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Japan Almanach - Reisetipps - Japan Almanach

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観光情報 - Reisetipps


Inhaltsverzeichnis


Allgemeines:

Noch vor zehn Jahren war eine Reise durch Japan extrem teuer. Die Dinge haben sich etwas zum besseren gewendet. Man kann in Tokyo für 16 Euro übernachten, für 3 Euro essen und...na ja, der Rest ist relativ teuer. Ausser Zigaretten (ca. 2.50 Euro pro Schachtel) und Benzin (1 Euro pro Liter Super). Wer extrem spartanisch lebt und auf lange Zugfahrten verzichtet, kann mit rd. 4000 Yen (30 Euro) am Tag zurechtkommen. Wer viel herumfährt, gutes Essen mag und auch mal ausgeht, gibt schnell mehr als 100 Euro am Tag aus.

Der Wechselkurs bewegt sich rund um den folgenden Kurs: 1 Euro = 140 JPY. Der kann allerdings gelegentlich schwanken (plusminus 10 Yen).

Währung

2000-Yen-Schein
Relativ selten: 2'000 Yen-Schein

Die Währung ist der Japanische Yen (gesprochen: En). Früher waren 1 Yen 100 Sen, aber Sen gibt es nicht mehr. Es gibt sechs verschiedene Münzen: Zu 1, 5, 10, 50, 100 und 500 Yen. Geldscheine kommen zu 1000 Yen, 2000 Yen (neu, erschienen im Jahr 2000 und keiner weiss warum), 5000 und 10000 Yen. Das gerade das teure Japan als höchsten Geldschein nur einen etwa 80 Euro teuren Geldschein hat ist verwunderlich. Die Inflation ist sehr gering - bzw. kämpft man seit geraumer Zeit verzweifelt mit einer ernsten Deflation.

Achtung: Die japanische Mehrwertsteuer (shōhizei 消費税) beträgt 5 % (es gibt aber momentan Diskussionen um eine weitere Erhöhung). Die Mehrwertsteuer ist in allen Läden und Supermärkten sowie in fast allen Restaurants und Kneipen usw. nicht im Preis inbegriffen und wird erst an der Kasse auf den Preis draufgeschlagen!!!

Visum:

Für Touristen ist es einfach: Bei Einreise erhält man kostenlos ein Touristenvisum, gültig für 3 Monate. Will man länger bleiben, kann man nach drei Monaten z.B. nach Korea fliegen und wiedereinreisen. Komplizierter wird es, wenn man länger bleiben möchte. Ein Sponsor in Japan muß gefunden werden - sei es die Universität für Studenten oder der künftige Arbeitgeber.

Japanische Muenzen
Japanische Münzen

Diese müssen ein Certificate of Eligibility ausstellen - eine Art Bürgschaftserklärung. Das braucht viel Zeit und Schreibkram und etliche Passfotos. Hat man das Certificate erstmal, bekommt man das Visum sehr schnell bei der Botschaft. Für Studenten ist es sogar kostenlos. Wie in Deutschland gilt: Kein Visum - keine Arbeit. Studenten dürfen nebenbei jobben. Mit dem Visum muß man sich umgehend an seinem Aufenthaltsort melden.
Dort bekommt man im Rathaus eine Alien Registration Card, eine Art provisorischer Personalausweis, komplett mit Fingerabdruck! Krankenkassenbeitritt ist Pflicht. Will man in der Zeit das Land verlassen und wieder zurückkommen, braucht man eine Wiedereinreisegenehmigung (sai-nyūkoku kyoka 再入国許可). Für ein Mal Ein- und Ausreise kostet diese 3000 Yen, mehrmals 6000 Yen. Der Clou: Hat man ein Visum und diese Genehmigung, muß man sich bei der Einreise bei der japanischen, nicht der Ausländerschlange anstellen. Das sorgt für Verwirrung, zumal es nur auf Japanisch dasteht und alle anderen Japaner und Ausländer denken, man sei - nun ja - irgendwie verkehrt.

Unterkunft:

Camping キャンピング in Japan? Ist man in der Wildnis unterwegs, ist das eine Möglichkeit, kostet aber nicht selten 5000 Yen pro Person auf den Campingplätzen, die sowieso nur im Sommer geöffnet sind.

