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Kumamoto 4 Tage nach den Beben

April 20th, 2016 | Tagged | 1 Kommentar | 778 reads

Verschiebung infolge des Bebens. Quelle: Kyodo

Verschiebung infolge des Bebens. Those: Kyodo

And, DEN Beben, denn wie über Blog and Twitter reported, gab es letztendlich zwei schwere Beben innerhalb von 30 Hours, und dazu noch unzählige weniger starke Beben, von denen jedoch etliche stark genug wären, den Zugverkehr auf Stunden lahmzulegen.

Das erste Beben in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag forderte letztendlich neun Menschenleben, das zweite in der Nacht vom Freitag zum Sonntag bisher 37, aber es werden noch cirka 10 Missing people. Die Infrastruktur hat arg gelitten: Zahlreiche Strassen in und um Kumamoto, darunter auch Autobahnen, sind unpassierbar – entweder, weil sie durch Trümmer oder Erdrutsche bedeckt sind oder weil sie auseinandergerissen worden sind. Der Flughafen von Kumamoto ist vorerst nicht benutzbar, da Teile der Decke abstürzten. Bei den Bahnlinien sieht es nicht besser aus – selbst die Shinkansentrasse ist beschädigt.

Das erste Beben konnte die Stadt Kumamoto noch verkraften, aber das zweite Beben sorgte für unterbrochene Gas-, Water- und Stromleitungen. Geschäfte blieben entsprechend geschlossen und die Versorgungslage spitzte sich langsam zu. Laut Berichten von Freunden vor Ort scheinen aber Teile der Infrastruktur wieder zu funktionieren und erste Geschäfte zu öffnen.

Burg von Kumamoto - vor dem Beben

Burg von Kumamoto – before the earthquake

Besonders schlimm hat es die Gemeinde Minami-Aso erwischt. Eine wichtige Brücke zu einer Hauptverkehrsstrasse (die Hauptverbindung zwischen Kumamoto und Oita) ist von einem massiven Erdrutsch völlig zerstört worden. Dementsprechend kommt auch kaum Hilfe in den Ort – trotz Einsatzes der Selbstverteidigungskräfte. Selbst “Doctors Without Borders” hat die medizinische Versorgung vor Ort als unzureichend h noch eingestuft und eine kleine Gruppe von Ärzten in Marsch gesetzt. Überhaupt hört man in den Nachrichten (und von Freunden vor Ort) Complain, dass keine Hilfe in Form von Decken (vorgestern war es dort in der Nacht 3 Grad kalt, und viele Tausende campieren noch im Freien), Nahrung, Wasser und so weiter ankommt. Gerade in Kumamoto liegt das, wie auch vor 5 Jahren in Tohoku, nicht am Mangel, sondern an der zerstörten Infrastruktur – Hilfslieferungen kommen einfach nicht durch (wir wollten auch Sachen schicken, aber man riet uns davon ab – es würde vorerst nicht ankommen).

Wenigstens scheinen die Kernkraftwerke nichts abbekommen zu haben. And: Letztendlich waren die Folgen des Bebens weit weniger verheerend als die des gleich starken Bebens von Kobe im Jahr 1995. Der Schock sitzt den Bewohnern jedoch noch immer in den Knochen und wird so schnell nicht weichen – schliesslich war Kumamoto ziemlich lange von einer solchen Katastrophe verschont geblieben.

Die altehrwürdige Burg von Kumamoto hat es ebenfalls ziemlich stark mitgenommen. Die Burg ist zwar ein Nachbau — allerdings ein charmanter, verglichen mit anderen Nachbauten wie denen in Osaka oder Nagoya. Viele der traditionellen Dachziegel sind heruntergefallen und etliche der dicken Festungsmauern eingestürzt. Zu den Dachziegeln und deren Reaktion beim Erdbeben gibt es übrigens einen hochinteressanten Artikel. Auch der uralte und berühmte Aso-Schrein hat schwer gelitten.

