Ishigaki – Okinawa von seiner besten Seite

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Lage von Okinawa
Region: 沖縄 Okinawa
Präfektur: 沖縄 Okinawa

Insel Ishigaki 石垣島

5 von 5 Sternen: Absolut sehenswert
Name:

Ishigaki – wörtlich übersetzt „Steinmauer“. Der Name bedeutet wohl ursprünglich „viele Steine“ und wird im örtlichen Dialekt auch „Ishanagi“ gelesen. Der Name könnte von daher rühren, dass die Einwohner seit jeher ihre Güter vor Taifunen mit Steinmauern zu schützen suchen.

Lage:

Ishigaki ist Teil der 八重山諸島 Yaeyama-Inselkette. Bis zur Hauptinsel von Okinawa im Nordosten sind es rund 400 km, bis Taiwan im Westen nur 230 km.

Ansehen:

Die Stadt. Die Kabira-Bucht. Die zahlreichen Strände. Die Küste an sich, zum Beispiel am Ogan-Kap.

Ishigaki – Beschreibung

Die Insel Ishigaki ist mit rund 223 km² die drittgrößte Insel der Präfektur und die Nummer 21 aller japanischen Inseln. Auf der Insel leben insgesamt rund 48’000 Einwohner, Tendenz positiv. Die Insel ist zu weiten Teilen von einem Korallenriff umgeben, im Norden bergig und bewaldet sowie in der Südhälfte eher flach und landwirtschaftlich geprägt. Ishigaki ist mit Abstand die bevölkerungsreichste Insel der Yaeyama-Inselkette – 9 von 10 Einwohnern der Inselgruppe leben auf dieser Insel. Alljährlich besuchen knapp 2 Millionen Touristen die Insel.

Panorama der Kabira-Bucht auf Ishigaki - nicht ohne Grund ein beliebtes Besucherziel
Panorama der Kabira-Bucht auf Ishigaki – nicht ohne Grund ein beliebtes Besucherziel

Die Insel hat vor allem im Norden sehr viel zu bieten – glasklares Wasser, schöne Strände, wilde Küstenlandschaften, Korallenriffe, zahlreiche Berge – darunter der mit 525 m höchste Berg der Präfektur Okinawa, genannt 於茂登岳 Omoto-dake (auch Umtu-dagi genannt), und einiges mehr. Obwohl dies die am dichtesten besiedeltste Insel der Yaeyama-Inseln ist, gibt es genug Platz für Natur. Zumindest im Norden, denn der Süden ist stark landwirtschaftlich geprägt beziehungsweise entlang der Küste dichter besiedelt. Im Süden werden vornehmlich Zuckerrohr, Reis, Tabak, Ananas, Mango und so weiter angebaut. Hinzu kommen ausgedehnte Weideflächen für die Rinderzucht: 石垣牛 Ishigaki-Rinder sind in ganz Japan bekannt für ihr zartes Fleisch und dem Kobe-Rindfleisch quasi ebenbürtig.

Ishigaki ist schon sehr lange besiedelt und gehörte einst dem Königreich Ryūkyū an (siehe Okinawa), doch aufgrund der Abgeschiedenheit war Ishigaki von jeher nur von örtlicher Bedeutung: Als Hauptinsel der ansonsten spärlich besiedelten Yaeyama-Inseln. Dementsprechend bietet Ishigaki für historisch oder kulturell interessierte Besucher recht wenig. In Okinawa gibt es seit jeher kaum Tempel und Schreine, und obwohl die Insel im Gegensatz zur Hauptinsel von Okinawa weitestgehend vom Krieg verschont wurde (amerikanische Truppen nahmen die Insel nicht ein sondern bombardierten lediglich einmal Kasernen und den Hafen), sind die meisten Häuser maximal ein paar Jahrzehnte alt.

