Sanriku-Kantō-Erdbeben – Update VIII

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    Die vergangenen 15, 16 Stunden waren zum ersten Mal etwas entspannter als in den vorangegangenen Tagen.
    Grund dafür ist die Tatsache, dass es in diesem Zeitraum keine stärkeren Nachbeben gab, sowie die leise Hoffnung, dass sich AKW vielleicht etwas tut. Klar liegt die Strahlung dort im sehr, sehr ungesunden Bereich. Logisch, dass amerikanische Strahlenschutzexperten anraten, das Gebiet im Umkreis von ca. 80 km zu vermeiden bzw. zu verlassen (im Vergleich zur deutschen und französischen Regierung, die ihre Landsleute auffordern, gleich Tokyo und Umgebung zu verlassen).
    Es ist interessant und verwirrend zugleich, zu sehen, wie unterschiedlich die Botschaften ihre eigenen Landsleute beraten. Wieviel öffentlicher Druck steckt hinter den Entscheidungen? Laut gestriger Schätzung sollen sich wohl noch 1’000 Deutsche in Tokyo aufhalten. Nun, ich würde sehr gern wissen, woher diese Zahlen stammen. Da ich bei der Botschaft registriert bin, hatte ich (auf Empfehlung auf der Webseite der Botschaft hin) eine kurze Email an die Botschaft geschickt, in der ich erklärte, wo ich bin und dass unsere Familie in Ordnung ist. Man kann ja nie wissen. Danach gab es keine Antwort (was natürlich in Ordnung geht), aber auch sonst gibt es von der Botschaft eigentlich nichts zu hören. Während andere Länder wie China und Frankreich (Gerüchten zufolge) spezielle Flüge zur Verfügung stellt, wird man als Deutscher offenbar im Dunkeln gelassen. Das soll keine Beschwerde sein – spricht aber nicht unbedingt für die angeblich extrem hohe Dringlichkeit.

    Gestern sind mir im Newsticker der Tagesschau die folgenden beiden Aussagen – auch noch hintereinander – sauer aufgestossen:

    Oettinger: Reaktor faktisch außer Kontrolle

    EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat vor unmittelbar bevorstehenden katastrophalen Ereignissen am japanischen Kernkraftwerk Fukushima gewarnt. Vor dem EU-Parlament sagte Oettinger: “Man muss befürchten, dass das Ganze in Gottes Hand ist und dass sich in den nächsten Stunden weitere katastrophale Entwicklungen ergeben können.” Der Reaktor sei faktisch außer Kontrolle. Oettingers Sprecherin sagte dazu Reuters, die Erklärung des Kommissars beruhe nicht auf besonderen zusätzlichen Informationen.

    Es gab Kommentare, die die Atomhysterie auf das linke/grüne Lager zurückführten. Ich denke, Oettinger widerlegt das. Nett ist die in der Tat notwendige Richtigstellung seiner Sprecherin. Woher Oettinger die Chuzpe hat, einfach mal so diese Behauptungen aufzustellen (mag die Wahrscheinlichkeit auch hoch sein) ist mir schleierhaft.

    Experte: Größere Folgen als in Tschernobyl möglich

    Der Energieberater Mcyle Schneider hält angesichts der sichbaren Schäden an den Reaktoren im Kraftwerke Fukushima I eine größere Katastrophe als in Tschernobyl für möglich. “Mir fehlen die Worte”, sagte der Träger des Alternativen Nobelpreises der ARD.

    Auch diese Nachricht finde ich bemerkenswert. Alternativer Nobelpreis hin oder her – anhand der “sichtbaren Schäden” solche Behauptungen aufzustellen ist pure Kaffeesatzleserei. Hat Schneider ein paar Photos gesehen und das war es? Mir fehlen hier auch die Worte.

    Ich hoffe, ich werde nicht falsch verstanden. Ich bin kein glühender Verfechter der Kernenergie. Ich bin sicher, dass von Fukushima eine ganz grosse Gefahr ausgeht. Wie jedoch obige Meldungen entstehen und ihren Weg in die Medien finden gefällt mir gar nicht.

    Ich für meinen Teil werde morgen Abend zu meiner Familie nach Kōbe fahren und dort bis Montag bleiben, denn Montag ist ein nationaler Feiertag. Bis Montag herrscht hoffentlich auch ein bisschen mehr Klarheit bezüglich des AKW. Sollte sich die Lage glaubwürdig entspannt haben, fahre ich danach zurück nach Tokyo. Falls nicht, nun ja. Shinkansen-Platzfahrkarten für Freitag Abend waren jedenfalls erhältlich. So viel zum Thema Panik.

