KansaiWakayamaShirahama - Sommerfrische mit Stil in Kansai

Shirahama – Sommerfrische mit Stil in Kansai

-

Lage von Wakayama
Region: 近畿 Kinki
Präfektur: 和歌山 Wakayama

白浜 Shirahama

4 von 5 Sternen: Definitiv einen Abstecher wert
Name:

„Shira“ bedeutet „weiss“ und „hama“ bedeutet Strand. Das fasst den Ort bereits gut zusammen. Da es jedoch ein paar andere Orte mit dem gleichen Namen gibt, wird die Stadt auch oft 南紀白浜 Nanki-Shirahama (Süd-Kii-Shirahama) genannt – diesen Namen trägt zum Beispiel der Flughafen der Stadt.

Lage:

Shirahama liegt auf einer kleinen Halbinsel an der Westküste der Kii-Halbinsel. Die Präfekturhauptstadt Wakayama liegt rund 60 km Luftlinie entfernt im Norden; bis zur Südspitze der Kii-Halbinsel sind es circa 50 Kilometer.

Ansehen:

Das überschaubare Stadtzentrum nebst weissem Sandstrand – bei Tag und bei Nacht. Die winzige Engetsu-Insel. „Adventure World“ im Stadtzentrum – ein Zoo mit der höchsten Pandadichte ausserhalb Chinas (5 Riesenpandas!).

Beschreibung

Shirahama ist eine Kleinstadt im Südwesten der Präfektur Wakayama mit knapp 21’000 Einwohnern, die sich auf 200 Quadratkilometern verteilen. Die Tendenz ist, wie in fast allen anderen Teilen der Präfektur Wakayama auch, rückläufig – in den 1970ern lebten hier noch fast 30’000 Menschen. Die Stadt ist seit jeher bekannt für den halbkreisförmigen, weißen Sandstrand (eine Seltenheit in der Region!) sowie für ein paar heiße Quellen.

Der Ort wurde 1933 an das Schienennetz angeschlossen, doch richtig gut erreichbar wurde der Ort von Osaka her erst in den 1960ern, was einen kräftigen Bauboom auslöste. Entlang des zentralen Strandes, dem 白良浜 Shirara-hama, entstanden zahlreiche, eher langweilige und meist weisse Hotelburgen. Als Folge des Ansturms begann der markante Strand zu erodieren, und man begann, weißen Sand aus der Gegend von Perth in Australien zu importieren. Die Rede ist von insgesamt fast 750’000 Kubikmetern Sand.

Kleines öffentliches Bad am Strand
Kleines öffentliches Bad am Strand

Der kleine Ort hat sich seitdem komplett auf Tourismus eingestellt. Im Juli und August ist Hochsaison – an jedem Abend gibt es ein Feuerwerk am Strand, und viele Sommerfrischler aus Osaka und Umgebung suchen in Shirahama Erholung. Zahlreiche Firmen haben hier firmeneigene Ferienhäuser hochgezogen, und es mangelt nicht an Golfplätzen, Restaurants, Nachtbars und dergleichen. Der Bevölkerungsrückgang lässt jedoch erahnen, dass Shirahama den Zenit überschritten hat. Dem versucht man, entgegenzuwirken. Mitten in der Stadt (genauer gesagt 1,5 Kilometer vom Zentrum entfernt) gibt es seit 1968 einen zivilen Flughafen mit Direktflügen nach Tokyo und seit einigen Jahren auch mit Charterflügen von Taiwan – beachtlich für einen 20’000-Einwohner-Ort.

Markenzeichen der Stadt: Weisser Strand und klares Wasser
Markenzeichen der Stadt: Weisser Strand und klares Wasser

Schön an der Stadt ist, dass alles so nahe beieinander liegt – der Flughafen, die Restaurants und Bars, der Strand, der Vergnügungspark. Doch auch in der näheren Umgebung gibt es etliches zu sehen. Am bekanntesten ist da wahrscheinlich die winzige 円月島 Engetsu-shima („Vollmondinsel“) – eine nur 130 Meter lange Sandsteininsel mit einem von der Erosion entstandenen Bogen. Wenn man zur richtigen Jahreszeit an der richtigen Stelle wartet, kann man die Sonne direkt in dem Bogen untergehen sehen.

Die markante Engetsu-Insel bei Shirahama
Die markante Engetsu-Insel bei Shirahama

Während es nördlich von Shirahama zunehmend enger und bebauter wird, ist die Küste südlich von Shirahama bis hin nach Kushimoto von wilder Schönheit geprägt – weiße Sandstrände gibt es zwar nicht mehr, dafür aber unzählige kleine Buchten und viele Felsen. An der Südspitze der Kii-Halbinsel steht ein weißer Leuchtturm, den man auch begehen kann.

Küste südlich von Shirahama
Küste südlich von Shirahama

Fazit: Im Juli und August ist Badesaison – dann ist Shirahama gut gefüllt, doch der Ort ist auch außerhalb der Saison (beziehungsweise besonders dann) sehr reizvoll, da sehr klein, gemütlich und ruhig. Die Restaurant- und Kneipenszene ist dabei bemerkenswert – die Gäste der Stadt (vornehmlich Großstädter aus dem Großraum Osaka) sind offensichtlich nur Gutes gewohnt.

Anreise

Die 紀勢本線 Kisei-Honsen genannte Bahnlinie verbindet Shirahama mit Ōsaka – der くろしお特急 Kuroshio-Expressszug braucht für die 160 Kilometer lange Strecke gute zwei Stunden. Der Zug fährt von 天王寺 Tennōji in Osaka ab, die einfache Fahrt kostet 5’070 Yen. Mit Bummelzügen kann man auch fahren – das kostet dann zwar nur 3’020 Yen, aber da man mindestens 3 Mal umsteigen muss und jeweils lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss, dauert das ganze gleich mal fast 7 Stunden. Die Kisei-Linie gehört zur JR, weshalb der Japan Railpass benutzt werden kann. Von Shirahama kann man weiter bis zur Südspitze der Kii-Halbinsel und dann Richtung Norden nach 新宮 Shingū fahren (dort findet man Anschluss nach Ise und Nagoya).

Übernachtung

Die Pension 民宿innしらはま海の宿 Minshuku Inn Shirahama Umi-no-yado liegt sehr zentral und ist sehr schlicht. Es gibt Einzel- und Doppelzimmer, aber auch Mehrbettzimmer. Ein Doppelzimmer kostet 7’000 Yen, aber der Preis variiert je nachdem wo man bucht und wann. Der Pensionsbetreiber führte früher auf einer Minibühne im Gemeinschaftsraum Kabuki-Stücke auf, aber das macht er scheinbar leider nicht mehr. Die Adresse: 西牟婁郡 白浜町. Telefon: +81-(0)739-34-3205.
Die Webseite (mit deutscher Variante!): www.minshukuinnshirahamauminoyado.com/de-de.

Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.

tabibito
tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

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