Japan-Almanach: Alles über das Leben und Reisen in Japan. Seit 1998.
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Social Networking auf Japanisch: MIXI

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Mit 4.5 Milliarden Seitenaufrufen pro Monat ist mixi.jp die #3 der meistbesuchten Internetseiten Japans (und #39 der Welt, laut Alexa Web ranking). Mehr Zahlen? Mixi existiert seit gut zwei Jahren. Hat 3 Millionen Mitglieder. Täglich kommen rund 15,000 neue Mitglieder hinzu.

Schön und gut, aber was ist MIXI? MIX steht für Mischen, -i für Mensch. Eine SNS – „social network site“. Sprich ein Vertreter des „Sozialen Netzwerks“ im Internet. Einer der grössten Vertreter dieses Genre im deutschsprachigen Raum dürfte www.StayFriends.de sein – jenes ist zwar brauchbar und nett, aber mit der Werbung und Begrenztheit der Funktionen für nichtzahlende Mitglieder etwas belastend.

Wie funktioniert Mixi? Man kann sich nicht selbst einfach anmelden. Man muss von einem Mitglied per E-Mail eingeladen werden. Dann geht’s flink: Link in der E-Mail anklicken, Namen und Mail-Adresse usw. eintragen, fertig. Photos kann man hochladen, Blogs schreiben, chatten, irgendwelchen Interessengruppen beitreten usw. Und alles ist ganz einfach gestaltet und – kostenlos! Und zwar alles. Der Service ist werbebasiert, aber die Werbung nervt nicht – man sieht höchstens ein Banner.

Besonderheit: Nicht-Mitglieder sehen rein gar nichts! Das bedeutet wiederum totale Kontrolle: Man sieht genau, wer auf der eigenen Seite vorbeigeschaut hat.
Da ich selbst berufsmässig in dieser Branche zu tun habe, reizt mich die Sache natürlich. Also habe ich heute mal eine halbe Stunde in Mixi herumgestöbert – und ohne Probleme ca. 20 Bekannte gefunden – von einigen hatte ich schon seit Jahren nicht mehr gehört. Beeindruckend. Ich werde wohl auch wieder reinschauen…

Kurioses: Mit rund 200,000 Seitenaufrufen (für Profis: page views, nicht hits!) im Monat liegt www.tabibito.de weltweit auf Rang 379,426 (von rd. 81 Millionen). Na dann! Darauf gibt’s jetzt eine Flasche „Sternquell“ – zugesandt von sehr guten Freunden, die genau wissen was ich brauche ;-)

Wort des Tages: 友達 (tomodachi). tomo bedeutet „Freund“, -dachi (auch -tachi, -ra gelesen) markiert den Plural. Bedeutet Freunde, wird heute aber auch als Einzahl für „Freund“ benutzt. Dazu ein schönes Sprichwort, Verfasser leider unbekannt: „Ein Freund ist ein Mensch, der Dich mag, obwohl er Dich kennt.“

3% und nicht mehr!

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Immer wieder beweist man in Japan, dass das Thema Isolation (und weitere äusserst nationalistische Ideen) so schnell nicht vom Tisch kommt. Ein Arbeitskreis des Justizministeriums beschäftigte sich nun ausführlicher mit der Frage, wie auf lange Sicht mit Ausländern, die in Japan leben, umgegangen werden soll. Vorneweg sollte schon mal erwähnt werden, dass die Einwanderungspolitik recht strikt ist. Politische oder Kriegsflüchtlinge z.B. werden kaum (gar nicht?) aufgenommen. Man muss schon einen festen Job in Japan haben (Voraussetzung: Hochschulstudium), einen Japaner/ eine Japanerin geheiratet haben oder…japanisches Blut in den Adern haben. So z.B. wurden seit 1989 sehr viele Brasilianer nach Japan gelassen, da vor vielen dutzend Jahren viele Japaner nach Brasilien auswanderten. Wie im Falle der zahlreichen „Heimkehrer“ aus Kasachstan usw. nach Deutschland hapert’s jedoch häufig mit der Ex-Muttersprache.