    Zur Lage im Norden: Dort sieht es wirklich sehr hart aus. Japan erlebt im Moment einen starken Wintereinbruch, und das trifft die Leute hart. Es mangelt nicht an Lebensmitteln und Decken usw. – sondern an der Möglichkeit, Ales zu den Bedürftigen zu bringen. Da die Strassen und Häfen zerstört sind, kann man kaum Benzin und Diesel liefern – und das wird an allererster Stelle benötigt.

    Unsere Firma erhielt unzählige Anfragen, wie man aus dem Ausland Nachrichten der Ermunterung schicken kann. Davon wird keiner satt und keine Strasse wieder heil – aber es zeigt Japan, dass die Welt an sie denkt. Wer ebenfalls eine Nachricht schreiben möchte:

    http://www.eltnews.com/columns/support_japan/

    48 COMMENTS

    1. Das mit Frankreich kann ich definitiv bestätigen. Es gehen “unter der Hand” Mails rum. 700 Euro der Flug. Buchbar über die Botschaft/einen Koordinator und dann per Air France.

      China kann ich nur vermuten. Aber es ist plötzlich, wenn bei vielen Leuten “die Eltern einfach ein Ticket kaufen” etc

      Ich habe bisher von der deutschen Botschaft keine Mail erhalten (man könnte ja mal Infos rumschicken? Eine Möglichkeit des nicht-öffentlichen Austausches schaffen?!).

      Die Kritik richtet sich nicht an Mitarbeiter vor Ort. Ich habe sogar heute welche in Shin-Osaka am Bahnhof gesehen. Sondern mehr an die oberen Ebenen. Ich denke man fürchtet sich vor Dingen, die kosten. Zugegeben, es gibt weit mehr Franzosen und Chinesen in Japan als Deutsche, aber…. es gibt diesbezüglich auch einen Artikel auf der Süddeutschen “Die Österreicher haben mich rausgehauen” eines Deutschen in Libyen zu der Krise.

      Im Zweifelsfall möchte ich einfach raten, sollte man sich nicht zu sehr auf die Botschaft verlassen. Sondern mehr auf sich selbst.

      PS: Es ist nahezu unmöglich, einen Comment per Android auf Deiner Seite zu posten. Killt den Browser. Wenn das alles mal vorbei ist und zuviel Zeit vorhanden ist :-)

    2. Das mit Frankreich kam gestern am TV. Auch ich hab von der Botschaft kein Rückantwortmail bekommen. Ob die überhaupt noch im Lande sind? Kleiner Scherz am Rande. Solange man scherzen kann geht’s einem noch gut.

      Laut einer Kollegin sind Newskorrespondenten die aus Tokyo berichten sollten, bereits nach Korea abgehauen. Naja. Das Leben in der Hauptstadt ist beinahe wieder normal. Die Ängste der vergangenen Tage klingen ab (Nachbeben, schädliche Strahlendosis). Die Medien haben lange Aufklärungsarbeit geleistet über die entwichene Menge Radioaktivität und die daraus resultierende gesundheitliche Gefährdung, die sich unterhalb des Levels eines Röntgenscans befindet. Wenn jetzt Bilder im Internet rumgeistern von einem angeblich leeren Tokyo: es ist heute ziemlich kalt draussen. Was auch immer im Ausland an die Wand gemalt wird, es kommt hier zum Glück nicht wirklich an.

    3. Hallo Tabibito!

      wie auch wahrscheinlich viele andere bin ich durch das Beben und dessen Folgen auf deine Webseite gestoßen. und möchte mich an dieser Stelle einfach einmal bedanken für die “normalen” und “menschlichen” Worte die du hier scheibst. Es zeigt einem daß es doch recht normal zu geht bei euch. hmm, was heißt normal, hmm, zumindest nicht so wie bei uns, 1000de Km weit weg vom ort des geschehens und doch kommt man keine sekunde um das thema herum.

