You are currently browsing posts tagged with Fukushima

Please note: This is a machine translated version. The original article is in German and can be accessed .

Fukushima Bazille or by mentally impoverished teachers

December 5th, 2016 | Tagged , , | 1 comment | 379 reads

That children from Fukushima, the 2011 after the earthquake- / Tsunami- / attracted nuclear disaster in other areas of Japan, to escape the radiation risk, Problems would get in some schools, unfortunately was clear from the outset. Is too great in certain parts of Japanese society, the need, stigmatize others – whether foreigners or Japanese. That was and is in the so burakumin, or Koreans, for victims of the atomic bombings or victims of Minamata disease. Or in children with a foreign parent.

Thus came to light in the past week, that a fourth grader was teased in Niigata Prefecture by his classmates – by not the usual on his name “-when” (is used for boys) used, but “-kin” – with the character “bacteria” written. And stands for “Bazille”. The classmates played thus at the origin of the boys and the rumor, that sufferers are impure from the nuclear disaster and could spread disease.

The boy was eventually enough, and he decided, not to go to school. But after the parents nachbohrten, came something particularly abhorrent to light. The boy had in fact previously complained to his teacher about, “~kin” to be called. The teacher was so the problems have been aware. But some time later just the boys named those teachers before other schoolchildren also “~kin”.

The parents heard about it and sat down with the school in connection. The teacher denied the incident until. He later improved and testified, that he “possibly, but inadvertently general Rufnamen” could have used. In a third request he was ultimately, the boy in the presence of other students “~kin” have called.
Today the director of the school called to an extraordinary school meeting and apologized publicly for the boys. The director, mind you — not said teacher.

The boy is fourth graders, just like my daughter. Even thinking about it, that a primary school teacher (!!!) can behave so, I'm seriously worried. In my daughter's school, there is a “Spezi” – a teacher, the now definitively the license has been taken, he repeated without a license (which was taken off him because of various offenses previously) erwischt wurde.

If you look at comments on social networking sites so to, there are numerous Japanese, complain, that the level of school teachers had fallen sharply. One feels tempted, to give these comments faith, but I'm not so sure. Because incidents like this, in particular discrimination against children from other school children, there were in Japan actually always – this is nothing new. One can of course show disappointment, that has obviously not changed much.

Cases of harassment of Fukushima“Refugees” are not uncommon, and the reported cases are certainly just the tip of the iceberg. But the fact that a teacher is involved, makes this case particularly tragic.

Share:  

Interview mit Botschafter Dr. Hans Carl von Werthern

November 10th, 2016 | Tagged , , , | 2 Comments | 1975 reads

This interview was longer in planning and is in this form not be the only – planned is a series of interviews with Germans in Japan. An interview with the Ambassador is of course a very special affair, because it is here to the highest representatives of Germany in Japan, and thus to a point of view very own.

The interview took place on 29. September 2016 between the Ambassador and me instead of in the office of the German Embassy in Tokyo. For a better understanding, but first a brief biography of the current ambassador.

career
1971 High School
1972 American High School Diploma, St. Albans School, Washington, D.C..
1973-1975 military service
1979 Graduate economist, University of Mainz
1979-1984 scientific Assistant, University of Mainz
1984-1986 Attaché (education) Foreign Office, Bonn
1986-1987 Institute for Peace Research and Security Policy, Hamburg
1987-1990 Embassy Hanoi, Vietnam
1990-1992 Permanent Representation to NATO, Brussels
1992-1994 Deputy. Training manager for the Professional category, Ministry of Foreign Affair, Bonn
1994-1997 Embassy Asunción, Paraguay
1997-2000 Deputy. Head of West Europe Unit, Bonn / Berlin
2000-2002 Secretary for European Policy, FDP parliamentary group, Berlin
2003 Royal College of Defence Studies, London
Master in International Relations, King’s College, London
2004-2005 Head of the task force "Germany in Japan 2005/2006", Ministry of Foreign Affair, Berlin
2005-2007 Head of East Asia Unit, Ministry of Foreign Affair, Berlin
2007-2010 Envoy, Embassy Beijing, China
2010-2011 Commissioner for Personal, Ministry of Foreign Affair, Berlin
2011-2014 Head of the Central Department, Ministry of Foreign Affair, Berlin
since March 2014 Ambassador in Tokyo
Interview mit Botschafter von Werthern