Typisches Minshuku-Zimmer
Typisches Minshuku-Zimmer

Das nächstliegende sind die sog. Minshuku 民宿, eine Art B&B die ebenfalls selten billiger als 5000 Yen sind. Danach kommen die Ryokan 旅館 - traditionelle Herbergen, in denen man mindestens ein Mal übernachten sollte, denn sie bieten Einblick in das traditionelle Japanische. Es gibt sie überall. Einige kosten wohl 4000 Yen, durchschnittlich aber 8000 Yen pro Nacht und Person incl. traditionellem Frühstück und Abendbrot. Das Frühstück ist nicht jedermanns Sache, da z.B. auch Fisch u.a. serviert wird (siehe unter Essen).

Jugendherbergen gibt es vereinzelt auch, sie sind mit gut 3000 Yen relativ günstig. Nichtmitglieder zahlen nur unwesentlich mehr. Man sollte zuvor reservieren. Normale Hotels ホテル von teuer bis unglaublich teuer findet man überall reichlich. Reist man zu zweit, kann man mitunter günstig in Doubles unterkommen. Ferner gibt es die bekannten Capsule Hotels キャプセルホテル (meist nur für Männer) mit 2x1x1 m großen Buchten - nichts für Menschen mit Platzangst.

Für konkrete Hoteltipps siehe einzelne Orte. Sehr viele Tipps kann ich leider nicht bieten, da ich sehr oft bei Freunden übernachtete oder in einem Ort blieb und von dort die Umgebung abklapperte. Zur längeren Übernachtung in Tōkyō siehe Übernachtung Tokyo.

Japan Railpass:

Ideal für Japanreisende ist der Japan Railpass. Es gibt mehrere Arten: Den Green Pass (für die Erste Klasse, ist aber eigentlich unnötig in Japan) und den Ordinary Pass (gewöhnlicher Pass). Der Railpass ist gültig für eins, zwei oder drei Wochen und gilt für alle JR-Strecken. JR - das ist die mehr oder weniger staatliche Japan Railways genannte Eisenbahngesellschaft, die fast alle Strecken in Japan betreibt. Es gibt aber auch ein paar private Linien - für die gilt der Railpass nicht (ob die Linie privat oder JR ist, habe ich bei den einzelnen Orten vermerkt!).

Der Ordinary Railpass kostet für eine Woche 28'300 Yen, für zwei Wochen 45'100 Yen und für drei Wochen 57'700 Yen. Kinder zahlen die Hälfte. Mittlerweilen gibt es sogar separate Railpässe: Für Hokkaidō, Tōhoku (Nordosten) und Kyūshū. Kosten ca. die Hälfte. Folgendes gilt es beim Railpass zu beachten:

  • Man kann den Railpass nicht in Japan erwerben - man muss ihn im eigenen Land beantragen.
  • Nur Touristen können ihn erwerben - alle mit Visum (z.B. Austauschstudenten etc.) sowie Japaner können es nicht.
  • Mit dem Nozomi-Shinkansen darf man leider nicht fahren (siehe unten!)
  • Auch Nachtzüge sind leider nicht mit dem Railpass benutzbar
  • .

Am besten bestellt man den JR Railpass bei http://www.jaltour.de. Jaltour hat Niederlassungen in Deutschland und hat japanischen - sprich makellosen Service. Man kann per Internet und Telefon bequem bestellen. Dann bekommt man einen Exchange Order, den man in Japan in den richtigen Railpass umtauschen kann. Ausserdem bekommt man eine sehr nützliche Broschüre dazu. Der Railpass ist übrigens personengebunden.

Mit dem JR Railpass schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe - man spart viel Geld, wenn man mobil ist und den Shinkansen nutzt. Und man spart den Ticketkauf - man kann ganz spontan in den nächsten Zug reinspringen.

Transportmittel:

Auch das Reisen innerhalb Japans ist teuer. Bei langen Entfernungen - bei der Topographie Japans kein Kunststück - kommen Bus, Bahn oder Flugzeug in Frage. Allerdings: Das Flugzeug ist oftmals billiger als die Bahn. Es gibt auch Nachtbusse zwischen den wichtigsten großen Städten - aber nicht immer. Auch sie sind nicht unbedingt billig, aber weit billiger als die Bahn. Trampen in Japan ist möglich, aber nicht verbreitet. Wenn man trampt, sollte man ein Schild mit den Schriftzeichen des Ortes, zu dem man will, dabei haben. Das übliche Problem beim Trampen ist gerade in Japan akut: Von kleinen Ortschaften kommt man zwar gut weg, aber wie soll man aus dem Moloch Tōkyō herauskommen?

