Japans Gipfel
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Japan's Gipfel: Diese Seite habe ich hauptsächlich der Photos wegen erstellt. Nebenbei gibt es auch ein paar wenige Erläuterungen, aber mit Wanderrouten oder gar Bergsteigertipps kann ich leider nicht aufwarten. Trotzdem viel Spass beim anschauen!
岩木山 Iwaki-san
Der Iwaki-san (-san bedeutet Berg) befindet sich in der Präfektur Aomori - der nördlichsten Präfektur der Insel Honshū. Der Gipfel ist 1625 m hoch. Der Berg befindet sich inmitten des Tsugaru-Nationalparks. Wie man unschwer erkennen kann, ist der Iwaki ein - momentan nicht sehr aktiver - Stratovulkan, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass man an seinem Fuss einige heisse Quellen (sogenannte Onsen) finden kann. Der letzte Ausbruch war 1863. Der Ausstoss heisser Dämpfe wurde zum letzten Mal 1986 beobachtet. Rund um den Berg rumort es hin und wieder - Erdbeben sind auch hier keine Seltenheit.
Der Iwaki-san, photographiert von der Burg in Hirosaki.
Der Berg ist leicht zu erklimmen. Man kann von Hirosaki mit dem Bus bis zum Fuss fahren und dann mit der Seilbahn weiterfahren - nach nur noch 45 Minuten Fussmarsch ist man auf dem Gipfel. Im Winter fährt die Seilbahn freilich nicht. Im nahegelegenen Hirosaki gibt es ein Schloss und andere Sehenswürdigkeiten. Mehr zum Schloss siehe unter Hirosaki-jō.
富士山 Fuji-san
Der Fuji-san wird hierzulande fälschlicherweise oft als "Fujiyama" bezeichnet - ein historischer Irrtum. Das Schriftzeichen "-san" wird ebenfalls "yama" gelesen, doch in Zusammensetzung mit dem Bergnamen liest man es "san". Der Fujisan ist mit 3'776 Metern Höhe der grösste Berg Japan und aufgrund seiner Form weltberühmt. Er ist an klaren Wintertagen selbst vom gut 100 km entfernten Tōkyō zu sehen. Der Fujisan ist ein Stratovulkan, dessen Geschichte vor schätzungsweise 100'000 Jahren begann. Der letzte Ausbruch fand 1707 statt und bedeckte ganz Edo (alter Name Tōkyō's) mit einer gut 15 cm dicken Ascheschicht. Diese Vulkanasche ist äusserst fruchtbar und spielte deshalb eine enorm wichtige Rolle bei der Erschliessung der Kantō-Ebene.
Der Fuji wird aufgrund seiner nahezu perfekten Form nicht nur von Naturliebhabern, sondern auch von religiösen Gruppen verehrt - er ist in vielerlei Hinsicht ein heiliger Berg. Einzig ein parasitärer Nebenkrater am Südosthang - der Hoei-san - unterbricht die konische Form. Der Berg befindet sich inmitten des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks. Besonders gut zu sehen ist er von den fünf Seen am Nordhang (fuji goko 富士五湖), der Industriestadt Fuji 富士 im Süden oder auch von Hakone. Die Chance, ihn im Frühjahr oder Sommer zu Gesicht zu bekommen, ist ziemlich klein.
Nahaufnahme von der Stadt Fuji. Deutlich zu erkennen ist einer der Pfade.
Die besten Chancen auf eine gute Sicht auf den Fuji hat man im Winter. Dumm nur, dass man den Berg nur in der schneefreien Zeit vom 1. Juli bis 31. August besteigen darf. Zumal zu dieser Zeit schon die ersten Taifune anrücken. Jeder darf in dieser Zeit den Fuji-san besteigen - und jeder macht es: Rund 3'000 Menschen pro Nacht, also fast 200'000 Menschen pro Saison! Populär ist es, bis zu einer der vier Fünften Stationen (gogōme 五合目) zu fahren. Die liegen auf 1'400 bis 2'400 Meter Höhe. Die meisten besteigen ihn nachts, da früh am Morgen die Chancen am höchsten sind, überhaupt etwas zu sehen.
