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Japan Almanach - Burgen III - Japan Almanach

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Japans Burgen und Schlösser III

Burgen I | Burgen II | Burgen III

Inhaltsverzeichnis

Wappen der Familie Mizuno

犬山 Inuyama

Inuyama Inuyama ist eine kleine Stadt einige Kilometer nördlich der Metropole Nagoya in der Präfektur Aichi. Inuyama ist eine kleinere, etwas verschlafene Stadt, hat aber allerhand zu bieten. Darunter ein schönes Schloss - malerisch auf einem Hügel gelegen, der die Stadt und den Kiso-gawa 木曽川 (gawa = Fluss) überblickt.

Das Schloss ist ziemlich klein und wäre eigentlich keine grosse Besonderheit, denn Schlösser wie dieses gab es sehr, sehr viele. Gab. Inuyama-jō (-jō = Schloss), ein anderer Name ist Hakutei-jō 白帝城, ist eines von nur zwölf Schlössern, das die Wirren der Zeit überstanden hat. Und - es ist das einzige Schloss in privater Hand! Gebaut wurde es im Jahre 1537 und wechselte mehrfach den Besitzer. Im Jahre 1617 bekam die Naruse-Hayatonoshō 成瀬隼人正-Familie die Besitzrechte und hielt sie seitdem - noch heute ist Inuyama-jō in Besitz der Naruse 成瀬-Familie.

Schloss von Inuyama
Der Donjon der Burg Inuyama-jō

Zu Beginn der Meiji-Restauration und damit der Entmachtung lokaler Feudalherren wurden sehr viele Schlösser und Burgen in Japan geschliffen. Auch die Naruse's wurden enteignet, und alles ausser dem Donjon (Hauptturm) wurde zerstört. Auch während des Nōbi-Erdbebens 濃尾地震 1891 hat das Schloss gelitten. Alles in allem hat jedoch der Donjon überlebt und sieht nach einer Restauration in den 1960ern richtig gut aus.

Der Sockel wurde nach dem Nozura zumi 野面積み-Prinzip gebaut, was bedeutet, dass unbearbeitete Steine übereinandergelegt wurden. Der Donjon ist vier Etagen hoch, die erste Etage hat dabei rund 283'000 m², die oberste nur noch rd. 50'000 km². Von oben hat man eine herrliche Aussicht auf den Kiso-gawa nebst Bergen, genannt Japanischer Rhein 日本ライン, und den Ort Inuyama selbst. Der Donjon ist insgesamt 24 m hoch, 5 m davon sind Steinsockel. Vor dem Schloss gibt es einen kleinen, gepflegten Park und ein paar restaurierte Yagura. Eintritt kostet 400 ¥, vor dem Schloss und im oberen Bereich gibt es freundliche Angestellte, die gern und mit Eifer ein bisschen über das Schloss und die Umgebung erzählen. Mehr zum Ort selbst siehe Inuyama.

Nagoya Nagoya und Umgebung bilden Japans drittgrösstes Ballungsgebiet - nach Tōkyō und Ōsaka. Nagoya war schon immer relativ bedeutend, auch wenn es stets im Schatten anderer Städte lag, und wurde deshalb naturgemäss mit einem grossen Schloss ausgestattet - dem Nagoya-jō im Zentrum der Stadt.

Nach der Errichtung des Bakufu 幕府, der Shōgunatsregierung in Edo (siehe Edo-Zeit), wurde Nagoya zu einem Zentrum ausgebaut und ab 1609 das Schloss errichtet. Den Bau veranlasste Tokugawa Ieyasu 徳川家康 - gedacht war es für seinen Sohn. Zu der Zeit bildete das Schloss in Nagoya zusammen mit dem Kumamoto-jō in der Stadt Kumamoto sowie dem Ōsaka-jō in Ōsaka die Gruppe der drei stärksten Festungen des Landes. Bis 1868 blieb Nagoya-jō Sitz der Owari 尾張藩, einer Zweigfamilie der Tokugawas 徳川氏. Das Schloss wurde auch in der Edo-Zeit unbehelligt gelassen. Jedoch wurde die Anlage bei den Bombenangriffen im Jahr 1945 zerstört - einzig ein Tor und ein paar Yagura 櫓 blieben übrig. Im jetzigen Nachbau kann man Photos aus der Vorkriegszeit sehen.

