Japan-Almanach: Alles über das Leben und Reisen in Japan. Seit 1998.
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Nicht zu fassen…

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Nun ist es wahrhaftig keine Seltenheit, dass man hier sehr merkwürdige Kleidung sieht. Erst recht, wenn irgendwas auf Ausländisch, meistens Englisch, draufsteht. Da propagieren junge Frauen schon mal gelassen auf einem T-Shirt ihren Smooth Beaver (kein Scherz – und die Gute hatte keine Ahnung, was das heisst!). Trotzdem bin ich gelegentlich doch mal wieder überrascht. Dieses Mal von diesem T-Shirt, das ich am Sonntag in einem Laden in Ikebukuro gefunden habe. Dort gab es viele T-Shirts in einem ganz kleinen, aber scheinbar angesagtem Laden – die meisten auf Deutsch bedruckt. Vieles davon war einfach nur falsch oder schlichtweg unverständlich.
Aber das T-Shirt auf dem Foto fand ich herb: Niederlande – Kaffeegeschäft (Coffee Shop!?) – Euthanasie – Dekorationsfenster. Wie bitte? Euthanasie? Wer auch immer darauf gekommen sein mag…

„Können die nicht mal jemanden einstellen, der das Englisch (oder Deutsch oder was auch immer) auf Richtigkeit überprüft!?“ könnte man natürlich zurecht fragen. Klar, aber warum sollte man. Ausser ein paar pingeligen Ausländern stört das doch keinen! Und mal ehrlich – in mitteleuropäischen Gefilden rennen auch viele mit Schriftzeichen herum – auf Kleidungsstücken und – noch viel gefährlicher – tätowiert. Wohl dem, der wirklich weiss, was es bedeutet!
Ach ja, eigentlich war ich ja zum Wanderschuhe kaufen in Ikebukuro – Mission Impossible. Es gab überall tolle Wanderschuhe, aber Grösse 44? Mitleidvolles Lächeln…

Wort des Tages: 顰蹙(ひんしゅく)を買う (hinshuku o kau) – „Stirnrunzeln hervorrufen“ (kau ist eigentlich kaufen, aber auch „sich etwas einhandeln“).

Wasserrugby

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Heute habe ich es zum ersten Mal geschafft, in die Schwimmhalle unserer Stadt zu gehen. Wohne ja auch erst ein Jahr hier… Die Stadt, Einwohner ca. 150’000, hat eine prächtige Sporthalle für ihre Bewohner gebaut (nur Einwohner der Stadt dürfen rein). Nun war ich zwar schon oft da, aber bisher noch nicht zum Schwimmen.

Der Eintritt in die Schwimmhalle kostet gerade mal 510 Yen (knappe 4 Euro) für zwei Stunden. Ungewohnt für mich ist die Badekappenpflicht. Drinnen gibt es zwei 25 m Becken, ca. 8 Bahnen breit. Das eine ist zum Schwimmen, aber nur 1.50 m tief. Deswegen gibt es leider keine Startblöcke. Das zweite ist zum Planschen. Ausserdem gibt es noch eine Sauna und einen kleinen Aussenbereich. Keine schlechte Sache also. Typisch ist die durchgeplante Benutzung: Zwei Bahnen sind Einbahnstrecken. Zwei sind für hin- und zurück. Der Rest für Freestyle sozusagen. Heute musste ich mir eine Bahn im Schnitt mit sechs Leuten teilen – will heissen, es ist manchmal ein bisschen wie beim Rugby. Vorgenommen hatte ich mir ja zwei Kilometer, also 40 mal hin und zurück. Jedoch – ein Mal pro Stunde müssen alle aus dem Wasser – für zehn Minuten. Wasseraustausch? Desinfektion? Keine Ahnung.
Das hatte ich ganz vergessen, und so war nach 35 mal hin und zurück leider schon Schluss. Nicht das allergrösste Vergnügen, aber es ist Sport. Und einen sauberen Strand, geschweige denn einen sauberen See, gibt es in der näheren Umgebung leider nicht. Mal sehen, ob ich morgen neben einem Muskelkater auch noch blaue Flecken habe…

Das Wort des Tages: 運動 (undō). Beide Zeichen stehen für „(etwas) bewegen“. Auf Deutsch „Sport“.

