinn in China weiterverkauft (deutsche Japanbesucher geben im Schnitt nur 1’200 Euro aus und Koreaner nur 500 Euro).

Ein positives Problem, möchte man meinen, denn ohne den für viele unheimlichen Besucherstrom würde es der ohnehin schon lange kränkelnden Wirtschaft noch schlechter gehen. 83,2% der Japaner geht das jedoch offensichtlich gegen den Strich. Man muss allerdings kein Psychologe oder Soziologe sein, um zu erahnen, dass es einfach Angst ist – Angst vor dem immer stärker werdenden Nachbarn, der mit Japan bald machen kann, was er will – denn Japan liegt an der Peripherie und ist wohl oder übel gezwungen, sich mit der Volksrepublik zu arrangieren. Das merkt man allein daran, dass wiederum 70% der Befragten angaben, gute Beziehungen zu China für sehr wichtig zu erachten.


¹ Die Umfrageergebnisse werden hier veröffentlicht. Gefragt wird auch nach Koreanern (64,7% sind jenen nicht wohlgesonnen).
² Ergebnisse siehe hier.

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Umgekehrter Kulturschock im Anmarsch

Mai 16th, 2016 | Tagged | 14 Kommentare | 633 mal gelesen

Im Juli geht es endlich mal wieder in die Heimat – und dieses Mal sogar richtig lange, also fast 3 Wochen. Das wird auch langsam Zeit – schliesslich war ich seit drei Jahren nicht mehr dort. Und wie immer freue (?) ich mich auf den sogenannten reverse culture shock, der umso schlimmer ausfällt, je länger man weggeblieben ist, denn der Mensch hat ja die famose Eigenschaft, gute Erinnerungen den schlechten hervorzuziehen. Vor drei Jahren kam ich zum Beispiel in meinem Heimatort in den Genuss des Kulturschocks. Eines Abends beschloss ich, allein etwas durch die dunklen Gassen zu schlurfen und wenn möglich kurz in einer Bar aufzuschlagen, um mal wieder richtig die Eingeborenen beobachten zu können. Das ich dabei jemanden Bekannten treffen würde, war ziemlich unwahrscheinlich: Ich bin mit 14 Jahren aus der Stadt weggezogen, und ich habe ein lausiges Personengedächtnis: Selbst wenn jemand von meiner alten Klasse neben mir sitzen würde, würde ich den- oder diejenige mit Sicherheit nicht wiedererkennen. Irgendwann traf ich tatsächlich auf eine pubähnliche Einrichtung mit – meine alte Biologielehrerin hätte dazu „Muschepupu-Beleuchtung“ gesagt – eines dieser famosen und aberwitzigen Wörter, die man nie im Leben zuvor gehört hat, aber sofort weiss, was gemeint ist. Im Etablissement war ich prompt enttäuscht: Zwei Daddelautomaten dudelten leise vor sich hin. Die Dinger hatte ich in der Tat völlig vergessen. Hinter dem Tresen stand eine Dame, wahrscheinlich um die 30, und am Tresen sassen drei Gäste – ganz offensichtlich Stammgäste, die sich und die Bedienung lange kannten. Das ist kein Wunder in einem 30’000-Seelenort. Das Beisammensein der vier sah recht intim aus, und es war schon elf Uhr abends und werktags – da drängte sich natürlich die berechtigte Sorge auf, dass hier gleich Zapfenstreich gemacht wird. Also fragte ich, mangels Hinweisen auf Öffnungszeiten, freundlich nach, wie lange denn heute geöffnet sei. Die Antwort kam prompt: “ Na die janze Nacht will ick hier nich mit Dir rumhängen!“ Rums. Direkt in die Fresse. Hier herrschen klare Verhältnisse, und dem Gast wird sofort klargemacht, dass er hier nur nämlicher ist.