      Allerdings, so habe ich den Eindruck geht unseren Medien gerade etwas die Luft aus. So kommt es vor daß sich alles gen Abend hin so oft wiederholt daß die Reihenfolge der Berichte miteinander Verbunden oftmals keinen wirklichen Sinn mehr ergibt. Deshalb bin ich froh hier nach normalen menschenverstand klingende beurteilungen der Lage zu finden. (so viel mal zu den infos nach dem beben;-))

      nebenbei habe ich bemerkt daß es hier ja noch viele viele viele interessante dinge zu finden gibt und werde mal all deine Beiträge durchstöbern :-)

      carpe diem

      Skjal

      –“In der öffentlichen Meinung ist alles Falsche und Wahre,
      aber das Wahre in ihr zu finden, ist der erste Schritt zum Erfolg.”–

    4. Oettinger ist ein schwäbischer Schwätzer. Er will sich nur wichtig machen und in die Medien kommen und dafür sind ihm alle Mittel recht. Ich habe noch nie erlebt, dass er jemals etwas Vernünftiges gesagt hat. Als mein Mann diese Aussage von ihm gelesen hat, meinte er nur “Ach, war er dort und hat sich alles angeschaut?” ;-)
      Gleiches gilt für das Geblubber dieses anderen selbsternannten Experten.
      Leider ist es so, dass ein Grossteil der Informationen die uns von den Medien präsentiert werden durchsetzt sind mit Halbwissen und Nixwissen und eine Menge Pseudoexperten diese Gelegenheit nutzen sich wichtig zu machen.
      Hier in der Schweiz geht man es zum Glück etwas ruhiger an. Die Atomkraftwerke laufen noch alle und es hat sich auch noch keiner mit einem Geigerzähler eingedeckt. ;-)

      Zur deutschen Botschaft ist zu sagen, dass die deutschen Vertretungen im Ausland allgemein einen schlechten Ruf geniessen. Ich habe schon Dinge gehört von “Landsleute werden ruppig behandelt” bis ewig lange Wartezeiten wenn man einen Pass verlängern lassen muss oder auch nur einen Termin braucht. Verlass Dich also nicht darauf, dass sich die deutsche Botschaft bei Dir meldet.

    5. Was mich zur Zeit auf die Palme bringt ist die Liebe Frau Ines Karschöldgen. Tingelt nun von einer bis zur naechsten Talkshow…

      http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,751377,00.htm

      Und vor kurzem Zeigt Sie nun reue… ich frag mich echt wofuer wir noch die Sat Schuessel haben um diese tolle berichterstattung aus DE zu bekommen…

      Wie immer, halt den Kopf Hoch. Alles wird besser ueber die Zeit.

    6. Vielen herzlichen Dank für Deinen Post und vor allen der Ansichten und Einblicke. Versuche die Zeit zu geniessen (soweit möglich) in Kōbe mit Deiner Familie.
      Danke für den Link “Davon wird keiner satt und keine Strasse wieder heil” aber es ist für uns die einzige Möglichkeit den Menschen in Japan unsere Hochachtung und Gedanken zu senden.
      Danke das ich bei Dir mitlesen darf.

    7. Ich habe von der deutschen Botschaft auch nichts gehoert, aber ich glaube ich habe mich auch nicht registriert.

      Meine Eltern wurden aber anscheinend vom auswaertigen Amt kontaktiert.

      MfG Lori aus dem hoffentlich sicheren Tokushima

    8. Die WELT schreibt am 16. März:
      “Schluss mit höflich! Japans Selbstbetrug muss enden

      Japans Staat, Politik und Gesellschaft verharrten zu lange in vormodernem Denken. Die Katastrophe deckt den Schwindel auf.”

      Warum habe ich intuitiv ein gutes Gefühl beim Lesen in diesem Blog? Ich finde wenig Fremdbestimmung im Denken des Autoren.

      Menschen trugen schon immer die Folgen ihrer Entscheidungen. Hinterher sind alle schlau. Was passiert, wenn die Deiche von Ostfriesland oder von der Wesermarsch aufweichen? Dann helfen wie vor vielen Hundert Jahren nur noch Häuser, die auf Hügeln stehen, um trockene Schuhe zu behalten. Ja und?

      Wenn die Geschehnisse in Japan von Menschen in Deutschland instrumentalisiert werden, dann ist das zwar verlogen, aber ebenfalls das Übliche. Warum lebe ich auf dem Land am Ortsrand? Ich mochte dichte Besiedlungen noch nie. Aber mein PC zieht circa 150 Watt aus der Steckdose von morgens früh bis spät in die Nacht. Es sind Atomkraftwerke, die eine solche Grundlast bereitstellen. Weder Windkraftwerke noch Photovoltaikanlagen schaffen das.

      Also lasse ich die Kirche im Dorf und halte die Klappe, wenn verbohrte Gutmenschen argumentieren. Deren Computer brauchen auch Strom.