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Schweres Erdbeben in Kumamoto

April 14th, 2016 | Tagged | 12 Comments | 1397 reads

Kumamoto-Erdbeben

Kumamoto-Erdbeben

Today, at the 14. April 2016, gab es um 21:26 schweres Erdbeben auf Kyushu – das Epizentrum lag zwischen Kumamoto Stadt and Yamaga, in der Stadt 益城町Mashiki-machi. Nach der japanischen Erdbebenskala erreichte das Beben dort die Maximalstärke 7. Nach der Richterskala waren es “only” 6,4, mit der Besonderheit, dass das Beben in lediglich 10 km Tiefe lag und Augenzeugenberichten zufolge nur ca. 15 Sekunden dauerte. Das Beben war sehr deutlich überall auf Kyushu zu spüren.
In der Millionenstadt Kumamoto scheint es nur begrenzte Schäden zu geben. Wir erreichten sogar meine Schwiegeroma per Telefon – sie war sichtbar geschockt, aber auch in ihrem Haus gab es keine grösseren Schäden. Während in Kumamoto die Lichter an sind, herrscht in Mashikimachi scheinbar Stromausfall. Über Twitter liest man bereits von ersten eingestürzten Gebäuden; Berichte über Tote und Verletzte gibt es noch nicht.
Da das Beben sein Epizentrum in der Inselmitte hatte und recht flach war, sind Tsunamis nicht zu befürchten. Fortunately – zwischen Kumamoto und Kagoshima liegt das AKW 川内 Sendai.
Die Nachbeben halten an und werden die Bewohner noch die ganze Nacht über wach halten. Das schwerste soweit hatte eine Stärke von 5.7 und fand 22:08 instead of. Just in diesem Moment kam wieder eine Warnung herein.

Mehr Infos gibt es wie immer über meinen Twitter-Account (@Tabibito_Tokyo) – siehe Beispiel unten:

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5 Years later

March 8th, 2016 | Tagged , , | 12 Comments | 840 reads

Fünf Jahre ist es nun schon her, that der ganze Norden Japans bebte. Und ich muss mich noch nicht einmal großartig konzentrieren, um die Bilder und Gefühle wieder hochkommen zu lassen. Die Sorge. Das Wort trifft es zumindest in meinem Fall besser. Es war Sorge, nicht Angst. Sorge davor, alles hier zu verlieren. Sorge davor, dass mein erst vier Wochen zuvor geborener Sohn, von seiner damals erst 4-jährigen Schwester mal abgesehen, zur falschen Zeit am falschen Ort sind und wir zu Flüchtlingen werden. Sorge davor, dass die Panikmacher vielleicht doch recht haben könnten und Fukushima die weite Umgebung inklusive Tokyo unbewohnbar macht. Sorge davor, dass es innerhalb weniger Jahre zu einem richtig schweren Erdbeben direkt unter Tokyo kommen würde. Sorge davor, dass die Politik entgegen jeglichen gesunden Menschenverstandes wieder die nuklearen Meiler anwerfen würden.

2 km landeinwärts in Minami-Sōma, Fukushima

2 km landeinwärts in Minami-Sōma, Fukushima

Was hat sich bewahrheitet in den 5 Years? Waren die Sorgen berechtigt? Now, Tokyo ist bekanntermassen noch bewohnbar. There – so far – kein schweres Erdbeben direkt unter der Hauptstadt (auch wenn gesagt wurde, dass dies mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% in den folgenden 4 Jahren eintreten würde). Ich bin mit auf die Straße gegangen, um gegen Atomkraft zu demonstrieren (eigentlich plädiere ich für Nichteinmischung, denn ich bin Deutscher, kein Japaner – aber es geht um meine Kinder). Und trotzdem haben die Irren begonnen, die Meiler wieder anzuschalten. Fukushima wird gereinigt, doch man ist gerade erst am Anfang. Japan stellt entsetzt fest, dass man überhaupt nicht weiß, wie es mit dem ganzen radioaktiven Müll weitergehen soll. Ich habe mit der Familie die Stadt, in der wir wohnten, hinter mich gelassen, denn die war zur Hälfte zerstört.

Irgendwann kehrt man zur Normalität zurück. Man hat ja keine andere Wahl. Und zu den Jahrestagen werfen mal diese, mal andere mit mehr oder weniger gekonnten Beitägen zum Thema Fukushima um sich. Neutral scheint keiner dabei zu bleiben – die deutschen Medien schon mal gar nicht. One can only hope, dass uns in absehbarer Zeit eine neue Katastrophe erspart bleibt. Ein Mal reicht.