Was für eine Ironie!

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Heute machten veröffentlichte handschriftliche Notizen des Shōwa-Tennō Schlagzeilen – und das zu recht und wohl nicht nur heute. Jener war von 1926 bis 1989 Kaiser Japans und galt vielen, vor allem freilich den Amerikanern, als Kriegstreiber. Jahrzehntelang hatte er alljährlich den Yasukuni-Schrein besucht – bis 1978. Dann nie wieder. Lange wurde gerätselt, warum.

Blick zurück auf heute: Mit seinen regelmässigen Besuchen des gleichen Schreins bringt Premierminister Koizumi die japanische Aussenpolitik durcheinander, denn da im Yasukuni seit 1979 auch Kriegsverbrecher der höchsten (=schlimmsten) Kategorie liegen, sind Koreaner und Chinesen nicht begeistert. Die Schreinbesuche haben die nachbarlichen Beziehungen auf einen Tiefpunkt gebracht.

Was besagen nun die Notizen? Genau! Shōwa-Tennō fühlte Unbehagen bei der Umbettung der Kriegsverbrecher. Von seinem Herzen aus fühlte er, dass da etwas nicht stimmt. Deshalb ging er nicht mehr. Und deshalb geht auch sein Sohn, der jetzige Tennō, nicht zu diesem Schrein. Nur Koizumi mmuss da noch unbedingt hin. Höchste Zeit, dieses überflüssige Spektakel zu beenden!

Wort des Tages: 不快感 (fukaikan) – dieses Wort benutzte Hirohito, so der eigentliche Name des Showa-Tenno, in seiner Notiz. –kaikan ist das Wohlbehagen, fu- bedeutet „Nicht-“ bzw. „Un-„.

Bald heisst es wohl „Dershitye, Dershitye“(*) im Ring

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*russisch, bedeutet „halten!“
Diesen Eindruck könnte man fast bekommen, wenn man in letzter Zeit Sumō schaut. Vor 1992 sorgte der erste Ausländer, der zum yokozuna (höchster Rang) gekürt wurde, noch für helle Aufregung – es handelte sich um den Hawaiianer Akebono. Dann kamen die Mongolen. Der zur Zeit unbestritten stärkste Kämpfer ist auch Mongole, namentlich Asashōryū. Zur Zeit findet das Juli-Turnier in Nagoya statt, und mittlerweilen sind bald mehr Ausländer dabei als Japaner. Interessant ist dabei, wo die Leute alle herkommen (in Klammern jetziger Stand beim Turnier, erste Zahl = Siege, zweite Zahl Niederlagen):

  • Asashōryū, Mongolei (11-0)
  • Hakuhō, Mongolei (9-2)
  • Kotoōshū, Bulgarien (6-5)
  • Asasekiryō, Mongolei (-)
  • Kyokushūzan, Mongolei (1-10)
  • Hakurozan, Russland (2-9)
  • Kyokutenhō, Mongolei (3-8)
  • Rohō, Russland (5-4, muss drei Mal aussetzen)
  • Ama, Mongolei (3-8)
  • Baruto, Estland (7-4)
  • Kokkai, Georgien (8-3)
  • Tokitenkō, Mongolei (7-4)
  • Kasugaō, Südkorea (4-7)

Fällt was auf? 13 von 42 (zu Beginn des Turniers 16 von 44) Kämpfern kommen nicht aus Japan. Davon kommt die Hälfte aus der Mongolei, der Rest aus der ehemaligen Sowjetunion (und Bulgarien ebend). Mal sehen – bald wird wohl Russisch Amtssprache beim Sumō werden. Dann heisst es im dohyō ebend nicht mehr „Nokotta!“ (siehe unten) sondern „dershitye“!