Karte von Ishigaki und umliegenden Inseln
Karte von Ishigaki und umliegenden Inseln

Das Klima in Ishigaki ist subtropisch. Selbst im Winter fallen die Temperaturen kaum unter 15 Grad. Im Sommer ist es oft bis zu 35 Grad warm, im Allgemeinen jedoch leichter auszuhalten als in Tokyo zu der Jahreszeit. Die Wassertemperatur liegt im Winter bei 21 Grad, im Sommer bei rund 29 Grad. Die Zeit von März bis November gilt als Badesaison, aber mit entsprechender Ausrüstung kann man auch im Winter problemlos baden. Im Dezember ist das Wetter allerdings oft ungemütlich – die Sonne läßt sich nur selten blicken, und es ist kühl und sehr windig. Im Sommer fällt so gut wie kein Niederschlag – so es keine Taifune geben würde. Taifune treffen jedes Jahr auf Ishigaki, und sie sind Segen und Fluch zugleich: Ohne die Taifune würde die Insel austrocknen. Die Taifune sind jedoch oftmals so stark, dass sie beträchtliche Schäden anrichten können. Wer während eines Taifuns auf der Insel weilt, hat einfach nur Pech, denn alles bleibt dann stehen: Boote, Flugzeuge, Busse usw. Der Stillstand dauert zum Glück meistens nur einen Tag.

石垣市 Ishigaki-Stadt

Ishigaki-Stadt ist eine Verwaltungseinheit und umfasst im Prinzip die komplette Insel sowie die über 100 km entfernten, unbewohnten und heftig umstrittenen Senkaku-Inseln. Ishigaki besteht aus zahlreichen Ortsteilen, wobei sich das Zentrum im Südwesten der Insel befindet – dort lebt auch der Großteil der rund 47’000 Inselbewohner. Folgt man den Definitionen der japanischen Verwaltungseinheiten, so ist Ishigaki Stadt gleichzeitig die südlichste und westlichste Stadt Japans. So gesehen hat die Stadt im Südwesten der Insel keinen eigenen Namen. Den Mittelpunkt der Stadt bildet die 730交差点 – die 730-Kreuzung – so genannt, weil Okinawa am 30.7.1978 von den Amerikanern an Japan zurückgegeben wurde. An der Kreuzung gibt es ein paar Hotels, Souvenirläden usw.

Stadtzentrum von Ishigaki. Links der Hafen (mit der Insel Iriomote im Hintergrund), rechts die Berge im Norden.
Stadtzentrum von Ishigaki. Links der Hafen (mit der Insel Iriomote im Hintergrund), rechts die Berge im Norden.

Der Busbahnhof ist nur einen Steinwurf entfernt, und zum Fährhafen sind es keine 5 Minuten zu Fuß. An der besagten Kreuzung beginnt auch die やいま大通り – Yaima-Boulevard (Yaima ist der örtliche Name für die Yaeyama-Inseln) – die Prachtstraße der Stadt. Das Dreieck zwischen 730-Kreuzung, Rathaus und Fährhafen ist dabei das „Vergnügungsviertel“ der Stadt mit zahlreichen Restaurants, Bars, sowie stellenweise zwielichtigen Etablissements. Nur wenige Minuten zu Fuß gen Norden und parallel zum Yaima-Boulevard verläuft eine überdachte Ladenpassage mit zahlreichen Souvenirläden. Die Stadt als solche ist sicherlich einen Spaziergang wert, aber es mangelt an echten Sehenswürdigkeiten. Allerdings gibt es im Zentrum ein paar empfehlenswerte Restaurants und Bars (mehr siehe unten). Unweit der 730-Kreuzung gibt es ein kleines Museum über die Yaeyama-Inseln.

川平湾 Kabira-Bucht

Die Hauptattraktion der Insel Ishigaki ist zweifelsohne die Kabira-Bucht. Jene befindet sich im Nordwesten der Insel und ist Teil des 西表石垣国立公園 Iriomote-Ishigaki-Nationalparks. Zudem wurde die Bucht vom Michelin-Guide mit drei Sternen bedacht, was sicher noch mehr zur Popularität beitragen dürfte. Der Name bedeutet „Ebene am Fluss“. Die Kabira-Bucht ist eine kleinere, an den meisten Stellen sehr seichte Bucht, umgeben von kleineren Hügeln. Die U-förmige Bucht ist nur durch eine schmale Rinnen mit dem Meer verbunden – die Insel Kabirawan-Kujima und ein paar kleinere Inseln blockieren ansonsten den Zugang zum Meer. Das besondere an der Bucht sind das glasklare, türkisfarbene Meer, der weiße Sand sowie die Korallen in der Bucht. Das Wasser ist so klar, dass man aus der Ferne kaum erkennen kann, wo genau das Meer anfängt und das Land aufhört.

