Ramen - Navigator: der ultimative Ramen-Guide für Tokyo und Umgebung Ramen Kureha (ラーメン くれは) in Nishitokyo

Ramen Kureha (ラーメン くれは) in Nishitokyo

-

Geschmack: Tonkotsu (豚骨), Meerestiere (魚介)
Sorten: Ramen (ラーメン), Tsukemen (つけ麺), Mazesoba / Aburasoba (まぜそば・油そば)
Preislage: 750-1180 yen
Adresse: 1-2-42 Mukodaicho, Nishitokyo, Tokyo 188-0013
Adresse Japanisch: 〒188-0013 東京都西東京市向台町1丁目2−42

In einem kleinen Wohngebiet, gute 500 Meter vom Bahnhof Tanashi entfernt und inmitten der Stadt Nishitokyo (Westtokyo) steht das kleine Ramenrestaurant Kureha. Schon von aussen erkennt man, dass es den Laden schon seit ein paar Jahren gibt – nämlich seit 2010. Gerade mal 8 Leute passen rein, und die sitzen L-förmig am Tresen um die Küche herum, in der bis zu 3 Angestellte gleichzeitig arbeiten. Kaum hat man sein Essen an dem obligatorischen Automaten am Eingang bestellt und den Angestellten übergeben, ist die dampfende Schale Nudelsuppe schon fertig.

Kureha spezialisiert sich auf „Tonkotsu“-Ramen – „tonkotsu“ bedeutet „Schweineknochen“. Eigentlich eine Spezialität aus Fukuoka und Kumamoto, hat diese Ramen-Art natürlich auch viele Liebhaber im Großraum Tokyo, und so entstanden auch im Osten von Japan zahlreiche Tonkotsu-Ramen-Restaurants. Grob gesagt werden bei Tonkotsu-Ramen Schweineknochen stundenlang ausgekocht. Das Knochenmark sorgt für eine trübe, manchmal milchige bis, je nach anderen Zutaten, dunklere, sämige Suppe.

Bei Kureha gibt es eine ziemlich grosse Auswahl – so bietet man Tonktosu-Ramen mit Shrimp(basis), Gyokai(meist Sud aus getrockneten Sardinen)-Basis, aber auch Taiwan-Ramen, Aburasoba auf Hühnerfettbasis sowie Tsukemen (auf Tonkotsu-Basis) an. Dazu kann man auswählen, ob man etwas Fleisch (chashu) dazu haben möchte oder die obligatorischen ajitama genannten, halbfesten Soleier.

Die Ramen sind wie bei Tonkotsu-Ramen üblich sehr dünn, aber bissfest. Die Tsukemen, auch das ist nicht ungewöhnlich, sind wesentlich dicker.

Der Tonkotsu-Geschmack ist sehr, sehr angenehm – das kann man gern ändern, stehen doch an jedem Platz eine Knoblauchpresse und geschälter Knoblauch bereit. Eine frische Zehe Knoblauch und eine gute Prise gemahlener Sesamkörner in die Suppe, und schon explodieren die Geschmacksnerven, vorausgesetzt, man mag Knoblauch und hat keine wichtigen Termine hinterher. Ob mit oder ohne Knoblauch – die Ramen sind verboten gut, und ich kann mich nicht daran erinnern, wesentlich bessere Tonkotsu-Ramen in Kyushu gegessen zu haben.

Auch die gebratenen Schweinefleischscheiben sind ein Gedicht – sehr dünn, scharf am Rand angebraten und relativ salzig. Kurzum: Sie passen hervorragend zur Suppe.

Auch die Tsukemen gingen in Ordnung und benutzen die gleiche, wenn auch etwas dickere Suppe als Basis. Ebenfalls sehr empfehlenswert.

Kurzum: Nishitokyo ist zwar etwas abseits vom Zentrum, aber ein Abstecher hierher lohnt sich für Ramen-, und vor allem für Tonkotsu-Fans.

Bewertung

Suppe 96Punkte
Nudeln 92Punkte
Beilage 97Punkte
Gesamt 95Punkte
tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Soziale Medien

477FansLike
0FollowersFollow
0FollowersFollow
0SubscribersSubscribe

Neueste Beiträge

Und wieder eine Woche der Rekorde

Seit Beginn der Olympischen Sommerspiele purzeln diverse Rekorde - man kommt kaum noch hinterher. Gemeint sind japanische Rekorde bei...

Corona-Lage in Japan: Theorie, Praxis und ein leiser Verdacht

Am vergangenen Sonnabend sollten meine Frau und ich die zweite Impfung bekommen - ein Moment, dem wir angesichts der...

Sprunghafter Anstieg: Erlebt Japan gerade seine erste richtige Corona-Welle?

Bisher ist Japan, man kann es nur immer wieder betonen, recht glimpflich durch die Pandemie gekommen. Einen echten Lockdown...

Akkeshi – Ehemaliger Missionarsposten, Vogelparadies und Whisky-Neuling

Akkeshi war einst Ausgangspunkt des Versuches, die Ainu zu missionieren - sowie eine Strafkolonie. Die Kleinstadt mit Geschichte ist auch landschaftlich sehr schön.

Blaue Impulse, ein dummes Volk und eine durchwachsene Eröffnungsfeier

Nun haben sie also begonnen, die Olympischen Sommerspiele in Tokyo. Um ein Jahr verschoben, heftig diskutiert und von der...

Olympische Spiele – der komplette Kalender, ein paar Problemchen und der Verkehr

Die Regenzeit ist offiziell beendet, die Tagestemperaturen liegen in Tokyo im Schnitt bei 35 Grad, die Bucht von Tokyo...

Must read

Die 10 beliebtesten Reiseziele in Japan

Im Mai 2017 erfolgte auf dem Japan-Blog dieser Webseite...

Auch lesenswertRELATED
Recommended to you