Nagoya-jo
Der Donjon des Nagoya-jō

Ende der 50er Jahre wurden zahlreiche zerstörte Schlösser wiederaufgebaut. Darunter dass von Nagoya. Die Grundrisse der Anlage blieben natürlich erhalten - die Teile, die den Krieg überstanden, wurden zum wichtigen Kulturgut erklärt. Der Hauptbau steht in der Mitte des honmaru 本丸, umgeben von hohen Mauern und ist deutlich in shōtenshukaku 小天守閣 (kleiner Donjon, siehe Aufbau) und den eigentlichen tenshukaku 天守閣 unterteilt. Der besteht aus Stahlbeton - mit einem Aussenlift (!) und einem Innenlift. Im Inneren findet man Ausstellungsräume. Zu sehen ist ein witziger Nachbau einer altjapanischen Gasse sowie der Familienschatz der Burgherren. Ganz oben schliesslich gibt es einen Souvenirladen und eine Aussichtsplattform.

Die Giebel des Schlosses zieren zwei goldene Shachihoko 鯱 (Giebelkarpfen, Photo des Shachihoko siehe Link!) - sie sind das Symbol von Nagoya. Sie sind jeweils ca. 2.60m x 2.60m gross, über 1.2 Tonnen schwer und sind mit rd. 44 Kilogramm 18-karätigen Gold beschlagen.

Eintritt in den Bereich und das Schloss kostet 500 ¥, geöffnet hat es von 9:00 bis 16:30. Das Schloss ist ziemlich weit vom Bahnhof entfernt - am besten fährt man mit der Metro (Meijō-sen) bis zum Rathaus (shiyakusho 市役所). Von dort ist es sehr leicht zu finden. Mehr zur Stadt und mehr Photos vom Schloss selbst siehe Nagoya.

松江 Matsue

Matsue Matsue ist eine verhältnismässig kleine Stadt und Verwaltungssitz der dünn besiedelten Präfektur Shimane an der Japanmeerküste. Diese Region war zwar seit jeher besiedelt, aber nie so bedeutend wie dem Pazifik zugewandte Ostküste. Dementsprechend darf man in Matsue kein allzu grosses Schloss erwarten. Dafür aber ein sehr feines. Und - Matsue-jō gehört zu den nur 12 Schlössern Japans, die den Burgensturm zu Beginn der Meiji-Zeit, die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges sowie Erdbeben und ähnliches unbeschadet überstanden haben. Und es ist das zweitgrösste der überlebenden Schlösser.

Matsue-jo
Der Donjon des Matsue-jō

Gebaut wurde das Schloss von 1606 bis 1611, also kurz nach Beginn der Edo-Zeit. Die Matsudaira wurden nach ihrem Umzug von Matsumoto nach Matsue für über zehn Generationen Schlossherren - bis 1875. Die Matsudaira schufen eine jōkamachi 城下町 (Burgunterstadt) und verfügten immerhin über 186'000 koku 石 (koku = Reiseinkommen, eine Masseinheit der Lehnsgaben damals). 1875 erreichte jedoch die Welle der Festungsschleifungen zur Festigung der Macht des Kaisers auch Matsue - nahezu die komplette Anlage wurde geschliffen, doch liess man nach Protesten den Donjon stehen.

Matsue-jo
Wassergraben, Mauern und restaurierte Yagura des Matsue-jō

Da Matsue nie eine bedeutende Industriestadt wurde, kam die Stadt auch im Zweiten Weltkrieg halbwegs ungeschoren davon und wurde nicht den sonst so massiven Luftangriffen ausgesetzt. Der Donjon wurde schliesslich Anfang der 1950er generalüberholt. Die 1875 zerstörten Yagura 櫓 wurden erst im Jahr 2001 neu errichtet - und es ist gelungen! Klar sehen die Yagura nagelneu aus, aber sie wurden in originaler Bauweise und aus den auch damals benutzten Holzarten wiederhergestellt.