      Schönen Gruß aus dem Pfälzer Wald nach Tokyo!
      Hans Kolpak

    9. Hallo
      Ich wünsche und hoffe dass alles gut kommt. Mein Herz und Gedanken sind bei allen.

      Grüsse aus der Schweiz
      Christa

    10. Das von der Deutschen Botschaft kenn ich aus Kirgistan 2005, als dort der Akajew zum Teufel bzw. nach Russland gejagt wurde. Obwohl wir Deutschen alle bei der Botschaft registriert waren, wusste die Botschaft nicht so recht was zu tun. So begann man die Leute aus dem Süden (Osh) zu evakuieren, als das letzte Flugzeug der OSZE schon weg war und der Flughafen geschlossen war. Nach einer abenteuerlichen Odyssee kamen die “Evakuierten” just in dem Moment in der Hauptstadt Bischkek an, als dort die Schießereien begannen.
      Was die deutschen Medien betrifft, so habe ich den Eindruck, dass einige den Superhypermega-Gau kaum erwarten können, allen voran Spiegel und Welt Online.
      Der Oettinger, na ja, hat eigentlich von Befürchtungen gesprochen. Interessant aber die gleich darauf einsetzenden Kursverluste an der Frankfurter Börse. Bleiben wir lieber beim gleichnamigen Billigbier, da haben wir mehr davon.
      Alles Gute dir und deiner Familie und ein entspanntes Wochenende!

    11. Es ist klar, dass sowohl Medien als auch Politiker angesichts eines solchen Unfalls bei einem so konfliktbeladenen Thema selbstverständlich ihre eigene Agenda verfolgen und das nicht immer aus hehren Gründen, das geht von der Durchsetzung eigener Überzeugungen über Auflagensteigerung bis zur Profilneurose. Fakt ist aber, das ist nicht nur so, das muss sogar so sein (Demokratie – jeder darf Schwachsinn reden soviel er mag, das unterscheidet uns von Diktaturen) – dafür was man selbst glauben möchte, ist man allein verantwortlich. Jeder muss sein Hirn nach Kräften selbst benutzen. Die Möglichkeiten sich Informationen zu beschaffen sind ja vorhanden.

      Ich finde es übrigens sehr unpassend, wenn einzelne Kommentatoren versuchen die Diskussion bezüglich DEUTSCHER KKWs auf dieses Blog zu zerren. Dafür gibt es momentan in Deutschland genug Plattformen, da muss man nicht auch noch hier anfangen herumzustreiten.

      Was jetzt die frei zugänglichen Informationen betrifft – für die man ebenfalls kein studierter Physiker sein muss: Tatsache ist, dass bei dem havarierten Kraftwerk durch Explosionen an den Reaktoren dort quasi das Dach abgeflogen ist. Dort (sozusagen auf dem Dachboden) liegen jetzt abgebrannte Brennstäbe in Abklingbecken direkt unter freiem Himmel. Diese Dinger entwickeln Hitze, normalerweise werden sie gekühlt. Wenn die Kühlung nicht funktioniert, fängt das Wasser um sie herum an zu kochen. Ist es verkocht, droht Kernschmelze. Da das Ganze nicht in einem geschlossenen Raum stattfindet, entweicht die freigesetzte Radioaktivität, die durchaus erheblich sein kann, in die Umwelt. Je nach Wetterverhältnissen bleibt sie aber nicht in der Nähe des Kraftwerkes sondern wird mit dem Wind weitergetragen. Dreht dieser nach Südost, hat Tokyo ein Problem.

      Und natürlich können entsprechende Stellen z.B. der US-Regierung den Schaden auf Fotos sehr genau begutachten. Wenn sie mit Satelliten hochauflösende Fotos machen können, auf dem man selbst Nummernschilder lesen kann, dann darf man wohl davon ausgehen, dass das Kraftwerk Fukushima momentan sehr genau abgelichtet wird. Ob nun jeder Experte an diese Bilder herankommt, ist eine andere Frage.

      Ich bin auch nicht für Panikmache und Bildzeitungsschlagzeilen. Ich meine aber, dass jeder verpflichtet ist, sich selbst ein möglichst genaues Bild zu machen und sich im Zweifelsfalle weder auf Regierungen noch auf Medien zu verlassen.

      Nach wie vor meine besten Wünsche für euch in Japan!