Wenn ich Sumō sehe, fällt mir immer die Sumo-Amateurweltmeisterschaft 1999 in Riesa ein. Weiland hatte ich dort als Dolmetscher zu tun – der einzige für eine 50-köpfige Delegation aus Japan. Leider hatten sich die deutschen Organisatoren mit den japanischen Verbandsfunktionären am zweiten Tag komplett überworfen – eine schwierigere Arbeit als Dolmetscher hatte und habe ich nie erlebt.

Wort des Tages: 残った! 残った! (nokotta, nokotta!) – das ist das, was der Schiedsrichter den Sumo-Kämpfern im Ring zuruft (das Wort selbst ist dabei kaum zu verstehen). Nokotta bedeutet wortwörtlich „(er) blieb!“ – will heissen, „Macht weiter!“. Eine Art Anfeuerungsruf.

Und der Gewinner ist…

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Heute – Montag – war Feiertag in Japan. Nämlich umi no hi, der „Tag des Meeres“. Also beschlossen wir, am Wochenende ans Meer zu fahren, in die Präfektur Ibaraki. Begleitet von einem sehr heftigen Gewitter, das mehrmals den Strom in der Präfekturhauptstadt ausfallen liess. Und gefolgt von der Erkenntnis, dass die Pazifikküste bei Ibaraki nicht allzu sehenswert ist. Viel Industrie, viel Schmutz…

Mit der privaten Bahn „Kashima Rinkaisen“ ging es später die Küste entlang. Der Zug ist eine Art Ferkeltaxe, die gemütlich von einem Dorf zum anderen zuckelt. Unterwegs hielten wir an einem Bahnhof, dessen klangvoller Name es mir sofort angetan hat:

Chōjagahamashiosaihamanasukōenmae

22 (Hiragana-)Silben. Und es scheint zu stimmen – es ist der längste Bahnhofsname. Allerdings hat ein Bahnhof in Aso genau so viele Zeichen.


Wer hier wohnt, hat beim Adressen schreiben eindeutig verloren.

Das Wort des Tages: Bzw. der Bahnhofsname: (hama) bedeutet Strand. 公園前 (kōenmae) heisst „am Park“. Der Rest ist Ortsname und sollte besser nicht übersetzt werden. Da man in Japan alles ohne Leerzeichen schreibt, noch die Unterteilung in Worte:
„Chōjaga-Strand Shiosai-Hamanasu Park“.

Teutonisierung Japans schreitet unaufhaltsam voran

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Nicht nur, dass man in Japan ein Bier names „Brau Meister“ trinkt, im „Gelende“ Ski fährt, stets nach arubaito (=Arbeit) sucht – nein, nun kommt auch noch die Currywurst nach Japan. Hab ich gestern in einem Spar-Markt (ja, die gibt es hier auch in einigen Gegenden) in Ōarai / Präfektur Ibaraki entdeckt. Mikrowellen-Currywurst, mit extra Currypulver (klebt rechts aussen dran) und – mit Fritten. Für 298 Yen (gute 2 Euro). Da ich mir sowas jedoch garantiert nicht kaufe (jedenfalls nicht für die Mikrowelle), musste ich das Photo vor Ort machen.

Hergestellt wird das übrigens von Nippon Ham – einer der grössten, wenn nicht der grösste Fleischfabrikant Japans. Na dann, Mahlzeit!

Das Wort des Tages: Bzw. die Worte – das, was auf der Packung steht – ドイツ生まれのおつまみ! (doitsu umare no otsumami). Otsumami heissen all die vielen kleinen Snacks – denn Trinken ohne dabei zu Essen geht nicht in Japan. Heisst hier zusammen „Der Snack aus Deutschland“. Rechts daneben steht auch noch ein Spruch, der von Konfuzius stammen muss: ビールがうまい! (biiru ga umai). Zu deutsch „Bier ist lecker“. Aber hallo.

Technik top – Banken flop

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Richtig ist, dass Japan sehr fortgeschrittene Technik entwickelt und vor allem in viel mehr Bereichen wesentlich schneller einsetzt. Hinzu kommt eine gewisse Technikbegeisterung quer durch alle Altersschichten. Bei den Banken ist die Zeit jedoch irgendwann stehengeblieben. Zwar gibt es zum Beispiel Bankautomaten überall, aber die reichen vorn und hinten nicht – das beweisen alltäglich die langen Schlangen vor den Automaten.

