BlogUngewöhnliche Hitzewelle hat Japan fest im Griff

Ungewöhnliche Hitzewelle hat Japan fest im Griff

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Eigentlich ist ungewöhnliches Wetter nicht mehr so ungewöhnlich, aber dieses Jahr scheint es doch extrem zu werden: Am 27. Juni gab das Meteorologische Amt in Japan das Ende der Regenzeit für den Großraum Tokyo bekannt – auf Japanisch wird dieses Ereignis 梅雨明け tsuyu-ake genannt. Normalerweise dauert die Regenzeit im Schnitt bis zum 20. Juli – manchmal sogar bis zum 1. August, doch in diesem Jahr war es das schnellste Ende der Regenzeit seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1875. Was folgte, war eine Hitzewelle, die selbst für japanische Verhältnisse ungewöhnlich heftig ist. So wurden – ebenfalls zum ersten Mal in einem Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen an manchen Orten, vor allem unweit von Tokyo, Temperaturen von bis zu 40 Grad registriert. Die Hitzewelle hält bereits seit sechs Tagen an. In der Innenstadt von Tokyo liegen die Temperaturen seit Tagen bei bis zu 37 Grad, und die Hitze beginnt bereits früh am Morgen – heute waren es um 9 Uhr morgens bereits 33 Grad.

Die Hitzewelle stellt Japan vor zwei Probleme: Zum einen bedeutet das frühe Ende der Regenzeit, dass einige Regionen mit Wassermangel zu kämpfen haben werden. Nun hat es in der Region um Tokyo im April und Mai relativ viel geregnet, und der viele Schnee vom Winter dieses Jahres trug ebenfalls dazu bei, dass die Wasserspeicher gut gefüllt sind. Problematisch sieht die Lage jedoch zum Beispiel auf der Insel Shikoku aus, wo möglicherweise schon bald Wasser rationiert werden muss. Das zweite Problem ist die Energieversorgung, denn die meisten Kernkraftwerke sind noch immer heruntergefahren, und diverse fossile Energieträger sind wesentlich teurer geworden. Auch die Zunahme regenerativer Energiequellen führt zu Problemen – so wurden einige Kohlekraftwerke geschlossen, da sie in der Regel nicht mehr benötigt werden. Doch die regenerativen Energiequellen können die Bedarfsspitzen, die bei einer Hitzewelle entstehen, nicht komplett auffangen. Aus dem Grund mahnt die Regierung seit einer Woche, Strom zu sparen – allerdings nicht bei Klimaanlagen, denn vor allem ältere Menschen leisten dem gern schnell Folge und erleiden dann einen Hitzeschlag. Das geschah laut Angaben der Feuerwehr bereits fast 5,000 mal in dieser Woche – weit häufiger als üblich.

Immerhin soll die nächste Woche etwas besser werden – die Temperaturen sollen dann auf 30 Grad „sinken“, wobei die Nachttemperaturen jedoch mit 25 Grad immer noch tropisch warm sind.

Ein weiteres Problem wird sich wahrscheinlich im September und Oktober hinzugesellen – da sich das Meer aufgrund der hohen Temperaturen stark erwärmt, muss man mit starken Taifunen im Herbst rechnen. Genau das geschah auch im Jahr 2018, als die Regenzeit fast genauso früh endete.

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

3 Kommentare

  1. Aktuell ist es nicht so einfach überall. Wir haben hier auch ungewöhnlich hohe Temperaturen und vor 2 Monaten war schon eine riesige Hitzewelle bei uns in Las Vegas und die ersten Brände. Das mit der Rationierung stelle ich mir schwer vor, das kann ja nicht kontrolliert werden, oder? Den allgemeinen Verzicht auf z. B. den Pool füllen oder Blumen / Rasen zu bewässern kenne ich.
    Übrigens vermisse ich jetzt schon einige Monate die neuesten Beiträge auf der Startseite. Das „Widget“ ist nicht vorhanden, da ich darüber immer schaue, ob es was Neues gibt (falls ich es bei Twitter verpasse). Könntest du es bei Bedarf wieder einfügen?

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