Kochi – Burgstadt in Südshikoku

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Lage von Kochi
Region: 四国 Shikoku
Präfektur: 高知 Kōchi

高知 Kochi

3 von 5 Sternen: Abstecher wert
Name:

Die Zeichen bedeuten Hoch – Wissen, wobei der Ort früher mit anderen Zeichen geschrieben wurde (高智). Korrekt transkribiert wird der Name Kōchi (das „o“ wird lang gesprochen).

Lage:

Im Süden der Insel Shikoku – in der gleichnamigen, kleinen Ebene am 鏡川 (Kagami-gawa, wörtl.: Spiegelfluss), welcher ein paar Kilometer weiter südlich in die weite 土佐湾 (Tosa-Bucht).

Ansehen:

Die Burg. Der Phoenix-Boulevard nebst Sonntagsmarkt. Die Tempelpartie am Fluss.

Beschreibung

Kochi ist die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur – damals war sie die wichtigste Stadt des Landes Tosa, eine der vier Länder von Shikoku (wörtlich bedeutet Shikoku auch „vier Länder“). Mit 327,000 Einwohnern zählt sie jedoch zu den kleineren Präfekturhauptstädten Japans.

Panorama der Innenstadt von Kōchi
Panorama der Innenstadt von Kōchi

Die Stadt wird eingerahmt von Bergen und hat auch im Stadtzentrum ein paar Hügel. Quer duch die Stadt fliesst der breite 鏡川 (Kagamigawa, „Spiegelfluss“) von West nach Ost, bevor er dann nach Süden abdreht und nach ca. 10 km in den Pazifik mündet. Warnschilder am Fluss deuten darauf hin, dass der Fluss gelegentlich schnell stark anschwellen kann, wenn flussaufwärts Dämme geöffnet werden. Das kann vor allem während der Taifun-Saison im September geschehen, wenn der Taifun genau bei Kōchi das Festland trifft. 1998 fielen z.B. 861 mm Regen innerhalb von 24 h in der Stadt (in Berlin: rd. 600 mm pro Jahr).

Der Bahnhof von Kochi mit dem Bahnhofsvorplatz
Der Bahnhof von Kochi mit dem Bahnhofsvorplatz

Parallel zum Fluss, ca. 1 km weiter nördlich, verläuft die Bahnlinie. Im Zentrum liegt der eher kleine Hauptbahnhof der Stadt. Vom Bahnhof aus beginnt die wichtigste Strasse der Stadt, genannt はりまや橋 (Harimaya-Brücke). Diese ist gleichzeitig die grösste Einkaufsstrasse der Stadt. Vom Bahnhof aus gesehen rechts liegen auch die weiten Einkaufspassagen und das Vergnügungsviertel mit zahllosen Kneipen, Snack-Bars usw.

Prunkvolle Palmenprotzerei am Enokuchi-Fluss
Prunkvolle Palmenprotzerei am Enokuchi-Fluss

Läuft man die Harumaya-Strasse etwas gen Süden und überquert den palmengesäumten 江ノ口川 (Enokuchi-Fluss), kommt man bald zum 追手筋 (Ōtesuji) Boulevard, der gern auch Phoenix-Boulevard genannt wird. Und wahrhaftig, ein Boulevard ist. So richtig mit Bäumen auf beiden Seiten und ohne die sonst omnipräsenten Stromleitungen.

Der Boulevard führt schnurstracks zur Burg (siehe unten) und wird vom 9. Aug bis zum 12. Aug zum Tollhaus, wenn das よさこい祭り (Yosakoi-Festival) stattfindet – nach dem Awa-Odori wahrscheinlich das zweitgrösste Spektakel auf Shikoku (siehe Tokushima). Sonntags wird die Strasse autofrei und als „Sonntagsmarkt“ genutzt.

Das Stadtzentrum nebst Bergen
Das Stadtzentrum nebst Bergen

Von der Ferne unübersehbar thront die 高知城 (Kōchi-jō, Burg Kochi) auf einem mit dicken, terassenförmig angelegten Steinmauern befestigten Hügel am Ende des Ōtesuji-Boulevards. Von einstmals über 5,000 Burgen und Schlösser haben nur 12 mit ihrem Hauptgebäude die Wirren der Zeit halbwegs unbeschadet überstanden. Die Burg von Kōchi ist eine davon. Mehr zur Burg als solche siehe Burgen: Kōchi.

Die alte Burg von Kōchi steht noch
Die alte Burg von Kōchi steht noch

Alles in allem ist Kochi eine relativ ruhige, angenehme Stadt mit zahlreichen schönen Ecken und vielen lohnenswerten Auswegszielen in der Umgebung. Teile der Uferpartie am Kagami-gawa sind auch sehr empfehlenswert – am der Burg am nächsten gelegenen Abschnitt findet man zum Beispiel auch einen sehenswerten kleinen Tempel.

Kochi ist übrigens in Japan äusserst bekannt für seine かつお (Katsuo, echter Bonito – eine Thunfischart)-Gerichte. Kann ich nur bestätigen: Sollte man gegessen haben. In Kochi.

Anreise

Kochi liegt an der 土讃線 (Dosan-Linie). Das bedeutet, das man mit dem 南風特急 (Minamikaze Tokkyū – Südwind-Express) relativ schnell nach Honshu kommt – und zwar nach Okayama. Das dauert nur 3½ Stunden und kostet 5’590 Yen. Die Linie ist JR und damit für Railpass-Besitzer zugelassen. Unterwegs fährt man durch schöne Schluchten – es lohnt sich z.B., in Ōboke auszusteigen (45′, 2,900 Yen).

Wer ganz viel Zeit hat, kann auch von Kōchi aus eine halbe Inselumrundung starten – Bummelzüge fahren gen Westen über Uwajima und Yawatahama bis nach Matsuyama. Das dauert allerdings sehr viele Stunden. Gen Osten kommt man mit dem Zug bis nach 奈半利 (Nahari). Kostet 1,300 ¥ und dauert anderthalb Stunden. Dort ist die Bahnlinie dann auch zu Ende.

Kochi hat seinen eigenen Flughafen – die meisten Japaner wählen somit eher das Flugzeug als Anreisemittel.

In der Stadt fahren ein paar Strassenbahnen – die beginnen und enden direkt vor dem Bahnhof. Eine davon fährt die gesamte Harumaya-Strasse ab.

Übernachtung

Die Town Group unterhält eine ganze Reihe Business-Hotels in Kochi. Darunter das ホテルタウン駅前 (Hotel Town Eki-Mae). Eki-mae bedeutet „vor dem Bahnhof“ – es sind nur 3 Minuten zu Fuss zum Bahnhof. Service und Zimmer sind ok (Standard). Ein Einzelzimmer kostet 4’000 ¥ pro Nacht. Für 100 ¥ gibt es Frühstück (die 100 Yen sind auch gut angelegt). Adresse:〒780-0053 高知県高知市駅前町1-20 (Kōchi-ken Kōchi-shi Ekimae-Machi 1-20, zip 780-0053. Kostenlose Telefonnummer: 0120-14-0066.

Nebenher sollte die Restaurant-Kneipe 早川 (Hayakawa) erwähnt werden. Findet man in der überdachten Einkaufsstrasse , Adresse: 帯屋町 Obiyamachi 1, Tel 872-4868. Dort gibt es solide lokale Küche & Sake. Bedienung ist nett und herzhaft.

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