東京駅 Bahnhof Tokyo (Tokyo Station)

Bahnhof Tōkyō bei Nacht - Marunouchi Ausgang
Tōkyō hat unzählige Bahnhöfe - der wichtigste für Fernreisen trägt dabei den angemessenen Namen "Tōkyō-eki" (Eki=Bahnhof). Von hier fahren alle Shinkansen 新幹線 ab - in 6 Stunden hat man so die 1300 km bis nach Fukuoka zurückgelegt. Tokyo-eki ist ein "echter" Bahnhof wie wir ihn kennen - Eine Empfangshalle mit Fahrkartenschaltern und ein paar Café's, Gepäckaufbewahrung usw. - kein funktionaler Mischmasch aus Kaufhaus und Bahnhof wie z.B. in Shinjuku. Steht man vor dem Hauptgebäude, denkt man, der Bahnhof sei klein. Irrtum - Das meiste liegt unter der Erde. Insgesamt gibt es 12 Bahnsteige plus sechs Bahnsteige des Shinkansen. Und wer zur Keiyō-Linie 京葉線 Richtung Chiba umsteigt, ist ewig lange unter der Erde unterwegs.
Im Bahnhof gibt es natürlich überall die berühmten Eki-ben 駅弁 (Eki-bentō) - kleine Schachteln mit hübsch arrangiertem Essen für unterwegs. Sehr praktisch und meistens auch wirklich kulinarisch ein Genuss.
Man kommt vom Tokyo-Eki überall hin - er liegt einfach zentral. In Shinjuku steigen zwar mehr Leute um, aber der Bahnhof dort dient fast ausschliesslich dem Nahverkehr.

Millenario - das erleuchtete Marunouchi
2003 wurden - zum zweiten Mal bereits - im Marunouchi-Viertel (丸の内) die Lichter angeschaltet. Gestaltet von einem italienischen Künster, liess man eine lange Passage in seltsam-schönem Glanz erstrahlen. Das Spektakel nennt sich Millenario ミレナリオ und sieht in der Tat erhaben aus. Wenn da nicht die Menschenmassen wären. Das Licht wird jeden Abend zwischen Weihnachten (kurisumasu,クリスマス) und Silvester (ōmisoka,大晦日) angeschalten. Aber nur zwischen 17 und 21 Uhr. Wahre Menschenmassen wälzen sich dann durch die enge Strasse, und Aufsichtspersonen rufen "Bitte weiterlaufen! Nicht stehenbleiben!". Geht auch nicht anders, da die Massen von hinten drücken. Ist natürlich schade, da man dies gern mit Stativ fotografieren möchte. Millenario sollte nur ein Mal stattfinden - war aber erfolgreich genug für eine Neuauflage. Ich könnte mir vorstellen, dass man dies nun fortsetzt.
Um dorthin zu gelangen, verlässt man den Bahnhof Tokyo durch den Marunouchi-Ausgang und geht geradeaus - an den Menschenmassen erkennt man sofort, wo man hin muss.
皇居 Kaiserpalast

Sakuradamon 桜田門 (Kirschfeldtor) - ein Nebeneingang
Läuft man von Tokyo-eki durch Marunouchi hindurch geradeaus, kommt man zum Kernstück: der kaiserliche Palast. Die ganze Anlage umfasst mehrere Teile: Den Kōkyo-Gaien 皇居外苑 (Palast-Aussengarten), eine Art Exerzierplatz und öffentlich zugänglich, der Kita-no-maru Kōen 北の丸公園 - (Nordring-Park), ein öffentlicher Park mit dem berühmten Budōkan 武道館, einer Veranstaltungshalle, in der Mitte, sowie die nicht öffentlich zugänglichen Bereiche Kōkyo Higashi-gyoen 皇居東御苑 (Kaiserlicher Ostpark) und dem zentralen, von Wassergräben und Wällen umgebenen Palastbereich. Kōkyo bedeutet "wo der Kaiser wohnt". Hier stand einst die Festung Edo-jō, von der nur noch die Wälle und Gräben übrig sind.
Südlich des Palastbereiches liegen die Viertel Nagata-chō 永田町 und Kasumi-ga-seki 霞ヶ関. Hier befinden sich das Parlamentsgebäude (国会議事堂, Kokkaigijidō), zahlreiche Ministerien und der Oberste Gerichtshof (最高裁判所 saikō saibansho). Ein grosses und nachts menschenleeres Büroviertel.
Mehr zur alten Festung siehe unter Edo-jō.
秋葉原 Akihabara

Einer der (restaurierten) Yagura's des Kaiserpalastes
Der Kontrast zwischen den Burganlagen und den umliegenden Hochhäusern könnte grösser nicht sein. Da ein Ort mit Wassergräben und vielen Bäumen, dort der tosende Verkehr zwischen den Häuserschluchten. In den 1980ern war angeblich der Grundstückspreis des Kaiserpalastes genauso viel wert wie der des gesamten US-Bundesstaates Kalifornien.
Läuft man vom Palast gen Norden, kommt man nach Akihabara (zu deutsch "Herbstblätterfeld") - bekannt durch den Beinamen "Electric City". Dort reihen sich Elektronik- und Elektrotechnikkaufhäuser aneinander. Akihabara ist bei Touristen sehr beliebt, da man dort modifizierte, also problemlos im Ausland nutzbare japanische Produkte kaufen kann. Sprich mit angepassten Stromanschlüssen (da Japan 110 V nutzt), englischer oder chinesischer Menüführung, passenden Modems usw. usf. Was die Preise anbelangt, ist es nicht unbedingt billiger in Akihabara. Man kann genauso gut in den grossen Läden wie Big Camera ビックカメラ oder Yodobashi Camera ヨドバシカメラ, z.B. in Shinjuku oder Ikebukuro, einkaufen. Allerdings sind die Geräte dann nicht kompatibel - man muss Extra-Equipment kaufen.
靖国神社 Yasukuni-Schrein

Einer der (restaurierten) Yagura's des Kaiserpalastes
Westlich des Kaiserpalastes, kurz vor dem sotobori 外堀 (Aussengraben) befindet sich der grosse Schrein Yasukuni. Der Name bedeutet soviel wie "Befriedung des Landes". Der Schrein ist den Kriegstoten seit 1853 gewidmet - und das sind schätzungsweise 2.4 Millionen! Vor allem aussenpolitisch zum Problem wurde der Schrein seit 1979, denn seitdem wurden hier auch Klasse A - Kriegsverbrecher (höchste Kategorie) eingesegnet zur letzten Ruhe gebettet. Und japanische Politiker besuchen diesen Schrein zum Jahrestag des Endes des zweiten Weltkrieges, was alljährlich lautstarke Proteste der einstigen Opfer Japans - China und Korea - sowie Seitens der japanischen Opposition hervorruft. Das war vor allem beim einstigen, langdienenden Ministerpräsidenten Koizumi 小泉 nicht anders. Ein Hickhack, das sich Jahr für Jahr wiederholt.
Rund um den Schrein fahren ab und an die Rechten in ihren schwarzen Bussen herum und versuchen sich in Propaganda. Gleich in der Nähe befindet sich der Kaiserpalast.


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