Kabira-Bucht im Nordwesten der Insel
Kabira-Bucht im Nordwesten der Insel

Das südliche (landeinwärts gelegene) Ende der Bucht wird heutzutage zur Perlenzucht genutzt. Besucher beschränken sich auf das nördliche, dem Meer zugewandte Ende der Bucht. Dort verkehren zahlreiche kleine Boote mit Glasboden – mit diesen kann man sich an der Korallenpracht laben, ohne nass zu werden. Vor Ort gibt es zahlreiche Korallenarten sowie eine entsprechende Vielfalt an Fischen (dazu gehören auch Clownsfische – weshalb man während einer Glasbodenboottour mehrfach „Nemo! Nemo!“ hören wird…). Zudem gibt es in der Bucht auch シャコ貝 Riesenmuscheln. Die heissen wirklich so und sind die größten Muscheln der Welt: Sie sind bis zu 1,40 Meter lang und 400 Kilogramm schwer, und sie sind in der Tat riesig.

Korallen in der Kabira-Bucht
Korallen in der Kabira-Bucht

Zur Kabira-Bucht kann man mit öffentlichen Bussen (Linie 9) vom zentralen Busbahnhof nahe der 730-Kreuzung fahren. Die einfache Fahrt kostet 700 Yen, und die Fahrt dauert weniger als eine Stunde. Tageskarten für Busse rentieren sich allein mit einer Fahrt zur Bucht (mehr siehe unten). An der Bushaltestelle gibt es ein paar Souvenirläden, ein paar wenige Restaurants sowie die Büros von Glasbodenbootbetreibern. Eine Fahrt in diesen Booten kostet in der Regel 1’000 Yen (Kinder ab 6 Jahre zahlen die Hälfte), aber es gibt mindestens einen Betreiber, der 20% Rabatt anbietet, wenn man mit öffentlichen Bussen angereist ist. Die Fahrt mit den Booten ist ein absolutes Muss und gut angelegtes Geld, auch wenn die Fahrt zu kurz ist. Aufgrund der schnellen Strömung (aber sicherlich auch wegen der vielen Boote) ist schwimmen und tauchen in der Kabira-Bucht verboten – wer dies tun möchte, sollte sich an anderen Stränden in der näheren Umgebung versuchen. Teile der Korallenbänke (bei unserem Besuch ca. ein Viertel) schienen abgestorben zu sein. Auch in Okinawa gab es ein großes Korallensterben, aber die Bestände scheinen sich (so sah es zumindest aus) teilweise wieder zu erholen. Vor oder nach der Bootsfahrt empfiehlt sich ein Spaziergang am Strand. Man sollte sich allerdings vor den Felsen am Strand in acht nehmen – die Kanten der Felsen sind rasiermesserscharf. Am Strand selbst gibt es viel zu entdecken – neben Muscheln findet man dort auch zahllose Korallenstückchen. Am Platz neben der Bushaltestelle gibt es ein Restaurant namens Kabira Garden – dort gibt es lokale Küche, und zumindest während unseres Besuches dort war das Essen dort sehr empfehlenswert.

Sakieda-Bucht im Westen von Ishigaki
Sakieda-Bucht im Westen von Ishigaki

Das Meer unweit der Kabira-Bucht, vor allem am 底地ビーチ Sukuji-Strand gilt als besonders schöner Ort zum Tauchen, denn dort ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, auf Mantarochen zu treffen. Es gibt Anbieter, die auch tauchunkundigen Besuchern Schnorchelkurse anbieten und so das Mantagucken möglich machen. Etwas weiter südlich des Sukuji-Strandes beginnt die ebenfalls sehr seichte und schöne, aber etwas weniger photogene 崎枝湾 Sakieda-Bucht.