Nun ist (Rand)berlin ohnehin nicht berühmt für seine Kundenfreundlichkeit. Und letztendlich tröstete ich mich mit dem Gedanken, mit dem ich auch meine Frau damals in der Ukraine, Weißrussland und ähnlichen Gefilden auf Reisen tröstete: „Sieh es mal so: Wenn Dich hier jemand anlächelt, dann ist es wenigstens ein echtes Lächeln!“

Natürlich geht es nicht nur mir so. Mein englischer Geschäftspartner weilt zum ersten Mal seit 20 Jahren ein paar Monate auf der heimischen Insel. Seinen Worten zufolge funktionieren dort zuverlässig 9 von 10 Dingen überhaupt nicht, was ihn zur allabendlichen, verzweifelten Frage bringt: Wie können die Leute hier nur leben?

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​ G7-Gipfel in Japan und ein historischer Besuch | Olympische Spiele gekauft?

Mai 13th, 2016 | Tagged | Kein Kommentar bisher | 306 mal gelesen

Am 26-27 Mai ist es wieder soweit: Ein G7-Gipfel steht an, abgehalten in Japan, und wie immer hat man sich auch dieses Mal wieder angestrengt und eine besonders schöne Ecke des Landes ausgesucht. Getagt wird auf einer Halbinsel in der Gemeinde 伊勢志摩 Ise-Shima, Präfektur Mie – eine wunderschöne Gegend mit einer aufregenden Küste. Die Teilnahmer nebst Entourage fahren mit Sicherheit besonders gern zu den Gipfeln in Japan, denn hier gibt es quasi keine Proteste gegen die Veranstaltung.

Um dem ganzen noch das i-Tüpfelchen aufzusetzen, wurde heute bekannt, das Präsident Obama am 27. Mai auch noch einen Abstecher nach Hiroshima unternehmen möchte. Laut japanischen Medien war der Kommentar der Polizei von Hiroshima zu den Nachrichten lediglich ein マジかよ majikayo! („Das ist doch nicht Euer Ernst!“) – haben die Sicherheitskräfte doch gerade mal zwei Wochen Zeit, die Route zu planen und zu sichern. Die meisten anderen Japaner werden dem Besuch hingegen sicherlich wohlwollend entgegensehen, denn hier besucht zum ersten Mal ein US-Präsident die Stadt, die sein Land vor 71 Jahren mit einer einzigen Bombe in Schutt und Asche legte. Rechtfertigungen zum Abwurf gab es seitdem viele, aber keine Entschuldigungen. Ob die aus dem Munde des Präsidenten kommen wird, bleibt fragwürdig, aber Obama und seine Redenschreiber werden das ganze schon geschickt über die Bühne bringen. Allerdings wurde soeben bekannt, dass keine grosse Rede geplant sei.

Und wie gerne würde ich doch bei einem G7-Gipfel Mäuschen spielen. Geht es bei den Einzelgesprächen bitterernst zu? Oder sarkastisch gar?

Atombombendom von Hiroshima

Atombombendom von Hiroshima

Zudem kam heute ans Licht, dass die französischen Behörden zwei insgesamt 1,3 Millionen Euro schwere Überweisungen aus Japan an ein Konto in Singapur untersuchen – jenes Konto gehört einem zwielichtigen IOC-Funktionär, und da in Verbindung mit der Überweisung auch die Worte „Olympische Spiele“ verbunden waren, hegt man den Verdacht, dass die Olympischen Spiele in 2020 womöglich gekauft waren. Wen wundert’s? Nachrichten dieser Art ist man ja nunmehr gewohnt. Auch in Japan ist Korruption kein Fremdwort, auch in Japan wird gern mit gezinkten Karten gespielt — und doch: Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, so wird das doch ganz schön an der Volksseele kratzen.

