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Japan Almanach - Tokyo - Shibuya - Japan Almanach

Lage von Shibuya
Region: 関東 Kantō
Präfektur: 東京 Tokyo

渋谷区 Shibuya-ku

4 von 5 Sternen: Durchaus Sehenswert
Name:
Wörtlich Bitteres Tal (kann aber auch einen anderen Ursprung haben - "shibui" ist vieldeutig).
Lage:
Südlich von Shinjuku an der Yamanote-Linie. Ist rund 15 km² gross und hat lediglich 182'000 Einwohner.
Ansehen:
Der Meiji-Schrein. Der Yoyogi-Park. Die Einkaufsstrassen zwischen Harajuku und Shibuya. Sich vor dem Hachikō in Shibuya treffen und mit Freunden Shibuya oder Ebisu unsicher machen. Die nagelneue türkische Moschee in Yoyogiuehara verdutzt ansehen.

明治神宮 Meiji-Schrein

Shibuya
Eines der Gebäude im Meiji-Schrein

Der Hauptgrund für Touristen, den Shibuya-Bezirk zu besuchen, ist definitiv der Meiji jingū 明治神宮 (Meiji-Schrein) und der umliegende Park. In Japan überwiegen Shintōismus 神道 und Buddhismus 仏教 - von vielen wird beides praktiziert. Was dem Christen die Kirche, ist dem Shintōist der Schrein (Jingū 神宮) und dem Buddhist der Tempel (Otera お寺). Der Meiji-Schrein ist einer der grössten in Tokyo, aber nicht unbedingt einer der wichtigsten (zu den wichtigsten zählen der Ise-Schrein 伊勢神宮 unweit von Nagoya, der Izumo-Schrein 出雲神宮 unweit von Matsue und der Atsuta-Schrein 熱田神宮 in Nagoya). Wie der Name bereits sagt, wurde der Schrein zu Ehren des Kaisers Meiji erbaut - selbiger gab der Meiji-Periode Ende des 19. Jhd. den Namen und führte in der Zeit Japan aus der Isolation.

Der Meiji-Schrein wurde 1920 erbaut, ist also sehr neu. Allerdings fiel er den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg zum Opfer und wurde erst 1958 neu aufgebaut. Der Schrein besteht aus zahlreichen, traditionell aus Zedernholz gebauten Gebäuden und einem grossen Torii 鳥居 (dem shintoistischen Torbogen).

Shibuya
Hochzeitsprozession im Meiji-Schrein

Dass mit den Religionen sieht man in Japan oftmals ganz pragmatisch. Der Tod zum Beispiel ist im Shintōismus eine unreine Sache - im Buddhismus hingegen wichtiger Bestandteil des religiösen Konzepts der Wiedergeburt. Also sind Totenzeremonien und Ahnenverehrung eher buddhistische Elemente. Hochzeiten hingegen sind etwas positives (so der allgemeine Konsens) und damit spielen shintoistische Zeremonien eine bedeutende Rolle. Hochzeiten sind ein Thema für sich in Japan - ein bunter Mix verschiedenster Elemente - oftmals ist auch eine "unechte" christliche Kapelle involviert, obwohl weder Braut noch Bräutigam etwas mit Jesus & Co. zu tun haben. Praktizierende Shintoisten heiraten im Schrein - wer Geld hat, in einem wichtigen Schrein. A propos Geld: Die meisten Hochzeiten werden in speziell dafür vorbereiteten Hotels abgehalten und kosten richtig Geld. Deshalb gibt es auch in Japan den Trend, im Ausland während einer Reise zu heiraten.

An den Schrein schliesst sich ein kleiner Park an - Eintritt 300 Yen, aber es lohnt sich. Südlich des Schreins befindet sich der Yoyogi-Park 代々木公園, in welchem eine Zeltstadt grösser und grösser wird - hier kampieren die aus Shinjuku vertriebenen zahlreichen Obdachlosen.

渋谷 Shibuya

Shibuya
Grosses Volksfest in Shibuya

Einheimische besuchen Shibuya eher wegen der unzähligen Geschäfte. Die Gegend zwischen Harajuku und Shibuya ist ein einziges Shoppingzentrum und gerade unter Jugendlichen sehr beliebt. Die Zeiten, in denen sich ausgeflippte Leute in Harajuku versammeln und Shows abziehen sind jedoch vorbei - polizeiliches Versammlungs- und Aufführungsverbot. Schade eigentlich. Shibuya ist neben Shinjuku eines der grossen Vergnügungsviertel der Stadt. Viele verabreden sich dazu erstmal am Hachikō ハチ公-Denkmal. Hachiko war eine treue Seele von Hund, der zehn Jahre lang tagein tagaus auf sein Herrchen wartete - der allerdings verstorben war. Was der Hund nicht wusste. Zur Belohnung gab es ein Denkmal und gleich noch einen Film hinterher. Da sich nahezu ALLE dort verabreden, ist es trotz des kleinen Denkmals nicht einfach, sich zu finden. Oder man verabredet sich zu einer exotischen Zeit - 19:23 am Hachiko - die meisten finden sich nämlich zur vollen Stunde ein. Oder sie finden sich nie und warten 10 Jahre lang...

Wer Mode sucht - dazu noch aussergewöhnliche - ist in Harajuku und Shibuya genau richtig. Denn hier sieht man die Geschäfte dafür und gleichzeitig, wie die Mode an anderen aussieht. Ach ja - ziemlich trendy in Harajuku und Shibuya sind zur Zeit Döner Kebab's! Werden von mobilen Döner-Kommandos verkauft. Sind wesentlich schlechter und merklich teurer als in Deutschland zum Beispiel.

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