Interview mit Botschafter von Werthern

Tabibito: ​Herr Botschafter, thank you, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben. Sie waren vor Japan ja unter anderem in China, Vietnam und in Paraguay tätig. War Japan Ihr Wunschland? Oder wie hat es Sie letztendlich nach Japan verschlagen?
Botschafter von Werthern: ​ Ich war in Deutschland ab 2004 zuständig für ein Großprojekt, das sich „Deutschland in Japan 2005/2006“ nannte, und anschließend Referatsleiter für Ostasien; auch mit der Zuständigkeit für unsere Beziehungen zu Japan. Deswegen habe ich mir immer gewünscht, mal nach Japan versetzt zu werden. Dass ich als Botschafter kommen würde, habe ich mir eigentlich gar nicht zu erträumen gewagt. Deswegen könnte man sagen, dass die Berufung nach Japan die Erfüllung eines Wunsches ist, den ich eigentlich nie ernsthaft gehegt habe.
Tabibito: ​Dann brauche ich Sie wahrscheinlich nicht nach Ihrem ersten Gedanken fragen, der Ihnen durch den Kopf ging, als Sie gehört haben, dass es nach Japan geht.
Botschafter von Werthern: ​Ich war natürlich sehr, sehr froh, denn ich hatte damit eigentlich nicht gerechnet. I knew, dass Japan einer der offenen Posten war, denn die Botschafterstelle war schon seit vier Monaten vakant. Aber es standen auch noch einige andere Posten zur Auswahl, wo ich natürlich auch gerne hingegangen wäre. Japan stand jedoch ganz oben auf meiner Liste.
Tabibito: ​ Haben Ihnen Ihre Erfahrungen in China eigentlich in Japan helfen können?
Botschafter von Werthern: ​ Ja, very. Ich habe in Peking beziehungsweise von Peking aus auch auf die Region im weiteren Sinne geschaut, inklusive der Beziehungen Chinas mit seinen Nachbarn, mit Japan und Korea, die Territorialkonflikte im Südchinesischen und im Ostchinesischen Meer. I think, dass mir das geholfen hat, weil ich sozusagen auch die andere Seite gut kenne. Das hilft natürlich beim Verständnis des Konfliktes als solchem, aber auch beim Verständnis dafür, wie Japan auf manche Dinge reagiert.
Tabibito: ​Dazu aus aktuellem Anlass: Vor zwei Stunden ist in fünfhundert Metern Entfernung von der Botschaft eine anti-chinesische Demonstration vorbeigezogen. Haben Sie das in China eigentlich auch einmal erlebt?
Botschafter von Werthern: ​ Ja, es gab anti-japanische Demonstrationen, es gab auch anti-europäische, z.B. anti-französische Demonstrationen. So hat es 2008, als das olympische Feuer durch die Welt getragen wurde, einen sehr unschönen Vorfall in Paris gegeben. Da ist die chinesische Fackelträgerin – eine Rollstuhlfahrerin – angegriffen worden. Danach hat es wilde Proteste in China gegeben, zum Beispiel auch einen Boykott von Carrefour. Es hat auch anti-japanische Demonstrationen gegeben; zum Teil sicher auch staatlich gelenkt. Weder in China noch hier in Japan gefallen mir diese Dinge. Ich verstehe zwar nicht, was sie sagen, aber diese von der Intonation her hasserfüllten Brüllereien sind nicht nur unjapanisch, sondern auch unschön.
Tabibito: ​ Das war ja zum Glück nur ein sehr kleines Häufchen. But now for something. Sie haben ja die Stelle an der Botschaft in Tokyo im Frühjahr 2014 angetreten. Keine drei Monate später waren Sie bereits in Fukushima vor Ort. Es ist schon eine Weile her, aber was war Ihr persönlicher Eindruck von der Lage vor Ort?
Botschafter von Werthern: ​Das war schon ein spannender Besuch in jeglicher Hinsicht. Ich war zum ersten Mal überhaupt im Leben im Inneren eines Atomkraftwerks, noch dazu im Inneren eines havarierten Atomkraftwerks. Uns wurde alles gezeigt, was wir sehen wollten – und wo man hin konnte, of course – einige Stellen sind natürlich immer noch viel zu gefährlich wegen der hohen Strahlung. I had the feeling, dass die Betreiber des Kraftwerks das Menschenmögliche tun, um dort die Schäden zu beseitigen. Nach eigener Aussage wird das aber mindestens vierzig Jahre dauern. Das hängt natürlich damit zusammen, dass die Probleme unglaublich groß sind. Also auch jetzt, zwei Jahre nach meinem Besuch, haben sie den Durchfluss des Grundwassers immer noch nicht im Griff. Und auch die Dekontaminierung des Grundwassers, sowie die Dekontaminierung der Erde außenrum, ist sehr, sehr schwierig und langwierig. Nachdem ich das gesehen habe, verstehe ich noch besser den Beschluss der deutschen Bundesregierung – kurz nach Fukushima ist der ja gefallen – den Zeitplan für den Ausstieg aus der Kernkraft vorzuziehen. Das hat die Bundeskanzlerin ja auch hier öffentlich gesagt im letzten Jahr. Sie hat sich gedacht: Wenn noch nicht einmal ein so hochtechnologisiertes und so hervorragend organisiertes Land wie Japan offensichtlich mit den Risiken der Atomkraft umgehen kann, wer soll das dann eigentlich können?
Tabibito: ​Warum denken Sie, dass Japan nicht damit umgehen kann? Ist es die Natur, ist es menschliches Versagen, ist es politisches Versagen?
Botschafter von Werthern: ​Es ist wie immer ein Zusammenspiel mehrerer Dinge. Ich habe dort auch gelernt, dass das Ausmaß der Katastrophe sehr viel geringer gewesen wäre, wenn man sich an die Auflagen der Aufsichtsbehörde gehalten hätte. Denn die Aufsichtsbehörde hat ja bestimmt, dass die Notfallgeneratoren nicht mehr vor dem Kernkraftwerk, sozusagen am Strand, stehen dürfen, sondern hinter das Kernkraftwerk, höher ins Gelände, verlegt werden müssen. Das haben sie auch getan. Aber die Schaltzentrale ist unten am Strand geblieben, und nachdem sie überflutet war, fiel das ganze Notstromkonzept dort aus. Es ist aber vielleicht wirklich so, dass wir mit den Risiken der Atomkraft gerade in einem Land, das immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht wird, letztendlich nicht jedes Risiko ausschließen können. Und das zeigt Fukushima. Von der auch hier völlig ungelösten Frage der Endlagerung mal ganz abgesehen.
Tabibito: ​Sie haben neulich den Deutsch-Japanischen Kooperationsrat zur Energiewende, kurz GJETC¹, mit ins Leben gerufen. Was wird da im Hinblick auf die Atomkraft geschehen?
Botschafter von Werthern: ​ Dieses Gremium wird sich hauptsächlich mit erneuerbaren Energien beschäftigen. Es geht nicht um Atomkraft, sondern um die Förderung der Erneuerbaren, also Windkraft, Sonnenkraft, Wasserkraft und so weiter. Da haben Deutschland und Japan ohnehin eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Anfang des Jahres, als sich die Umweltminister hier getroffen haben, wurde ein Memorandum of Understanding unterschrieben. Dieser Energierat versammelt jetzt Experten und Leute, die ganz praktisch mit erneuerbaren Energiequellen zu tun haben, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und in beiden Ländern möglichst die erneuerbaren Energien voranzutreiben.