Von Fujinomiya Gogōme 富士宮五合目 geht's am schnellsten - viereinhalb Stunden dauert der Aufstieg (und zweieinhalb Stunden der Abstieg). Man sollte viel, viel Kleidung mitbringen, denn auch im Sommer ist es oft frostig und sehr windig. Und viel Wasser sowie eventuell etwas zu Essen. Auch eine Taschenlampe ist angebracht. Zwar ist der Aufstieg wohl für jedermann zu schaffen, doch die Höhe reicht aus, einige Leute höhenkrank zu machen. Bei ersten Anzeichen der Höhenkrankheit (Schwindelgefühl, Schwächeanfall etc.) sollte man also lieber absteigen. Es gibt vier Routen mit jeweils 10 Stationen - in einigen von ihnen kann man auch übernachten und essen. Viele Tipps zum Aufstieg (leider nur auf Japanisch) gibt es unter http://www.fuji.tozan.org/.
穂高岳 Hotaka-dake
Entlang der Präfekturgrenze von Gifu und Toyama zur Präfektur Nagano erstreckt sich - exakt in Nord-Süd-Ausrichtung - das rund 100 km lange Hida-Gebirge 飛騨高地, welches oft schlicht als Nordalpen 北アルプス bezeichnet wird. Hier reihen sich dutzende Dreitausender aneinander. Der grösste in der Kette ist mit 3’190 Metern der Hotaka-dake, oft auch Meishin-dake genannt. Weiter nördlich befindet sich Hakuba - Ausrichtungsort der Skispringen während der Olympiade in Nagano. In den Nordalpen gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten. Berge wie der Hotaka sind allerdings sehr anspruchsvoll. Entlang der Nordalpen verläuft die Fossa Magna - eine gigantische Verwerfung, entdeckt vor über 100 Jahren vom deutschen Geologen Naumann. Beliebter Ausgangspunkt für Touren durch die Nordalpen ist Matsumoto - dort gibt es auch die sehr schöne Burg Matsumoto-jō.
Hotaka-dake, photographiert von Matsumoto.
阿蘇山 Aso-san
Die Insel Kyūshū kann mit drei äusserst lebhaften Vulkanen aufwarten: Dem Aso, dem Unzen 雲仙 und dem Sakurajima. Vor allem vom Aso und Unzen geht eine akute Gefahr aus. Aso befindet sich in der Inselmitte, zwischen Beppu 別府 und Kumamoto. Und er ist nicht einfach ein Berg. Es ist ein gigantischer Krater mit 80 km Umfang. Innerhalb dieses Kraters gibt es alles - Städte, Landwirtschaft usw. Insgesamt leben dort rund 100'000 Menschen! Innerhalb des Kraters gibt es 5 Berge. Der höchste ist der 1592 Meter hohe Taka-dake 高岳. Momentan recht aktiv ist lediglich der 1'216 m hohe Naka-dake 中岳, der ab und an überraschend ausbricht, mit ein paar vulkanischen Bomben um sich wirft und damit kilometerweit entfernte Menschen umbringt. Das passiert allerdings selten. Das letzte sehr aktive Jahr war 1995. Doch noch immer brodelt es am Naka-dake. Hinauf gelangt man - wenn der Krater ruhig ist - mit einer Seilbahn. Leider hatte ich kein Glück mit dem Wetter, wie man auf dem Photo sieht. Mehr über diesen Vulkan und die Umgebung siehe unter Aso!
Naka-dake - der aktive Krater des Aso-san.
韓国岳 Karakuni-dake
Im Süden Kyūshū's, an der Grenze zwischen den Präfekturen Miyazaki und Kagoshima, befindet sich das ca. 10 mal 10 Kilometer grosse Kirishima-Massiv 霧島山. Dieses ist gleichzeitig Nationalpark. Der höchste Punkt dieses Massivs ist der Karakuni-dake mit 1'700 Metern Höhe. Zu dem Massiv zählen vier Vulkane, die zwar momentan nicht sehr aktiv sind, mit denen man aber immer noch rechnen muss.