Viele Geldautomaten sind zudem vorsintflutlich, die Tastaturen erinnern an die ersten Taschenrechner. Clevererweise spucken die Automaten meistens auch alles zur gleichen Zeit aus: Karte, Geld und Quittung. Was für ein fröhliches Gefiepe! Ich hab schon viele entweder ihre Karte oder ihr Geld fallen lassen sehen – man hat ebend nicht drei Hände.

Auch Überweisungen machen Spass. Zum einen durch so klangvolle Banknamen wie „Mitsubishi Tokyo UFJ Bank“ oder „Mitsui Sumitomo Bank“. Zum anderen dadurch, dass man es immer noch nicht geschafft hat, in das Zeitalter der double-byte-Zeichen aufzurücken. Kurze Erläuterung: Lateinische Buchstaben sind nicht so komplex, da reichen single-byte-(8 Bit bzw. 8 x 8 Punkte)-Zeichen. Japanische und chinesische Zeichen sind zu komplex – man würde nur einen schwarzen Kasten sehen. Deshalb werden double-byte (16 Bit, 8 x 16 Punkte) Zeichen benutzt. Nicht bei den Banken: der Empfänger muss in single byte Katakana angegeben werden. Aus ジャパン・コミュニケーション (Japan Communication) wird dann ジヤパン.コミユニケエシヨン (Jiyapan Kominiyunikeeshiyon). Was für ein Spass.

Zuletzt der Gebührendschungel und andere Stolpersteine: Tarife ändern sich je nach Tag und Uhrzeit und Bank. Und: Am Wochenende geht Internetbanking einfach mal nicht. Ist ebend Wochenende.

Eins muss man den Banken aber lassen: Sie sind pünktlich. Überweisungen dauern nicht – das Gehalt ist definitiv zum festgelegten Tag da – und Abbuchungen sind auch minutenpünktlich.

Wort des Tages: 銀行 (ginkō) – die Bank. gin bedeutet „Silber“, -kō bedeutet gehen, ausführen und vieles mehr.

Nordkorea – Japan 1:0?

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Nein, nicht im Fussball, sondern aussenpolitisch. Und das auch noch durch ein Eigentor. Nachdem Nordkorea nun doch trotz Warnungen von allen Seiten seine Raketentests durchführte (siehe hier), kam die typisch ungeschickte Antwort aus Japan: Dass man nun bei der UN um eine Resolution ersucht, ist ja verständlich. Dass nun einige Politiker allerdings laut darüber nachdenken müssen, ob man nicht einen Präventivvorschlag gegen nordkoreanische Raketenbasen mit der eigentlich pazifistischen Verfassung vereinbaren könnte, kann mal wieder als Eigentor gelten.

Getreu dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ kamen freilich just scharfe Proteste aus Südkorea (de facto noch immer im Kriegszustand mit Nordkorea). Auch China und Russland sind wenig begeistert. Letztere werden wohl auch von ihrem Vetorecht im Sicherheitsrat der UN Gebrauch machen.

Nordkorea hat damit zumindest eins erreicht: Japan ins Abseits zu manövrieren und die Weltgemeinschaft zu spalten. Taktisch sehr clever, dass muss man schon sagen.

Das Wort des Tages: 紛争 (funsō). Die „Krise“. Passt ja zum heutigen Tag nach der Meldung, dass Israel wieder in den Libanon einmarschierte.

Filmkritik: Geisha (jap. Titel: „Sayuri“)

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Sayuri - Geisha Die Vorgeschichte zum Film sollte einen eigentlich schon ins Kino locken. Oder ebend vor den DVD-Player. Da wäre die geniale Romanvorlage von Arthur Golden (Originaltitel: Memoirs of a Geisha), die so gut geschrieben war, dass ich beim Lesen des Epilogs aus allen Wolken fiel (und mich ein bisschen veralbert fühlte, aber was soll’s – es ist ein sehr schönes Buch). Da wäre auch der Sturm der Entrüstung, den der Film in Ostasien hervorrief: Japaner beschweren sich, dass die (weiblichen) Hauptrollen zumeist von Chinesen besetzt werden. Chinesen beschweren sich, dass Chinesen Japaner spielen. Und so weiter.