Well: Auch die Filmemacherin Doris Dörrie hat dem Thema nun ein Film gewidmet. Ob er was taugt? I do not know. If so, wäre ich überrascht.

Falls jemand über gute Reportagen oder Artikel stolpert, bitte her damit. So lange es nicht von RT oder DWN ist, schaue ich gern rein.

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Erdbebensicher? Schau auf den Bushaltestellennamen!

November 17th, 2015 | Tagged , | 2 Comments | 613 reads

Da hat mir doch jetzt tatsächlich eine Geowissenschaftlerin, Mariko Kawai von der Nagoya University, die Idee geklaut, eine Korrelation zwischen Ortsnamen und dem Gefährdungsgrad durch Erdbeben (und Überschwemmungen) herzustellen¹. An idea, die eigentlich auf der Hand liegt.

In nahezu allen Ländern und Sprachen dieser Erde gibt es unzählige Ortsnamen, die quasi nicht mehr tun, als die topgraphische Lage zu beschreiben: Kapstadt, Nürnberg, Hongkong, Freital und so weiter. Burg und Berg? Above. -at, -wiesen, -tal? Below. The list is long. Und das ist auch in Japan nicht anders. Es ist sogar einfacher in Japan, da Schriftzeichen bzw. sogar Teile von Schriftzeichen oft schon Auskunft geben über die Lage. Während dieses Hintergrundwissen in Deutschland keine allzu grosse Rolle spielt (wobei es natürlich nützlich ist, knowing, ob man in einer ehemaligen Flussaue lebt oder nicht), ist dieses Wissen in Japan jedoch überlebenswichtig. Beziehungsweise sehr hilfreich, wenn man überlegt, sich ein Haus zu kaufen, denn das sollte ja nach Möglichkeit auf stabilem Untergrund stehen und nicht beim nächsten Taifun fortgespült werden.

The idea, dazu Ortsnamen zu benutzen, ist gut und schön. So merkt man schon am Stadtnamen Urayasu, dass hier viel Wasser mit im Spiel ist (ura = kleine Bucht). Um jedoch im kleineren Maßstab arbeiten zu können, hat der Wissenschaftler nun Bushaltestellennamen benutzt, und das ist natürlich genial. Die Haltestellen liegen in der Stadt keine 300 Meter weit auseinander und erlauben so ein viel exakteres Bild. So zum Beispiel bei einer Buslinie, die ich gelegentlich benutze: Sie startet in 溝の口 Mizonokuchi (= Mündung des Wassergrabens), geht erst mal durch flaches Land, über die Haltestelle “平 Taira” (Ebene), gefolgt von der Haltestelle “初山 Hatsuyama” (=erster Berg), dann bis 潮見台浄水場 Shiomidai Jōsuijō (Meeresblickplateau-Wasseraufbereitungsanlage) bis 鷲ヶ峰 Washigamine (Adlerpass). Auf der Strecke werden zwar nur rund 100 Höhenmeter bewältigt, aber die Haltestellennamen dramatisieren die Morphologie auf eindrucksvolle Weise. Und wo kauft man also nun ein Haus? In Mizonokuchi? Oder Taira? Oder doch lieber am Plateau? Natürlich kauft der Großteil lieber in Mizonokuchi, denn erstmal ist das bequemer, und zweitens näher dran an Tokyo. Dass die Gefährdung durch Erdbeben und Fluten hier wesentlich höher ist, sollte jedoch klar sein.

Natürlich ist das Raster mit den Bushaltestellennamen zu grob. Ein -tal (-ya wie im Shibuya, oder -tani) bedeutet ja nicht, dass das ganze Gebiet gefährdet ist – schliesslich ändert sich die Lage am Talhang umgehend. Man muss sich also die Gegend schon selbst ansehen – mit einem Mindestmass an Logik (Wasser fliesst immer abwärts, die Schwerkraft siegt immer usw.) – to suspect (!), wie gefährdet ein Gebiet ist. Oftmals ist die Lage aufgrund der dichten Bebauung jedoch nicht so offensichtlich – da fallen 5 Meter Höhenunterschied nicht auf und äussern sich nur im Ortsnamen, der meistens entstand, bevor alles zugestellt wurde.