¹ See Webseite des GJETC and Nachrichten zum Start

Tabibito: ​ Sie haben im Jahr 2015 an der Akita International University eine Rede zum Thema „Deutsch-französische Versöhnung und was man daraus lernen kann“ gehalten. Was kann Japan davon lernen? Ist da irgendwas übertragbar?
Botschafter von Werthern: ​Eins-zu-eins ist sicher nichts übertragbar. Die Situation sowohl unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg als auch in der Zwischenzeit bis heute ist in Ostasien und in Europa doch sehr unterschiedlich. Die Essenz dessen, was ich damals und bei anderen Gelegenheiten gesagt habe, ist aber dies: Die deutsch-französische Erfahrung, dass zwei Länder, die über Jahrhunderte hinweg Erzfeinde waren und viele Kriege gegeneinander geführt haben, jetzt so eng zusammenarbeiten, wie zwei souveräne Länder nur zusammenarbeiten können; dass auch die Zivilgesellschaften eng miteinander verflochten und verbunden sind – diese Erfahrung macht auch für andere Länder oder andere Regionen in der Welt Hoffnung. Wir sagen nicht, dass wir in Europa oder gar die Deutschen es richtig gemacht haben und die anderen falsch – das wäre nicht nur überheblich, sondern auch nicht richtig. Aber gerade letztes Jahr, siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, haben wir oft darüber gesprochen, welche Erfahrungen wir gemacht haben. Wir bieten diese Erfahrungen an, aber Japan und die Japaner müssen daraus ihre eigenen Schlüsse ziehen, wenn sie das überhaupt wollen.
Tabibito: ​Angela Merkel hat rund einen Monat später beim Forum in der Asahi Pressezentrale genau das gleiche Thema angesprochen. Warum gilt das als so wichtig?
Botschafter von Werthern: ​ Zu besonderen Jahrestagen stellt man sich die Frage: “Was können wir lernen, was haben wir mitgenommen?” So, wie wir uns 2014 die Frage gestellt haben „Befindet sich die Welt möglicherweise in einer Situation, with the 1914 vergleichbar ist, als der Erste Weltkrieg ausgelöst wurde?“, so hat man sich 2015 eben die Frage gestellt: „Was ist eigentlich 1945 gewesen und warum ist es hier so und dort anders gewesen und welche Schlüsse können wir daraus ziehen?“ Im Wesentlichen lag das an diesem Jubiläum. Und nicht zuletzt hat Premierminister Abe zu dem gleichen Jubiläum im August eine viel beachtete Erklärung abgegeben. Auch in Europa ist natürlich in allen Hauptstädten des Endes des Zweiten Weltkrieges gedacht worden.
Tabibito: ​Was müsste Ihrer Meinung nach eigentlich passieren, so, die Beziehung zwischen Japan und China sich ähnlich entwickelt wie die zwischen Deutschland und Frankreich oder Deutschland und Polen? Ist das überhaupt möglich in der jetzigen Konstellation?
Botschafter von Werthern: ​Wir hatten in Europa eine wahrscheinlich historisch einmalige Chance. Und insofern hatten wir Deutsche 1945 und in den Jahren danach auch ein unglaubliches Glück, dass wir direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges Nachbarn wie Frankreich hatten, die die Hand zur Versöhnung ausgestreckt haben. Schon knapp zwanzig Jahre später, bei der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags 1963, war das Verhältnis zu Frankreich schon schwieriger. Und der Élysée-Vertrag wäre auch beinahe nicht zustande gekommen. Es war wirklich eine historische Chance, die weder für Deutschland heute wiederholbar wäre, noch ist sie für Japan und China wiederholbar. In Europa ist es uns vielleicht besonders gut gelungen, und das ist immer noch weit davon entfernt, vollständig gelungen zu sein, dass wir Deutsche gelernt haben, uns als Täter im Zweiten Weltkrieg zu verstehen – dass wir gelernt haben, in Europa uns selber und die Konflikte mit unseren Nachbarn in der Vergangenheit auch durch die Augen der anderen zu sehen. Jemand hat mal gesagt: „Die Erinnerung an die eigene Vergangenheit ist immer dann unvollständig, wenn sie nicht auch die Erinnerung der Opfer mit umfasst.“ Ich glaube, das haben wir in Deutschland in einem langen, very, sehr schmerzhaften und umstrittenen Prozess inzwischen einigermaßen hinbekommen. Und das ist eine Regel, die überall anwendbar sein sollte: Wir müssen versuchen, auch durch die Augen des Anderen sehen zu lernen. Dadurch wären, I think, Fortschritte möglich.
Tabibito: ​Japan und Korea zum Beispiel scheinen ja da noch immer gerade mal auf halbem Wege zu sein. Im August wurde der Oberbürgermeister von Freiburg im Breisgau gefragt, ob er in einem Park der Stadt eine Trostfrauen-Statue aufstellen könne. Und er sagte erst mal ja, hat das aber wieder später zurückgezogen. Was wäre eine diplomatische Antwort auf diese Problematik mit der Trostfrauen-Statue?
Botschafter von Werthern: ​ Die Antwort hat der Oberbürgermeister von Freiburg ja selber gefunden. Er hat gesagt, dass ihm die internationale Implikation nicht klar war, als er dieses Angebot bekommen und ihm zugestimmt hat. Es war ihm nicht klar, welche Gefühle er damit in Japan verletzen würde. Und deswegen hat er diese Entscheidung dann auch zurückgenommen. Das passt schon auch ein bisschen auf die Antwort auf die letzte Frage. In diesem Fall hat man nur auf Korea geschaut und nicht auf Japan. Wenn man beide Winkel in den Blick nimmt, dann findet man auch bessere Antworten. Im Übrigen haben sich Japan und Korea ja in der sogenannten Trostfrauen-Frage doch sehr aufeinander zubewegt. Die Vereinbarung vom 28. Dezember letzten Jahres, die jetzt auch zu großen Teilen umgesetzt worden ist, ist doch nicht nur objektiv eine erfreuliche Entwicklung, sondern wird so auch in Japan und Korea von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung als positiv angesehen.

​Wie das entstanden ist, I do not know, aber natürlich haben sich viele schon lange die Frage gestellt, warum es eigentlich zwei Demokratien und zwei Marktwirtschaften wie Japan und Korea nicht schon viel früher geschafft haben, im Angesicht eines immer übermächtiger werdenden China näher zueinanderzufinden.

Tabibito: ​Man könnte fast meinen, dass diese doch recht plötzliche und späte Einigung quasi unter dem Druck Chinas entstanden ist. Würden Sie dem zustimmen?
Botschafter von Werthern: ​Wie das entstanden ist, I do not know, aber natürlich haben sich viele schon lange die Frage gestellt, warum es eigentlich zwei Demokratien und zwei Marktwirtschaften wie Japan und Korea nicht schon viel früher geschafft haben, im Angesicht eines immer übermächtiger werdenden China näher zueinanderzufinden. Aber ob das – ich würde es nicht unbedingt Druck, sondern vielleicht einfach nur Vernunft nennen – eine Rolle gespielt hat, kann ich letztlich nicht beurteilen.

Die Diskussion in Japan heute erinnert mich sehr stark an die Diskussion in Deutschland nach der Wiedervereinigung Anfang der 90er-Jahre, als wir ja auch von der internationalen Staatengemeinschaft aufgefordert wurden, uns stärker an friedenserhaltenden Maßnahmen zu beteiligen.