In den Mangroven von Ishigaki
In den Mangroven von Ishigaki

御神崎 Oganzaki (Kap Ugan)

Am südwestlichen Ende der Sakieda-Bucht bricht eine schmale Halbinsel durch das Korallenriff und ragt direkt in tiefere Gewässer – das Ogan-(auch: Ugan)-Kap. Der Kontrast zur Kabira-Bucht könnte stärker nicht sein. Schroffe Felsen, eine starke Brandung, tiefblaues Meer – und ein leuchtend weißer, wenn auch sehr kleiner Leuchtturm ergeben einen sehr pittoresken Anblick. Blendet man die Vegetation aus – die ist ganz klar subtropisch – könnte man sich genauso gut auf Japans nördlichster Insel Rebun wähnen. Das Ogan-Kap gilt als besonders schöner Ort, um die Sonne untergehen zu sehen. Zudem kann man an den meisten Tagen gut die benachbarte Insel Iriomote sehen. Ausserdem blühen am Kap im Frühjahr zahllose Osterlilien. Außerdem gibt es unterhalb des Leuchtturms auch アダン Adan – Schraubenpalmen. Die tragen ananasähnliche Früchte, die allerdings nicht geniessbar sind. Jedenfalls für Menschen, doch für die sogenannten Palmendiebe sind die harten Früchte eine Delikatesse. Palmendiebe sind die größte an Land lebende Krabbenart und in der Lage, Kokosnüsse zu öffnen – daher der Name. Auch Ishigaki gehört zum Siedlungsgebiet der nachtaktiven Tiere, und sie stehen auch auf dem Speiseplan der Inselbewohner und -besucher. Laut Aussage eines Bewohners sind die Bestände aufgrund des schmackhaften Fleisches jedoch ziemlich dezimiert.

Landschaft am Oganzaki - dem Ugan-Kap
Landschaft am Oganzaki – dem Ugan-Kap

Südlich der Oganzaki-Halbinsel befindet sich die große 名蔵湾 Nagura-Bucht. Wie nahezu alle Buchten auf Ishigaki hat auch diese feine Strände, doch zum Surfen sind die Buchten meist kaum geeignet beziehungsweise nicht so einfach. Da die Insel fast durchgängig von einem Riff umgeben ist, muss man sich ziemlich weit von der Küste entfernen, um auf brauchbare Wellen zu treffen.
Die oben genannte Schraubenbäume findet man unter anderem häufig in Mangroven. Die gab und gibt es auch auf Ishigaki, wobei die Mangroven auf Ishigaki bei weitem nicht an die auf der Nachbarinsel Iriomote heranreichen. Ein kleines Stück Mangrove kann man jedoch in der Nagura-Bucht sehen.