Die Karte der Bushaltestellennamen, divided into “safe” and “unsichere” Place names, weist dabei in der Tat eine Korrelation auf mit zum Beispiel der Schwere der Erdbebenschäden nach dem grossen Kanto-Erdbeben 1923. Östlich, vor allem aber nordöstlich der Ginza, tauchen vermehrt Ortsnamen mit Schriftzeichen auf, in denen das Radikal Wasser enthalten ist. And in fact,: Diese Gegend ist besonders gefährdet, durch Überschwemmungen und durch Erdbeben. Das ist letztendlich auch der Grund, warum ich mir dort kein Haus kaufen würde. Im Westen von Tokyo, Kawasaki und Yokohama sieht es dann ganz anders aus: Da gibt es ganz viele “Mountains”, Hänge”, “Summit” and “Plateaus”.
Für Interessierte hier eine kurze, unvollständige Liste von “good” and “schlechten” Schriftzeichen in Ortsnamen:
Eher stabil:

mountain (yama, san) 尾 (-o), 岳 (-dake), 峰, (mine), 嶽 (gaku), 嶺 (mine)
岡 丘 (beides: oka) 台 (dai) 坂上 (sakagami) 坂 阪 (beides: case) 岩 (iwa) 盤 (ban) 曽根 (sone) 森 (mori) 林 (hayashi, rin) High (so, kō) 上 (ue, kami)

Eher instabil:

崎 (saki) 岬 (misaki) 浜 (hama) 洲 (su) 潟 (gata) 島 (shima) 岸 (kishi, gan) 潮 (shio) 入 (iri) 湾 (wan) 谷 (now, -already) 窪 (kubo) 袋 (fukuro) 坂下 (sakashita)

As can be seen, eigentlich ganz logisch: Place names, die eher instabilen Untergrund / eine instabile Lage versprechen, enthalten oft das Radikal “Water” (氵 ); stabiler hingegen erscheinen Ortsnamen mit dem Radikal Erde ( soil ) und Berg ( mountain ). Natürlich gibt es genügend Ausnahmen: Das Schriftzeichen 島 shima (Island) zum Beispiel enthält das Radikal für Berg, deutet hingegen auf Wasser hin – taucht jedoch auch in Ortsnamen fernab der Küste auf.

¹Siehe here (PDF, Japanese).

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Hut ab, liebe Macher des Tokyoter Katastrophenschutzhandbuches

September 29th, 2015 | Tagged , , , | 3 Comments | 847 reads

Nur echt mit Nashorn: Das Katastrophenhandbuch

Nur echt mit Nashorn: Das Katastrophenhandbuch

For sure,de, the fact, dass Tokyo die Nummer 2 weltweit im Lloyd’s City Risk Index 2015-2025¹ ist (die Nummer 1 ist übrigens Taipei), schreit geradezu danach, die Bewohner auf eventuelle Katastrophen so gut wie möglich vorzubereiten. Es kann schließlich viel passieren: Earthquake. Taifune. Überschwemmungen. Wirbelstürme. Vulkanausbrüche. Terrorangriffe. Epidemien. Ein knallgelbes, kostenloses Buch mit wertvollen Tips für die Vorbereitung auf den Ernstfall sowie dem, what to do, wenn mal wieder etwas geschehen ist, sollte doch ideal sein. Also seid ihr auf die Idee mit dem 東京防災 Tokyo Bōsai-Buch gekommen. Und um den Ernst der Lage auch gut zu vermitteln, nehmt ihr also das “out” (das Zeichen bedeutet “catastrophe”; bō bedeutet “Schutz, Vorbeugung”) und pappt deshalb ein Nashorn auf den Buchumschlag, denn Nashorn auf Japanisch heisst schliesslich “out”, und schliesslich weiss man ja, wie gefährlich Nashörner sind. Haha. Has. Und damit das auch ja alle lesen, kommen natürlich auch ein paar Seiten Manga rein, damit man, wenn man mit dem Buch verschüttet ist, auch was zum schmökern hat.

Das Inhaltsverzeichnis listet auch schön alle möglichen Ernstfälle auf. But wait, war das nicht was, vor circa vier Jahren, as eine radioaktive Wolke nach Tokyo reinwehte? Funny, davon steht rein gar nichts im Buch. Und es ist ja nicht so, dass die Atommeiler nicht wieder angefahren werden sollen. Doch halt, What is it – page 165:

Angriffe durch Guerilla und andere Spezialtruppen

Man muss von plötzlich auftretenden Schäden ausgehen. Falls atomare Anlagen angegriffen wurden, besteht ausserdem die Gefahr, dass es zu großflächigen Schäden kommt.