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Revolutionäre Entwicklungen im Spielplatzmilieu

Mai 10th, 2016 | Tagged , , | 2 Kommentare | 453 mal gelesen

Mitten in der Goldenen Woche lag der „Tag des Kindes“ – immerhin ein offizieller Feiertag. Und Schwiegermutter wartete mit dem guten Rat auf: „Heute ist Kindertag! Also unternehmt etwas mit den Kindern! Macht was, was ihnen Spass macht!“ Die Bemerkung, dass wir genau das seit über neun Jahren an jedem einzelnen freien Tag machen, habe ich mir erspart.

Da man den lieben Kleinen hin und wieder etwas Neues bieten möchte, ging es am besagten Tag der kleinen Monster in einen neuen Park, nur 8 km von uns entfernt. Und damit die Kinder auch ja Freude daran haben, durfte die 9-jährige das natürlich mit dem Fahrrad zurücklegen, denn nichts ist schöner als vor Freude und Bewegung erschöpfte Kinder, die es gegen 9 Uhr abends gerade noch so ins Bett schaffen.

Kawasaki - Kodomo yume park (子ども夢パーク)

Kawasaki – Kodomo yume park (子ども夢パーク) – das ist allerdings nur ein kleiner Teil davon

Besagter Park wurde uns von Bekannten empfohlen. Der sei ganz toll, irgendwie anders und sogar noch kostenlos. Schon im Januar hatten wir deshalb unser Glück versucht, nur um dann vor verschlossenen Türen zu stehen. Aus Schaden wird man jedoch klug, also wurde flugs recherchiert – und siehe da, er war geöffnet. Ganz sicher. Fahrrad abgestellt und flugs hereingetreten. Und sofort schoss mir eine einzige Assoziation in den Kopf: Mad Max-Kulisse! Vom feinsten! Eine riesige Schlammkuhle, in der sich scheinbar auf sich allein gestellte, nicht selten nackte Kinder lustvoll suhlten, eine Betonstruktur, bemalt von oben bis unten und architektonisch… nun ja, gewagt hergerichtet, und dazu noch offene Feuer, die hier und dort loderten. Kurzum: Hätte ganz plötzlich Tina Turner mit Löwenmähne vor mir gestanden, hätte ich das als vollends normal empfunden. Selbst unsere Kleinen, defintiv keine Kinder von Traurigkeit, blieben wie angewurzelt stehen und wussten nicht so recht, was sie von diesem Spielplatz der ausgefallenen Sorte halten sollten.

Es dauerte rund eine Viertelstunde, bis sich der Nachwuchs für das Basteln von … Dingen … entschied. Das ging mit Malen los und nahm mit Holzarbeiten seinen Lauf. Nägel, altes Holz, Sägen und dergleichen lagen ja genug rum. Und man sollte sich mindestens ein Mal im Leben mit dem Hammer auf den Finger schlagen, um die Schwere des Hammers schätzen zu lernen – oder? Die Erziehungsberechtigten waren derweilen auch nicht faul und begannen, eine Partie Federball zu spielen. In Sichtweite, versteht sich. 5 Minuten später sahen wir, wie unser 5-jähriger hochinteressiert von einem der unscheinbaren Aufpasser lernte, wie man ein offenes Feuer entfacht. Wie putzig. Weitere 10 Minuten später bemerkten wir plötzlich, wie eben jener 5-jährige mit voller Kraft versuchte, Holzscheite mit einer Axt zu spalten. 5-jähriger? Axt??? Ohne Aufsicht, mit einem schwer zu deutenden Lächeln auf seinem Gesicht. Der Stift versuchte die heranrennenden Versorgungsberechtigten zu beruhigen und versicherte, dass eine freundliche Dame ihm vorher ganz genau erklärte, wie das zu machen sei – er weiss jetzt bescheid und wir bräuchten uns keine Sorgen zu machen. Ich fragte noch vorsichtshalber nach, ob das „beinahe-mit-der-erhobenen-Axt-über-dem-Kopf-nach-hinten-kippen“ und das „mit-geschlossenen-Beinen-und-voller-Wucht-das-Holz-verfehlen-und-mit-der-Axt-kurz-vor-dem-Knie-innehalten“ auch zum Trainingsprogramm gehörte, bekam aber keine zufriedenstellende Antwort.