Leuchtturm am Oganzaki
Leuchtturm am Oganzaki

石垣やいま村 Ishigaki-Yaima-Dorf

Am Ostufer der Nagura-Bucht liegt das Ishigaki-Yaima-Dorf. „Yaima“ bedeutet „Yaeyama-(Inseln)“ im hiesigen Dialekt. Das Ishigaki-Yaima-Dorf ist ein großes Freilichtmuseum, in der man traditionelle Häuser sowie für die Insel typische Flora und Fauna bestaunen kann. Die Fauna beschränkt sich dabei nicht nur auf Einheimisches: Im Park gibt es ein Freilichtgehege für Totenkopfäffchen, und die kommen eigentlich aus Südamerika. Im Gehege steht ein Futterautomat, an dem man für Geld kleine Tüten mit speziellem Futter kaufen und die Affen füttern kann. Dabei sollte man allerdings sehr sorgfältig seine Taschen vorher kontrollieren, denn die Affen sind ziemlich clever und sehr flink. Für kleine Kinder ist allein dieser Bereich schon lohnenswert. Ansonsten ist das Museum sehr gut angelegt und definitiv einen Besuch wert. Das Dorf reicht bis ans Meer heran, wobei man das Meer jedoch nicht sieht – im Ufersaum gibt es stattdessen ein kleines Stück Mangrove, das man auf Holzstegen durchlaufen kann. Cirka 3 Stunden sollte man einplanen. Es finden auch gelegentlich Veranstaltungen statt, zum Beispiel Minikurse im Inseltanz, im nähen der hiesigen Kleidung und so weiter. Alle Häuser sind zudem begehbar und geben einen Eindruck von der ursprünglichen Lebensweise. Erwachsene und Kinder über 12 Jahre zahlen 840 Yen, Kinder über 3 Jahre die Hälfte. Im Eingangsbereich gibt es den obligatorischen Souvenirladen und ein Restaurant mit lokaler Küche. In der Nähe des Dorfes gibt es eine Bushaltestelle mit dem gleichen Namen – Busse von Ishigaki Stadt nach Kabira halten hier. Allerdings fahren nur sehr, sehr wenige Busse am Tag. Mit dem Taxi braucht man bis zur Innenstadt ca. 20 Minuten, die Fahrt kostet ungefähr 2,000 Yen. Hier die Webseite des Parks.

Totenkopfaffen im Ishigaki-Yaima-Dorf
Totenkopfaffen im Ishigaki-Yaima-Dorf

Südlich der Nagura-Bucht, zwischem dem Freilichtmuseum und der Stadt, liegt das 唐人墓 tōjinbaka – Chinesische Grab. Dieses wurde 1971 von Chinesen zu Ehren ihrer Landsleute errichtet. 1851 gab es einen Zwischenfall auf einem Boot, das Chinesen zur Westküste der USA transportierte, die dort am Eisenbahnbau arbeiten sollten. Die Chinesen an Bord des Schiffes meuterten jedoch kurze Zeit nach der Abfahrt in China und brachten den Kapitän, Robert Pound, um. Über 300 Chinesen schafften es auf die Insel, doch ihnen wurde später nachgestellt von einer amerikanischen Expedition – vielen von ihnen wurden ermordet. Andere hatten Glück, und verdankten ihr Leben unter anderem der Hilfe durch die Inselbewohner. Angaben über diesen Zwischenfall gehen jedoch weit auseinander – in anderen Quellen ist davon die Rede, dass ein britisches Expeditionskorps alle Chinesen umbrachte.

Weniger gastfreundlich verhielt man sich gegenüber der dreiköpfigen Mannschaft eines amerikanischen Kampfflugzeuges, das vor Ishigaki kurz vor Ende des 2. Weltkrieges abstürzte: Zwei der noch lebenden Besatzungsmitglieder wurden sofort enthauptet, ein dritter wurde von zahlreichen Matrosen und Soldaten gleichzeitig totgeschlagen beziehungsweise erstochen. Den drei Fliegern ist ebenfalls ein kleines, weit weniger besuchtes Mahnmal auf Ishigaki gewidmet.

Traditionelles Haus - mit Shisa
Traditionelles Haus – mit Shisa

Alles in allem ist Ishigaki uneingeschränkt empfehlenswert: Die Insel ist nicht zu klein und nicht zu groß, die Natur großartig und vielfältig. Nach ruhigen Plätzen muss man auch nicht lange suchen. Außerdem ist Ishigaki der ideale Stützpunkt, um die Yaeyama-Inseln zu erkunden.

Anreise

Bis zum Frühjahr 2013 befand sich der Flughafen der Insel unmittelbar am Stadtrand des Hauptortes, doch seit 2013 ist der neue Flughafen im Osten der Insel in Betrieb. Der nennt sich 南ぬ島 石垣空港 Painu-Shima Ishigaki Airport, wobei der Kosename „Painushima“ (südliche Insel) vom Flughafenbetreiber geprägt wurde. Von diesem Flughafen gibt es Linienflüge zu den anderen Inseln Okinawas sowie sogar Direktflüge bis nach Tokyo – das dauert in etwa 3 Stunden. Neben den beiden großen japanischen Airlines ANA und JAL fliegen seit kurzem auch zwei Billigfluglinien (LCC) die Insel an – Peach Aviation nach Ōsaka und Naha sowie Skymark nach Narita, Kōbe und Naha. Zudem gibt es auch noch unregelmäßige Auslandsflüge nach Incheon (Seoul), Taoyuan (Taipei) und Hualien (Taiwan).