Ah, von daher weht der Wind! Die wahre Gefahr für die japanischen Atommeiler geht also nicht von den Naturkatastrophen sowie, und davor habe ich mehr Sorge, von den Betreibern aus, sondern von ominösen Guerillakriegern. Höchstwahrscheinlich von nordkoreanischen Froschmännern!

Dass diese – wie man ja gesehen hat, sehr reale – Gefahr einer atomaren Verseuchung mal eben so vollständig ausgeklammert wird, ist unglaublich. Was will uns die Stadtverwaltung von Tokyo, Herausgeber des Buches, damit sagen? Dass so etwas ganz bestimmt nicht wieder vorkommt? Oder hat man Angst, so kurz vor Olympia wieder ins Gerede zu kommen? Schliesslich hatte ja Abe dem Internationalen Olympischen Komitee hoch und heilig versprochen, dass Fukushima kein Thema mehr ist? Es darf gerätselt werden.

¹ Siehe here.

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Die ganze Palette der Naturgewalten

September 15th, 2015 | Tagged , , | 2 Comments | 785 reads

Man ist ja in Japan einiges gewohnt in Sachen Naturgewalten, aber die Häufung der Ereignisse in den letzten 4 Tagen ist selbst für Japaner etwas Besonderes. Das ganze begann am 10. September. Taifun Nummer 18 und Taifun Nummer 19 nahmen Japan in die Zange. Number 18 war zwar relativ schwach und Nummer 19 traf gar nicht erst aufs Land, aber diese besondere Wetterlage hatte zur Folge, dass ein dünner Streifen sehr warmer und feuchter Luft zwei Tage lang vom Süden her über Tokyo gen Norden zog und sich dort in den Bergen in sintflutartige Regenfälle entlud. In den Bergen von Tochigi an der Grenze zur Präfektur Ibaraki fielen so rund 600 mm Regen in weniger als zwei Tagen. So viel Niederschlag fällt in Berlin nicht mal in einem Jahr. Das Wasser will natürlich erstmal abfliessen – doch die Menge war so gross, dass es in der Stadt 常総市 Jōsō-shi 50 Kilometer nördlich von Tokyo – fast genau zwischen Tokyo und Nikkō – zum Deichbruch kam. Das Gebiet links vom Kinugawa-Fluss lief danach binnen weniger Stunden voll wie eine Badewanne, und da Holzhäuser ohne Keller und allem den Wassermassen nicht viel entgegenzusetzen haben, ähnelten die Bilder denen nach dem Tsunami 2011. Ein paar Menschen kamen dabei ums Leben, und es werden immer noch Menschen vermisst.

Das pikante am 決壊 kekkai Deichbruch was, dass für die Gegend an der Stelle des Bruches keine Evakuierungsanordnung galt. Evakuierungsanordnungen gab es zwar – aber eben nicht an jener Stelle. Die Begründung dafür war, now so, interesting: Man hat nur dort evakuiert, wo besorgte Anrufe von Anwohnern eingegangen waren. Wenn also zwei, drei Leute eines Bereiches anriefen und sagten “Der Fluss scheint hier bald über die Ufer zu treten”, wurde eine Evakuierung angeordnet. Es gab aber keine Anrufe von der Bruchstelle – und damit hatten die Menschen sich ergo ihre Lage selbst eingebrockt.

Auf den Bildern war jedoch klar zu erkennen, dass das Wasser nur noch weniger als einen Meter unter der Deichkrone stand. Dass bei dieser Lage und anhaltendem Starkregen keine Deichläufer oder zumindest Luftüberwachung angeordnet wurden, grenzt an Fahrlässigkeit.