Der Donjon ist mit 30 Metern relativ hoch. Ein shōtenshukaku 小天守閣 (Kleiner Donjon) fehlt. Ungewöhnlich ist der Eingangsbereich (siehe Photo). Er ist durch eine schwere Stahlplatte geschützt. Der eigentliche Eingang hingegen wurde so konstruiert, dass Feinde ihn kaum finden konnten. Auf dem Donjon befinden sich die obligatorischen Shachihoko (Giebelkarpfen) - einer männlich, einer weiblich und beide jeweils ca. 2 m hoch. Giebelkaprfen sind meist aus Holz, die in Matsue jedoch aus Bronze.

Natürlich kann man in den Donjon hinein und bis nach ganz oben. Der Ausblick von ganz oben ist natürlich überwältigend - man sieht ganz Matsue und den grossen Shinji-See 宍道湖 im Westen. Hinter dem Schloss befindet sich ein grosser, waldähnlicher Park, an den sich ein Schrein anschliesst. Das ganze Gelände ist wirklich sehr gross und von einem (fast) geschlossenen Wassergraben umgeben, den insgesamt fünf Brücken überspannen. Nördlich der Anlage, entlang des Wassergrabens, befinden sich sehenswerte Samuraihäuser und Museen. Eintritt in das Schloss kostet 550 Yen. Liegt etwas abseits vom Bahnhof, aber es fahren zahlreiche Busse. 2004 war ein Teil der Anlage noch unter Rekonstruktion. Mehr zur Stadt, den Samuraihäusern und noch mehr Photos siehe unter Matsue!

高知 Kōchi

Lage von Kochi Wie auch das Schloss in Matsue (siehe weiter oben) zählt auch das von Kōchi zu den 12 Burgen in Japan, denen der hölzerne Hauptbau erhalten blieb. Kochi im Süden war einst Hauptstadt des Landes Tosa 土佐 und damit die wichtigste Stadt auf Südshikoku.

Gebaut wurde die Burg um das Jahr 1603 herum von dem 山内氏 (Yamanouchi-Clan), welcher daraufhin auch für viele Generationen die Burgherren stellte. Die Burg von Kochi ist ein typischer Vertreter der 平山城 (Hirayamajiro) - wörtlich "eine Burg auf einem Hügel in der Ebene". Besonders zu Beginn der Edo-Zeit galt dies - verständlicherweise - als militärstrategisches Ideal.

Die Burg von Kochi wurde aufgrund ihrer bemerkenswerten Konservierung zum 重要文化財 (Jūyō bunkazai - Wichtiges Kulturerbe Japans erklärt.

Kochi-jo
Das Ōtemon (Eingangstor) des Kōchi-jō

Die Burg ist aufgrund dieser Besonderheit auch sehr leicht zu finden - man läuft einfach vom Bahnhof aus geradeaus bis zum auffällig grünen 追手筋 (Ōtesuji) Boulevard, in den man rechterhand einbiegt. Von dort geht es 1 km geradeaus schnurstracks auf den Burghügel zu. Der Haupteingang, genannt 追手門 (Ōtemon), befindet sich noch auf gleicher Höhe wie die Stadt. Von dort geht es jedoch steil die Treppen herauf, gesäumt von imposanten Wallringen. Der erste grosse Wall markiert das 三の丸 (Sannomaru, dritter Innenhof). Im Jahre 2007 war man dabei, diesen Wall aufwendig zu restaurieren.

Bevor man zum zweiten Innenhof aufsteigt, steht man erstmal vor dem 詰門 (Tsumemon), welches den zweiten Innenhof mit dem Hauptbau verbindet. Sieht auf den ersten Blick wie ein Eingang zum Hauptbau aus (und sollte somit auch Feinde täuschen), wurde aber mehr als Lagerraum und Durchgang benutzt. Der Bereich wird auch 筋違い門と忍び返し (Sujichigai mon to shinobikaeshi) genannt, was so viel bedeutet wie "(schräges) Tricktor mit Fremdenabwehr" und eine Besonderheit darstellt.