Nun will das Panel deshalb vorschlagen, einen Sprachtest einzuführen, um den Geist, den man rief, wieder in die Flasche zu schicken. Wer nicht Japanisch kann, bleibt draussen. Grund: Sagenhafte, unvorstellbare 1.2% der Bevölkerung sind Ausländer. Nach Meinung des Ausschussvorsitzenden und stellvertretenden Justizministers Taro Kono sind 3% die Schmerzgrenze. Mehr würde zu „Turbulenzen“ führen; Japan wäre darauf nicht vorbereitet. Womit er nicht ganz unrecht hat. Man darf gespannt sein wie sich das weiterentwickelt – vor allem angesichts der niedrigen Geburtenrate. Jedenfalls können sich Deutschland und Japan bei diesem Problem definitiv die Hand reichen. Oder sich voreinander verbeugen.

Wort des Tages: 外(国)人 = gai(koku)jin. Bedeutet Ausländer.
Gaikokujin ist die offizielle, gaijin (=Mensch von draussen) die inoffizielle Bezeichnung. Letzteres hat mehrere Nuancen – ich bin keinem böse, wenn er das Wort benutzt. Sobald es aber eine verächtliche Art und Weise ist (und das kommt durchaus mal vor) wird gekontert. Das lustige: Lebt man lange genug in Japan, benutzt man das Wort selbst und ertappt sich gelegentlich, wie man denkt „Na, der gaijin da ist aber blöd“.

Oh, hab ich da etwa was falsch verstanden?

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Das könnte eigentlich auch in die Rubrik „Umfragen, die kein Mensch braucht“ fallen. Citizen, genau, der Uhrenhersteller, hat 400 Geschäftsleute gefragt, wie sie in der Tat wirklich im Büro sehr häufig benutzte Begriffe wie asa ichi und chotto ippai usw. zeitlich definieren würden (siehe unten Wort des Tages). Asa ichi wurde im Schnitt mit morgens 7:54 angegeben, chotto ippai mit ca. 1 Stunde. Citizen sieht darin einen Trend, die Arbeit in Japan eher zu beginnen (Arbeitszeit beginnt i.d.R. zwischen 8 und 10 Uhr, im Schnitt um 9 Uhr). Nun, wo ich arbeite bedeutet asa ichi eher 9:54 (Arbeit beginnt um 10). Das mit 7:54 habe ich mal ebend überlesen.
Sind aber auch tolle Aussichten: Statt im Schnitt von 10 bis 21:30 von 8:00 bis 21:30 arbeiten.

An der Stelle muss ich mal meine meistgehasste Redewendung auf Arbeit vorstellen: mazu kakunin shimashō – lass uns das erstmal bestätigen. Ja, bestätigen. Wie, drei Blatt Toilettenpapier benutzen? Das muss erstmal vom Chef bestätigt werden! Ohne kakunin geht’s nicht weiter. Hängt allerdings freilich auch hier von den Angestellten ab.

Wörter des Tages: 朝イチ – wenn man es als Wort nachschlägt, findet man „Morgenmarkt“. Bedeutet aber hier so viel wie „Frühmorgens“, „Morgens als Erstes“ und manchmal ebend auch „Vor dem Aufstehen“.

ちょっと一杯 chotto ippai. „chotto“ bedeutet „ein bisschen“, „ippai“ bedeutet „voll“. Eine Wenigkeit. Ein Minütchen. Eine Stunde ebend.

まず確認しましょう – mazu kakunin shimashō (siehe oben).

