BlogRettet Minami-Sōma

Rettet Minami-Sōma

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Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich einmal erwähnt, einen Teil meines einwöchigen Sommerurlaubs damit verbringen zu wollen, irgendwas Gutes im Nordosten von Japan zu tun. Egal was. Nun, ich habe etwas gefunden, und da ich die Aktion für sehr sinnvoll halte, möchte ich sie an dieser Stelle etwas näher vorstellen.

Lage von Minami-Sōma
Lage von Minami-Sōma

Bei dem ausschliesslich von Freiwilligen (Ausländern und Japanern) geführten Projekt geht es darum, den Bewohnern der Stadt Minami-Sōma zu helfen. Über die prekäre Lage dort hatte ich hier schon einmal kurz berichtet.
Die Stadt liegt an der Nordostküste der Präfektur Fukushima und ist eigentlich mehr ein Zusammenschluss zahlreicher Dörfer. Die Ortschaften entlang der Küste wurden vom Tsunami stark zerstört – zur Erinnerung: Der Tsunami war am etwas weiter südlich gelegenen AKW rund 14 m hoch. Womit wir beim zweiten Problem der Stadt sind: Fukushima I liegt nur rund 30 km entfernt. Der Südteil der Stadt liegt mittlerweilen in der Sperrzone und darf nicht betreten werden. Zwar scheint laut bisher bekanntgewordenen Messwerten die Verstrahlung nicht so hoch zu sein wie in der Ortschaft Iitate westlich von Minami-Sōma, aber die Werte sind freilich deutlich über normalen Verhältnissen.
Damit befindet sich die Gemeinde leider in einer Grauzone. Viele Einwohner harren aus, da kein Evakuierungsbefehl vorliegt und sie nicht wissen, wo sie hinsollen. Jedoch können bzw. sollen sich die Bewohner nicht selbst versorgen, da Obst, Gemüse und Fleisch usw. zu stark kontaminiert sind. Auf dem Markt dürfen die Leute natürlich auch nicht mehr verkaufen, doch bis auf Landwirtschaft gibt es nicht viel in der Gegend.
Die Idee dieser Hilfsorganisation ist es nun also, mit Spendengeldern unbelastete Lebensmittel, vor allem frische Esswaren, günstig aufzutreiben und anschliessend mit gemieteten und/oder privaten Fahrzeugen nach Minami-Sōma zu bringen und dort an Anwohner und Flüchtlinge (aus der Sperrzone) zu verteilen. Japanische freiwillige Helfer aus der Stadt helfen bei der Verteilung.
Die Touren finden momentan alle zwei Wochen statt (so genug Spenden gesammelt werden konnten) und sehen so aus: Ein Tross aus mehreren Fahrzeugen und ca. 10 Freiwilligen versammelt sich Freitag abends in Tokyo, lädt die Sachen auf und fährt in der Nacht nach Minami-Sōma – man muss wegen des AKW’s und der Sperrzone einen grossen Bogen machen und von Norden hereinfahren. Nach der Ankunft werden tagsüber die Güter verteilt. Am Nachmittag geht es schliesslich wieder zurück nach Tokyo.
Diese Aktion ist auf lange Zeit ausgelegt – zumindest solange, wie Minami-Sōma nicht doch gänzlich zur Sperrzone erklärt wird.
Ich habe erstmal zugesagt, bei der Tour am 12/13. August mitzuhelfen – quasi gleich nach der Arbeit.
Wer dieses Projekt in irgendeiner Art und Weise unterstützen möchte, kann das wie folgt tun
– als Freiwilliger mitfahren (bitte bei mir melden)
– Kontakte zu Bauern oder Händlern herstellen, die bereit sind, frische Lebensmittel zu gemeinnützigen Preisen abzutreten (bitte bei mir melden)
– Spenden. Das Geld wird für den Erwerb der Lebensmittel, Diesel usw. gebraucht. Wer an dieser Art der Unterstützung Interesse hat, kann Spenden an mein PayPal-Konto überweisen (als Überweisungszweck bitte „Minami-Soma“ angeben – die Spenden werden dann umgehend weitergeleitet):

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

13 Kommentare

  1. Leider ist dieses Video, das Musik von UMG beinhaltet, in Deutschland nicht verfügbar, da die GEMA die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt hat.
    Na toll, ich nehme an die GEMA spendet nix…

  2. „Leider ist dieses Video, das Musik von UMG beinhaltet, in Deutschland nicht verfügbar, da die GEMA die Verlagsrechte hieran nicht eingeräumt hat. “ @ YT Video…achja wie ich diesen Staat liebe. Dann mal den Proxy reinhaun.
    Ansonsten eine gute Idee, leider halte ich von PP recht wenig ( aber das ist ja jetzt egal ).

  3. @Fritz
    PM geschickt. Danke für Dein Interesse
    @Alle
    Ich danke jetzt schon mal denen, die gespendet haben.
    Mir ist aufgefallen, dass der „Donate-button“ im Artikel bereits einen Verwendungszweck beinhaltet – und zwar für „Europe-east.com“ (eine englische Webseite von mir).
    Werde das bei Gelegenheit ändern, aber bis dahin: Alle Spenden, die über Paypal eingehen, werden dem Projekt zugerechnet, egal was im Verwendungszweck steht. Ansonsten Spenden einfach an meine Email-Adresse schicken, die mit meinem Paypal-Account verbunden ist: „mr“, @-Zeichen, dahinter der Name der Domain dieser Webseite.
    Vielen Dank

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