Friedensnobelpreisträchtige Verfassung

April 15th, 2014 | Tagged , | 2 Kommentare | 1233 mal gelesen

peacemedalDer Weltklimarat hat ihn erhalten. Die EU auch. Im vergangenen Jahr war es die Organisation für das Verbot chemischer Waffen: Den Friedensnobelpreis. Jener wird als Auszeichnung für besondere Verdienste in der Friedensarbeit verliehen, und bekanntermassen müssen das nicht unbedingt Personen sein.

Japan hat seit 1946 eine in der Welt recht ungewöhnliche Verfassung. Zusammen mit den Amerikanern arbeitete man eine Verfassung mit Pazifismusklausel aus. Von den Kritikern wird hindes betont, dass eben diese Verfassung von den Siegern aufoktroyiert wurde und nicht dem japanischen Geist entspricht. In erster Linie geht es um Kapitel 2, Artikel 9:

1. In aufrichtigem Streben nach einem auf Gerechtigkeit und Ordnung gegründeten internationalen Frieden verzichtet das japanische Volk für alle Zeiten auf den Krieg als ein souveränes Recht der Nation und auf die Androhung oder Ausübung von Gewalt als Mittel zur Beilegung internationaler Streitigkeiten.

2. Um das Ziel des vorhergehenden Absatzes zu erreichen, werden keine Land-, See- und Luftstreitkräfte oder sonstige Kriegsmittel unterhalten. Ein Recht des Staates zur Kriegsführung wird nicht anerkannt.

Nun ist dieser Artikel wie überall in der Juristerei Auslegungssache, denn zwar werden Streitkräfte explizit verboten — aber Japan verfügt seit geraumer Zeit über eine technisch gut ausgerüstete Armee, die sich freilich so nicht nennen darf, und deshalb “Selbstverteidigungsstreitkräfte” genannt wird.

Nun gibt es seit geraumer Zeit Bestrebungen seitens der Politik, den Artikel 9 zu ändern. Und man ist diesem Unterfangen näher denn je, denn die jetzige Regierung hat die Oberhand in beiden Parlamenten und ist definitiv dem rechten Lager zugeneigt beziehungsweise zugehörig. Aus dieser Situation heraus wurde die Idee geboren, Artikel 9 der japanischen Verfassung für den Friedensnobelpreis zu nominieren. Warum auch nicht — es ist schon beachtlich, dass diese Verfassung gerade in Ostasien nun schon fast 70 Jahre bestand hat. Und ich stelle mir nichts Genüßlicheres vor, als dem jetzigen Ministerpräsidenten Shinzō Abe dabei zuzusehen, wie er mit süßsaurem Lächeln in Stockholm den Friedensnobelpreis entgegennimmt. Eine Änderung des Artikels wäre danach freilich noch immer möglich — aber gewiss der Bevölkerung schwerer zu vermitteln.

Allzu viel Hoffnung mache ich mir nicht: Dieses Jahr gab es 278 Vorschläge für Friedensnobelpreiskandidaten. Im März wurden daraus eine Anzahl von Vorschlägen herausgesiebt für die “nächste Runde”. Darunter auch Artikel 9 der japanischen Verfassung. Jetzt muss sich dieser Vorschlag bis Oktober gegen andere Kandidaten behaupten – so zum Beispiel gegen Papst Franziskus, Edward Snowden, die Bewohner von Lampedusa und… hört, hört! Wladimir Putin. Aber die Idee ist es trotz allem wert, verfolgt zu werden, und so folge ich gern dem Aufruf eines guten Geschäftsfreundes, die Kunde der Nominierung zu verbreiten.

Wer mehr darüber wissen will – oder gar die Sache unterstützen will, kann das gern bei Change.org tun: Siehe hier. Momentan sind es knapp 30,000 Unterstützer, das Ziel sind 100,000.