Kochi-jo
Der erhalten gebliebene Donjon der Burg

Richtig belagert oder umkämpft wurde die Feste allerdings nie. Allerdings brannte die Burg 1727 bis auf das Haupttor vollständig ab. Erst 1748 war man mit der Rekonstruktion fertig. Was man heute von der Burg sieht, stammt grösstenteils aus dieser Zeit. Im Jahre 1871 wurde die Burg im Rahmen der Meiji-Restauration "aufgegeben", aber seltenerweise nicht geschliffen. Auch die Bombenangriffe 1945 überstand sie halbwegs unbeschadet.

Im Innern sieht es wie in jeder japanischen Burg aus: Es ist dunkel, alles ist aus Holz und die Treppen sind extrem steil. Man kann den 天守閣 (Tenshukaku, Donjon - Hauptbau) bis ganz oben begehen. Die unteren, naturgemäss geräumigeren Stockwerke werden als Museum genutzt. Ganz oben kann man schliesslich den Blick auf die Stadt und die nähere Umgebung geniessen. Der Blick zum Meer wird allerdings durch einen grossen Hügel versperrt. Der Eintritt zur Burg (genauer: zum Donjon) kostet 300 ¥; der Rest ist frei begehbar. Mehr zur Stadt an sich siehe unter Kōchi!

丸亀 Marugame

Lage von Marugame Marugame ist eine kleine Industriestadt im Norden von Shikoku. Und eigentlich kein besonderer Ort - schliesslich gab es in tausenden Orten wie Marugame tausende von Burgen. Aber Marugame zählt zu den nur 12 Orten Japans, die es geschafft haben, ihre Burg mehr oder weniger im Originalzustand ins 3. Jahrtausend zu schleppen.

Interessant sind die Proportionen der Burg: Sie wurde auf dem nur 66 m hohen 亀山 (Kameyama, Schildkrötenberg) gebaut - der allerdings wie eine Insel in der sonst topfebenen Stadt steht. Um den Hügel herum wurde ein breiter Wassergraben angelegt. Die Festungsmauern beginnen kurz hinter dem Graben und gehen in mehreren Etagen bis zum Plateau - der Hügel sieht kaum noch wie ein natürlicher Hügel aus, sondern ebend wie eine gewaltige Festung. Mit einem winzigen Donjon oben drauf. Diese Burg zählt vom Typ her zu den 平山城 (Hirayamajiro) (Berg-in-der-Ebene-Burg).

Bereits 1597 begann der 生駒 (Ikoma)-Clan mit dem Bau der Burg. Allerdings verlegte der Clan nur wenige Jahre später seinen Hauptsitz nach Takamatsu, und so spielte Marugame eine eher kleinere Rolle. Die Besitzer der Burg sollten später dann noch zwei Mal wechseln.

Marugame-jo
Blick von der Unterstadt zur imposanten Burganlage

Die dem Bahnhof und dem Stadtzentrum zugewandte Seite der Burg markiert einen der vier Übergänge zur Anlage. Im Wassergraben tümmeln sich, dem Namen der Stadt gehorchend, unzählige Schildkröten. Das dem Zentrum zugewandte und damit auch grösste und schönste Tor heisst 大手門 (Ōtemon). Nachdem man das Tor durchschritten hat, geht es linkerhand den recht steilen 見返り坂 (Mikaeri-Saka, der "Zurückblick-Hang") hinauf. Am Ende dessen kommt man an imposanten, bis zu 20 m hohen Mauern vorbei zum 三の丸 (Sannomaru, dritter Innenhof). Eine Steigung später gelangt man in den 二の丸 (Ninomaru, zweiter Innenhof). Dort findet man unter anderem einen Brunnen - um diesen rankt sich eine Legende.

Marugame-jo
Der Mini-Donjon der Burg

Da gab es wohl damals einen Arbeiter namens 重三郎 (Jūzaburo), der immer nackt arbeitete und deshalb immer "Nackter Hans" (bzw. Juzabu statt Hans) genannt wurde. Er war für den Bau der Mauern verantwortlich. Als er fertig war, war der Burgherr zufrieden und meinte, dass ausser den Vögeln wohl keiner diese Mauern überqueren könne. Juzaburo widersprach und sagte "Gebt mir einen nur einen Fuss langen Eisenstab" und erklamm damit die ganze Burg. Der Burgherr war nicht begeistert und hatte Angst davor, dass sich das Wissen darum verbreitet. Also bat er Juzaburo, etwas im Brunnen nachzuschauen. Von oben warf der Burgherr dann schwere Steine hinterher und tötete somit den guten Mann.