Tabibito: ​ Die jetzige japanische Regierung versucht momentan, to amend the Constitution. Und zwar geht es vor allem um die Änderung, wenn nicht gar Abschaffung, des sogenannten Pazifismus-Paragrafen 9. Dazu entstand vor zwei Jahren eine interessante Initiative, angestoßen von einer Hausfrau aus Kawasaki. Diese versuchte, genau diesen Paragrafen als Friedensnobelpreis-Kandidaten vorzuschlagen. Was halten Sie eigentlich von der Idee an sich, to amend the Constitution?
Botschafter von Werthern: ​ Nach unserem Staats- und Verfassungsverständnis sind Verfassungsänderungen etwas völlig Normales. Auch das deutsche Grundgesetz ist unzählige Male verändert worden. Allerdings haben wir da den Kernbestand der ersten 19 items, in denen unter anderem grundlegende Menschenrechte festgelegt sind, die nicht verändert werden dürfen. Nach unserem Verständnis ist eigentlich eine Verfassung, die seit fast siebzig Jahren unverändert ist, etwas unnormal. Wenn ich es richtig verstanden habe, will die Regierung auch nicht den Kernbestand des Artikels 9 change, also das Verständnis, dass Japan eine friedliche Nation ist und keinen Angriffskrieg mehr führen will, genauso, wie sich Deutschland das ja festgeschrieben hat, sondern Japan möchte in der Lage sein, sich auch mit militärischen Mitteln an internationalen Friedensmissionen zu beteiligen. Das begrüßen wir sehr. Die Diskussion in Japan heute erinnert mich sehr stark an die Diskussion in Deutschland nach der Wiedervereinigung Anfang der 90er-Jahre, als wir ja auch von der internationalen Staatengemeinschaft aufgefordert wurden, uns stärker an friedenserhaltenden Maßnahmen zu beteiligen. Damals dachten in Deutschland auch viele, dass das eine Rückkehr zum alten Militarismus bedeutet. Man muss derlei Veränderungen in der eigenen Bevölkerung sehr sorgfältig diskutieren, und man muss es eben auch dem Nachbarn verständlich machen.
Tabibito: ​Ich denke, da ist noch viel nachzuholen. Denn ein Grundtenor der Rhetorik ist zurzeit, dass sich Japan angeblich im Falle eines Angriffs nicht verteidigen dürfte. Der Eindruck scheint in vielen Schichten der Bevölkerung entstanden zu sein, die das nun befürworten.
Botschafter von Werthern: ​Dass sich Japan selber verteidigt, ist schon immer möglich gewesen durch die Interpretation des Artikels 9 und die Aufstellung der Selbstverteidigungskräfte.

Aber irgendwann werden die Zinsen wieder steigen, und dann wird der japanische Staat ein echtes Problem haben.

Tabibito: ​Sie haben ja vor einiger Zeit auch Volkswirtschaft studiert.
Botschafter von Werthern: ​ Vor sehr langer Zeit, and.
Tabibito: ​Was sagt der Volkswirt in Ihnen in Anbetracht der japanischen Schuldensituation?
Botschafter von Werthern: ​Die Schulden sind, wenn man die reinen Zahlen anschaut, schon atemberaubend: Fast 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Andererseits gibt es das Argument, dass die japanischen Staatsschulden fast zu 100 Prozent von Japanern selbst gehalten werden – es gibt also keine Auslandsverschuldung, sodass die Gefahr eines Zusammenbruchs dadurch, dass sich zum Beispiel Ausländer von japanischen Staatspapieren trennen, und dass es dadurch riesige Wechselkursverwerfungen und mehr gibt, nicht besteht. Trotzdem muss natürlich auch eine Verschuldung, die im Inland gehalten wird, bedient werden. Das geht verhältnismäßig leicht, wenn die Zinsen niedrig sind. Aber irgendwann werden die Zinsen wieder steigen, und dann wird der japanische Staat ein echtes Problem haben. Dies umso mehr, da ja noch enorme demografische Probleme hinzukommen – more, als wir sie in Deutschland kennen. Denn die Japaner bekommen genauso wenige Kinder wie wir, aber sie werden noch viel älter, und das wird eine weitere Belastung des Staatshaushaltes mit sich führen. Und da ist der Rat der Experten teuer.
Tabibito: ​Die Deutsche Botschaft kümmert sich wie, and, wie jede Botschaft in jedem Land, zu einem gewissen Grade um die deutschen Staatsbürger in Japan. Über wie viele Deutsche sprechen wir da?
Botschafter von Werthern: ​ Wir wissen es nicht genau. Wir schätzen etwa 6.000. Wir ermutigen alle Deutschen, sich bei der Botschaft online zu registrieren. Das geht auch ganz leicht über die gemeinsame Website von Botschaft und Generalskonsulat (www.japan.diplo.de). Denn wir möchten gerne die Deutschen erreichen im Falle einer Katastrophe. Ich halte das auch deswegen für wichtig, weil der deutsche Anteil an den Ausländern in Japan verschwindend gering ist. Also wenn die Japaner, sagen wir mal im Fall einer großen Katastrophe, an Ausländer denken, denken sie zunächst an Chinesen, Koreaner und so weiter. Das heißt, uns als Botschaft wird in einem solchen Fall eine große Verantwortung zukommen. Und dafür wäre es gut, wenn wir wüssten, wie wir unsere Landsleute erreichen können. Es registrieren sich aber nicht alle, und man ist dazu auch nicht verpflichtet.
Tabibito: ​ Es gibt ja seit geraumer Zeit den „Fonds für hilfsbedürftige Deutsche“ in Japan, einst als Dittman-Fond bekannt. Was macht der Fond? Was geschieht da eigentlich?
Botschafter von Werthern: ​Der BDF genannte Fond kümmert sich um Deutsche, die hier in Japan in Not geraten. Auf den ersten Blick kommt einem das etwas merkwürdig vor, es gibt aber doch immer wieder Fälle. Zum Beispiel deutsche Frauen, die mit japanischen Männern verheiratet waren, inzwischen geschieden oder verwitwet sind, und die Mühe haben, die Ausbildungskosten für ihre Kinder zu bezahlen. Es gibt natürlich auch ein paar, glücklicherweise nicht sehr viele, deutsche Familien, die mit Krankheit oder sonstigen Dingen zu kämpfen haben, wo einfach die Finanzierung und manchmal auch die Basis dafür fehlt, um sich hier im Sozialsystem oder überhaupt in der japanischen Gesellschaft zurechtzufinden. Da hat der BDF eine wirklich sehr wichtige Aufgabe, die natürlich auch unsere Arbeit in der Botschaft sehr erleichtert, indem er Geld sammelt und es diesen Familien zur Verfügung stellt, sowie ihnen auch mit Rat und Tat zur Seite steht.
Tabibito: ​ Wie viele Leute, schätzen Sie, werden so unterstützt?
Botschafter von Werthern: ​Das weiß ich gar nicht, denn ich bin nicht Mitglied des BDF, und das unterliegt natürlich auch der Schweigepflicht. Um zum Beispiel einem Kind die Schulausbildung oder auch ein Studium zu bezahlen, ist in Japan eine Menge Geld notwendig. Deswegen macht der BDF auch jedes Jahr im Residenzgarten sein Sommerfest, zu dem man zugegebenermaßen ziemlich teure Tickets kaufen kann. Das Geld geht eben alles in die Arbeit des BDF und – wenn ich ein bisschen Reklame dazu machen darf – ist auch eine schöne Gelegenheit, bei normalerweise gutem Wetter, deutsches Essen und Getränke im Residenzgarten zu genießen und an einer Tombola teilzunehmen, wo es auch schicke Preise gibt.
Tabibito: ​Um einmal zur Botschaftssituation von vor vier Jahren zu kommen. Sie haben ja gesagt, dass sich die Botschaft zum Beispiel im Falle einer neuen Katastrophe um die Mitbürger im Land kümmert, nur haben das viele Deutsche, ob das nun gerechtfertigt ist oder nicht, sich vor fünf Jahren, and, im Stich gelassen gefühlt, weil die Botschaft relativ schnell im Vergleich zu anderen Botschaften nach Ōsaka umgezogen ist und auch viele Leute keine Benachrichtigung erhalten haben. Wenn jetzt wieder ein schweres Erdbeben geschieht, und wenn dann vielleicht auch noch das AKW in Niigata wieder in Betrieb gegangen ist und havariert – würde irgendwas anders laufen? Es gab ja zum Beispiel Town-Hall-Meetings mit Ihrem Vorgänger. Gab es irgendwelche Konsequenzen oder Schlüsse, dass irgendetwas anders gemacht werden wird?