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Störfaktor Handymensch

April 11th, 2014 | Tagged , | 3 Kommentare | 1629 mal gelesen

Docomo, einer der drei großen Mobilfunkanbieter in Japan, hat vor kurzem ein lehrreiches Video unters Volk gebracht, und das Video verbreitet sich momentan sehr schnell. Es geht darum, was passieren kann, wenn man durch die Landschaft läuft und dabei nur auf sein Handy schaut. Die Simulation zeigt im Konkreten, was passiert, wenn 1,500 Menschen gleichzeitig die berühmte “Scramble”-Kreuzung in Shibuya überqueren und alle dabei aufs Handy starren. Das Resultat der Simulation, basierend auf das stark eingeengte Blickfeld der Passanten, besagt, dass nur ein Drittel unbeschadet die Kreuzung rechtzeitig überqueren kann – der Rest ist entweder zu langsam oder stößt mit anderen Passanten (über 400 Mal) zusammen.
Soweit ist die Simulation gar nicht von der Realität entfernt. Seit meinem Umzug steige ich ebenfalls in Shibuya zu besten Berufsverkehrszeiten um. Dabei passiere ich unzählige Treppen und enge Gänge, und die Hälfte der Mitmenschen durchläuft den Parcours dabei mit der Funke in den Griffeln: Entweder, um etwas zu lesen, zu schreiben oder Fernsehen zu schauen. Viele scheinen dabei wirklich nach der Methode “die anderen werden schon um mich herumlaufen” vorzugehen, doch irgendwann ist die kritische Masse erreicht – dann gibt es zu viele Handyjunkies und keiner passt mehr auf. Die Tatsache, dass die besagten Menschen natürlich wesentlich langsamer sind als der Rest, macht mich dabei jedes Mal rasend. Dazu noch Naglfar in voller Lautstärke durch die Kopfhörer pusten, und schon erreicht man eine Betriebstemperatur, die für die nächsten 10 Stunden im Büro reicht.
Natürlich lassen manche Zeitgenossen ihrer Aggressivität freien Lauf. Dazu zählt Bloggerkollege Coolio, dazu zählen natürlich auch einige Japaner. Auch ich habe nach dem 20sten Homo Mobilfunkensis keine Lust mehr auf’s Ausweichen und stelle mich stur. Aah, Shibuya. Das exakte Gegenteil eines Spaziergangs durch den Wald! Aber hier nun das Video:




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Okamoto Tarō

April 8th, 2014 | Tagged , | 1 Kommentar | 1448 mal gelesen

Okamoto Taro: Sonnenturm in Osaka)

Okamoto Taro: Sonnenturm in Osaka)

Meine neue, alte Heimat kann mit zwei kulturell wertvollen Dingen aufwarten. Das ist mehr als vorher: Vorher gab es nur Disneyland, und nichts anderes. Und so unterhaltsam Disneyland sein mag — als kulturell wertvoll würde ich es nicht unbedingt bezeichnen. Hier, im Westen von Kawasaki, gibt es jedoch zwei interessante Museen. Da wäre zum einen das 藤子・F・不二雄ミュージアム (Fujiko F Fujio-Museum), gewidmet dem Schöpfer von Doraemon, der in Japan allseits beliebten, blauen Katze aus dem Weltall. Das Museum zieht immerhin rund eine Million Besucher pro Jahr an und steht hier aus gutem Grund: Fujio wurde in der Gegend geboren, und die ersten Folgen von Doraemon spielen quasi in meiner Nachbarschaft. Die sich seitdem allerdings grundlegend geändert hat. Wo sich früher Bambushaine und Reisfelder abwechselten, ist heute alles regelrecht zersiedelt. Verdammte Zuwanderer…

Ein weiteres Museum ist 岡本太郎 Okamoto Tarō gewidmet — seines Zeichens einer der bekanntesten, darstellenden Künstler der Gegenwart in Japan. Okamoto wurde 1911 in Kawasaki geboren und zog mit 18 Jahren nach Frankreich, wo er 11 Jahre lang blieb. Die deutsche Fotografin Gerda Taro lernte ihn damals kennen, und die Begegnung schien eindrucksvoll zu sein: Sie “lieh” sich seinen Vornamen und machte ihn zum eigenen Nachnamen. Dabei ist “Taro” in Japan das, was in Deutschland “Hans” ist – wobei “Taro” noch immer relativ beliebt ist. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Paris ging Okamoto nach Japan zurück, wo ihm der Militärdienst nicht erspart blieb. Er wurde an die Front nach China geschickt und blieb dort schliesslich nach Kriegsende ein halbes Jahr als Kriegsgefangener.

Okamoto Tarō: Mütterturm - in Ikuta, Kawasaki

Okamoto Tarō: Mütterturm – in Ikuta, Kawasaki

Danach widmete sich Okamoto ganz der Kunst. Er baute ein Atelier in Tokyo auf, verfasste ein Lehrbuch über zeitgenössische Kunst und verdiente sich als Skulpteur. Er interessierte sich vor allem für die jahrtausende alte Kunst der Jōmon-Zeit sowie für die schlichte Kunst von Okinawa. 1970 wurde er damit beauftragt, für die Expo in Ōsaka eine Skulptur zu schaffen, die an Picassos Bilder erinnert. Und so entstand seine wohl bekannteste Skulptur: Der 太陽の塔 taiyō-no-tō Sonnenturm, der auch heute nichts an seiner Ausstrahlung verloren hat.

Das Museum in Ikuta, Kawasaki, ist wunderschön in einem kleinen Tal gelegen und wartet mit einer großen Skulptur und vielen kleineren Exponaten auf. Die grosse Skulptur nennt sich 母の塔 haha-no-tō – Mütterturm. Ja, er hatte es mit Türmen.