Number 2 folgte am Sonnabend, kurz vor 6 Clock in the morning: An earthquake of magnitude 5.2 weckte so ziemlich ganz Tokyo auf, denn es hatte nahezu überall in Tokyo, Kawasaki, Chiba und Yokohama die Stärke 4. Es wackelte also sehr deutlich. Grössere Schäden gab es nicht, aber das Besondere an diesem Beben war das Epizentrum: Es lag in der Bucht von Tokyo, or, um genauer zu sein, fast genau unterhalb des Flughafens Haneda. Und das ist relativ selten. Seit Jahren wartet man ja nun auf das 直下型 chokka-gata – das grosse Erdbeben direkt unter Tokyo. War dies das Vorspiel? Oder war es gar ein Entlastungsbeben, dank dessen das große nun um ein paar Jahre nach hinten verschoben wurde? Diese Fragen kann die Seismologie leider noch nicht gewissenhaft beantworten. So richtig vorstellen möchte es sich jedoch niemand – das grosse Beben könnte nämlich, rechnerisch zumindest, bis 8-komma-nochwas stark sein. Und das ist hunderte Male stärker als die läppischen 5.2 on Saturday.

Das Mass voll machte heute, at the 14. September, the Vulkan Aso auf Kyushu, der mal eben plötzlich eine 2 Kilometer hohe Aschewolke in den Himmel schickte. Das kam etwas überraschend – die Warnstufe ist lediglich 2 (of 5), aber das ist dem Aso offensichtlich egal. Den Livestream kann man sich hier ansehen – good about. 3h 25m geht es richtig los:

Das reicht dann auch erst einmal für die nächsten Wochen. Hoffen wir zumindest.

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Die tektonische Woche

May 31st, 2015 | Tagged , | 6 Comments | 1899 reads

Eigentlich lässt es einen ja schon fast kalt, wenn die Erde mal wieder ein bisschen wackelt oder irgendwo ein Vulkänchen brodelt. Aber die letzten 5 Tage legte sich der Untergrund in und um Japan so richtig ins Zeug. So gab es am Nachmittag des 25. Mai ein Beben der Stärke 5.6 on the Richter scale – mit dem Epizentrum in der Präfektur Saitama, also beinahe schon direkt unter Tokyo. In einer Gemeinde war dies eine schwache 5 auf der japanischen Skala und in etlichen Teilen der Hauptstadt eine 4. Erdbeben dieser Stärke steckt man hierzulande eigentlich ganz locker weg, aber zu etlichen Zugverspätungen kam es trotzdem. Es war jedenfalls eine Weile her, dass mein Handy wegen eines Erdbebens losging: “Ein Erdbeben kommt! Ein Erdbeben kommt! Attention!” – da das Epizentrum jedoch in unmittelbarer Nähe lag, kam die Warnung exakt zur gleichen Zeit wie das Erdbeben.

At the 29. Mai meldete sich der gut 600 m hohe Vulkan 新岳 (Shindake, literally: “Neuer Gipfel”) eindrucksvoll in die Nachrichten zurück. Der Vulkan liegt auf einer kleinen Insel mit dem recht eigenartigen Namen 口永良部島 Kuchinoerabu in Kagoshima Prefecture – direkt neben der sehr bekannten Insel Yakushima. Im vergangenen Jahr rührte sich der gleiche Vulkan schon ein Mal, for the first time in over 30 Years, aber da gab es eine nur rund 800 Meter hohe Aschewolke. Dieses Mal ging die Aschewolke rund 9,000 Meters high. Verständlicherweise wurde daraufhin die höchste Warnstufe (5) proclaimed – schliesslich leben auf der Insel ja auch noch rund 130 People.

Nummer drei folgte heute abend, at the 30. More: Erst gab es ein leichtes Erdbeben. Rund eine Minute später fing es schon etwas stärker an zu wackeln. Es waren keine heftigen Bewegungen, eher ein Gefühl, als ob der Untergrund zu schwimmen beginnt. Türen gingen auf und zu, Lampen pendelten hin und her. Kurze Zeit später erfuhren wir, dass das Zentrum bei den Ogasawara-Inseln lag. Also weit weg. Strength: 8.5. Also sehr, sehr stark. Trotzdem wurde nur eins, zwei Minuten später bekanntgegeben, dass keine Tsunami-Gefahr besteht. Das ist erstaunlich – aber letztendlich nicht verwunderlich, da das Epizentrum in 590 km depth – also sehr, sehr tief – lag. Bei der Stärke und Tiefe ist es dann auch nicht verwunderlich, dass das Beben in ganz Japan spürbar war – von Hokkaido bis Okinawa (see map).