Natürlich ist ein solcher Vorfall wie 2011 nicht im Voraus planbar. Es bricht immer – das ist völlig unvermeidlich – erst mal das große Chaos aus.

Botschafter von Werthern: ​Wir haben versucht, so viel wie möglich aus der damaligen Situation zu lernen. Ich habe ja, als ich hier ankam, auch noch ein Town-Hall-Meeting gehalten, und habe zum Beispiel die Deutschen aufgefordert, sich bei uns zu registrieren, habe versucht, auf die vielfältigen Fragen einzugehen. Wir halten auch in der Botschaft seitdem jedes Jahr eine große Krisenübung ab, in der wir – auch weil unsere Belegschaft ja ständig wechselt – to attempt, uns ganz praktisch auf eine solche Situation einzustellen. Also das wird sozusagen unter echten Bedingungen gespielt. Wir haben ja einen Verteidigungsattaché hier. Die Soldaten wissen, wie man solche Übungen macht und wie man da auch Szenarien einspielt, die realistisch sind. Da kommt so mancher, einschließlich meiner Person, schon ins Schwitzen. Aber es ist gut, dass wir uns darauf einstellen. Wir wollen in Zukunft diese Übungen auch ausweiten, indem wir zum Beispiel die deutsche Schule in Yokohama oder das Goethe-Institut, die Handelskammer und so weiter, deren Rolle wir bisher nur gespielt haben, auch einbeziehen, sodass ich glaube, dass wir verhältnismäßig gut vorbereitet sind. Natürlich ist ein solcher Vorfall wie 2011 nicht im Voraus planbar. Es bricht immer – das ist völlig unvermeidlich – erst mal das große Chaos aus. Aber je besser man sich darauf eingestellt hat, desto schneller kriegt man das Chaos dann auch in den Griff. Zu Ihrer Bemerkung über die Verlagerung der Botschaft nach Ōsaka-Kōbe – da war ich ja noch nicht hier, aber wenn ich es recht verstehe, stand man damals vor der Frage „Was passiert, wenn die radioaktive Wolke nach Tokio kommt? Ist es dann nicht besser, wir operieren von einem Gebiet aus, in dem wir einigermaßen sicher sind, als dass die Botschaft, wenn sie hier geblieben wäre, vielleicht völlig außer Funktion gesetzt wäre?“ Es hätten dann alle im Keller gesessen und gar nichts mehr tun können. Damals ist die Entscheidung gefallen, dass es vernünftiger ist, zu verlagern. Aber natürlich ist das auch immer eine Frage der Kommunikation. Andere haben es anders entscheiden. Im Nachhinein sind wir natürlich auch klüger. Aber im Nachhinein sieht immer alles leichter aus, als wenn man in der Situation steht.
Tabibito: ​Dann wollen wir hoffen, dass es so schnell nicht wieder zu der Situation kommt.
Botschafter von Werthern: Dazu kann ich nur Amen sagen.
Tabibito: ​ Dann möchte ich mich herzlich bei Ihnen für das Interview bedanken.
Share:  

5 Years later

March 8th, 2016 | Tagged , , | 12 Comments | 868 reads

Fünf Jahre ist es nun schon her, that der ganze Norden Japans bebte. Und ich muss mich noch nicht einmal großartig konzentrieren, um die Bilder und Gefühle wieder hochkommen zu lassen. Die Sorge. Das Wort trifft es zumindest in meinem Fall besser. Es war Sorge, nicht Angst. Sorge davor, alles hier zu verlieren. Sorge davor, dass mein erst vier Wochen zuvor geborener Sohn, von seiner damals erst 4-jährigen Schwester mal abgesehen, zur falschen Zeit am falschen Ort sind und wir zu Flüchtlingen werden. Sorge davor, dass die Panikmacher vielleicht doch recht haben könnten und Fukushima die weite Umgebung inklusive Tokyo unbewohnbar macht. Sorge davor, dass es innerhalb weniger Jahre zu einem richtig schweren Erdbeben direkt unter Tokyo kommen würde. Sorge davor, dass die Politik entgegen jeglichen gesunden Menschenverstandes wieder die nuklearen Meiler anwerfen würden.

2 km landeinwärts in Minami-Sōma, Fukushima

2 km landeinwärts in Minami-Sōma, Fukushima

Was hat sich bewahrheitet in den 5 Years? Waren die Sorgen berechtigt? Now, Tokyo ist bekanntermassen noch bewohnbar. There – so far – kein schweres Erdbeben direkt unter der Hauptstadt (auch wenn gesagt wurde, dass dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% in den folgenden 4 Jahren eintreten würde). Ich bin mit auf die Straße gegangen, um gegen Atomkraft zu demonstrieren (eigentlich plädiere ich für Nichteinmischung, denn ich bin Deutscher, kein Japaner – aber es geht um meine Kinder). Und trotzdem haben die Irren begonnen, die Meiler wieder anzuschalten. Fukushima wird gereinigt, doch man ist gerade erst am Anfang. Japan stellt entsetzt fest, dass man überhaupt nicht weiß, wie es mit dem ganzen radioaktiven Müll weitergehen soll. Ich habe mit der Familie die Stadt, in der wir wohnten, hinter mich gelassen, denn die war zur Hälfte zerstört.

Irgendwann kehrt man zur Normalität zurück. Man hat ja keine andere Wahl. Und zu den Jahrestagen werfen mal diese, mal andere mit mehr oder weniger gekonnten Beitägen zum Thema Fukushima um sich. Neutral scheint keiner dabei zu bleiben – die deutschen Medien schon mal gar nicht. One can only hope, dass uns in absehbarer Zeit eine neue Katastrophe erspart bleibt. Ein Mal reicht.

Well: Auch die Filmemacherin Doris Dörrie hat dem Thema nun ein Film gewidmet. Ob er was taugt? I do not know. If so, wäre ich überrascht.

Falls jemand über gute Reportagen oder Artikel stolpert, bitte her damit. So lange es nicht von RT oder DWN ist, schaue ich gern rein.