Als mit rund 80 Jahren die Schaffenskraft nachliess, entschied Okamoto, dass die meisten seiner Kunstwerke an die Stadt Kawasaki übergehen sollen. Und so entstand die Idee, im ein Museum zu widmen. Mi 84 Jahren, im Jahr 1996, starb Okamoto.

Persönlich gefallen mir Okamoto’s Kunstwerke – sie bieten eine eigenartige Melange aus sehr alten und sehr modernen Kunstformen, sind leicht verspielt und regen die Phantasie an.

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Endlich: Größter Yakuza-Clan hat eigene Webseite!

April 3rd, 2014 | Tagged | 3 Kommentare | 2331 mal gelesen

Offizielle Webseite des Yamaguchi-Clans

Offizielle Webseite des Yamaguchi-Clans

Nein, der erste April war gestern. Es ist also kein Scherz: 山口組 Yamaguchi-gumi, Japans größter Yakuza-clan, hat eine eigene Webseite. Nun könnte man vermuten, die Domain lautet yamaguchigumi.com oder so, aber nein: Die Webseite ist unter dem klangvollen, einprägsamen Domainnamen http://zenkokumayakubokumetsudoumei.com/ erreichbar. Und die erste Nachricht, die einem ins Auge springt: 麻薬追放国土浄化同盟 Mayaku Tsuihō Kokudo Jōka Dōmei – Verband zur Verbannung von Drogen und der Reinigung des Landes. Sieh an, sieh an! Was findet man dort? Ein paar YouTube-Videos und Fotos, darunter von Taoka Kazuo, dem späten, dritten Clanchef. Interessant ist unter anderem die Seite über Aktivitäten: So wird hier darüber berichtet, wie der Clan zu Halloween (!) Süßigkeiten an die lieben Kleinen in der Nachbarschaft verteilte. Das ist doch mal eine Schlagzeile: “Yakuza feiert Halloween mit Kindern!”. Würde mir ein Bandenmitglied “Trick or Treat” entgegenbrüllen, würde ich aber ganz flink ganz viel Schokolade rüberwachsen lassen, so viel steht fest.

Wozu eine Webseite? Japan hat in den vergangenen Jahren die Daumenschrauben angezogen. So müssen Firmen und Geschäfte seit einiger Zeit Compliance-Dokumente einreichen bzw. unterzeichnen, in denen sie erklären, nichts mit den Yakuza zu tun zu haben. Wobei der Begriff “Yakuza” natürlich nicht verwendet wird, da das Wort selbst verklärend wirken könnte. Neusprech ist das Wort 暴力団 – Gewalttätige Bande, aber jeder weiss, was gemeint ist. Nun versuchen Yakuza schon seit langem, auch mit (semi)legalen Geschäften Geld zu verdienen. Sowie vom schlechten Image wegzukommen, und die Webseite scheint ein Versuch dazu zu sein. Man kann die Seite natürlich standesgemäß “liken”, und das tun einige auch. Der Polizei mag das die Arbeit erleichtern, kann sie doch so relativ einfach herausfinden, wer was damit zu tun haben könnte. Schaut man sich das Video vom Neujahrstempelbesuch des 6. Clanchefs an, muss man am Ende etwas schmunzeln. Im Abspann steht unter “Produktion & Bearbeitung” kein Name, sondern einfach nur “Projekt Team”.

Nun gut. Drogen aus dem Land zu verbannen ist keine schlechte Idee. Was die Yakuza aber sonst noch so alles in diesen Tagen treibt, wird aus der Seite nicht ersichtlich. Aber irgendwoher wird das Geld für die Süßigkeiten zu Halloween schon kommen.

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Iwao Hakamada oder das lebende Plädoyer gegen die Todesstrafe

März 31st, 2014 | Tagged , | 7 Kommentare | 2921 mal gelesen

In der vergangenen Woche machte ein alter Mann die Schlagzeilen, der nur noch mühsam gehen und sprechen kann: Iwao Hakamada, geboren 1936 in Shizuoka und damit 78 Jahre alt. Vor 48 Jahren war er das Gegenteil dessen, was er heute verkörpert: Er war ein Profiboxer. Heute hält er jedoch einen vom Guinnessbuch der Rekorde zertifizierten, traurigen Rekord: Niemand sass länger in der Todeszelle als er. Genau – 48 Jahre lang. In der vergangenen Woche entschied das Gericht, nach zahlreichen erfolglosen Anläufen zuvor, dass der Fall wieder neu verhandelt werden – und der Angeklagte bis dahin freigelassen werden muss.