Im Hanegi-Park (羽根木公園) in Setagaya-ku, Istanbul

Im Hanegi-Park (羽根木公園) in Setagaya-ku, Istanbul

Immerhin verliessen wir den Abenteuerspielplatz ohne Verlust irgendwelcher Extremitäten. Doch zwei Tage später trafen wir Freunde nebst einer Horde Kinder in einem anderen Park mitten im schmucken Setagaya-Distrikt von Tokyo. Und siehe da: Etwas weniger Mad-Max, mehr Wagenburg, aber vom Prinzip her das gleiche: Offene feuer hier und da, die Kinder können über Dächer klettern, Sachen aus Holz basteln und so weiter und so fort. Ein ähnlicher Park wurde wohl zudem in unserer alten Heimat, in Urayasu, gerade eingeweiht. Zwar sind die beiden oben genannten Parks nicht gerade neu, aber das Konzept als solches scheint um sich zu greifen in einem Land, in dem die meisten Spielplätze nahezu steril sauber und sicher sind. Das sind ungewohnte Freiheiten für die Kinder und Eltern – und Eltern müssen da natürlich doppelt aufpassen. Aber so viel steht fest: Den Kindern macht so etwas natürlich mehr Spass als blitzsaubere Parks und Spielplätze mit ellenlangen Listen, was da alles verboten ist (Eis essen! Ball spielen!!). Insofern eine angenehme Entwicklung.

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Veranstaltungstipp: Erstmals Mikoshi-Umzug in Berlin am 15. Mai

Mai 1st, 2016 | Tagged , | Kein Kommentar bisher | 430 mal gelesen

Mikoshi bei einem Matsuri (hier in Urayasu, 2008)

Mikoshi bei einem Matsuri (hier in Urayasu, 2008)

An dieser Stelle einmal aus gegebenen Anlass ein Veranstaltungstipp: Am 15. Mai wird zum ersten überhaupt in Berlin eine Mikoshi-Prozession durchgeführt. 御輿 Mikoshi sind kleinem tragbare Schreine, in denen shintōistische Götter bei speziellen Zeremonien lautstark durch die Gegend getragen werden. Sie sind wesentlicher Bestandteil der japanischen Matsuri-Tradition. Dieser Umzug findet im Rahmen des Karnevals der Kulturen statt, und die Veranstalter bitten um Unterstützung. Mehr dazu siehe unten. Persönlich kann ich dem Ganzen leider nicht beiwohnen. Aber ich frage mich schon jetzt, ob das Gros der Träger in Berlin genauso betrunken sein wird wie die meisten Miyoshi-Träger in Japan:)

Die folgenden Zeilen stammen vom Veranstalter selbst. Also – entweder unterstützen oder selbst dabei sein! Es lohnt sich bestimmt!


für den Karneval der Kulturen am 15. Mai 2016 wird es diesmal einen besonderen japanischen Beitrag geben: zum ersten Mal in Deutschland möchten wir einen Mikoshi-Umzug präsentieren! Vielleicht könnten Sie uns dabei helfen, dieses Event in der Japan-Liebhaber-Community bekannt zu machen?

Worum geht es?
Ein Mikoshi ist ein tragbarer Schrein, der bei lokalen Festen in Japan durch die Straßen getragen wird. Wir wollen hier in Berlin den ersten Stein für eine „Berliner“ Mikoshi-Kultur legen und das, ganz im Sinne des Festes, so bunt wie möglich.