    12. Hallo,
      nach meinem Wissensstand gibt es derzeit auch ein Problem mit den Jodtabletten. Vielleicht kann unser Beitrag (siehe URL Link) hier etwas bringen.

      Gruß

      Gerald

    13. Die Reaktion der deutschen Botschaft finde ich angesichts der Situation sehr befremdlich… Hier in Schweden hat das Ministerium sofort nach dem Erdbeben in Japan bei uns angerufen (mein Lebensgefährte arbeitet im Ministerium) um sicherzustellen, dass wir nicht in Asien sind. Und das im Vaterschaftsurlaub. Schweden scheint nach der Katastrophe in Thailand viel gelernt zu haben.

      Weiterhin viel Glück und Kraft!

    14. Hallo Tabibito,

      danke für deinen Blog, der etwas Gleichgewicht in dieser ganze Geschichte reinbringt. Ich hoffe, es geht dir, deine Familie und deine Freunde gut. Ich habe eine Frage an dich, und an alle andere, die in Japan leben. Ich hatte für den 27. März eine Reise nach Japan mit meinem Mann geplant. Wir haben alles so sorgfältig organisiert und gebucht. Unsere Japanische Freunde warten auf uns und sagen, wir sollen kommen, aber vielleicht den Flug nach Osaka stornieren, statt Tokyo. Wir würden gerne, trotz allem, nach Japan fahren, allerdings bin im im 5. Monat schwanger, und es ist alles ein bisschen beunruhigend, auch wenn die westliche Medien es übertreiben möchten. Liebe Tabibito-Lesern und Tabibito, wenn ihr Zeit habt, bitte gibt mir euren Rat. Viele Grüße aus Berlin,
      Perla

    15. @ Hans: Ja, aber die Deutschen rennen alle mit Heiligenschein rum. Wohl eher scheinheilig. Wir haben doch einfach nur Glück, dass es in Deutschland eben keine Erdbeben gibt.

      Ich gebe dir völlig Recht bei dem, was du sagst! Meckern können alle, aber die eigene Bequemlichkeit siegt wohl meistens.

    16. DANK – trotz der Katastrophe ist dieser blog incl. Komentaren wunderbar erfrischend und wie immer wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird! Habe selbst 16 Jahre im Ausland gelebt und weiß wie die Presse uns manipuliert…

      Ich wünsche ALLEN in Japan lebenden ganz viel Glück und guten Wind! Möge der helfen die Strahlung möglichst gering zu halten.

      Aus Köln einen Gruß um die Welt.

      Phelia

      Ps. Die Berichte über die Dt. Botschaften kann ich leider nur bestätigen… ;(

    17. Hi,

      ich glaube die Reaktion in Deutschland hängt auch mit der schlechten Informationspolitik Japans zusammen. Dadurch gibt es viele Spekualtionen. Dies wiederrum macht es so einfach Behauptungen in die Welt zu streuen.

      Ich bin sicher kein Oettinger Fan und er erzählt viel Mist, aber auf Grund er Infos, die man hier in Deutschland so bekommt, entstand bei mir auch der Eindruck, dass die Kernkraftwerke aufgegeben wurden. Wenn man hört, dass die Arbeiter das Gelände verlassen haben und keiner mehr vor Ort ist, dann muss man leider diesen Eindruck gewinnen.

      So gesehen, ist es auch angenehm Infos und eine andere (mehr vor Ort) Sichtweise über diesen Weg zu bekommen!

      Viele Grüße,
      Dirk

    18. Der deutschen Presse kann man doch schon lange nur noch geifernde Hysterie attestieren, ob es nun um die Finanzkrise, Guttenberg (Egal ob pro oder contra), Libyen oder nun Japan geht.
      Die Bild ist lange nicht mehr die einzige, die Sensation vor Seriosität stellt.

      Ich habe deinen Blog übrigens schon lange Zeit im Abo, und hab ihn als hochinteressanten Einblick in das fremdeste aller “westlichen” Länder geschätzt. Hatte meine Feeds aber schon einige Monate nicht mehr verfolgt.

      Ich bin froh, dass es dir und deinen Lieben gut ergangen ist, und ich wünsche euch weiterhin alles Gute.

      Gruß
      Jochen

    19. Falls es für jemandem von Nutzen ist: Etihad-Airways bietet bei kurzfristigen Buchungen Ticketpreise wie normalerweise auch, allerdings fliegt man dort lediglich die Strecke Tokyo – Paris: ca. 1400 Euro.

