Absoluter. Leerstand.

Januar 27th, 2015 | Tagged | Kein Kommentar bisher | 14 mal gelesen

Zerfallendes Haus - hier in Tsubame, Niigata

Zerfallendes Haus – hier in Tsubame, Niigata

Laut einer Untersuchung von SankeiBiz¹ wurde festgestellt, dass es im Jahr 2013 in Japan geschlagene 8,2 Millionen leerstehende Häuser gab. Das ist ungefähr ein Sechstel aller Wohnhäuser – und diese Zahl steigt alljährlich um cirka 200’000. Das bedeutet, so der Trend sich fortsetzt, dass im Jahr 2030 rund ein Viertel aller Häuser leer stehen wird. Wird sich der Trend fortsetzen? Mit Sicherheit wird er das, denn sowohl die Überalterung als auch die Landflucht halten an. Das Problem mit dem Leerstand liegt dabei darin, dass die Häuser nicht abgerissen werden, sondern einfach zerfallen – sonst würden sie in der Statistik nicht auftauchen.

Das ganze steht im krassen Widerspruch zur Bauwut in und um Tokyo, wo nach und nach die letzten Grünflächen zugunsten neuer Siedlungen und Einzelhäuser verschwinden. Wer sich das vorher und nachher ansehen möchte, braucht nur mal nach 日吉 Hiyoshi (im Norden von Yokohama) zu fahren: Dort hat die Landnahme, trotz teils grosser Hangneigungen, die gesamte Natur verdrängt. Wer wissen will, wie es dort vorher aussah, braucht dann nur mit dem Zug rund 15 km Richtung Süden, zum Beispiel nach 戸塚 Totsuka, zu fahren. Dort gibt es noch etwas Grün – nur: wie lange noch?

Zerfallen: Ja. Verlassen? Noch nicht. Und zwar in Hiroo, mitten in Tokyo

Zerfallen: Ja. Verlassen? Noch nicht. Und zwar in Hiroo, mitten in Tokyo

Der Leerstand stellt in vielen Gegenden ein Problem dar. Mal davon abgesehen, dass 10, 20 Jahre alte, langsam zerfallende Häuser nicht schön aussehen, können diese zum Beispiel bei Feuer- oder Erdbebenkatastrophen durchaus zur Gefahr werden. Leider stehen die meisten leerstehenden Häuser dort, wo keiner mehr wohnen will, aber selbst in Tokyo oder Saitama oder Yokohama findet man sie. Die Bewohner sind entweder verstorben, in Altersheime gezogen oder in die Stadt verzogen. Ein Haus komplett abzureissen kostet schnell ein paar Millionen Yen (also zehntausende Euro), und das können sich vor allem alte Leute natürlich nicht immer leisten.

Das bedeutet allerdings auch, dass man mittlerweile ältere Wohnhäuser auf dem Land spottbillig kaufen kann – aber diese Geschichten kennt man ja auch aus der Mark Brandenburg zum Beispiel. Somit hat Otto Normalverbraucher mit seiner Familie nicht viel von der Tatsache, dass es so viel Leerstand gibt: Die Häuser wurden aus gutem Grunde verlassen. Für jemanden, der seine letzten Jahre in Abgeschiedenheit auf dem Land verbringen möchte, wird Japan jedoch mehr und mehr zum Paradies. Solange man die Unannehmlichkeiten wie weite Strecken bis zu Geschäften, Krankenhäusern, Von-der-Aussenwelt-abgeschnitten-sein im Winter usw. wegstecken kann.

¹ Siehe hier: 日本で増え続ける空き家 税金、撤去費用…金銭面のハードル高く

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Japan im Visier des Islamischen Staates

Januar 21st, 2015 | Tagged , , | 5 Kommentare | 861 mal gelesen

Nun ist es also geschehen: Kaum hatte die japanische Regierung verkündet, rund 200 Millionen US-Dollar für nichtislamische Staaten bereitzustellen, damit diese den Islamischen Staat bekämpfen können (Japan darf ja zum Leidwesen der jetzigen Regierung aufgrund seiner pazifistischen Verfassung nicht selbst mitmachen, führte der Islamische Staat zwei japanische Geiseln vor: Die Reporter bzw. Fotografen Gotō und Yukawa. Die Szene kennt man ja bereits: Ein vermummter Mann mit Messer und eindeutig britischem Akzent steht neben den in orangenen Sachen knienden Gefangenen und droht. In diesem Fall soll nun also Japan binnen 72 Stunden oben genannte Summe an den Islamischen Staat zahlen – sonst werden die beiden enthauptet.