Jeder, der Interesse hat, ist herzlich eingeladen. Wir suchen noch viele freiwillige Träger und Helfer, die uns am Tag des Umzugs unterstützen. Wir möchten Menschen aus unterschiedlichsten Hintergründen zusammenbringen und Berlin und der Welt zeigen, dass multikulturelle Zusammenarbeit möglich ist und viel Spaß macht!

Das Mikoshi, das zum Karneval der Kulturen nach Berlin kommen wird, befindet sich zurzeit in der Stadt Montréjeau in Südfrankreich. Nach dem Erdbeben und der Tsunamikatastrophe im Jahr 2011 in der japanischen Region Tohoku kam es durch persönliche Kontakte zu Hilfeleistungen für betroffene Gebiete aus Montréjeau. Als Dank für diese Unterstützung wurde in einer symbolischen Geste ein Mikoshi aus Japan nach Montréjeau gebracht. Seitdem wirkt es dort als eine Art Kulturbotschafter zwischen Europa und Japan und kommt regelmäßig im Rahmen lokaler Feste zum Einsatz. Beim Karneval der Kulturen in Berlin möchten wir die Gelegenheit nutzen, dieses Stück japanischer Kultur einem breiteren Publikum vorzustellen.

Für die Deckung unserer Umzugskosten (Ausleihe und Umbau eines Umzugswagens, Transportkosten von Mikoshi nach Berlin etc.) freuen wir uns auch über finanzielle Unterstützung. Die crowd-funding Webseite ist hier zu finden: http://www.ulule.com/japanese-mikoshi.

Mehr zum Projekt, inklusive Routenplanung, Ablauf usw. findet man hier.

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Versandhandel mit Drohnen gestartet

April 26th, 2016 | Tagged , , | 2 Kommentare | 464 mal gelesen

Soraraku - Drohnenbringdienst von Rakuten

Soraraku – Drohnenbringdienst von Rakuten

Rakuten, der japanische Versandhandelgigant, hat heute mit grossem Trara sein そら楽 Soraraku-Pilotprojekt vorgestellt¹: Es geht um die bereits von Amazon propagierte Idee, Online bestellte Waren mittels Drohnen zum Endverbraucher zu bringen. Das hat man nun auch zum ersten Mal in Japan getestet – indem man Golfzubehör mittels Drohne zu einem Golfplatz in der Präfektur Chiba transportierte. Die eigens für Rakuten entworfene Drohne kann bis zu 2 Kilogramm transportieren; der Versand soll wohl kostenlos werden.

Das Wort Soraraku² setzt sich zusammen aus „sora“ (Himmel) und „raku“ (bequem, bzw. auch der erste Teil im Firmennamen). Ganz offiziell soll der Versand mit Drohnen allerdings erst im Jahr 2020 beginnen. Und man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass man damit in Japan sehr schnell ernst macht. Dann wird es im japanischen Luftraum vor den hässlich-rosanen Rakuten-Drohnen nur so wimmeln.

In der Grossstadt werden die Fluggeräte nicht viel ausrichten können, aber in ländlichen Regionen könnte der Einsatz von Drohnen durchaus sinnvoll sein und sogar umweltschonend: Anstatt einen Kleintransporter loszuschicken, setzt man einfach kleine Drohnen ein. Aber schon bei der Bekanntgabe der Amazon-Drohne habe ich mich ernsthaft gefragt, wie man das mit der Sicherheit bewerkstelligen möchte — vom Hacken der Drohnen selbst mal ganz abgesehen könnte ich mir gut vorstellen, dass ドローン狩り dorōn-gari Drohnenjagd schnell zu einem beliebten Hobby wird. Einen Rotor zerschiessen, mit einer Aludecke bewerfen und zum Absturz bringen, EMP — es gibt bestimmt zahlreiche Möglichkeiten, um an die Beute zu kommen, und es dürfte schwer werden, den Übeltäter zu finden.