Beim Schloss von Marugame sind vor allem die Mauern und verwinkelten Gänge interessant. Der Hauptbau selbst ist extrem klein (das oberste Stockwerk hat keine 20 m² und kaum interessant - ein kleines Heimatmuseum, und das war es auch schon. Der Ausblick vom Schloss und dem Plateau ist grandios - man kann weit ins Land schauen. Bei gutem Wetter liegt die gigantische Brücke zur Hauptinsel Honshu zum Greifen nahe. Der Eintritt in den Donjon kostet 300 ¥. Mehr zur Stadt an sich siehe unter Marugame!

唐津 Karatsu

Lage von Karatsu Karatsu ist eine eher kleine Stadt im Norden der Insel Kyūshū - in der Präfektur Saga. Der Ort wurde bereits vor tausenden von Jahren besiedelt, obwohl die Stadt nie überregionale Bedeutung erlangte. Mit Beginn der Edo-Zeit begann in Japan in zahlreichen Orten der Bau von Burgen zur Festigung der Lehen. Das geschah auch in Karatsu - das dortige 藩 han (Lehen) liess logischerweise Karatsu-Han und war Teil des 肥前国 (hizen-no-kuni) Hizen-Landes - selbiges nahm den Nordwesten der Insel Kyushu (Teile des heutigen Saga und Nagasaki) ein.

Zu Beginn der Edo-Zeit 1603 war 寺沢 広高 (Terazawa Hirotaka) der Daimyō von Karatsu. Auf seinen Erlass hin wurde ab 1602 eine Burg errichtet. Der Platz war schnell geworden: Ein Hügel am Ende einer kleinen Halbinsel zwischen dem Meer und einer kleinen Bucht in der Mündung des 松浦川 Matsuura-Flusses. Damit gehört die Burg zur Gattung der 平山城 (Hirayama-Jiro) - Ebene-Berg-Schloss - einem Schloss also, das auf einem Hügel in einer Ebene thront.

Karatsu-jo
Der Donjon der Burg von Karatsu

Das Schloss wurde damals auch 舞鶴城 (Maizuru-jō, auch: Bukaku-jō) Burg des tanzenden Kranichs genannt - diesen poetischen Namen erhielten allerdings auch zahlreichen andere Burgen im Land. Die Burgherren in Karatsu wechselten in den kommenden Jahrhunderten recht häufig. 1647 wurde das Lehen direkt dem Bakufu (damalige Regierung) in Edo unterstellt. Ab 1649 herrschte der 大久保氏 Ōkubo-Clan, ab 1678 der 松平氏 Matsudaira-Clan, ab 1762 der 水野氏 Mizuno-Clan und ab 1817 der 小笠原氏 Ogasawara-Clan.

Wie die meisten anderen Burgen in Japan überlebte auch die Burg von Karatsu die 廃藩置県 (Haihanchiken) - Aufhebung des Lehnssystems-Kampagne der Meiji-Regierung nicht: 1871 wurde die Burg geschliffen. So richtig zum Einsatz als Verteidigungsbollwerk kam die Festung bis damals nicht. 1877 wurden der Hügel und die paar verbliebenen Mauern zum frei zugänglichen 舞鶴公園 Maizuru-Park umfunktioniert.

Karatsu-jo
Blick von der Burg von Karatsu gen Meer

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann man allerortens in Japan, alte Burgen wieder aufzubauen. 1966 war Karatsu dran - der 5-stöckige, fünfgliedrige Donjon und ein paar Wachtürme und Nebengebäude wurden wieder aufgebaut.

Das Besondere an der Burg von Karatsu ist die Lage: Direkt am Meer, auf einem Hügel. Man kann wunderschön das Flusstal und das bei Karatsu inselreiche Meer überblicken. Im Schloss gibt es ein paar Ausstellunsgräume zur lokalen Geschichte. Der Eintritt zum Hauptbau kostet 300 Yen, geöffnet ist von 9 bis 17 Uhr.

Mehr Photos vom Schloss und mehr Informationen zur Stadt siehe Karatsu.

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