Die japanische Regierung liess daraufhin recht schnell verlauten, was sie von der Forderung hält: Nichts. Natürlich nicht. So also kein Wunder geschieht, droht den beiden Männern ein grauenvolles Schicksal. Das wird freilich nichts an der japanischen Aussenpolitik ändern. Aber es wird den Islamischen Staat etwas in den Mittelpunkt rücken, denn zwar wird darüber gelegentlich berichtet, aber wie es in Japan nun mal so ist: Man ist weit entfernt vom Geschehen und deshalb eher mäßig interessiert. Der Islamische Staat präsentiert sich hier nun aber so, wie man ihn gern von aussen sieht: Eine gottverlassene, verbrecherische und bigotte Zusammenrottung von Menschen, die irgendwo irgendwann ihrer Perspektiven beraubt wurden – oder denen zu viel versprochen wurde.

Für eine PEGIDA à la Dresden wird es freilich nicht reichen – in Japan dürfte die Zahl der Muslime bei schätzungsweise 30’000 liegen (siehe unter anderem hier), und die meisten Japaner werden wohl noch nie im Leben einen echten Moslem gesehen haben. Zumal man ja in Japan bereits schon seit langem ein liebevoll gepflegtes Feindbild hat: Koreaner und Chinesen. Und auf Hokkaido Russen.

Während die Tagesschau zum Beispiel darauf verzichtet, die Gesichter der Geiseln zu zeigen, zeigt man in Japan weniger Zurückhaltung: Das Video mit der Drohung flimmerte in voller Länge heute auf allen Kanälen:


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Unbeliebtes Japan?

Januar 19th, 2015 | 10 Kommentare | 789 mal gelesen

In der Japan-Sektion von Rocket News 24 erschien vor ein paar Tagen ein Artikel mit der Überschrift Why is Japan such an unpopular tourist destination?, gespickt mit Zahlen von Wikipedia (interessanterweise ohne jeglichen Quellennachweis). Hier also erstmal die nackten Zahlen:

Rang Land Einreise von Touristen 2013 Einreise von Touristen 2012 Veränderung 2012 zu 2013 in % Veränderung 2011 zu 2012 in %
1 China 55,7 Millionen 57,7 Millionen 3,5 0,3
2 Thailand 26,5 Millionen 22,4 Millionen 18,8 16,2
3 Malaysia 25,7 Millionen 25,0 Millionen 2,7 1,3
Hongkong 25,6 Millionen 23,7 Millionen 8,0 6,5
Macao 14,2 Millionen 13,5 Millionen 5,1 5,0
4 Südkorea 12,1 Millionen 11,1 Millionen 9,3 13,7
5 Singapur keine Angaben 11,0 Millionen keine Angaben 6,8
6 Japan 10,3 Millionen 8,3 Millionen 24,0 34,4
7 Indonesien 8,8 Millionen 8,0 Millionen 9,4 5,2
8 Taiwan 8,0 Millionen 7,3 Millionen 9,6 20,1
9 Vietnam 7,5 Millionen 6,8 Millionen 10,6 9,5
10 Indien 6,8 Millionen 6,5 Millionen 4,1 4,3

Quelle: United Nations World Tourism Organization (UNWTO), siehe Wikipedia: World Tourism rankings.

Nun sollte man grundsätzlich allen Statistiken, die man nicht selbst gefälscht hat, gesundes Misstrauen entgegenbringen. Das ist bei den obigen Zahlen durchaus angebracht, denn ich habe den Verdacht, dass Hongkong und Macao zum Beispiel die ganzen Tagestouristen aus China und den benachbarten Dependancen hinzurechnet. Zudem sollte angemerkt werden, dass der Nahe Osten, inklusive der VAE, laut UNWTO-Definition nicht zu Asien gezählt wird.

Die Zahl für Japan ist nicht überraschend. Schliesslich lag die Zahl der Besucher im Jahr 2008 bei 8 Millionen, und es war damals das erklärte Ziel Japans, die Zahl auf 10 Millionen zu steigern. Das hat man offensichtlich geschafft.

Trotzdem sind die Zahlen durchaus überraschend: Japan liegt also gerade mal auf Platz 6 in der Asien/Pazifik-Region. Woran liegt das? Rocket News führt als möglichen Grund an, dass Japan nach wie vor nicht leicht zu bereisen ist: Sicher, in den grossen Städten ist vieles auf Englisch ausgeschildert, aber im grossen und ganzen sieht es in Japan noch immer mau aus mit dem Englischen. Dieses Argument halte ich allerdings für nicht nachvollziehbar: Die meisten Japan-Besucher wissen nicht, was genau da auf sie zukommt, und ich wage zu bezweifeln, dass potentielle Japan-Besucher von solchen Nachrichten wirklich abgeschreckt werden. Im Zusammenhang dazu steht das Argument, dass Japanisch nun mal sehr schwer zu lesen ist, aber auch das zählt nicht, denn das gleiche Problem hat man in China, Südkorea und Thailand.