Drohnen-Regeln laut MLIT

Drohnen-Regeln laut MLIT (Quelle: MLIT)

Auch in Japan wird natürlich mehr und mehr über Drohnen diskutiert – so fand man zum Beispiel im vergangenen Jahr eine Drohne auf dem Dach der Residenz des Ministerpräsidenten, und in einem Land, in dem vor gar nicht allzu langer Zeit Giftgasanschläge auf U-Bahnen verübt wurden, macht man sich zu Recht sorgen. Aus diesem Grund wurden im März 2016 vom MLIT (Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism) neue Richtlinien darüber erlassen, wann man eine Erlaubnis zum Drohnenflug braucht und wann nicht³.

¹ Siehe Pressemitteilung.
² Siehe Webseite des Soraraku-Services
³ Siehe hier

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Kumamoto 4 Tage nach den Beben

April 20th, 2016 | Tagged | 1 Kommentar | 604 mal gelesen

Verschiebung infolge des Bebens. Quelle: Kyodo

Verschiebung infolge des Bebens. Quelle: Kyodo

Ja, DEN Beben, denn wie über Blog und Twitter berichtet, gab es letztendlich zwei schwere Beben innerhalb von 30 Stunden, und dazu noch unzählige weniger starke Beben, von denen jedoch etliche stark genug wären, den Zugverkehr auf Stunden lahmzulegen.

Das erste Beben in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag forderte letztendlich neun Menschenleben, das zweite in der Nacht vom Freitag zum Sonntag bisher 37, aber es werden noch cirka 10 Menschen vermisst. Die Infrastruktur hat arg gelitten: Zahlreiche Strassen in und um Kumamoto, darunter auch Autobahnen, sind unpassierbar – entweder, weil sie durch Trümmer oder Erdrutsche bedeckt sind oder weil sie auseinandergerissen worden sind. Der Flughafen von Kumamoto ist vorerst nicht benutzbar, da Teile der Decke abstürzten. Bei den Bahnlinien sieht es nicht besser aus – selbst die Shinkansentrasse ist beschädigt.

Das erste Beben konnte die Stadt Kumamoto noch verkraften, aber das zweite Beben sorgte für unterbrochene Gas-, Wasser- und Stromleitungen. Geschäfte blieben entsprechend geschlossen und die Versorgungslage spitzte sich langsam zu. Laut Berichten von Freunden vor Ort scheinen aber Teile der Infrastruktur wieder zu funktionieren und erste Geschäfte zu öffnen.

Burg von Kumamoto - vor dem Beben

Burg von Kumamoto – vor dem Beben

Besonders schlimm hat es die Gemeinde Minami-Aso erwischt. Eine wichtige Brücke zu einer Hauptverkehrsstrasse (die Hauptverbindung zwischen Kumamoto und Oita) ist von einem massiven Erdrutsch völlig zerstört worden. Dementsprechend kommt auch kaum Hilfe in den Ort – trotz Einsatzes der Selbstverteidigungskräfte. Selbst „Ärzte ohne Grenzen“ hat die medizinische Versorgung vor Ort als unzureichend h noch eingestuft und eine kleine Gruppe von Ärzten in Marsch gesetzt. Überhaupt hört man in den Nachrichten (und von Freunden vor Ort) Klagen, dass keine Hilfe in Form von Decken (vorgestern war es dort in der Nacht 3 Grad kalt, und viele Tausende campieren noch im Freien), Nahrung, Wasser und so weiter ankommt. Gerade in Kumamoto liegt das, wie auch vor 5 Jahren in Tohoku, nicht am Mangel, sondern an der zerstörten Infrastruktur – Hilfslieferungen kommen einfach nicht durch (wir wollten auch Sachen schicken, aber man riet uns davon ab – es würde vorerst nicht ankommen).

Wenigstens scheinen die Kernkraftwerke nichts abbekommen zu haben. Und: Letztendlich waren die Folgen des Bebens weit weniger verheerend als die des gleich starken Bebens von Kobe im Jahr 1995. Der Schock sitzt den Bewohnern jedoch noch immer in den Knochen und wird so schnell nicht weichen – schliesslich war Kumamoto ziemlich lange von einer solchen Katastrophe verschont geblieben.