    20. Vor kurzem hat uebrigens der Botschafter eine mail verschickt, mit der Aufforderung, gewisse Gebiete zu meiden. Fast einen Tag, nachdem das Ganze auf der HP der Botschaft stand. Man koennte meinen, er sei in D und habe die mail kurz nach dem Mittagessen geschickt…

    21. Tja, dann koennte Deine Familie und ich im gleichen Zug Zug gewesen sein, den auch ich war im Hikari von Shinagawa nach Kobe unterwegs und dann fuhr kein Zug mehr.
      Der enorme Druck der AKW mit dem hin und her der guten und schlechten Nachrichten und das ewige Geruettel durch die Erdbeben hat mich fast an die Belastungsgrenze gebracht und so bin auch ich nach Kobe geflogen. Hatte schon 2 Tage vorher meine Frau und Kind dort hin geschickt.
      Jetzt konnten wir noch ein Ticket nach Dtl bekommen und ich habe 2 Wochen (!!!) frei bekommen obwohl ich in einer japanischen Firma arbeite.
      Urlaub ist das aber keiner und das verstehen die meisten Freunde nicht oder falsch. Das finde ich echt zum kotzen, wenn ich das so deutlich sagen darf. Ich bete fuer das Land und die Leute, damit keine Katastrophe passiert, auch ich moechte und will gern nach den 2 Wochen wieder nach Tokyo zurueck kommen. Ich bin hierher gekommen um einen Auftrage zu erledigen. Das Ziel ist meine Motivation.

    22. Hallo Tabbibito !
      Vielen Dank für die neutrale Berichterstattung. Ich verfolge http://www.tabbibito.de schon seit Jahren. Aus Europa ist es wirklich schwer, die Wahrheit über den wahren Zustand der Atomanlagen “herauszuhören”.Ich war in 2005 das erste Mal in Japan und hab das Land und die Leute liebgewonnen.
      Die vielen Videos über die Katastrophe und die Opfer berühren uns in Europa sehr stark.Wir alle hoffen, dass den Menschen, die alles verloren haben, bald geholfen wird und dass Atomanlagen in den Griff zu bekommen sind.
      Viele Grüße nach Japan,
      Carmen

    23. Ja, der Oetti! Wo er das wieder her hat? Aber Allah ist groß, er wird schon wissen was er tut!

      Ich glaube nicht, dass die deutschen Medien von Linken oder Grünen durchsetzt sind. Schon gar nicht die Bild-Zeitung. Die deutschen Medien haben mit ihrer Berichterstattung etwas geöffnet, was nun schwer zu schließen ist. Und wenn dann eigentlich jeder Versuch der Japaner die Sache in den Griff zu bekommen, schon im Vorhinein als aussichtslos abgetan wird, brauch man sich über derlei Kommentare nicht zu wundern.
      Ich kann immer wieder nur mit dem Kopf schütteln, wenn über die Sorgen der deutschen zu dem Unfall berichtet wird. Und die Reporter, welche über Tokio als Geisterstadt berichten, sitzen selbst in Osaka und wissen nichts über Tokio aus eigener Erfahrung. Hoffentlich zeigen die neuesten Aktivitäten (Kühlung und externer Stromanschluss) schnellstmöglich Wirkung, damit diese Hysterie hier endlich aufhört. Und dann kann man sich endlich in Ruhe darüber Gedanken machen, wie man den Leuten der Naturkatastrophe helfen kann.

      Langes Wochende, ja? Mein Glückwunsch. Viel Spass mit der Familie. Ich denke, du wirst es genießen. Und ich wünsche dir, dass du am Montag (?) wieder nach Tokyo zurückreist.

      Lang lebe Jehowa!

      Alles wird gut!

      P.S. Falls es dir möglich war, deinen Beitrag in der Mediathek zu finden, würde ich mich sehr über einen Link freuen. Natürlich nur bei entsprechender FreiZeit!