Kirishima-Massiv mit dem Karakuni-dake
桜島御岳 Sakura-jima Mitake
Gegenüber der Stadt Kagoshima im äussersten Süden Kyūshū's befindet sich der Sakurajima-Vulkan. Zwischen der Stadt und dem Vulkan liegen lediglich 5 Kilometer Bucht. Der Vulkan hat, wie man sieht, mehrere Gipfel - den Kita-dake (Nordgipfel), Naka-dake (Mittelspitze) und den Minami-dake (Bedeutung darf erraten werden). Der Kita-dake ist mit 1'117 Metern Höhe der grösste Gipfel. Aktiv ist zur Zeit allerdings nur der Minami-dake (Auf dem Photo rechts zu sehen. Auf dem Photo mischen sich die Wolken und der Dampf des Vulkans). 1914 gab es einen gewaltigen Ausbruch, durch den die Insel Sakurajima zur Halbinsel wurde. Und sie näherte sich dadurch der Stadt. Seitdem gibt es alle Jahre mal wieder eine grosse Explosion - so 2002, 2000, 1995 usw. Wenn er mal nicht explodiert, raucht er, wie auf dem Photo erkennbar ist, permanent vor sich hin. Die Einwohner der Stadt sind bei grösseren Explosionen und ungünstigem Wind einem penetranten, atemraubenden Ascheregen ausgesetzt.
Schneebedeckter Sakurajima - eine absolute Seltenheit!
Das ganze Explodieren und Ascheregnen hat freilich auch seine guten Seiten, denn die Asche sorgt für ausserordentlich fruchtbare Böden. So wird auf der Insel massiv landwirtschaft betrieben - und über 30 kg schwere Rettiche gezogen! Ebenfalls berühmt sind Miniorangen, die allerdings exorbitante Preise haben. Aufgrund der akuten Gefahr ist es leider nicht gestattet, den Berg zu besteigen. Auf halbem Wege ist Schluss.
Der Minami-dake nach einer Miniexplosion
Die Halbinsel ist vom Fährhafen in Kagoshima zu erreichen. Die Fähren brauchen gerade mal zehn Minuten und fahren sehr häufig, die Überfahrt kostet 150 ¥. Die Halbinsel ist voller Hotels und Touristenzentren. Es gibt allerdings auch ein kleines, akzeptables und obendrein noch kostenloses Museum unweit des Fährhafens. Auf der Insel gibt zahlreiche Lavaströme vorangegangener Eruptionen zu sehen - darunter auch ein halb von Lava bedeckter Torii. Auch eine Jugendherberge fehlt nicht. Auf der Insel kann man mit dem Bus herumfahren. Anmerkung zu den Photos: Diese entstanden im Januar 2003 und haben einen gewissen Seltenheitswert, denn einen Tag zuvor schneite es zum ersten Mal seit 16 Jahren in Kagoshima!
Tägliche Livephotos von der Wohnung eines Kagoshimaners gibt es hier (nur japanisch): http://page.freett.com/sakurajima
雲仙岳 Unzen-dake
Blick vom Unzen Richtung Ariake-See
Der Unzen ist einer der aktivsten (und gefährlichsten) Vulkane Japans. Der Berg nimmt fast die komplette Shimabara-Halbinsel 島原半島 ein und ist mit seinen 1'486 Meter Höhe, beginnend vom Meeresspiegelniveau wohlgemerkt, mehr als weithing sichtbar. Der Vulkan ist von komplizierterer Natur - er weist nicht die klassische Vulkanform wie der Fuji-san auf, sondern ist eher eine Gruppe von Vulkanen - ein Gebilde mehrerer, sich überlappender Stratovulkane.
Der 平成新山 - der neue Berg Heisei


Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich habe gestern Nacht den Fujisan bestiegen und moechte ganz deutlich sagen, dass es wahrscheinlich nicht \'wohl fuer jedermann zu schaffen\' ist. Ich bin 24 Jahre und war mit einer Gruppe Maennern mitte zwanzig unterwegs und jeder von ihnen (mich eingeschlossen) ging bei dem Aufstieg an seine physischen Grenzen. Wir haben keine nennenswerten Pausen gemacht, trotzdem dauert der Aufstieg 7 Stunden, wahrscheinlich auch hervorgerufen durch den Menschenstau, den man ca. 1 Stunde vor dem Gipfel antrifft. Der Abstieg hat 4 Stunden gedauert. Ich moechte das posten weil ich selber sehr ueberrascht war wie schwierig es ist und sich keiner leichtsinnig darauf einlassen sollte!!! Danke!
Mit freundlichen Gruessen,
Karin