Hakamada arbeitete nach Karriereende in einer Miso-Fabrik. 1966 brannte das Haus einer seiner Vorgesetzten nieder, und nach eigenen Angaben versuchte Hakamada, das Feuer zu löschen. Nach dem Brand fand man die Familie des Vorgesetzten – Mann, Frau und zwei Kinder – erstochen in der Ruine. Und es fehlte eine grosse Menge Geld. Umgehend wurde Hakamada festgenommen. Und es begann eine Tortur. Angeblich wurde er 264 Stunden lang verhört, oftmals 16 Stunden am Tag, 23 Tage lang. Das reichte anscheinend aus, ihn zu brechen: Er gestand die Tat. Aber er widerrief sein Geständnis vor Gericht. Doch die Polizei präsentierte ein Pyjama des Verdächtigen, mit Blutflecken der Opfer. Drei Richter verurteilten in 1968 zu Tode.

Da sass Hakamada also in der Todeszelle. In Japan bedeutet dies verschärfte Einzelhaft, nur sehr wenige Besuche und absolute Ungewissheit: Weder der Todeskandidat noch seine Familie oder Anwälte erfahren, wann die Hinrichtung stattfindet. Dies kann ein paar Monate oder ein paar Jahrzehnte nach der Urteilsverkündigung geschehen. Nur wenige Stunden vor der Hinrichtung wird der Todeskandidat eingeweiht.

Es gab etliche Versuche, den Fall wieder aufzurollen. Einer der drei Richter, Kumamoto, trat 2007 an die Öffentlichkeit und erklärte, dass an dem Fall wahrscheinlich etwas faul war. Und doch dauerte es bis 2014, bis endlich erneut verhandelt wurde. Dieses Mal mit einer DNA-Analyse, die nahezu zweifelsfrei feststellte, dass Hakamada mit dem einzigen Beweisstück nichts zu tun hat – sehr wahrscheinlich wurde dieses von der Polizei gefälscht.

Allein 2013 wurden in Japan acht Gefangene exekutiert. Hakamada hat die lange Einzelhaft mürbe gemacht. In den letzten Jahren wurden fast alle Besuche nicht genehmigt – das betraf vor allem seine ältere Schwester, die in all den Jahrzehnten immer zu ihm stand. Nun ist er also “draußen”, in einem Zeitalter, in dem er sich nur schwer zurechtfinden dürfte. Gebrochen, mit Diabetes und psychischen Schäden. Ob er jemals wieder froh wird? Man darf es bezweifeln. Dieser Fall zeigt deutlich, warum die Todesstrafe – ob in Japan oder anderswo – abgeschafft gehört. Und dass die japanische Art und Weise, Todeskandidaten zu behandeln, einfach unmenschlich ist. Sicher, der Großteil der Japaner unterstützt die Todesstrafe. Ist es deshalb richtig, als Außenstehender die Abschaffung zu verlangen? Unbedingt. Der Großteil der deutschen Bevölkerung stand auch hinter den Nazis. Das bedeutet jedoch nicht, dass das, was die Nazis gemacht haben, richtig war. Eine etwas brutale Analogie, vielleicht, aber bloss weil die öffentliche Meinung nach dem Galgen verlangt, muss das noch lange nicht heissen, dass dies legitim ist.

Dieser Fall kennt eigentlich nur Verlierer: Hakamada, seine Familie, das japanische Justizsystem, die Polizei – keiner hat etwas gewonnen. Aber es kennt einen Helden: Kumamoto, dessen späte Reue dafür gesorgt hat, dass der Fall wieder in die Öffentlichkeit rückte. Er hätte genauso gut schweigen können, aber er trat an die Öffentlichkeit, weil ihn sein Gewissen plagte. Und natürlich Hakamada’s Schwester, die all die Jahrzehnte zu ihm gehalten hat.

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Wissenschaftskrimi live

März 26th, 2014 | Tagged | 6 Kommentare | 2764 mal gelesen

Obokata bei der Arbeit. Photo von 伊藤壽一郎, veröffentlicht hier: http://bizmakoto.jp/makoto/articles/1401/30/news037.html

Obokata bei der Arbeit. Photo von 伊藤壽一郎, veröffentlicht hier

In Japan kann man zur Zeit einen echten Wissenschaftskrimi live verfolgen, denn die Medien haben Geschmack daran gefunden und so geistert die Geschichte durch alle Zeitungen und Kanäle. Es geht um sogenannte STAP-Zellen – und es ist gut, dass es diese Abkürzung gibt, denn den vollen Namen merkt man sich so leicht nicht: Stimulus-triggered acquisition of pluripotency cell. Als Laie würde ich mal fast behaupten, STAP-Zellen sind in der Biochemie das, was in der Physik lange Zeit das Higgs-Teilchen war: Man vermutet, dass es so etwas gibt, aber gefunden hat man es noch nicht. Gut, das Higgs-Teilchen wurde nun endlich gefunden, und die Stammzellforscherin Haruko Obokata vom renommierten RIKEN-Forschungszentrum gab an, STAP-Zellen hergestellt zu haben. Ach so: STAP-Zellen sind Stammzellen, die man aus ganz normalen, bereits spezialisierten Zellen gewinnt, indem man sie auf die eine oder andere Weise (Druck, Chemikalien usw.) Stress aussetzt. Würde dies tatsächlich gelingen, wäre dies auf jeden Fall eine Sensation, denn momentan ist es noch sehr schwierig und kostspielig, echte Stammzellen zu gewinnen. Könnte man körpereigene Stammzellen dadurch gewinnen, dass man sein eigenes Haar sagen wir mal bei 48 Grad in 0.5%iger Salpetersäure unter UV-Licht eine Minute liegen läßt, würde dies die Medizin revolutionieren.