Fakt ist jedoch, dass die Kosten eine grosse Rolle spielen: Selbst wenn der Yen schwächelt, ist Japan ein relative teures Pflaster. Man kann zwar für 15 Euro in Tokyo übernachten und für rund 7 Euro recht gut Essen, aber selbst mit dem Railpass ist Japan wesentlich teurer als die meisten anderen Länder. Und es mangelt an klassischen Touristengegenden wie Phuket, Hainan und Co. – die gibt es zwar, aber sie sind in der Regel komplett auf einheimische Touristen ausgerichtet. Die typischen japanischen Touristenmagneten sehen da etwas anders aus: Shibuya/Tokyo (Mode), Akihabara (Nerds), Kyoto (Kultur), Hiroshima (Geschichte) und so weiter. Dabei hat Japan so viel mehr zu bieten.

Im Jahr 2008 stammten übrigens fast 60% der Japan-Touristen aus China, Südkorea und Taiwan. Das dürfte heute nicht anders sein. Obwohl der Trend eindeutig nach oben zeigt, zeigen die Zahlen jedoch eines: In Sachen Selbstvermarktung hat Japan noch sehr, sehr viel Potential. Obwohl Japan weltweit recht gut bekannt ist, scheint das Land noch immer eher was für echte Liebhaber zu sein.

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Mal so ganz unter sich im Kinderland

Januar 14th, 2015 | Tagged , | 2 Kommentare | 699 mal gelesen

Als wir noch in der Präfektur Chiba wohnten, zog es uns gelegentlich der lieben Kleinen wegen in den Andersen-Park – ein recht liebevoll eingerichtetes Refugium für den nach Unterhaltung gierenden Nachwuchs. Dieser Park ist nunmehr zu weit weg, also müssen wir uns nach Alternativen umschauen. Und siehe da, im Westen der Stadt Yokohama und nur 25 Minuten mit dem Zug von uns entfernt gibt es das こどもの国 – kodomo-no-kuni (Kinderland) – ein rund 100 Hektar grosser Park, der in den 1960ern auf dem ehemaligen Gelände eines Munitionslagers (!) gebaut wurde. Eintritt: 600 Yen pro Erwachsenen, 300 Yen pro Kind. Der strahlend blaue Himmel liess es erahnen: Wir würden wohl nicht allein dort sein. Letztendlich verlaufen sich die Massen in dem grossen Park, und es gibt sogar ein paar Pfade in den hinteren Ecken des Parks, auf denen man kaum einer Menschenseele begegnet. Einer der Hauptanziehungspunkte des Parks im Winter ist eine Schlittschuhhalle. Zum Glück haben wir nicht den Extra-Eintritt dafür bezahlt, denn in der Halle sah es wie folgt aus:

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Schlittschuhlaufen im Kodomo-no-kuni

Wie jetzt, da ist ja gar kein Eis? Doch, doch! Da war welches! Irgendwo zwischen all den Menschenmassen. Hinzu kam die permanente Beschallung der Wächter des Eises: Bitte nicht da laufen! Bitte nicht so laufen! Bitte nicht zusammen laufen! Und so weiter. Von weitem sah es aus wie Freigang im Gefängnishof.
Nun gut. Schlittschuhlaufen also nicht, dann aber wenigstens zur 110 Meter langen Megarutsche:

Ein Mal rutschen bitte!

Ein Mal rutschen bitte!

Immerhin, es standen nur rund 100 Leute an, so dass wir uns nach nur knapp 30 Minuten auf der quälend langsamen Rutsche nach unten bewegen konnten. Geht doch. Aber von einem passablen Spaziergang abgesehen gab es dann doch noch ein kleines Highlight: In einem hinteren Teil des Parks konnte man Drachen selbst bemalen und zusammenbauen. Und dank Wind auch noch gleich austesten. Für nur 300 Yen pro Kind und Drachen.

Drachen bemalen

Drachen bemalen

Trotz all der Umstände werden wir auf jeden Fall wieder dorthin fahren. Schliesslich sind wir das obige schon mehr als gewohnt.

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McDonald’s oder: Wie man es in Japan nicht machen sollte

Januar 8th, 2015 | Tagged | 10 Kommentare | 1331 mal gelesen

250px-McDonald's_Golden_Arches.svgMcDonald’s scheint aus den Schlagzeilen nicht mehr herauszukommen – seit dem Sommer 2014 haben die Medien den Konzern auf dem Kieker. Im Juli vergangenen Jahres kam ans Licht, dass teilweise vergammeltes Fleisch verarbeitet wurde. Dieses kam wohl von einem Zulieferer aus China. Nun kam ans Licht, dass es in den vergangenen Monaten zu etlichen “Zwischenfällen” kam: Eine Frau fand in ihrer Pommes-Tüte einen menschlichen Zahn. Ein Kind verletzte sich im Mund, weil sich im Milchshake ein Plastiksplitter befand, der wohl von einer Maschine stammte. Ein anderer Kunde fand Drähte in seinem Bulettenbrötchen. Einem anderen Kunden grinste ein gebratener Laufkäfer aus dem Burger entgegen.