    24. Hallo Tabibito,
      sehr interessiert lese ich Deinen Blog, den ich nur durch Zufall entdeckt habe. Danke für Deine sachlichen, aber auch persönlichen Berichte.
      Ich glaube, mittlerweile ist es auch zu Dir durchgedrungen, dass die Deutsche Botschaft in Japan nun (endlich) ihr Rätselraten gebrochen hat und alle in der Nähe von Tokyo lebenden deutschen Staatsbürger darüber informiert, dass sie in das südliche Japan ausweichen sollten. Ich hoffe sehr für Dich und Deine Familie dass sich die Situation irgendwie zum Guten wendet.
      Da meine Tante lange Zeit in Japan gelebt hat (Kobe, Osaka) und damals beim Auswärtigen Amt (heutige Deutsche Botschaft) beschäftigt war klebte ich damals schon immer mit den Ohren an ihrem Mund um ja nur alles mitzubekommen was Japan betraf. Hatte damals in den 70er Jahren auch einige Landsleute von dort kennen- und schätzen gelernt, soweit ich das mit 13 oder 14 Jahren konnte. Doch dies nur am Rande.
      Das was diesem Land bevorsteht ist, ohne pathetisch sein zu wollen, eine Katastrophe. Deine Ausführungen haben mich zwar immer ein wenig beruhigt, ob der Panikmache, die hier in Deutschland darüber abgeht, aber mulmig ist mir schon bei dem Gedanken, was dort passiert.
      Viel, viel Glück und ich drücke gaaanz fest die Daumen

      Herzlich
      Tina

    25. Liebe Deutsche im Ausland, die deutschen Auslandsvertretungen sind nicht für Deutsche da. Das müßt ihr verstehen. Sie dienen vielmehr dazu, ausländische Wirtschaftsflüchtlinge illegal mit Visa auszustatten, das klappt bekanntlich vorzüglich.

      Paßt auf euch auf und ganz wichtig: Wenn es ernst wird, seid ihr auf euch selbst gestellt.

    26. Jetzt wissen wir endlich wo die Desinformationen in den deutschen Medien herkommen ;-) Hier schreibst du deine Familie ist mit dem Shinkansen nach Kobe gefahren und im MDR sagst du “Ich hab sie gebeten nach Kobe zu fliegen” (bei 2:25).

    27. Hallo Danke für Deinen Blog und die Infos,
      ich wollte nur was zu den kaputten Häfen und Strassen sagen: Zur Not könnten die japanischen Marine Selbstverteidigungsstreitkräfte mit Hilfe amphibischer Schiffe ( http://www.globalsecurity.org/military/world/japan/lcu1go-pics.htm, http://www.globalsecurity.org/military/world/japan/yura-pics.htm, http://www.globalsecurity.org/military/world/japan/osumi-pics.htm, http://de.wikipedia.org/wiki/LCAC; die komplette Liste: http://www.globalsecurity.org/military/world/japan/ship.htm oder hier http://de.wikipedia.org/wiki/Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte ) Lebensmittel an Land bringen.
      Allerdings sind Militärs da immer sehr zurückhaltend wie das Beispiel USA nach dem Hurrikan Kathrina gezeigt hat, als es zwei Wochen gedauert hatte, bis da das Militär wirklich Hilfe brachte. Andererseits sind die USA ruck zuck da (innerhalb von ein paar Tagen), wenn es irgendwo auf der Welt eine größere Katastrophe gibt: Tusnami im Dezember 2004, schweres Erdbeben letztes Jahr in Haiti.

      Toi, toi, toi und alles Gute für Euch!

    28. Ich wollte noch etwas zu Deiner vierjährigen Pappertasche ( :-)) ) loswerden. Wahrscheinlich muß sie erst mal alles das verbreiten, was sie in den ersten drei Lebensjahren nicht sagen konnte, weil sie noch nicht richtig sprechen konnte. ;-)
      Und vielleicht ist auch ein bischen Nervosität dabei, weil sie merkt, dass ihre Eltern auch nicht mehr ganz so ruhig sind.

      Kinder sind immer ein großer Schatz, nur vergisst man das oft. ;-)

      Alles Gute!

    29. @Robert
      Das ist doch mal ein schöner Kommentar!
      Ich brenne darauf, am Sonnabend mit meiner Kleinen durch die Spielplätze zu ziehen. Glaub mir, weder meine Frau noch ich vergessen, was für ein grosser Schatz unsere Kinder sind.
      Unsere Kleine musste in einer Woche mit unzähligen Erdbeben drei Mal den Aufenthaltsort, teilweise fluchtartig, wechseln, aber sie trägt es mit Fassung. Hut ab.