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Automatically generated earthquake map: The colored dots mark station, the color itself, the intensity measured there. White dots: Of perceptually hardly noticeable. Blau spurt man, if you're not fast asleep on the train or sitting. Grün – keine Schäden, But even more noticeable. Yellow = here would put you in the elevator no longer. Orange: Well shaken. Dark Orange: Oh dear. Red: Definitely not good. Cracks in walls and streets, Landslides, Furniture overturned, old houses collapsed. Violet: Should defy all description.

Well. Das reicht dann doch erstmal für eine Woche. We hope, dass die nächste Woche etwas ruhiger wird. By the way: Wer auf neueste Nachrichten zum Thema aus ist, folge mir einfach auf Twitter. Dann gibt es Nachrichten wie die unten – und dies meistens schneller als die Tagesschau!

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About 150 Delfine stranden in Ibaraki – a warning sign?

April 11th, 2015 | Tagged , | 3 Comments | 2107 reads

Heute morgen sind in der Nähe von Kashima in Ibaraki Prefecture 156 Breitschnabeldelfine gestrandet. Ein paar konnten von Ortsansässigen gerettet werden, aber es waren einfach zu viele der bis zu 300 Kilogramm schweren Tiere – die meisten verendeten schliesslich am Strand¹.

Nun stranden alljährlich Delfine und Wale an Stränden in den unterschiedlichsten Gegenden der Welt, in Japan, aber die Menge ist ungewöhnlich. Schnell tauchte in japanischen Medien jedoch die Nachricht auf, dass zum Beispiel am 4. March 2011 about 50 Delfine unweit der diesjährigen Stelle strandeten. Was eine Woche später geschah, is indeed well known.

Eine der Theorien für die Massenstrandungen besagt, dass plötzliche Änderungen im Magnetfeld der Erde dazu führen können, dass die Tiere ihren Orientierungssinn verlieren. So etwas kann auch vor, während und nach Erdbeben vorkommen. Aber ein stichfester Beweis für diesen Zusammenhang scheint zu fehlen.

Soll man sich also kirre machen lassen? Lieber nicht. Aber etwas unheimlich ist das ganze natürlich schon. Von daher kann es nicht schaden, wenn man bei der Gelegenheit mal seine Strategie für den Ernstfall überlegt. Hat man genügend Toilettenpapier? Instantnahrung? Water?



¹ Eine Zusammenfassung mit Twitterfotos sowie eine Zusammenfassung von Argumenten pro und contra die Erdbebentheorie findet man here (Japanese).

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Three years later and …

March 13th, 2014 | Tagged , , | 1 Kommentar | 1606 reads

With a little delay I would now like my two cents to the 3. Add the anniversary of the earthquake-tsunami-nuclear disaster. In the Japanese television ran to the occasion several documentaries or snapshots, some interesting facts brought to light by harrowing.

This includes the situation in the disaster areas simply. It was very quick clean up – which must be conceded. A large proportion of debris disappeared already after one year, and much more the year after. But what happened after that? Unfortunately, not much. By sources, I can not come up unfortunately, but it has been mentioned, for example, that

– Only 4% of residents, which would have to be located above the sea level, were actually resettled
– Only 2% the really new to build houses were built
– 0% of the tsunami hazard statement supporting new land use planning have been completed.

Will hot: Places like Minamisanriku or Ōtsuchi, which were almost completely destroyed, are indeed cleaned up, but: What remains is an uninhabited wasteland, and you do not know, what is to come of it.
Is there a lack of money? Probably not. It is verhanden enough money to rebuild – even so much, that even outlandish, receive distant projects money in watering method. It would be planning. And that goes something like this: To ever plan first, the dikes need to be rebuilt, since most were destroyed. And the dikes must be higher and wider. But most of the land belongs to someone behind. In not a few cases are in the land several owners as a community, who have purchased or received the country many decades ago. These people must be bought from the country (be fetched or the consent, cede the land). If the original owner passed away, the children need to be addressed. Or the grandchildren. And then you come to, for example around 200 People, scattered throughout the country, which one must personally respond, ransom to one or the other ha. This effort understandably overwhelmed the authorities.
On the other hand, the unrouted do not agree in many cases. Some want to resettle, others want to definitely stay. A group fighting to, that a ruin as a reminder to future generations remains – another group wants to eliminate the consequences completely. Accordingly, it is a mammoth task, to find a consensus for every little reconstruction project.