Selbst die Katzen sind hier anders

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Natürlich muss man hier auch in Punkto Katzen eine Extrawurst braten. Im Ernst – schon vor geraumer Zeit sind mir die Katzen hier aufgefallen. Die wilden und die Hauskatzen. Von vorn sehen sie alle ganz normal aus, aber bei gut der Hälfte von ihnen fehlt der Schwanz. Denkt man zumindest – mit eins, zwei Zentimetern ist der nämlich kaum zu sehen. Ein paar Nachforschungen im Internet brachten es dann ans Licht – „Japanese Bobtails“ heissen die Tierchen. Die Katzen werden übrigens so geboren.

Und beinahe wie bei den koi gibt es ein Idealbild einer japanischen Stummelschwanzkatze – nämlich die mike – die dreifarbige Katze. So eine räkelt sich gern auch unter dem Balkon in unserer Firma in der Sonne. Da möchte man manchmal schon gerne tauschen…


Diese will auch mal eine japanische Bobtail-Katze werden – wenn sie gross ist.

Das Wort bzw. die Redewendung des Tages: 猫を被る (neko o kaburu) – wörtlich „sich eine Katze überstreifen“. Bedeutet so viel wie „heucheln“.

Liebe Hunde, denkt daran…

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…Euren eigenen Mist mit nach Hause zu nehmen. Wohin man in Japan auch schaut – überall stehen Schilder, Schilder, Schilder… kleine Warnschilder, grosse Warnschilder, Aufkleber, Poster. Nun hat das allerdings auch seinen Hintergrund: Wenn man so dichtgedrängt beisammen wohnt, braucht man in der Tat Regeln, damit die „Gesellschaft“ funktioniert.
Beispiel: Während man sich in den grossen Parks in Europa schnell mal verlaufen kann, muss man in Japan nach grossen Parks suchen. Klar gibt es welche, aber die Chance, in der Nähe eines grossen Parks zu wohnen, ist gering.
Und – auch in Japan liebt man Hunde (nein, hier isst man sie nicht). Und scheinbar immer mehr Leute halten sich einen Hund. Hunde produzieren Sch… und wie auch z.B. in Deutschland werden die Leute dazu angehalten, die Häufchen einzusammeln. Sonst würde der Hundehäufchen pro Quadratmeter Grünfläche (HH/m2GF)- Koeffizient in ungeahnte Höhen schnellen.

Unzählige Schilder erinnern überall an die Hundehaufen- und andere Aktionen. Oft werden in Japan Warnschildchen und – aufkleber etwas lustig gemalt – macht schliesslich auch mehr Eindruck bei Kindern und ist keine so schlechte Idee. Es gibt wahrscheinlich tausende Variationen von Hundehäufchen-Schildern, aber dieses heute beim Spaziergang entdeckte Schild verdient einen Preis. Sehr witzig, was der freundliche Hund in seiner Pfote hält.

Das Wort des Tages bzw. die Worte des Tages: Auf dem Schild steht folgendes:

忘れないよ!後始末
[wasurenai yo! atoshimatsu]
Nicht vergessen! Saubermachen

ペットのふんは必ず持ち帰ろう
[petto no fun wa kanarazu mochikaerō]
Haustierköttel unbedingt mit nach Hause nehmen!

浦安市
[Urayasu-shi] – Stadt Urayasu

Der Shinkansen ist tot – es lebe der Shinkansen

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Ein kurzer Beitrag, der Technik-Muffel wohl weniger interessiert: JR East (JR=Japan Railways, East steht für die Ostküste, von Tokyo bis Osaka) stellt den neuen Shinkansen vor. Der fährt zwar auch „nur“ 300 kmh, kommt aber schneller durch die Kurven. Dank Neigetechnik kann er dort bis zu 270 kmh fahren. Alle Achtung. Eigentlich unnötig zu sagen, dass diese neue N700er Klasse ziemlich futuristisch aussieht.

Wer mal einen Shinkansen bei der Durchfahrt sehen will, sollte hier klicken (WMV, 400 kB). Jüngst selbst aufgenommen. Modembenutzern rate ich jedoch ab…
Das Wort des Tages: 新幹線 (shinkansen) – shin steht für „neu“, -kansen etwa für „Strecke“.