Obokata’s Forschungsergebnisse brachten es bis in das wohl bekannteste Wissenschaftsmagazin Nature, doch dann kam Teruhiko Wakayama, einer der Mitautoren, und zog die Bremse: Die Artikel sollten zurückgezogen werden, da es zu viele Ungereimtheiten gäbe. Es begann ein Streit vor der entzückten Presse. Hier die 30-jährige, gut aussehende Stammzellforscherin, da der schon etwas ältere Wissenschaftler im Schlabberlook. Wer hat recht? Es scheint wohl wirklich sehr viele Ungereimtheiten zu geben. Zumal es niemandem auch nur annähernd gelungen ist, das Experiment, das zur Entstehung von STAP-Zellen geführt haben soll, zu wiederholen. Heute wurde auch noch veröffentlich, dass die Zellproben, die im Forschungsbericht analysiert wurden, von Mäusen stammten, die gar nicht am Experiment beteiligt waren.

Sehr merkwürdig, das Ganze. Was mich jedoch verblüffte, war die Darstellung der Forscherin in den Medien: Da stand sie, mit wallender Mähne und ohne Handschuhe im Biochemielabor. Ich hatte ein Mal das Vergnügen, ein Labor von innen zu sehen, in dem DNA und andere Sachen erforscht wurden. Da war nichts mit nackten Händen und wallenden Haaren – zu gefährlich. Die in solchen Laboren zum Einfärben von DNA verwendete Chemikalie Ethidiumbromid zum Beispiel durchdringt in wenigen Sekunden sogar ganz normale Latexhandschuhe – von nackter Haut mal ganz zu schweigen.

Natürlich würde ich der Forscherin den Erfolg gönnen. Aber das ganze mutet schon sehr merkwürdig an…

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Der Alltag, gesteuert von Müll / Aggressive Zeitungsdrücker

März 22nd, 2014 | 14 Kommentare | 4037 mal gelesen

Müllfahrplan

Müllfahrplan

Der Umzug ist endlich vollbracht — der zweite innerhalb von zwei Monaten (zuerst die Firma, dann die Familie) — und so viel ist klar: Ich habe genug von Umzügen. Definitiv. Der gestrige Umzug lief mehr oder weniger glatt von der Bühne und war nach immerhin 9 Stunden zu Ende. Nun gut, es regnete in Strömen, und die Umzugswagen steckten eine Weile im Stau fest, aber letztendlich ist alles da, wo es sein soll, und es ist soweit auch alles heil. Der Mensch, der verantwortlich dafür war, die Sachen aus dem Auto zu liften, hatte einen schlechten Fuß und war schon ziemlich alt. Von den anderen 3 Arbeitern waren zwei reichlich schwach auf der Brust, so dass letztendlich ein Einziger das meiste alleine machte. Wäre ich er, würde ich wahrscheinlich am Ende des Tages den anderen dreien kräftig in die … aber lassen wir das. Ich arbeite gottseidank in einer anderen Branche. Ein paar Halogenlampen überlebten den Umzug nicht, aber ansonsten…

Heute musste ich mich also erstmal erkundigen, wie das denn so mit dem Müll so läuft. In Urayasu, meinem bisherigen Wohnort, durfte man nur ganz bestimmte Mülltüten für brennbaren (rot) und nicht brennbaren Müll (blau) benutzen: Diese waren ziemlich teuer und man konnte sie nur in Urayasu kaufen. Mit dem Preis entrichtete man quasi eine Müllgebühr an die Stadt. Brennbaren Müll konnte man Dienstags, Donnerstags und Sonnabend rausstellen zum abholen. Pappe und Papier Sonnabends. Dosen, Flaschen und anderen kleinen, nicht brennbaren Müll am Mittwoch. Größeren Müll nur nach Vereinbarung und nachdem man “Müllmarken” von der Stadt gekauft hat. Beispiel: Um einen kleinen Klappstuhl wegzuwerfen, bezahlt man 400 Yen (3 Euro momentan). Und so weiter.