A propos Käfer: Peyoung (eine Marke der Firma Maruka Shokuhin) stand im Dezember 2014 ebenfalls wegen eines Käfers in den Nachrichten. Peyoung produziert “Yakisoba” Instantnudeln und man kann die Marke durchaus als Kultmarke verstehen: Jeder Japaner kennt sie, und die Instantnudeln haben schon vielen Millionen Japanern durch die endlos langen Arbeitstage geholfen. Ein Kunde fand nun in einer Packung einen toten Käfer. Punktum.

Was passierte nach diesen Vorfällen?

Die Geschäftsführerin von McDonald’s Japan, Sarah Casanova, hielt im Juli 2014 eine Pressekonferenz ab. Auf Englisch. Man verstehe die Sorgen der Kunden, und wolle alles tun, um das Vertrauen wieder herzustellen, erklärte sie dort ganz professionell und abgeklärt. Und schob dann noch hinterher, dass ja eigentlich keine Beweise vorlägen und deshalb niemandem sein Geld zurückerstattet wird. Das kam freilich nicht gut an.
Auch bei den jetzigen Vorfällen hielt man eine Pressekonferenz ab (dieses Mal schickte man jedoch japanische Stellvertreter). Auf die Frage hin, warum denn einige der Vorfälle – zum Beispiel die Verletzung des Kindes – nicht früher gemeldet wurden, erwiderte man schlicht, dass alles mit der Familie des Kindes geklärt wurde und das ganze sowieso ein Einzelfall sei.

Peyoung’s Reaktion auf den Vorfall fiel anders aus: Sofort rief man alle Waren aus den Supermärkten zurück und entschuldigte sich vielfach und aufrichtig. Die Webseite (siehe hier) zeigt auch noch Wochen nach dem Vorfall nur eins: Eine Entschuldigung bei den Kunden nebst Verbrauchertelefonnummer und einer Nachricht bezüglich finanzieller Rückerstattung. Nichts anderes – keine Werbung, kein Katalog, nichts.

Was bedeutet das? Peyoung weiss, wie Japan tickt. Das Resultat wird sein: Ein hoher finanzieller Verlust – anfangs. Und noch mehr treue Kunden (und Fans) – danach. Zeitweise wurden auf Yahoo! Japan Auction Peyoung-Instantnudeln für über 50 Euro die Packung (normaler Preis: rund 1 Euro) gehandelt. McDonald’s hingegen wird anfänglich keine grossen finanziellen Verluste einstecken müssen, aber man arbeitet scheinbar mit Hochdruck daran, die Marke in Japan ernsthaft zu beschädigen.

McDonald’s ist in Japan über alle Massen beliebt. Zum einen, weil es billig ist – für viele Produkte zahlt man nur 100 Yen, also nicht mal einen Euro. Zum anderen, weil McDonald’s mit ständig wechselnden (und für Kinder sehr, sehr attraktiven) Spielzeugen die junge Kundschaft lockt. Aber McDonald’s ist kein Selbstläufer – die Marke hatte schon einmal nach ein paar Skandalen stark zu kämpfen, und ich kenne mindestens zwei McDonald’s-Filialen, die in den vergangenen Wochen dichtmachten.

Interessant ist dabei der Vergleich zwischen Deutschland und Japan: In Deutschland erwirtschafteten 2013 1’440 Filialen einen Umsatz von 3.2 Milliarden Euro. In Japan hingegen erwirtschafteten 3’146 (!) Filialen einen Umsatz von lediglich knapp 2 Milliarden Euro. Die Strategie ist hernach ganz anders: Während McDonald’s in Deutschland schlichtweg zu teuer ist, ist McDonald’s in Japan das, was McDonald’s eigentlich ausmacht: Fast Food – das nicht viel Geld kostet.

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Blade Runner oder: Landeanflug auf Haneda

Januar 4th, 2015 | Tagged , , | 5 Kommentare | 1327 mal gelesen

Wer am Flughafen Narita landet, sieht normalerweise erstmal ein Flickenteppich aus Reisfeldern, kleinen Wäldern und Golfplätzen. Wer am Flughafen von Haneda in der Bucht von Tokyo landet, fliegt meistens eine grosse Kurve über die Boso-Halbinsel, an Disneyland vorbei, um dann von Norden her in Haneda zu landen. Seltener ist da der Anflug vom Süden her – jener führt an den Neulandgebieten von Yokohama und Kawasaki vorbei. Das bedeutet, man sieht erstmal nur eins: Industrie. So weit das Auge reicht. Leider ist bei dem Video unten der Flügel im Weg. Aber das Video, aufgenommen am 28. Dezember 2014, weist eine Besonderheit auf: Absolute Windstille. Das hat entsprechend ein bisschen was von Blade Runner.