Some Japanese broadcasts on the subject of Fukushima were also very interesting. Even though some may think in Europe, that the issue in Japan does not play a big role more — it is not so. In Japan, you look with horror on that, what's happening in Fukushima. But at the same time you talk about it like in Japan, as radioactive contaminated sites are cleaned and the residents go back soon. An expert on the subject – I am sorry to here again owe a source – said, the cause of the frequent “smaller” Asked accidents at nuclear power plants, quite succinctly: Of course something like this is occurring increasingly, because there are not too many nuclear experts, and most of them are busy, prepare other nuclear power plant for the re-opening. That makes sense, but can not be cynical: You gambled the future of our country, only to similar potential hazard to call back to life. This logic is a real perverse.

Who more determined to make progress – interested or non-progress in the reconstruction, which is the website of the Ministry for Reconstruction (Renaissance Hall) commended: www.reconstruction.go.jp. The quality and number of data, however, is sparse, but it must be so comfortable with a government website.

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Two years later – and, what is learned?

March 12th, 2013 | Tagged , , | 16 Comments | 1205 reads

Two years ago, it is now so, since a major earthquake Japan by half- and another country 10’000 km west roused regarding nuclear energy. Over 15’000 Dead, more than 3’000 Missed, devastated land, at least 50’000 People, the next due to the nuclear disaster in Fukushima in the 4 Years (the government estimated optimistic) can not return home, Headlines such as “Domestic violence increases in the disaster area” and so on and so forth – disaster pulls behind a long trail of terror and they will play for a long time in the conscience of the people a great role. In a positive sense, since the disaster had released a large amount of positive energy, mediated by numerous people at- and abroad, who declared themselves ready, wanting to help, however. In a negative sense as well, since the quake and the tsunami washed out a huge amount of dirt – from the bowels of politics and the economy. This shit is still good for headlines in Japan (so only recently, was known as, that it is likely already the earthquake and the tsunami was not first, of the NPP was an end).

Has learned from the disaster in Japan? Yes and no. It is still too early, judge this to. And Japan has already, unfortunately, had many opportunities, to learn from vergangegenen earthquake disasters, and we have also learned much: At least as far as earthquake. But not, what tsunami and proper risk analysis in the construction of nuclear power plants in terms. In terms of tsunami long ago recognized geologists then, Before the disaster that densely populated areas with good reason were not previously colonized.
The geological risk analysis of nuclear power plants have to be careful, on whom to point the finger: Geologists and engineers at all the same measurement techniques and experimental values ​​are available than before 40 Years. After all, it is now but it, the nuclear power stations to take afresh look at the, and – this is the real novelty – inform the public of the results. Or, in other words, The press is finally interested, because the audience seems to want to know more.

This tactic carries its risks – for the population: Ultimately, the leaders are trying so, to legitimize individual NPP. However, the press and public are now aware enough, and there is hardly a corner in Japan, in which there is no active faults, falls through a nuclear plant after another. So it seems at least for now. With luck, the science makes it even for inspection. But this is expressed very optimistic, because it does not look like this, seems as if you seriously looking for alternatives for a sustainable energy supply.

Two years after the disaster still live approximately 310’0000 People in shelters. This is explained not necessarily so, that there is a lack of structure agents. In some places it is simply because, that one can not decide, where to build the respective city again. The survivors are quite involved in the decision process, and so it is in some places to a Stuttgart 21 in small town size: Some want to build right there again, where the water was raging – just behind higher dikes. The other, and some places that are in the minority, would rather settle a few miles inland. Still others, and not a few, have had enough and just want to get completely away. There is fear of an accelerated depopulation of the Northeast, and the right to – emigration to keep anyway for decades.

Today, it was said to 14:46 So again Silent prayer! (mokutō – “Silent prayer”) and in many places the sirens wailed. I would not mind, if abolishing peculiar holidays like the Greenery Day or the Day of the Sea, and instead the 11. March declared a holiday: A holiday to commemorate the earthquake- and tsunami victims as well as a reminder of the day of, what can happen, if you play carelessly with fire.

Anyone who has recently received positive reports about – whether print or television, Japanese, English or German – let me know!

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