Offensichtlich müssen wir hier in Kawasaki ein paar Angewohnheiten umstellen, und das ist erfahrungsgemäß gar nicht so einfach. Hier brauchen wir interessanterweise keine besonderen Mülltüten — alles geht, so lange die Tüte zumindest halbdurchsichtig ist. Hier fliegt also normaler Müll nur zwei Mal pro Woche raus: Montags und Donnerstags. Flaschen, Dosen und, sie mal einer an, Batterien, werden Dienstags abgeholt. In meinem vorherigen Wohnort durfte man Batterien nur im Rathaus entsorgen. Dort, wo ich arbeite, werden wir angehalten, Batterien zusammen mit all dem anderen Müll wegzuwerfen. Freitag hier: Recyclebare Plastikverpackungen. Das ist ebenfalls anders als im vorherigen Wohnort: Dort konnte man diesen Müll nur bei einer handvoll hier und da aufgestellter Container wegwerfen. Das einzige, was sich nicht ändert, ist der Samstag: “Mixed Paper”.

Schauen wir mal auf das Kleingedruckte: “Bitte den Müll bis 8 Uhr morgens am Einsammeltag nach draussen stellen”. Und danach: “Bitte nicht Müll nach dem Einsammeln rausstellen – und nicht nachts rausstellen”. Das finde ich jedes Mal toll: Der Alltag soll also vom Müll bestimmt werden. Konkretes Beispiel: Meine Arbeit beginnt um 10 Uhr morgens. Das ist gar nicht so selten — in Japan beginnt man in der Regel später zu arbeiten als in Deutschland. Dafür bleibt man entsprechend bis früher oder später am Abend am Arbeitsplatz. Da ich um 10 beginne und alles in allem eine knappe Stunde bis zum Arbeitsplatz brauche (das ist sogar relativ kurz), stehe ich kurz nach 8 Uhr auf. Wann also soll ich meinen Müll nach draussen bringen? Auf dem Weg zur Arbeit? Zu spät. In der Nacht, wenn ich nach Hause komme? Verboten. Oder soll ich morgens um 7 Uhr aufstehen, den Müll rausbringen und weiterschlafen? Ich weiss es nicht. An meinem vorherigen Wohnort war es okay: Der Müllwagen kam letztendlich gegen 9 Uhr vorbei, so dass ich morgens den Müll rausstellen konnte. Wie es hier ist, weiss ich nicht.

Es dauerte gestern keine halbe Stunde, nachdem wir eingezogen waren, als ein Mann bei uns vorbeikam: Er gehörte zur Drückerkolonne der “Yomiuri Shimbun” – eine der größten Tageszeitungen Japans. Ich war gerade beschäftigt – welch Wunder mitten im Umzug – also sprach meine Frau mit ihm. Sein “Spiel” (hier als englisches Wort gemeint!): “Mein Vorgesetzter ist neulich auch in diese Anlage gezogen. Um eine gute Nachbarschaft zu gewährleisten, bitte ich sie, ein kostenloses 3-Monats-Abo zu akzeptieren.” Meine Frau dankte herzlich und sagte, für so etwas haben wir gerade keine Zeit, und der Mann reagierte recht erbost und wanderte sofort ab.

Das klingt unspektakulär, aber diese Art und Weise, ein Zeitungsabo zu verkaufen, ist mehr als dreist. Letztendlich ist es eher eine Drohung: “Wenn Ihr das Abo nicht akzeptiert, macht Euch der Nachbar die Hölle heiß”. Dem sehe ich gelassen entgegen. Von den 11 Häusern hier wurden soweit nur 3 verkauft, da die Häuser gerade erst fertiggestellt wurden. Und ob die anderen beiden Besitzer wirklich für Yomiuri arbeiten, wage ich zu bezweifeln. Wir werden es schnell herausfinden. Ausserdem gehört die Yomiuri arbeitstechnisch zu unseren Kunden, und ich habe entsprechend eine guten Draht nach oben.
Nun ist die Yomiuri eine akzeptable Zeitung. Es gibt bessere, es gibt auch viele Schlechtere. Aber deren Drückerkolonnen haben einen ziemlich schlechten Ruf – bei denen wird nicht selten mit Drohungen gearbeitet. Das geht zumindest in unserem Fall definitiv nach hinten los. Und ich hoffe, der Mann kommt wieder und ich bin dann zu Hause. Dann wird es ein interessantes Gespräch unter vier Augen geben.