Share:  

Hut ab, liebe Macher des Tokyoter Katastrophenschutzhandbuches

September 29th, 2015 | Tagged , , , | 3 Comments | 865 reads

Nur echt mit Nashorn: Das Katastrophenhandbuch

Nur echt mit Nashorn: Das Katastrophenhandbuch

For sure,de, the fact, dass Tokyo die Nummer 2 weltweit im Lloyd’s City Risk Index 2015-2025¹ ist (die Nummer 1 ist übrigens Taipei), schreit geradezu danach, die Bewohner auf eventuelle Katastrophen so gut wie möglich vorzubereiten. Es kann schließlich viel passieren: Earthquake. Taifune. Überschwemmungen. Wirbelstürme. Vulkanausbrüche. Terrorangriffe. Epidemien. Ein knallgelbes, kostenloses Buch mit wertvollen Tips für die Vorbereitung auf den Ernstfall sowie dem, what to do, wenn mal wieder etwas geschehen ist, sollte doch ideal sein. Also seid ihr auf die Idee mit dem 東京防災 Tokyo Bōsai-Buch gekommen. Und um den Ernst der Lage auch gut zu vermitteln, nehmt ihr also das “out” (das Zeichen bedeutet “catastrophe”; bō bedeutet “Schutz, Vorbeugung”) und pappt deshalb ein Nashorn auf den Buchumschlag, denn Nashorn auf Japanisch heisst schliesslich “out”, und schliesslich weiss man ja, wie gefährlich Nashörner sind. Haha. Has. Und damit das auch ja alle lesen, kommen natürlich auch ein paar Seiten Manga rein, damit man, wenn man mit dem Buch verschüttet ist, auch was zum schmökern hat.

Das Inhaltsverzeichnis listet auch schön alle möglichen Ernstfälle auf. But wait, war das nicht was, vor circa vier Jahren, as eine radioaktive Wolke nach Tokyo reinwehte? Funny, davon steht rein gar nichts im Buch. Und es ist ja nicht so, dass die Atommeiler nicht wieder angefahren werden sollen. Doch halt, What is it – page 165:

Angriffe durch Guerilla und andere Spezialtruppen

Man muss von plötzlich auftretenden Schäden ausgehen. Falls atomare Anlagen angegriffen wurden, besteht ausserdem die Gefahr, dass es zu großflächigen Schäden kommt.

Ah, von daher weht der Wind! Die wahre Gefahr für die japanischen Atommeiler geht also nicht von den Naturkatastrophen sowie, und davor habe ich mehr Sorge, von den Betreibern aus, sondern von ominösen Guerillakriegern. Höchstwahrscheinlich von nordkoreanischen Froschmännern!

Dass diese – wie man ja gesehen hat, sehr reale – Gefahr einer atomaren Verseuchung mal eben so vollständig ausgeklammert wird, ist unglaublich. Was will uns die Stadtverwaltung von Tokyo, Herausgeber des Buches, damit sagen? Dass so etwas ganz bestimmt nicht wieder vorkommt? Oder hat man Angst, so kurz vor Olympia wieder ins Gerede zu kommen? Schliesslich hatte ja Abe dem Internationalen Olympischen Komitee hoch und heilig versprochen, dass Fukushima kein Thema mehr ist? Es darf gerätselt werden.

¹ Siehe here.

Share:  

Three years later and …

March 13th, 2014 | Tagged , , | 1 comment | 1623 reads

With a little delay I would now like my two cents to the 3. Add the anniversary of the earthquake-tsunami-nuclear disaster. In the Japanese television ran to the occasion several documentaries or snapshots, some interesting facts brought to light by harrowing.

This includes the situation in the disaster areas simply. It was very quick clean up – which must be conceded. A large proportion of debris disappeared already after one year, and much more the year after. But what happened after that? Unfortunately, not much. By sources, I can not come up unfortunately, but it has been mentioned, for example, that

– Only 4% of residents, which would have to be located above the sea level, were actually resettled
– Only 2% the really new to build houses were built
– 0% of the tsunami hazard statement supporting new land use planning have been completed.

Will hot: Places like Minamisanriku or Ōtsuchi, which were almost completely destroyed, are indeed cleaned up, but: What remains is an uninhabited wasteland, and you do not know, what is to come of it.
Is there a lack of money? Probably not. It is verhanden enough money to rebuild – even so much, that even outlandish, receive distant projects money in watering method. It would be planning. And that goes something like this: To ever plan first, the dikes need to be rebuilt, since most were destroyed. And the dikes must be higher and wider. But most of the land belongs to someone behind. In not a few cases are in the land several owners as a community, who have purchased or received the country many decades ago. These people must be bought from the country (be fetched or the consent, cede the land). If the original owner passed away, the children need to be addressed. Or the grandchildren. And then you come to, for example around 200 People, scattered throughout the country, which one must personally respond, ransom to one or the other ha. This effort understandably overwhelmed the authorities.
On the other hand, the unrouted do not agree in many cases. Some want to resettle, others want to definitely stay. A group fighting to, that a ruin as a reminder to future generations remains – another group wants to eliminate the consequences completely. Accordingly, it is a mammoth task, to find a consensus for every little reconstruction project.

Some Japanese broadcasts on the subject of Fukushima were also very interesting. Even though some may think in Europe, that the issue in Japan does not play a big role more — it is not so. In Japan, you look with horror on that, what's happening in Fukushima. But at the same time you talk about it like in Japan, as radioactive contaminated sites are cleaned and the residents go back soon. An expert on the subject – I am sorry to here again owe a source – said, the cause of the frequent “smaller” Asked accidents at nuclear power plants, quite succinctly: Of course something like this is occurring increasingly, because there are not too many nuclear experts, and most of them are busy, prepare other nuclear power plant for the re-opening. That makes sense, but can not be cynical: You gambled the future of our country, only to similar potential hazard to call back to life. This logic is a real perverse.

Who more determined to make progress – interested or non-progress in the reconstruction, which is the website of the Ministry for Reconstruction (Renaissance Hall) commended: www.reconstruction.go.jp. The quality and number of data, however, is sparse, but it must be so comfortable with a government website.

Share:  

Fukushima – You Stümperei 4721

February 25th, 2014 | Tagged , | 13 Comments | 3705 reads

One would think, that people from harm be wise. And companies with their numerous stakeholders anyway. Unfortunately this is not so, as TEPCO proves almost every single day,. Today has become known, that on 19. February are 100 Tons of highly radioactive contaminated water has leaked into the environment. This is, so sad it is, alone no news value, because the makeshift makeshift structures licking on site at all corners and ends. The circumstances of the accident, however, shows anew, what happened there on the spot – or does not happen.