Sicher, es gibt romantischere Anflüge auf Flughäfen. Andererseits kann man sich nicht beschweren: Japan ist nun mal eine Industrienation, und das wird hier eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Vor der ganzen Industrie sieht man – in der richtigen Jahreszeit zumindest – natürlich noch mehr – so man von Süden kommt, die Insel Ohshima zum Beispiel, oder den häufig rauchenden Vulkan der Insel 三宅島 Miyake-Jima:

Miyake-jima aus 10 km Höhe

Miyake-jima aus 10 km Höhe

Und da wäre natürlich auch der gute alte Fuji-san:

Fuji-san vom Flugzeug aus

Fuji-san vom Flugzeug aus

Fuji-san aus der Luft

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2014 – Ein Abgesang / Gesundes Neues Jahr!

Dezember 31st, 2014 | Tagged , | 11 Kommentare | 1408 mal gelesen

An dieser Stelle, traditionsgemäss, der obligatorische Jahresrückblick. Hier also ein kurzer Abriß des ablaufenden Jahres 2014:

Politik
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Stabilität hat Einzug gehalten in Japan – das bedeutet aber leider nichts allzu Positives: Die Liberaldemokraten sitzen fester im Sattel denn je, denn die Opposition ist so kraftlos, dass in baldiger Zukunft keine grossen Änderungen in Sicht sind. Das wusste Ministerpräsident Abe freilich, als er ziemlich plötzlich Neuwahlen einberief und diese auch erwartungsgemäss gewann. Der einzige Silberstreif am Horizont ist die Tatsache, dass die neue, ziemlich rechte Partei 次世代の党 – The Party for Future Generations ordentlich Federn gelassen hat. Aussenpolitisch hat sich dieses Jahr nicht allzu viel getan: Die Beziehungen zu Südkorea und der VR China sind nachwievor eher schlecht, und auch das wird sich so schnell nicht ändern.

Wirtschaft
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Am 1. April wurde die Mehrwertsteuer plangemäß von 5% auf 8% erhöht – dies war ein Teil der Abenomics genannten Wirtschaftspolitik. Die Steuererhöhung zeigte auch prompt Wirkung: Der Binnenhandel brach ein und die japanische Wirtschaft schrumpfte mehrere Prozentpunkte im 2. Quartal sowie leicht im 3. Quartal. Zudem stürzte der Yen regelrecht ab: Zahlte man vor einem Jahr noch rund 90 Yen pro Dollar, sind es heuer schon 120 Yen. Zudem wurde im Dezember die Bonitätsnote auf A1 gesenkt – Ausblick negativ. 2015 dürfte die japanische Wirtschaft für ein paar weitere Schlagzeilen gut sein. Ich befürchte nur, dass diese Schlagzeilen nicht unbedingt positiv sein werden.

Beruf
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Status: Unverändert. Das Jahr begann mit dem Umzug in ein neues Büro, und das war recht hektisch. Doch obwohl die japanische Wirtschaft schrumpft, haben wir es geschafft, zu wachsen. Seit diesem Jahr bin ich zudem Aktieninhaber der Firma – das motiviert freilich.

Tabibito nebst Familie wünscht ein gesundes neues Jahr 2015!

Tabibito nebst Familie wünscht ein gesundes neues Jahr 2015!

Familie
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Weiterhin Miete zahlen? Oder Nägel mit Köpfen machen? Diese Frage stellte ich mir – erneut – anfang des Jahres. Und befand, dass es wahrscheinlich besser ist, sich für letzteres zu entscheiden. Aus diversen Gründen zogen wir also im März nach über 8 Jahren in Urayasu (Chiba) um – nach Kawasaki (siehe hier). Wir bezahlen seitdem also keine Miete mehr – dafür aber monatliche Ratenzahlungen an die Bank. Soweit haben wir es jedenfalls nicht bereut: Ein Einfamilienhaus ist einfach viel besser, wenn man Kinder hat. A propos Kinder: Beide gedeihen, sind gesund und munter und haben die Umstellung recht gut verkraftet.

Reise
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Aufgrund des Umzuges war nicht übermässig viel Zeit, aber immerhin ging es (mal wieder) auf die Izu-Halbinsel, nach Yuzawa zum Skifahren, endlich auf die Insel Sado, nach Tsubame-Sanjō und Myōkō-Kōgen. Sowie über Weihnachten in Land #53 – Vietnam. Und das war quasi auch der krönende Abschluss des Jahres.

Blog +α
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Dieses Jahr gab es 77 neue Beiträge mit 504 Kommentaren. Das sind genauso viele Beiträge wie 2013 – aber wesentlich weniger Kommentare (2013 waren es rund 750 Kommentare). Das sollte einem Blogger freilich zu denken geben. Sind die Themen nicht spannend genug? Werden Leser zu wenig einbezogen? Fehlt es an Interaktion mit den Lesern? Vor allem die letzten beiden Fragen sind eindeutig mit “ja” zu beantworten, und leider muss hier Zeitmangel als Ausrede herhalten.