Nun, lang wurden die 139 Minuten nicht, dass muss man dem Film lassen. Verstörend wirkte aber auf mich nicht nur die Tatsache, dass chinesische Schauspieler die Hauptrollen besetzten, sondern auch mit chinesischem – und definitiv nicht japanischem – Akzent gesprochen wurde (zumindest in der englischen Fassung). Und die Musik – dieser alberne transzendental-okzidentale Versuch, chinesische (!) klassische Musik auf „Popniveau“ zu bringen, machte mich gar nervös. Was bitte soll das, dachte ich mir. Hätte man doch lieber der japanischen Laute, shamisen genannt und zu beherrschendes Instrument der Geishas, mehr Zeit gewidmet!

Leider kamen auch die intelligenten Dialoge des Buches selten zum Vorschein. Stattdessen wurde in Windeseile, wenn möglich nur mit Bildern und wenigen Worten, versucht, Spannung aufzubauen. Aber es ist ja auch eine Menge Stoff für nur gute zwei Stunden. Und Hollywood hat aus dem Stoff genau das gemacht, was man von Hollywood erwartet.

Meine Wertung: ★★★☆☆☆ (3/6)

Das Wort des Tages: 芸者 (geisha). Gei bedeutet Kunst, -sha ist die Person. Eine Geisha war in der Tat eine Künstlerin – der Unterhaltung. Besonders der Konversation, des Tanzes, der Musik und der vielen kleinen anmutigen Gesten.

Fussballwahnsinn in Japan: Der Spaß geht weiter

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Um wenigstens ein klitzekleines bisschen WM-Luft zu schnuppern, habe ich mich gestern zum Goethe-Institut in Tokyo begeben. Dort wurde auf einer grossen Leinwand das kleine Finale, Deutschland gegen Portugal, gezeigt.
Dazu gab es in Japan gebrautes, deutsches Hefe vom Fass und die obligatorischen Würstchen. Zu zivilen Preisen, Eintritt kostenlos. Einlass war 23:30, auf Grund der Zeitverschiebung war der Spielbeginn hier um 4:00 morgens. Lob und Dank an das Goethe-Institut, trotz der unchristlichen Zeit so etwas zu organisieren.

Demographisch gesehen war das Publikum schon interessant: Mit schätzungsweise 150 Leuten war der Saal voll. Rund 10% waren Deutsche, der Rest Japaner. Und wesentlich mehr japanische Frauen als Männer. Mehr als die Hälfte trug Fussballtrikots, und so gab es eine Menge Ballacks, Kahns, Huths und Schneiders im Saal. Und eine Riesen-Deutschlandfahne (siehe Bild, im Hintergrund).

Es war schon lustig, die hohen Stimmen, die da „Deutschland Deutschland“ riefen. Die geschminkten Frauen, die in der Halbzeit über Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt fachsimpelten. Die schiere Begeisterung, wenn Kahn den Ball auch nur vom Boden pflückte. Wieder einmal bewahrheitete es sich: Manch Japaner ist deutscher als ein Deutscher.

Ein japanischer Fan erzählte mir die folgende Geschichte: Er ist grosser Fan der Mannschaft Urawa Reds. Urawa ist eine kleinere Stadt bei Tokyo. Er brachte seinen deutschen Fussballfreunden ein paar
Fanartikel mit – aber scheinbar schien sich keiner so richtig darüber zu freuen. Also brachte er beim nächsten Mal Fanartikel vom FC Tokyo mit. Und siehe da – sie fanden reissenden Absatz. Dabei hasst
der ärmste den Verein…


Fussballbegeisterung im Goethe-Institut, morgens um 5 in Tokyo…

Das Wort des Tages: 熱心 (nesshin). Netsu (ness-) bedeutet Hitze, -shin ist das Herz. Bedeutet „Eifer“, „Enthusiasmus“.

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