Japanisch lernen – Mission impossible? (Episode III)

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ch habe schon mehrmals gehört, dass die Mehrzahl der Japanologie-Absolventen in Deutschland keine (japanische) Zeitung lesen können. Das ist traurig. Zumal das Studium ja eigentlich ziemlich lange dauert. Und die meisten Ausländer, die in Japan arbeiten – auf Dauer, wohlgemerkt – können ebenfalls keine Zeitung lesen. Auch das ist traurig. Beziehungsweise ein Beleg für die Komplexität der japanischen Sprache.

Wer russisch lernt, muss 27 bisher unbekannte Zeichen (bzw. Zeichen, die anders gelesen werden als im Deutschen) lernen. Wer Arabisch lernt, muss sich mit 94 Zeichen herumschlagen (28 – 22 davon mit jeweils vier verschiedenen Formen). Wer Chinesisch lernt, sollte um die 3000+ Zeichen lernen, meistens mit einer Lesung pro Zeichen. Wer Japanisch lernt, muss Hiragana (46 Zeichen), Katakana (46 Zeichen) und Kanji (Schriftzeichen, beherrschen sollte man um die 2500) lernen. Sehr viele davon mit mindestens zwei, oft völlig voneinander abweichenden Lesungen.

Hiragana und Katakana hatte ich mir selbst beigebracht – japanische Freunde schrieben sie auf und dann ging es auf Gutdünken los. Strichfolge (Reihenfolge und Richtung, wie man schreibt)? Nie gehört. Systematik? Was’n das? Und trotzdem ging es. Auch wenn es frustrierend war, dass man selbst nach zwei Jahren noch Wörter in Katakana eher Buchstabe f&uum;r Buchstabe liest und nicht als Wort. Lernmethode? Schreiben, schreiben, schreiben. Zwei Minuten Zeit? Welche Zeichen fallen mir ein? Welche vergessen? Schnell zu Hause nachschlagen… Und so ging es recht schnell. Vom fliessend Lesen mal abgesehen.

Mehr in Bälde. Heute wurde es amtlich: Der Mai in Japan war soweit lausig – normal wären 180 Sonnenstunden. Bisher waren es 90. Und es regnet nahezu jeden Tag. Und in zwei Wochen beginnt die Regenzeit. Wie jetzt, noch eine?

Wort des Tages: 骨折り (honeori) – „Anstrengung, grosse Mühe“. Bezieht sich aufs Japanisch-Lernen. „hone“ bedeutet „Knochen“. „ori“ (wie in Origami) bedeutet „brechen“ (auch: falten). Quasi „knochenbrecherisch“ – wie im Deutschen ein Synonym für „anstrengend“.

Was ist bloss mit Roppongi geschehen?

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Strahlend blauer Himmel und angenehme 25 Grad an einem Sonntag – das gab’s schon eine Weile nicht mehr. Also raus – nein, leider nicht ins Grüne – und ab nach Tokyo. Genauer gesagt nach Ebisu, um dort einen Freund der Familie zu treffen. Danach gemächlicher Spaziergang Richtung Roppongi. Dort war ich zum ersten und zum letzten Mal vor 10 Jahren. Ein etwas verrufenes Viertel mit üblen Clubs und Kaschemmen, in denen sich in erster Linie vergnügungssüchtige Amerikaner – GI’s wie Touristen – tummeln. Eine schmutzige Strassenkreuzung in der Mitte. Nichts, wo ich so schnell wieder hinwollte – erst recht nicht nachts (nicht, dass ich was dagegen habe, gut zu feiern – aber dafür gibt’s weit bessere Orte in Tokyo). Heute jedoch hab ich Roppongi nicht wiedererkannt: Denn was in Berlin der Potsdamer Platz, ist in Tokyo das kühne Bauprojekt Roppongi hills: Hypermoderne Wolkenkratzer, und ein Tunnellabyrinth. Hier sollen Arbeiten, Wohnen, Amüsieren, Lernen usw. auf engstem Raum verschmelzen.