Insgesamt gab es rund 130,000 Seitenaufrufe dieses Jahr – das sind etwas weniger als 2013 (145,000). Die Verweildauer liegt bei 2.5 Minuten – weniger als im vergangenen Jahr (ebenfalls keine gute Nachricht). 2015 werde ich entsprechend versuchen, diesem Blog wieder etwas mehr Zuneigung zu geben. Der Japan-Blog ist übrigens nunmehr fast 9 Jahre alt und hat 860 Beiträge.

Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass ich mir mit dem Oktoberbeitrag Tag der Einheit – Aber bitte ohne Pöbel! eine Vorladung vom deutschen Botschafter einhandelte. Ach nein, keine Vorladung, sondern eine Einladung! So kam es dann Anfang Dezember zu einem tête-à-tête mit dem deutschen Botschafter in der Residenz des Selbigen in Tokyo – es war ein sehr interessantes Gespräch, von dem jedoch vieles nicht so ohne weiteres veröffentlicht werden kann, aber die Tatsache allein, dass sich der Botschafter persönlich mit Blogs als neues Nachrichtenmedium auseinandersetzt, gefiel mir persönlich.

Zum Abschluss bleibt mir nur, mich natürlich wieder herzlichst bei allen Lesern und Kommentatoren bedanken, und ich hoffe, Ihr bleibt mir auch im kommenden Jahr treu!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes Neues Jahr 2015, das Jahr des Schafes! Tapfer bleiben!

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Jenseits von Japan – Tabibito in Vietnam. Teil 1

Dezember 29th, 2014 | Tagged | 1 Kommentar | 996 mal gelesen

Weihnachtsferien – Reisezeit. Dieses Mal zog es uns also nach Vietnam. Mit Kind und Kegel. Erst die Franzosen, dann die Amerikaner – und jetzt meine Kinder. Vietnam hat es wirklich nicht leicht. Aber dieses Mal möchte ich aus Gründen grosser Müdigkeit auf einen ausführlichen Reisebericht verzichten und einfach mit Stichwörtern um mich werfen.

Vietnam Airlines
Mit dieser Fluglinie war ich zum ersten Mal unterwegs, und wir hatten keinen guten Start. Eigentlich sollten wir um 15:40 in Tokyo/Haneda losfliegen und 20:45 in Hanoi ankommen (es gibt zwei Stunden Zeitverschiebung zwischen Japan und Vietnam). Beim Check-in wies jedoch ein Schild darauf hin, das “wegen starken Windes” in Taipei zwischengelandet werden muss. Die Schalterdame war da auskunftsfreudiger: Es lag nicht am Wind, sondern daran, dass “vietnamesische Passagiere zu viel Gepäck hätten”. Statt 20:45 sollten wir nun gegen Mitternacht in Hanoi ankommen. Das ist nicht lustig, wenn man den Transfer zum Hotel bereits arrangiert hat und mit zwei kleinen Kindern unterwegs ist. Wir diskutierten ziemlich lange mit den Angestellten, und sie machten uns klar, dass wir nichts von Vietnam Airlines diesbezüglich erwarten könnten. Punkt. Kinder hin oder her – Vietnam Airlines war es völlig wurst, ob wir nach Mitternacht mit zwei kleinen Kindern im jott-weh-deh-Flughafen von Hanoi ankommen oder nicht und was dann aus uns wird.
Ende vom Lied: Wir schafften es in letzter Minute, den Transfer vom Flughafen zum Hotel auf Mitternacht zu legen. Wir waren dann sogar schon gegen zwei Uhr morgens im Hotel.

Verkehrswahnsinn in Hanoi

Verkehrswahnsinn in Hanoi

Hà Nội – Hanoi
Eine laute, vielschichtige, hektische Stadt – in der angenehmerweise die üblichen nagelneuen, komplett verglasten Wolkenkratzer fehlen. Wir verbrachten 5 Tage und 6 Nächte in der kleinen Altstadt und wussten schnell, wo sich was befindet. Sicher, die Luft ist nicht die beste. Der Verkehr ist dank der unendlich vielen Mopedfahrer einfach mörderisch – aber es macht auch Spass, die Stadt Stück für Stück zu ergründen. Schön ist es, dass alle Gassen in der Altstadt ihre eigene Bestimmung haben: Es gibt Strassen, in denen sich Spielzeugläden aneinanderreihen – in anderen gibt es nur Schuhe, oder nur Seide, oder nur Metallgegenstände… usw. usf.
Mit der Übernachtung hatten wir zum Glück die richtige Wahl getroffen – wir verbrachten 6 Nächte im Hanoi Charming 2 Hotel – eine kleine, aber feine Unterkunft in der Altstadt mit wirklich sehr hilfreichen und freundlichen Angestellten.