Shinkansen-Bullet train
Shinkansen-Bullet train

Bei den Zügen gibt es natürlich viele Arten: Angefangen vom Kakuekitei-sha 各駅停車, also einem Bummelzug, der in jedem Kuhkaff hält, über den Kyūkō 急行, einem normalen Zug, der nur an wenigen Stationen hält, bis zum Shinkansen 新幹線 (vergleichbar dem ICE, aber schneller und zuverlässiger). Den Shinkansen muss man erlebt haben: Geschwindigkeiten bis 300 km/h und eine Perfektion wie man sie selten sieht. Innen sind sie unglaublich leise. Allerdings: 100 km kosten schätzungsweise 35 Euro. Es gibt auch bei den Shinkansen Züge die durchrauschen (Nozomi のぞみ oder Hikari ひかり z.B. und welche, die alle zehn Minuten anhalten (die sogenannten Kodama こだま.

An den weniger besuchten Bahnhöfen rauschen die Züge ebenfalls mit fast 300 km/h durch - so etwas muß man gesehen haben! Auch wenn das "Fahrvergnügen" toll ist: Fährt man zum Beispiel von Tōkyō nach Nagano, so dünkt einem, man sitzt in der U-Bahn. Die Hälfte besteht aus Tunneln, von der Landschaft hat man nicht viel. Mit Bummelzügen sich durchzuschlagen ist auch eine Möglichkeit, kostet etwas mehr als die Hälfte als der Shinkansen, aber man braucht viel Zeit.
Auf den großen Linien sind Pläne und Stationen noch mit lateinischen Buchstaben versehen - auf dem Land wird es jedoch haarig. Ein besonderes Kapitel für sich sind die:

Nahverkehrsmittel: Im Nahverkehr gibt es auch Busse, aber mehr von Bedeutung sind die S- und U-Bahnen. Vor allem in Tōkyō bilden sie ein scheinbar chaotisches System. Die erste Bahn heißt shihatsu 始発, die letzte shūden 終電. Warum diese Wörter? Selbst im Herzen Tōkyō's fährt nach ein Uhr nachts keine Bahn mehr (Ausnahme: Silvester). Die Abfahrtszeit des shūden ist je nach Linie verschieden. Geht man aus, so sollte man unbedingt wissen, wann der letzte Zug fährt. Danach bleibt nur noch das Taxi - dort warten aber oft Dutzende anderer armer und meist völlig betrunkener Seelen, die ihren Zug verpasst haben. Mit der normalen Bahn kosten, um ein Beispiel zu geben, 17 km 240 Yen. Mit dem Taxi hingegen rund 7000 Yen. Ach ja: Die Taxitüren öffnen sich automatisch. Und der "beste Sitz", der sogenannte kamiza 上座, ist in Japan im Auto nicht etwa der Beifahrersitz, sondern der Rücksitz. Es wird also erwartet, dass man sich dort hinsetzt. Die Taxifahrer sind wie überall oft sehr gesprächig, eine Fahrt kann so recht kurzweilig werden.

Zu den Nahverkehrslinien: Sie gehören nicht etwa einer Betreibergesellschaft, sondern es gibt viele verschiedene Betreiber und die staatliche JR (Japan Railway). Damit gibt es auch verschiedene Preise. Tickets kauft man an Automaten, an allen Stationen gibt es dann Schranken, an denen man das Ticket einführt (nicht vergessen: Ticket wieder mitnehmen, man braucht es beim rausgehen).

Nahverkehrsfahrschein
Fahrkarte

Nicht wissen wohin und wieviel? Einfach Geld in den Automaten einwerfen und die Taste mit dem geringsten Betrag drücken. Am Ziel angekommen geht man zur Nachzahlmaschine (Fare adjustment machine 精算機) oder dem Schaffner, gibt das Ticket ein und zahlt den angezeigten Restbetrag.

Die Bahnhöfe in den Innenstädten sind der blanke Wahnsinn. Beispiel Shinjuku: Hier kreuzen sich etwa 13 Linien, täglich steigen hier rund 4 Millionen Menschen um! Der Bahnhof enthält auch mehrere Kaufhäuser und noch mehr kleine Geschäfte (siehe Photo). Das Innere ist wie ein gigantischer Ameisenhaufen, aber fast jeder kennt seinen Weg und verfolgt diesen zielstrebig. Als Neuankömmling sind dieser und andere Bahnhöfe eine echte Herausforderung. Während der rush hour zu fahren ist kein Vergnügen. Die Züge sind wirklich voll, und tatsächlich kommen manchmal nette Schaffner mit weißen Handschuhen und drücken solange bis alle in der Bahn sind. Auch die shūden sind meist überfüllt, und nicht wenige sind reichlich angetrunken. Beneidenswert: Fast alle schlafen im Zug - selbst im Stehen - und wachen jedesmal rechtzeitig auf.

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