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Umzug oder – back to the roots

März 16th, 2014 | Tagged | 19 Kommentare | 3343 mal gelesen

umzug-nach-kanagawa

Umzug von Urayasu nach Kawasaki

Nach neun Jahren in Urayasu in der Präfektur Chiba ist es am kommenden Donnerstag soweit: Umzug. Der letzte Umzug liegt 4 Jahre zurück, und die Entfernung betrug damals gerade mal 50 Meter. Dieses Mal ist es etwas weiter: Rund 40 km. Es zieht uns in die Präfektur Kanagawa, beziehungsweise in den Westen der Stadt Kawasaki. Je näher der Umzug, desto sentimentaler wird man: Wir haben hier viele Freunde und Bekannte. Andererseits – 40 km sind nicht die Welt, und wir werden uns schon einleben. Die neue Ortswahl ist kein gänzlicher Zufall: Von 1998 bis 1999 hatte ich in der neuen Heimat schon einmal gelebt (und damals für halbwegs wohnbar befunden).

Was ich vermissen werde: Unsere Nachbarn (Fischhändler mit 3 Generationen unter einem Dach), sehr viele Freunde und Bekannte, die Nähe zum Meer, die unzähligen Parks. Den Wahnsinn am Bahnhof Disneyland jeden Abend und jeden Morgen. Den Blick vom Balkon direkt zum Tokyo Sky Tree.

Was ich nicht vermissen werde: Die riesengrossen Strommasten vor unserem Haus. Die Tatsache, das alles, aber auch wirklich alles, neu ist. Das Fehlen selbst winzigster Erhebungen. Die jetzige Wohnung an sich, in der im Winter das Wasser an den Scheiben nur so runterläuft (innen, natürlich!). Und die Tatsache, dass die Stadt bei Erdbeben einfach mal keine guten Karten hat.

Der Umzug wird eine Umstellung: Schliesslich muss meine Tochter die Schule wechseln. Aber besser jetzt, nach dem ersten Schuljahr, als ein paar Jahre später.

Zum Thema vielleicht später etwas mehr, aber eine Lektion möchte ich noch an die Leser mitgeben: So möglich, zieht nicht Ende März um! Da die Schule in Japan im April beginnt (und in vielen Firmen auch das fiskale Jahr), siedeln sehr viele Firmen ihre Mitarbeiter (nebst Familien) Ende März um. Sprich: Umzüge sind in dieser Zeit des Jahres um ein vielfaches teurer als sonst.

Unter ferner liefen angemerkt: Dies ist mein zweiter Umzug dieses Jahr, da ich im Januar bereits die Firma umgesiedelt habe. Das reicht für die nächsten Jahrzehnte in Sachen Umzug…

Wegen des Umzuges sind bereits ein paar Tage draufgegangen. Der Sonntag wird nicht anders sein: Zur neuen Behausung fahren, Gas anschliessen lassen, Klimaanlage liefern und anschliessen lassen, Gardinenstangen und Gardinen anbringen usw.

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Drei Jahre danach und …

März 13th, 2014 | Tagged , , | 1 Kommentar | 1100 mal gelesen

Mit etwas Verspätung möchte ich nun auch meinen Senf zum 3. Jahrestag der Erdbeben-Tsunami-AKW-Katastrophe hinzugeben. Im japanischen Fernsehen liefen zum Anlass verschiedene Dokumentationen beziehungsweise Momentaufnahmen, die einige interessante bis erschütternde Tatsachen ans Licht brachten.

Dazu gehört die Lage in den Katastrophengebieten schlechthin. Man war sehr flink beim Aufräumen – das muss man einräumen. Ein großer Teil des Schutts war bereits nach einem Jahr verschwunden, und noch viel mehr im Jahr danach. Doch was passierte danach? Leider nicht viel. Mit Quellen kann ich leider nicht aufwarten, aber es wurde zum Beispiel erwähnt, dass

- Nur 4% der Bewohner, die weiter oberhalb des Meeresspiegels angesiedelt werden müssten, auch wirklich umgesiedelt wurden
- Nur 2% der wirklich neu zu bauenden Wohnhäuser gebaut wurden
- 0% der die Tsunamigefahr Rechnung tragenden neuen Flächennutzungsplanung abgeschlossen sind.

Will heissen: Orte wie Minamisanriku oder Ōtsuchi, die quasi komplett zerstört wurden, sind zwar aufgeräumt, aber: Was bleibt ist eine unbewohnte Ödnis, und man weiss nicht, was daraus werden soll.
Mangelt es an Geld? Eher nicht. Es ist genug Geld zum Wiederaufbau verhanden – sogar so viel, dass selbst abwegige, weit entfernte Projekte Geld im Gießkannenverfahren erhalten. Es ist eher die Planung. Und das geht in etwa so: Um überhaupt erstmal planen zu können, müssen die Deiche neu gebaut werden, da die meisten zerstört wurden. Und die Deiche müssen höher und breiter werden. Doch meistens gehört das Land dahinter jemandem. In nicht wenigen Fällen stehen im Grundbuch gleich mehrere Besitzer als Gemeinschaft, die das Land vor vielen Jahrzehnten erstanden oder erhalten haben. Diesen Leuten muss das Land abgekauft werden (oder das Einverständnis geholt werden, das Land abzutreten). Sind die ursprünglichen Besitzer verstorben, müssen die Kinder angesprochen werden. Oder die Enkelkinder. Und schon kommt man auf beispielsweise rund 200 Leute, im ganzen Land verstreut, die man persönlich ansprechen muss, um den einen oder andern Hektar freizukaufen. Dieser Aufwand überwältigt verständlicherweise die Behörden.
Andererseits sind sich die Betroffenenen in vielen Fällen nicht einig. Einige wollen umsiedeln, andere wollen auf jeden Fall bleiben. Eine Gruppe kämpft dafür, dass eine Ruine als Mahnung an nachkommende Generationen bestehen bleibt – eine andere Gruppe möchte die Folgen restlos beseitigen. Es ist entsprechend eine Mammutaufgabe, einen Konsens für jedes noch so kleine Wiederaufbauprojekt zu finden.