Trấn Quốc-Tempel in Hanoi

Trấn Quốc-Tempel in Hanoi

Ho Chi Minh-Mausoleum

Ho Chi Minh-Mausoleum

City View Cafe im Zentrum von Hanoi

City View Cafe im Zentrum von Hanoi

Lug & Trug & Bauernfang
Ich hatte viel darüber im Voraus gelesen: In Vietnam muss man aufpassen. Es war letztendlich weniger schlimm als erwartet, aber das liegt zum Teil auch daran, dass ich allerhand Erfahrung damit habe. Besonders auffällig sind die fliegenden Doughnut-Händlerinnen, die einem ein Stück Teigbällchen “for free! try it!” anbieten und danach unverschämte Preise verlangen. Keine besonders ausgeklügelte Strategie, aber die schiere Masse macht’s: Auf Schritt und Tritt kommen sie angerannt. Und das schlimmste (und das ging uns wirklich auf den Keks): Sie benutzen scheinbar gern die Kinder als Teil ihres Spiels, indem sie einfach den Kindern direkt etwas anbieten. Wie soll man einem 3-jährigen nun glaubhaft erklären, dass es sich hier nicht um eine nette Tante bittet, die einem aus purer Kinderliebe einen Snack in den Mund stopft? Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, muss hier besonders aufpassen.
Andere Masche: Fliegende Schuster. An einer Ampel ist es einfach geschehen: Plötzlich rammte jemand von hinten eine kleine Klebstoffampulle zwischen – zugegebenermassen leicht abgelöster – Sohle und Schuh. Und zog mir hernach in Null-Komma-Nix den Schuh aus, und begann ihn zu nähen und zu putzen. Nach 3 Minuten und zahlreichen Protesten war es vorbei. Was soll das denn nun kosten, fragte ich. “Nur 275,000 Dong!”. 11 Euro also. Ich erklärte ihm recht deutlich, was ich davon halte. Und er sagte dann “Na gut, 250,000 Dong”. Ich wurde etwas deutlicher, und er fragte, was ich bereit wäre zu zahlen. Nämlich 2 Euro. Nun war er entrüstet und spielte mit dem Schuhmachermesser in seiner Kiste. Also sagte ich ihm 4 Euro, des lieben Friedens willen, und dabei blieb es dann auch. Sicherlich, kein grosser Verlust. Aber wer hier nachgibt und alles bezahlt, macht es anderen Reisenden noch schwerer.

Rechnen üben mit Ding und Dong
In Vietnam bezahlt man in Dong. Oder wahlweise auch in Dollar. Da ich seit 10 Jahren in Japan lebe, rechne ich natürlich im Kopf nur noch in Yen – danach richtet sich heuer mein Kompass darüber, was billig und was teuer ist (ich weiss mittlerweile bei etlichen Dingen gar nicht mehr, was sie eigentlich in Deutschland / in Euro kosten würden). Beim Dong wird es dann schwer, denn 1 Yen = 175 Dong. Und während man in Vietnam wie in Europa mit Hundert/Tausend/Millionen rechnet, rechnet man in Japan mit Hundert (hyaku)/Tausend (sen)/Zehntausend (man)/100 Millionen (oku). Will heissen, selbst wenn man eigentlich recht gut im Kopfrechnen ist, erfordert es etwas Übung, einfach mal so im Kopf auszurechnen, wieviel Yen eigentlich “40 man dong” sind. Beim Euro ist es wesentlich einfacher – 1 Euro = 25,000 Dong. Also einfach 5 Nullen wegstreichen und mit 4 multiplizieren…

Taxigebühren einfach erklärt

Taxigebühren einfach erklärt

Vịnh Hạ Long – Halong-Bucht
Wer kennt sie nicht – die Bilder des während der letzten Eiszeit ertrunkenen Kegelkarstes im Golf von Tonkin. Quasi wie Guilin in China, nur im Wasser. 1,969 kleine und kleinste Kalksteininseln, die nicht selten mit 90 Grad steilen Wänden aus dem Wasser ragen. Das mussten wir uns natürlich ansehen, und wir entschieden uns für eine Tour, bei der man auf einem kleinen Hotelschiff durch die Inseln kurvt – und auf dem Schiff dann eben isst und übernachtet. Ich entschied mich letztendlich für die Dragon Legend Cruise von Indochina Junk (siehe hier) – und wir sollten es nicht bereuen. Ich war nie ein Freund von geführten Reisen und werde es nie sein, aber die Unterkunft war sehr gut und alle Angestellten wirklich sehr freundlich. Obwohl die Tour eigentlich nicht auf Familien mit Kindern zugeschnitten ist, kümmerten sich einige Angestellte wirklich rührend um die Kinder. Das Highlight aus meiner Sicht jedenfalls waren letztendlich zwei Kayak-Fahrten durch die windstille See rund um ein paar der kleinen Inseln.

Halong-Bucht

Halong-Bucht

Halong-Bucht

Halong-Bucht

Teil 2 folgt!