Der neue Flughafen von Ishigaki
Der neue Flughafen von Ishigaki

Wie bei allen japanischen Flughäfen gibt es diverse Autovermieter im und in der Nähe des Flughafens. Wer kein Auto mietet, ist auf Taxis oder den Bus angewiesen. Mit dem Auto bzw. Taxi dauert es rund 30 Minuten bis zum Stadtzentrum; mit dem Bus ca. 45 Minuten. Busse fahren in etwa alle 15 Minuten, die einfache Fahrt kostet 520 Yen. Alle Orte auf der Insel sind vom Flughafen mit dem Auto in weniger als einer Stunde erreichbar. Und das positive an der Insel ist, dass die Zahl der Autos natürlich begrenzt ist und Staus somit eher selten sind.

Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, muss auf Busse und Taxis – oder Fahrräder zurückgreifen. Es gibt Fahrradverleiher in der Stadt, aber die Infrastruktur ist nicht zwingend radfahrerfreundlich, und die Fahrräder, die man sich ausleihen kann, sind eher für Kurzstrecken ausgelegt. Wer Busse benutzen möchte – hier bietet sich der みちくさ フリーパス Michikusa Free Pass an. Diesen gibt es als Tageskarte (1,000 Yen) und für 5 Tage (2’000 Yen). Nun gibt es kaum eine Strecke, die mehr als 1’000 Yen kostet, aber zumindest der 5-Tage-Pass ist eine gute Investition, zumal man sich damit das lästige Geldwechseln und Bezahlen im Bus sparen kann. So ziemlich alle Buslinien beginnen oder enden am Busbahnhof im Hinterhof der Straße zwischen der 730-Kreuzung und dem Fährhafen – zu Fuß dauert es zu beiden Orten nur rund 2 Minuten.

Der Fährhafen befindet sich keine 5 Minuten zu Fuß entfernt von der 730-Kreuzung. Vom Fährhafen fahren die Fähren wie folgt:

Nach Frequenz Dauer Preis (Einzel/Hin- & Zurück
Taketomi Alle halbe Stunde Knapp 15 Minuten 670 Yen / 1’280 Yen
Kohama Gut 10 pro Tag Rund 30 Minuten 1’190 Yen / 2’280 Yen
Kuroshima Rund 5 pro Tag Rund 30 Minuten 1’300 Yen / 2’490 Yen
Iriomote (Ōhara) Rund 10 pro Tag Rund 40 Minuten 1’770 Yen / 3’190 Yen
Iriomote (Uehara) Rund 7 pro Tag Rund 45 Minuten 2’300 Yen / 4’400 Yen
Hatoma 2 pro Tag Rund 45 Minuten 2’610 Yen / 4’990 Yen
Hateruma 3 pro Tag Rund 70 Minuten 3’000 Yen / 5’700 Yen
Yonaguni 2 pro Woche (Di & Fr) Rund 4 Stunden 3’460 Yen / 6’920 Yen

Achtung: Die Preise beinhalten Treibstoffzuschläge, die extra berechnet werden. Diese können sich ändern. Ab April 2014 müssen zudem mindestens 3% hinzugerechnet werden (die Mehrwertsteuer steigt am 1. April 2014 von 5 auf 8%). Im Fährhafen gibt es auch Tagespässe für die Fähren. Diese lohnen sich allerdings nur dann, wenn man sich nicht Touren anschliesst, denn die Touren beinhalten oft schon (günstigere) Fahrkarten.

Es gibt auch noch andere, weniger häufig verkehrende Fähren, die zum Beispiel über Miyako nach Naha fahren.