Die altehrwürdige Burg von Kumamoto hat es ebenfalls ziemlich stark mitgenommen. Die Burg ist zwar ein Nachbau — allerdings ein charmanter, verglichen mit anderen Nachbauten wie denen in Osaka oder Nagoya. Viele der traditionellen Dachziegel sind heruntergefallen und etliche der dicken Festungsmauern eingestürzt. Zu den Dachziegeln und deren Reaktion beim Erdbeben gibt es übrigens einen hochinteressanten Artikel. Auch der uralte und berühmte Aso-Schrein hat schwer gelitten.

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Schweres Erdbeben in Kumamoto

April 14th, 2016 | Tagged | 12 Kommentare | 1239 mal gelesen

Kumamoto-Erdbeben

Kumamoto-Erdbeben

Heute, am 14. April 2016, gab es um 21:26 schweres Erdbeben auf Kyushu – das Epizentrum lag zwischen Kumamoto Stadt und Yamaga, in der Stadt 益城町Mashiki-machi. Nach der japanischen Erdbebenskala erreichte das Beben dort die Maximalstärke 7. Nach der Richterskala waren es „nur“ 6,4, mit der Besonderheit, dass das Beben in lediglich 10 km Tiefe lag und Augenzeugenberichten zufolge nur ca. 15 Sekunden dauerte. Das Beben war sehr deutlich überall auf Kyushu zu spüren.
In der Millionenstadt Kumamoto scheint es nur begrenzte Schäden zu geben. Wir erreichten sogar meine Schwiegeroma per Telefon – sie war sichtbar geschockt, aber auch in ihrem Haus gab es keine grösseren Schäden. Während in Kumamoto die Lichter an sind, herrscht in Mashikimachi scheinbar Stromausfall. Über Twitter liest man bereits von ersten eingestürzten Gebäuden; Berichte über Tote und Verletzte gibt es noch nicht.
Da das Beben sein Epizentrum in der Inselmitte hatte und recht flach war, sind Tsunamis nicht zu befürchten. Zum Glück – zwischen Kumamoto und Kagoshima liegt das AKW 川内 Sendai.
Die Nachbeben halten an und werden die Bewohner noch die ganze Nacht über wach halten. Das schwerste soweit hatte eine Stärke von 5.7 und fand 22:08 statt. Just in diesem Moment kam wieder eine Warnung herein.

Mehr Infos gibt es wie immer über meinen Twitter-Account (@Tabibito_Tokyo) – siehe Beispiel unten:

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Vom Niedergang der japanischen Fernsehnachrichten

April 12th, 2016 | Tagged , | 5 Kommentare | 762 mal gelesen

Hodo Station - mit Furutachi. Quelle: http://matome.naver.jp/odai/2142458479436089401

Hodo Station – mit Furutachi. Quelle: http://matome.naver.jp/odai/2142458479436089401

Morgens auf dem Weg zur Arbeit die Tagesschau, manchmal SPON. Während der Mittagspause BBC, manchmal auch andere, englischsprachige Nachrichtenquellen. Abends, nach der Arbeit, japanische Fernsehnachrichten. So sieht meine Nachrichtendiät seit vielen Jahren aus. Sicher nicht perfekt und viel Mainstream, aber wenigstens verschiedene Facetten.