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Fliegende Sektflaschen und ein lohnender Ausblick

Dezember 21st, 2014 | Tagged , | 5 Kommentare | 1571 mal gelesen

Mangels echter Nachrichten habe ich mal ein bisschen auf meinem Handy gekramt, um zu schauen, was ich so in jüngster Zeit an Schnappschüssen gesammelt habe. Und siehe da, es fanden sich zwei interessante Aufnahmen. Zum einen wäre da das Werbeposter von Freixenet (ja, die haben vor ein paar Jahren den Sprung nach Japan gemacht). Das Poster als solches mag etwas unpassend in dieser Gegend sein, da man es hier nicht so hat mit dem “Prosit Neujahr – und jetzt lasst uns alle anstossen”. Von dieser Kleinigkeit mal abgesehen finde ich das Poster jedoch sehr gut gedacht – und vor allem gut umgesetzt. Von nahem sieht man schliesslich nur herumfliegende Sektflaschen – von weitem jedoch steht da jedoch tatsächlich etwas geschrieben. Auf einem Foto ist es allerdings leichter zu erkennen, was da steht – man bedenke, dass das Werbeposter in natura etliche Meter breit und hoch ist.

Freixenet-Werbung

Das zweite Foto habe ich vergangene Woche im Izumi Garden Tower in Roppongi aufgenommen. Dort besuche ich quasi jede Woche mindestens ein Mal einen Kunden. Um zu dessen Büro zu kommen, muss ich erstmal mit dem Shuttle-Fahrstuhl zum 24. Stock fahren und dort in einen anderen Fahrstuhl umsteigen. Auf der “Umsteigeetage” gibt es eine riesige Halle, komplett verglast, von der man natürlich einen famosen Ausblick auf die Stadt hat. Inklusive Mori Tower, Roppongi Midtown und, er darf nicht fehlen, den Fuji-san im Hintergrund. Wenn man von der Kulissen jedocn ein Foto machen möchte, muss man sich beeilen – denn auf der Etage haust ein uniformierter Blockwart, der sofort angerannt kommt, die Hände kreuzt und ruft “No photo! No”. Warum? Ich weiss es nicht.

izumi-garden-tower

In diesem Sinne möchte ich dann auch noch allen Lesern eine frohe Weihnacht wünschen. Ich werde mich in diesem Jahr sicherlich noch mit einem Jahresrückblick melden, aber bis dahin hoffe ich, dass jeder die Weihnachtsfeiertage gebührend geniesst!

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Liberaldemokraten gewinnen haushoch | Lausige Wahlbeteiligung

Dezember 15th, 2014 | Tagged , | 7 Kommentare | 2206 mal gelesen

Am Morgen hatte ich noch etwas Hoffnung: Auf Twitter und anderen sozialen Medien war einiges los in Sachen Wahlen, und als ich auf dem Weg zum Bäcker an einem Wahllokal vorbeifuhr, sah ich eine lange Schlange von Wählern und noch viel mehr Leute, die auf dem Weg zum Wahllokal waren. Könnte diese Wahl vielleicht doch noch eine Überraschung bergen?

Sie konnte nicht. Das Ergebnis war exakt genau so vorhersehbar. Die Wahlbeteiligung ist eine Schande für eine Demokratie: Gerade mal 52,6% der Bürger waren wählen (bei Huffingtonpost.jp gibt es eine schöne Übersicht darüber, wie hoch die Wahlbeteiligung in den einzelnen Präfekturen war) – das sind mehr als 6% weniger als bei der Parlamentswahl 2012 (und die Wahlbeteiligung bei jener Wahl war bereits die schlechteste seit dem 2. Weltkrieg!). 475 Sitze waren zu vergeben – beim jetzigen Stand (1 Uhr morgens) sind nur noch 9 Sitze nicht ausgezählt. Die regierenden Liberaldemokraten kommen mit ihrem Juniorpartner, der Komeito, soweit auf 319 Sitze (vor der Wahl waren es 325), die stärkste Oppositionspartei – die vor 2012 regierenden Demokraten – kommen demnach auf ganze 71 Sitze. Das sind immerhin 9 mehr als vor der Wahl. Die Kommunisten kommen auf 20 (vorher 8 Sitze), und die 次世代の党 – The Party for Future Generations des ehemaligen Gouverneurs von Tokyo, Ishihara, sowie Hashimoto, Statthalter von Osaka, wurde abgestraft: Vorher hatte sie 19 Sitze, jetzt nur noch 2. Anders gesagt – die Regierungskoalition bestätigt ihre satte Zwei-Drittel-Mehrheit.

Abe darf also weiter dabei beobachtet werden, wie er an der Wirtschaft und der japanischen Verfassung herumdoktert. Und er kann sich durch das Ergebnis bestätigt fühlen. Auch wenn es ihm hoffentlich zu denken gibt, dass sich gerade mal die Hälfte der Bevölkerung überhaupt dafür zu interessieren scheint.

In diesem Sinne kann man ganz getrost die Wahl mit 4 Wörtern beschreiben: Ausser Spesen nichts gewesen.

Die aktuellen Ergebnisse – mit Graphiken – sieht man bei NHK.

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