Einige japanische Sendungen zum Thema Fukushima waren ebenfalls sehr interessant. Auch wenn mancher in Europa denken mag, dass das Thema in Japan keine so große Rolle mehr spielt — dem ist nicht so. Auch in Japan schaut man mit Schaudern auf dass, was da in Fukushima passiert. Doch redet man in Japan gleichzeitig gern darüber, wie verstrahlte Gebiete gereinigt werden und die Bewohner bald wieder zurückkehren können. Ein Experte zum Thema – leider muss ich hier schon wieder eine Quelle schuldig bleiben – meinte, nach der Ursache der sich häufenden “kleineren” Unfälle am AKW gefragt, ganz lapidar: Natürlich wird sowas vermehrt auftreten, da es nicht allzu viele Nuklearexperten gibt, und die meisten von ihnen damit beschäftigt sind, andere AKW für die Wiederinbetriebnahme vorzubereiten. Das leuchtet ein, kann aber zynischer nicht sein: Man verspielt die Zukunft einer ganzen Region, nur um ähnliche potentielle Gefahrenquellen zurück ins Leben zu rufen. Diese Logik kann man getrost als pervers bezeichnen.

Wer sich mehr für den Fortschritt – oder Nicht-Fortschritt beim Wiederaufbau interessiert, dem sei die Webseite des Ministeriums für Wiederaufbau (復興庁) anempfohlen: www.reconstruction.go.jp. Die Qualität und Anzahl der Daten ist allerdings spärlich, aber das muss bei einer staatlichen Webseite wohl so sein.

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Geopolitik hautnah

März 7th, 2014 | Tagged | 2 Kommentare | 2683 mal gelesen

Simferopol, Hauptstadt der Krim, im Jahr 2004

Simferopol, Hauptstadt der Krim, im Jahr 2004

Vor ein paar Tagen sagte ich zu meiner Frau: “Noch ein paar Tage, und dann kannst Du sagen, dass du schon mal in Russland warst”. Das war sie zwar nicht, aber auf der Krim war sie bereits – dorthin hatte ich sie vor 10 Jahren geschleift. Was in diesen Wochen in der Ukraine passiert, wird auch in Japan mehr oder weniger aufmerksam verfolgt, wenn auch – so scheint es zumindest – wertungsfreier. Aus der Politik hört man nicht allzu viele Kommentare, aber das ist verständlich: Was mit der Ukraine passiert, kann Japan relativ egal sein (so grausam es klingt), denn dort hat man keine Interessen zu verteidigen. Die Haltung Russland gegenüber will hindes gut überlegt sein, denn schliesslich will man von Putin ein paar Inseln nordöstlich von Hokkaido zurückhaben. Und so seltsam das klingt: Diesem Ziel ist Japan möglicherweise durch eine neutrale bis wohlgesonnene Haltung Russlands gegenüber näher denn je seit Ende des Zweiten Weltkrieges.

Natürlich hoffe ich von Herzen, dass die Situation in der Ukraine friedlich beigelegt werden kann. Andererseits sieht es stark so aus, als ob sich genau das wiederholt, was vor 24 Jahren in Transnistrien geschah (ja, auch dorthin hatte ich damals meine Frau geschleppt): Die russische Bevölkerungsmehrheit sagt sich vom Land (in jenem Fall damals Moldau aka Moldawien) los, die russische Armee verteidigt die Bevölkerung mit Waffengewalt, doch Russland schreckt letztendlich davor zurück, das Gebiet an Russland anzuschließen. Was bleibt, ist eine quasi unabhängige Republik, die nur von Russland und ein paar anderen, quasi unabhängigen Republiken anerkannt wird. Das gleiche geschah ja schliesslich in Abchasien, ein paar dutzend Kilometer südlich von Sotschi gelegen. Der Wahnsinn hat Methode, ist aber mit westlichen Maßstäben nur schwer begreifbar. Und beweist letztendlich nur eins: Man hat nichts dazugelernt.

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