Doch mittlerweile weiss ich nicht mehr, welche japanischen Nachrichten ich noch schauen kann. NHK, dem staatlichen Fermsehsender, traue ich schon lange nicht mehr. Dort wird zu viel einfach totgeschwiegen, und was dort an der Spitze los ist, ist einfach nur suspekt. Früher habe ich, vor allem weil die Sendezeit (23 Uhr) günstig war, News Japan, die Nachrichten auf Fuji TV, gesehen. Doch der Sender driftet immer deutlicher Richtung rechts ab, und in jüngster Zeit hat man sich gänzlich vom letzten Rest seriösen Journalismus‘ losgesagt: Jetzt unterlegt man alle Videobeiträge mit unterschwelligen Geräuschen und konzentriert sich nahezu vollständig auf Verbrechen: Je gruseliger und abstruser, um so besser. Vor allem die musikalische Untermalung bringt mich umgehend auf die Palme und wirft die Frage auf, für wie blöd die Macher den Zuschauer eigentlich halten, ihn mit solch billigen, manipulativen Tricks zu foltern. Nein, ich möchte keine Antwort auf diese Frage.

News Zero begann vor ein paar Jahren, und zu dieser bunt-flippigen, sogenannten Nachrichtensendung gibt es nicht viel zu sagen. Nur so viel: Die Reihenfolge der beiden Wörter im Namen der Sendung sollte vertauscht werden, das würde das Programm besser beschreiben.

Also verlegte ich mich auf 報道ステーション Hōdō Station auf TV Asahi: Eine recht kritische Nachrichtensendung, die zwar auch mitunter stark vom Bildungsauftrag eines Nachrichtensenders abschweifte, aber wenigstens hin und wieder kritisch hinterfragte. Die Sendung lebte von ihrem Sprecher, Ichirō Furutachi, der die Sendung 12 Jahre lang führte und, so wollen es die Gerüchte, sich letztendlich mit den Oberen überwarf, von denen wiederum aus der Politik gefordert wurde, sich mit der Kritik an der Regierung zurückzuhalten. Die war nämlich für japanische Verhältnisse recht scharf in der Sendung. Dass Furutachi die Dinge neutral betrachtete, konnte man ihm jedenfalls nicht nachsagen – es ging recht deutlich gegen Kernkraft, gegen Verfassungsänderungen, gegen die Wirtschaftspolitik… Dass zwischen Politik und dem Sender Asahi brodelte, deutete sich vor fast genau einem Jahr bereits bei diesem Vorfall an. Leider fiel der Sender jedoch auf einen Schwindel rein: So beschäftigte man ein Jahr lang den selbsternannten Business-Consultant mit dem klangvollen Namen Sean McArdle Kawakami als Kommentator, bis herauskam, dass sowohl der Name als auch der Lebenslauf purer Schwindel waren: Sean K. war ein, wenn auch eloquenter, Hochstapler wie aus dem Bilderbuch.

Heute schaute ich zum ersten Mal die neue Version von Hōdō Station mit den neuen Nachrichtenvorleser. Die Sendung begann mit ein paar Sekunden Nachrichten, dann gab es ein 10-minütiges Exklusivinterview mit dem japanischen Schwimmhelden Kitajima, der heute seinen Rücktritt bekanntgab, gefolgt von 2, 3 Minuten Inlandspolitik, gefolgt von einem Interview mit einem Ex-Baseballprofi, der heute in den japanischen Selbstverteidigungskräften arbeitet und über die Hilfe der Truppe nach der Erdbebenkatastrophe sprach. Was für eine Entwicklung! Bleibt nur noch die Sendung News 23 Cross auf TBS, wie es scheint, aber auch die ist eher mangelhaft. Man kann heute bei den japanischen Nachrichten quasi auswählen, ob man mehr über japanische Spitzensportler oder Spitzenverbrecher lernen möchte. Kritische Berichterstattung aus dem Inland ist hingegen Mangelware.

Kurzum: Mit seriösen Nachrichtensendungen sieht es in Japan immer schlechter aus. Das ist besorgniserregnend – sicher, ich kann mich nach Alternativen umschauen, aber viele machen das nicht und lassen sich so von schlecht gemachten, manipulativen Sendungen einlullen. Keine schöne Aussicht.

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