In der Mitte der 235 m hohe Mori Tower – ein wuchtiger, abgerundeter Wolkenkratzer, gut sichtbar auf einem Hügel platziert. Daneben zwei etwas kleinere Wohnhochhäuser (78 qm²-Wohnung um die 700,000 ¥ pro Monat, also rund 5000 Euro). Verblüffend, was hier in 10 Jahren aus dem Boden gestampft wurde. Eigentlich wollten wir dort noch eine Kaffeepause einlegen. Und irrten hilflos durch die riesigen Passagen. Starbucks. Mag ich nicht. Nächstes – auch nicht gut. Alles ist sauber wie geleckt, riesig, steril, seelenlos. Hier arbeiten? Vielleicht. Hier wohnen? Nein, danke! Ich würde das laute Zirpen der Zikaden im Sommer vermissen (auch wenn ich es manchmal verfluche). Den Wind, der durch die Blätter geht. Die kleinen Autos, die über Lautsprecher anbieten, unseren Elektronikschrott kostenlos abzunehmen. Den kleinen Ramen-Laden um die Ecke. Roppongi hat sich wirklich sehr geändert. Aber es wäre kein Problem, bis zum nächsten Besuch wieder 10 Jahre zu warten.


Der Mori-Tower: Irgendwie gigantisch und unwirklich. Dummerweise habe ich gerade heute meine Kamera vergessen – deshalb nur ein Bild vom Handy.

Das Wort des Tages: 高層ビル – kōsōbiru. Koso- bedeutet „hohe/viele Schichten“. Biru stammt vom englischen Wort „Building“ ab. Auf Deutsch „Hochhaus / Wolkenkratzer“. Es werden nachwievor immer mehr in Tokyo.

Chongryun + Mindan = T’ongil???

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Nein, dass ist kein Japanisch, sondern Koreanisch. Aber es geht auch hier um Japan. Wie jedermann weiss, ist Korea seit 1948 getrennt in Nord- und Südkorea. Wahrscheinlich weniger bekannt ist die Tatsache, dass schon seit langer Zeit viele hunderttausend Koreaner in Japan leben. Koreaner sind sehr patriotisch und haben einen grossen Gemeinschaftssinn. Kein Wunder, dass sie einen sehr starken Verband bildeten. Aus politischen Gründeten spaltete sich dieser aber vor rund 50 Jahren auf in den chongryun (Kurzname, auf japanisch/koreanisch 朝聯), den Verband der (Nord)koreaner, welcher auch Nordkorea propagiert und unterstützt, sowie dem mindan (ebenfalls kurz, auf Jap/Kor: 民団) – ‚Volksgruppe‘ – ein Verein, der Südkorea nahe steht.

Die Vereine sind prinzipiell eine logische Konsequenz, denn Koreaner werden oftmals zweitklassig behandelt – egal, ob sie seit Generationen hier leben oder nicht. Nun ja, dass ist kein rein japanisches Problem. Beide Vereine zählen zusammen rund eine halbe Million Mitglieder. Eine echte Macht also. Doch die ideologischen Hürden waren zu gross – zwischen den Verbänden herrscht(e) seit einem halben Jahrhundert Eiszeit.

Gestern nun trafen sich die Vorsitzenden beider Verbände und beschlossen, aufeinanderzuzugehen. Eine kleine Revolution, aber auch wiederum ein logischer Schritt wenn man die politische Tauzeit zwischen Nord- und Südkorea betrachtet.