TEPCO has indeed set up hundreds of large water tanks at the power station exploded, need to store the water used to cool the fuel rods partially exposed, to… yes until when actually. The containers installed after all detectors, the start, when the barrel is full. So auch am 19. February: The sensor reported noisily, and the TEPCO employees of trust ran to the tank and looked after, if something runs out. But not delivery, for the tank was at the time “only” to 98,9% voll¹. So the staff went from a false alarm and toddled off. A short time later, the tank began to overflow, and the one noticed until many hours later. The accident was preceded by another: Normally three lines fill a tank, wherein a valve is to be closed. By human error, however, all three valves were opened in this case.

The whole raises once again the usual questions on, you would like to provide daily for almost three years:

  1. Who works there actually? Obviously, in any event no qualified employee.
  2. Who monitors, what proceeds there? Obviously, there is a lack of crisis management.
  3. Comprehending the charge actually the seriousness of the situation?
  4. Feels anybody responsible?
  5. Why do you think, that it would be a good idea, To use sensors, which only report, if it is too late?
  6. What would have happened, if it had rained? How would you checked, whether the tank overflows?

und so weiter. These are all questions, actually contradict the human mind. It is still difficult to understand, what actually happens there. That is no reason, to panic – but it is a basic, still to worry. Almost three years – and it is far, very far from, to have that problem half way down the handle.

¹See for example here

Share:  

News from the Front energy

November 6th, 2013 | Tagged , , , | 4 Comments | 9751 reads

Even though it may not be as clear is abroad – in Japan rages still a bitter dispute over the future of Japan in terms of energy. While the current government under Abe is basically pro-nuclear, there are quite too serious resistance. Sometimes even from within the ranks. As weighty opponent occurred recently Koizumi, the Japanese standards, surprisingly, quite popular ex-prime minister and. Mentor of many of today's politicians, government. Koizumi was transformed from Saul to Paul obviously: Once it was the promotion of nuclear energy in Japan his profession, but now he is in favor of a nuclear-free Japan. The comments of the government bench to were mostly negative. It is not actually common, to contradict his mentor, but it fell. Comments such as “there is just a lot of different opinions” to “(Koizumi's attitude is) irresponsible. However, Koizumi countered completely true at an event – and been accepted in so: "Before the accident, we did not make it, To solve the problem repository. Who now thinks after the accident, that nuclear power is feasible, by dissolving the repository problem, thinks optimistically and irresponsible ". ¹

Mini-Solarkraftwerk: Solarzellen auf einer stillgelegten Bahntrasse (Präf. Miyazaki, 2012)

Mini-Solarkraftwerk: Solar cells on a disused railway line (Präf. Miyazaki, 2012)

Interestingly, a message of yesterday, the 4. November 2013: In Kagoshima was solemnly “Mega Solar "inaugurated ² – a giant solar energy plant. On an island territory, was for a long time no user, were a total area of 127 Hectares have been there 290’000 Installed solar panels – namely from 京セラ Kyōcera (short for “Kyoto Ceramics” and a company name, which is always pronounced terribly wrong in the German area, but this only marginally). Chinese solar plant builders had some also to the 220 Advertised million euro project, but according to the official speech stabbed the domestic consortium led by Kyocera, IHI usw. competitors in terms of robustness and quality of. 70’000 Kilowatts to supply the plant – enough for about 20’000 Households or nearly 10% the energy needs of Kagoshima City. A price guarantee on 20 Years for the injected current of the system ultimately made this project possible.

Economically, this is a fine thing for Japan, especially as the local solar industry benefits. For geographic and geological point of view the site is admittedly daring. The nearby Vulkan Burn has the habit of, to coat every few years the area with ash. Should this still raining, and that is in Kagoshima God knows not infrequently, you can probably throw away the plants. Even a moderate tsunami would wash away the entire power station. And how far the plant severe typhoons bursting, remains to be seen. Considering also the area consumption and power output, is clearly, that solar power will make no great contribution in Japan. At least not in the form of large-scale systems. A retry of the 100'000 Roofs Program, thus decentralizing the production of solar energy, is worth considering.

¹ speech and manuscript see Huffington Post: The rebuttal lecture details "primary zero irresponsible" to former Prime Minister Koizumi, Abe's, et al [issue: Energy](4. Nov. 2013)
² See, among others Nikkei: Japan's largest mega solar, etc. complete Kyocera Kagoshima (4. Nov. 2013)

Share:  

Weimar Japan? / Madness Fukushima

August 2nd, 2013 | Tagged , | 18 Comments | 13246 reads

Others have written about, but I just can not get around it, address these two things here. And I'm not sure, which of the two events outrageous.

Number 1:
So since it became the Deputy Prime Minister (and ex-Prime Minister) Taro aso this week at a symposium to and commented on constitutional amendment:

The Weimar Constitution was changed at that time simply as the Nazi Constitution. This was done, without the people mitbekamen something – and from that we can learn from it (O-Ton: "Weimar constitution was also changed to Nazi constitution before I knew it. Whether After you learn the trick that no one noticed.").

Now, das viele Japaner nicht das gleiche über Nazis denken wie Deutsche (ganz zu schweigen von Franzosen, Juden, Polen usw) is generally known. Das Unheil, dass das Phänomen Nationalsozialismus anrichtete, ist hier schlichtweg nicht geläufig. Darf es deshalb ignoriert wurden? Sollte man von der Nr. 2 im Staat (und ehemals Nr. 1) nicht ein bißchen mehr Respekt, Geschichtswissen und Feingefühl erwarten können? Offensichtlich nicht.

Natürlich schlägt diese Aussage grosse Wellen – im In- and abroad. China and South Korea feel confirmed in their fears. Aso has always been known for its crude humor, his half-knowledge (“the 2. World War II began with Pearl Harbor”) and his bad Kanjikenntnisse (see for example here). Looking at the above address at, to any reasonable person of the stomach turns. In the same speech not only said quote falls, but a lot of other remarks – as he lifts out several times, that Hitler was elected in a free democracy out, in a country with one of the most progressive constitutions in those days.

Of course many are now calling for his resignation. Aso rowed back today and said, that his “Statement is easy to misunderstand”¹. The Japanese politicians always say, when they realize, to have overstepped the – but do not actually want to apologize. That these politicians to Foreign Minister, then brought to the Prime Minister – and even today still plays one of the greatest violins, is elegantly expressed a shame for Japan.

Number 2:

This week it was announced, that start from now on so that state authorities, to measure the level of radioactive contamination in the sea near the exploded nuclear power plant in Fukushima. A simple sentence, or? But who has been measured? Right: TEPCO, Thus, the operator of the nuclear plant. This is roughly, as if you were a murderer fässt, and asks selfsame, to prove his own act. And, very nice! Especially since you even now almost 2½ Had time, transparency, To experience technology and the unshakable confidence of TEPCO. The fact, that you can now leave this club for years monitoring, contradicts any logic.