Übernachtung + Verpflegung

Ishigaki ist ein beliebtes Reiseziel – von daher gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Es ist mitunter billiger, den Flug und die Übernachtung im Paket zu buchen. Ausserdem sollte man vorsichtig sein, zu welcher Zeit man reist: Während der Goldenen Woche (Ende April/Anfang Mai) und in den O-bon-Ferien (meist die zweite Augustwoche) ist oft alles heillos ausgebucht. Wir übernachteten im グランビュー石垣 (Hotel GranView Ishigaki). Das gewinnt zwar ganz sicher keinen Preis für seine Architektur, liegt aber direkt am zentralen 730-Platz und ist damit für Besucher ohne eigenes Auto schlichtweg ideal. Es gibt 1- bis 3-Personenzimmer, zudem gibt es westliche Zimmer (also mit Betten) und japanische Zimmer (Futons). Für uns (Familie mit 2 kleinen Kindern) waren die japanischen Zimmer genau richtig. Eine Übernachtung kostet ab 10’000 Yen pro Person, Frühstücksbuffet inklusive. Die Hotelangestellten sind sehr freundlich. Im Keller des Hauses gibt es ein öffentliches Bad mit Sauna. Das ist eine Seltenheit auf Ishigaki (im Gegensatz zum Rest Japans gibt es auf der Insel keine heiße Quellen) und wird deshalb gern auch von den Einheimischen genutzt.

Die Adresse: 〒907-0004 沖縄県石垣市登野城1番地 (zip 907-0004, Okinawa-ken Ishigaki-shi Tonoshiro 1), Tel: 0980-82-6161. Mehr siehe Hotel-Webseite.

Spezialität: Rindfleisch-Sushi
Spezialität: Rindfleisch-Sushi

Man kann gut essen auf Ishigaki – es gibt unzählige Restaurants und Kneipen, die häufig regionale Küche anbieten (siehe Essen in Okinawa). Ishigaki ist ausserdem für zwei weitere Sachen berühmt: 石垣牛 Ishigaki-Rind(fleisch) und … Salz. Letzteres ist eine eher junge Spezialität, denn bis 1997 hatte der Staat ein Monopol auf Salz, und Variationen waren nicht erlaubt. Besonders bekannt ist nunmehr dank lockerer Gesetze das 雪塩 Yukishio – wörtlich: Schneesalz, ein sehr mildes und feinkörniges Salz, gewonnen aus dem Meer rund um Ishigaki. Das Salz wird in allen Souvenirläden verkauft, und es gibt sogar ein Salzfachgeschäft im Zentrum, in dem Salzsorten aus Ishigaki und dem Rest der Welt verkauft wird.

Von all den vielen Restaurants und Izakaya (Kneipenrestaurants) ist besonders eines sehr empfehlenswert – das ひとし Hitoshi, eine Izakaya, die auf Thunfisch spezialisiert ist. Dort gibt es nicht nur Thunfischsspezialitäten (vor allem Sushi, Sashimi usw.), sondern auch viele andere Gerichte – nicht wenige davon eindeutig von der westlichen Küche inspiriert. Wir haben viele Sachen probiert, und alles war einfach vorzüglich – bei normalen Preisen wohlgemerkt. Der Laden ist weit über die Inselgrenzen bekannt, und es empfiehlt sich, vorher zu reservieren, da Hitoshi oft ausgebucht ist. Die Izakaya liegt zwar noch in Ishigaki Stadt, allerdings dauert es von der 730-Kreuzung fast eine halbe Stunde bis dorthin. Die Adresse: 〒907-0014 石垣市新栄町15-8 (zip 907-0014, Ishigaki-shi Shin’eichō 15-8. Telefon: 0980-83-9610.

Es gibt auch einige 焼き肉 Yakiniku („gebratenes Fleisch“)-Restaurants, bei denen man traditionell selbst sein Fleisch und Gemüse am Tisch grillt. Viele spezialisieren sich auf das berühmte Ishigaki-Rind. Eines der bekannteren Yakiniku-Restaurants ist das 金牛 Kingyū. Auch dort empfiehlt es sich, vorher zu reservieren. Yakiniku ist wie überall eine etwas teurere Ausgehvariante – man sollte sich auf 10’000 Yen oder mehr zu zweit einstellen.

Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.

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