Geht das gut? Heute kam eine Meldung vom mindan in der Präfektur Nagano – man wolle den Zusammenschluss nicht, schliesslich verletze Nordkorea nachwievor massiv die Menschenrechte. Und der Hauptverband des mindan hat bereits angekündigt, nordkoreanische Flüchtlinge nicht mehr zu unterstützen. Es bleibt mit Spannung abzuwarten, wie es mit Nordkorea weitergeht… alles wird sich jedoch schnell auch in Japan wiederspiegeln.


Blick von Südkorea nach Nordkorea (andere Seite des Flusses). Das Foto habe ich 1999 gemacht. Damals war die Grenze 100% dicht. Jetzt rollen sogar LKW’s und Züge über die Grenze. Was würde ich für diese Zugfahrt geben!

Das Wort des Tages: 統一 (jap: tōitsu, koreanisch t’ongil, siehe Titel). Heisst „Vereinigung“ bzw. im politischen Sinne auch „Wiedervereinigung“.

Wieso ausgerechnet Japanisch!? Episode II

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Um Episode 1 fortzusetzen – keine Sorge, es werden weniger als bei Star Wars – eine der Japanerinnen war sehr freundlich, mir auf zahlreichen Seiten handschriftlich eine Einführung in die japanische Sprache zu geben. Ein wertvolles Geschenk, zumal es vor 10 Jahren noch keine wirklichen Unterrichtsunterlagen für Japanisch in Deutschland gab. Da ich vorher schon mal etwas Chinesisch gelernt hatte, war mein Interesse für Japanisch (und vergleichende Sprachwissenschaft) schnell da.

Dazu kamen noch weitere Umstände. Einer war privater Natur. Der andere – als damaliger Student der Diplom-Geographie hatte ich zwei Wahlpflichtfächer zu belegen und zudem noch studium generale-Vorlesungen (festgelegte Stundenzahl, egal welches Fachgebiet, so lange es nicht mit dem eigenen zu tun hat). Just zu dieser Zeit hatte das Institut für Japanologie seine kleinen aber feinen Pforten geöffnet. Und Japanologie stand als Wahlpflichtfach zur Verfügung. Damit begann der Teufelskreislauf. Erstmal ging es allerdings auf kleine Weltreise – erst nach Indien, dann nach Japan. Einen grösseren Kulturschock konnte man sich nicht vorstellen. Nach anderthalb Monaten ging es wieder zurück zum Studium. Japanologie ohne Sprache? Nein, das konnte ich nicht annehmen. Also Sprachkurse belegt. Anfangs waren wir rund 15 Studenten, nach anderthalb Jahren nur noch drei. Wer Japanisch lernt, hat automatisch mehr und mehr mit Japanern zu tun. Zum Beispiel als Tutor. Später als Reiseleiter. Dann als Übersetzer. Usw. usf. Mangels „echter“ Japanologie-Studenten bot man mir sogar eine Studenten-Stelle im Institut an. Und fragte mich, ob ich nicht gänzlich zur Japanologie umschwenken wolle. Nein, wollte ich nicht. War ja schliesslich mit dem anderen Studium beschäftigt. Im Nachhinein wäre es wohl doch keine schlechte Idee gewesen…

Episode III wird wohl doch noch kommen. Thema: Wie lernt man Japanisch. Nein, kein Universalrezept. Aber vielleicht hilft es trotzdem jemandem.


Blick ins kanwa jiten – ein Wörterbuch für Schriftzeichen im Japanischen. Auf den ersten Blick fallen einem dazu nur zwei Wörter ein: Schwein. Und Uhrwerk. Dabei ist das ganze einfach ganz logisch.

Das Wort des Tages: 鬱陶しい(うっとうしい) (uttōshii). Wird fürs Wetter benutzt und bedeutet „deprimierend“. Jeden Tag Regen. Dabei beginnt doch die Regenzeit erst noch…

Frage an die Leser – könnt Ihr die Schriftzeichen überhaupt sehen oder erscheint nur Zeichensalat wie @;$#=^\?

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