Hinzu kommt, that the bad news from the nuclear plant on strike again. But Prof.. Publican has been very well summarized in his blog, So I'm not at the point a. The fact is: The NPP, as anticipated, still be good for a very long time for many surprises. And these surprises will probably be less positive.

¹ See article and video at FNN News

Share:  

Two years later – and, what is learned?

March 12th, 2013 | Tagged , , | 16 Comments | 1220 reads

Two years ago, it is now so, since a major earthquake Japan by half- and another country 10’000 km west roused regarding nuclear energy. Over 15’000 Dead, more than 3’000 Missed, devastated land, at least 50’000 People, the next due to the nuclear disaster in Fukushima in the 4 Years (the government estimated optimistic) can not return home, Headlines such as “Domestic violence increases in the disaster area” and so on and so forth – disaster pulls behind a long trail of terror and they will play for a long time in the conscience of the people a great role. In a positive sense, since the disaster had released a large amount of positive energy, mediated by numerous people at- and abroad, who declared themselves ready, wanting to help, however. In a negative sense as well, since the quake and the tsunami washed out a huge amount of dirt – from the bowels of politics and the economy. This shit is still good for headlines in Japan (so only recently, was known as, that it is likely already the earthquake and the tsunami was not first, of the NPP was an end).

Has learned from the disaster in Japan? Yes and no. It is still too early, judge this to. And Japan has already, unfortunately, had many opportunities, to learn from vergangegenen earthquake disasters, and we have also learned much: At least as far as earthquake. But not, what tsunami and proper risk analysis in the construction of nuclear power plants in terms. In terms of tsunami long ago recognized geologists then, Before the disaster that densely populated areas with good reason were not previously colonized.
The geological risk analysis of nuclear power plants have to be careful, on whom to point the finger: Geologists and engineers at all the same measurement techniques and experimental values ​​are available than before 40 Years. After all, it is now but it, the nuclear power stations to take afresh look at the, and – this is the real novelty – inform the public of the results. Or, in other words, The press is finally interested, because the audience seems to want to know more.

This tactic carries its risks – for the population: Ultimately, the leaders are trying so, to legitimize individual NPP. However, the press and public are now aware enough, and there is hardly a corner in Japan, in which there is no active faults, falls through a nuclear plant after another. So it seems at least for now. With luck, the science makes it even for inspection. But this is expressed very optimistic, because it does not look like this, seems as if you seriously looking for alternatives for a sustainable energy supply.

Two years after the disaster still live approximately 310’0000 People in shelters. This is explained not necessarily so, that there is a lack of structure agents. In some places it is simply because, that one can not decide, where to build the respective city again. The survivors are quite involved in the decision process, and so it is in some places to a Stuttgart 21 in small town size: Some want to build right there again, where the water was raging – just behind higher dikes. The other, and some places that are in the minority, would rather settle a few miles inland. Still others, and not a few, have had enough and just want to get completely away. There is fear of an accelerated depopulation of the Northeast, and the right to – emigration to keep anyway for decades.

Today, it was said to 14:46 So again Silent prayer! (mokutō – “Silent prayer”) and in many places the sirens wailed. I would not mind, if abolishing peculiar holidays like the Greenery Day or the Day of the Sea, and instead the 11. March declared a holiday: A holiday to commemorate the earthquake- and tsunami victims as well as a reminder of the day of, what can happen, if you play carelessly with fire.

Anyone who has recently received positive reports about – whether print or television, Japanese, English or German – let me know!

Share:  

Report: Antiatomkraft-Demo in Tokyo

July 17th, 2012 | Tagged , , , | 17 Comments | 1421 reads

Today, at the 17. June, I've just thrown my good intentions overboard: Actually, I had my self-imposed, not to be politically active in Japan - ie, I thought it was questionable as to, whether I have the right to, me to participate in demonstrations. Finally, I'm just a guest here. If a persistent host.

Demobeginn in Yoyogi: Everything beautiful colorful

But if I Herumgeeiere in terms of nuclear power here so see, I see myself forced to really, my principles to jettison. After all, my wife had our son, then 1-month and 4-year-old daughter at that time because of the ultimate home-made disaster of Fukushima a hurry to leave town. And now it is the policy, convince the people, that it should fire up the more nuclear power plants again, otherwise the lights go out. Only 16 Months after Fukushima. You just learn not to, and instead of looking for alternatives, wants to continue as before.
Today (a holiday) found for this reason the 10万人 集会 jūmannin shūkai – 100’000-People meeting instead of. They gathered at noon in the large Yoyogi Park in the center. Famous musicians (For example, Ryuichi Sakamoto) and writers (For example, Nobel Prize Kenzaburo Oe) There were, and at the end of the demonstrators marched on three different routes through the city.
Participate in a Japanese demo is basically unremarkable and similar dangerous, like taking a 2-year-old the candy. Violence can be expected under any circumstances. No chaotic, no black block, No stick wielding policeman. While I was still But they make you a Exploding from the ear, but since it's only a matter of principle: Apparently the policy in Japan does not matter, what people think, But there must be even in Japan, a pain threshold for politicians. Located at the 100,000 Demonstrators? Apparently not. One million? Who knows. So go first. Even my Schwiegeeltern decided, to go (their first demo) and are specifically made a sign.
Actually, I wanted to go with his wife and children, but we had to cancel at short notice.

Sehr clever: Solution easy to stick umbrella!

Such crowds of around 35 Degrees and blazing sun comes in small children not so well. So it went off alone. Without a shield. The Ringer! In Yoyogi, more precisely, around Harajuku Station, all hell broke loose, because while there was the show “Disney on Ice” instead of. What a mixture. Hovered over the park 5 Press helicopters, and hundreds of police ensured order. Many participants had homemade signs while, other conveniently pasted their umbrellas with slogans. A young band played live on a trailer - very refreshing and very unjapanisch. Of course, because not all participants own pieces. A few political parties and organizations send out their people. All in all it was very colorful.
As the trial itself expired, was typical Japanese: Very, very ordered. Only a portion of the road is blocked, So the whole entourage moves into the length. In addition, the convoy also chopped up by long traffic signals, But somehow we meet again. The police presence is massive, but only, to maintain order and all in all, quite favorably. After an hour the train was already over.
Whether it does what? According to the organizers were 170’000 People there. According to police, 70’000. The true figure is somewhere in between are according to experience, But the chances are not bad according to, it's really more than 100’000 were. One can only hope, that the movement does not fade away, because the government will next week give permission for the upshift of another reactor. And that is worrying, for thus will you step by step to the back “Normality”. And that is anything but normal.

We have also attached a short video – most frequently heard the following phrases:

再 稼 働 撤回 Saikadō Tekkai – Take back the re-opening
脱 原 発 Datsu-Genpatsu – Get out of nuclear power!
原 発 反 対 Genpatsu Hantai – Against nuclear power!

Share:  

« Older entries