    30. @Tabibito
      Erneut vielen herzlichen Dank für die Berichterstattung von vor Ort! Das verhilft dir jetzt offenbar zu ungeahnter Berühmtheit ;)
      Ich hoffe Kobe kann dir etwas Erholung bieten! Viel Spaß mit Tochter und Sohn!
      Freut mich wenn die Kleine das so wegsteckt, Kinder können ja gerne Mal etwas quengelig werden wenn ihnen was nicht gefällt ;)

      @Andrea
      Mit Verlaub, sie haben nicht wirklich verstanden wie es um die Brennstäbe des AKWs steht.
      Es liegen mitnichten irgendwelche Stäbe auf dem “Dachboden” unter freiem Himmel.
      Unter den, jetzt teilweiße abgesprengten Dächern, befindet sich erstmal gar nichts, ausser dem massiven Reaktorgehäuse. DARIN befinden sich die “aktiven” Brennstäbe. Mit “freiliegend” ist nicht unter freiem Himmel liegend gemeint, sondern INNERHALB des geschlossenen Reaktorgehäuses sind die Stäbe zum Teil nicht mehr komplett von Wasser umschlossen, sondern liegen im oberen Teil “frei”.
      Radioaktivität entweicht vermutlich aus einem dieser Gehäuse, da es beschädigt wurde.

      Das Becken der ausgedienten Stäbe, das kurzfristig Feuer gefangen hatte, ist wieder ganz wo anders. Auch dort kann es unter Umständen zu radioaktiven Entweichungen kommen. Aber definitiv nicht zur Kernschmelze.

      Wie hoch und gefährlich diese Strahlung wirklich ist, werden wir wohl erst in ein paar Tagen erfahren.

      Generell auch weiterhin: Nippon, Ganbatte ne!

    31. Ok, manche hier scheinen ja einen direkten Draht zu Gott zu haben. Die wissen es natürlich besser.

      Wenn Terry schreibt: “Und wenn dann eigentlich jeder Versuch der Japaner die Sache in den Griff zu bekommen, schon im Vorhinein als aussichtslos abgetan wird,” dann muss ich fragen: Weißt du, was ein Tropfen auf einen heißten Stein ist? Nichts anderes machen die Japaner, wenn sie zur Zeit mit Hubschraubern Wasser abwerfen oder mit Wasserwerfern die Anlagen besprengen. Diese Aktionen, das muss jedem klar sein, der auch nur ein bisschen von Atomkraft Ahnung hat, sind hauptsächlich Ausdruck der Hilflosigkeit. Vielleicht können sie die Gefahr eindämmen, nicht aber beseitigen.

      Dieses Gemeckere über die deutschen Medien geht mir auch auf den Geist. Natürlich versuchen manche, mit der Katastrophe in Japan Auflage/ Quoten zu bekommen. (Das wird in den USA oder GB nicht anders sein.) Wer aber sucht (vor allem im Netz), findet substanzielle Infos. Das es nicht mehr sind, liegt mMn an der Informationspolitik der Japaner.

    32. Schön dich in bewegten Bildern zu sehen! Hab mich sehr gefreut. Gerne mehr, wenn wieder alles im Lot und ihr zur Normalität zurück gekehrt seid.

      Beste Grüße aus L.E.

    33. Hallo Tabibito,

      ich kenne die Situation nur aus den österreichischen Medien. Heute konnte man das erste Mal etwas Hoffnung aus der Berichterstattung heraushören. Ich hoffe so sehr, daß sich diese Hoffnung auch bewahrheitet.
      Langsam kommen auch die Spendenaufrufe in Gang. Ärzte ohne Grenzen, Internationales Rotes Kreuz, Diakonie, Caritas usw. Es tut gut, zumindest irgendetwas tun zu können, auch wenn es wenig genug ist…alles Liebe, Wolfgang

    34. Mensch Tabibito,
      in was für einem Aufzug gibst Du den Fernsehinterviews. Da sieht man was passiert wenn die Ehefrau nicht zuhause ist ),D die hätte Dir schon den Sonntagsanzug aufgenötigt.

      Ein entspanntes Wochenende,und alles Gute.

    35. Schön Dich mal im Video zu sehen. Hast Dich schon ganz schön verändert wenn man das mit den ersten Blogfotos und den Neujahresgrüssen so über die Jahre vergleicht. ;-)

      @Heydal
      Das wird er sich von seiner Ehefrau sicher die nächsten Jahre noch anhören können. ;-)

    36. Hallo,

      ich besuche seit ein paar Tagen diesen Blog. Zuerst mal wünsch ich dir, deiner Familie und allen Japanern wirklich von Herzen, dass die Sache ein gutes Ende nimmt. Ich stimme auch zu, dass der mediale Hype in Deutschland – egal zu welchem Thema fragwürdig ist. Jeder kann aber Gott sei Dank für sich entscheiden, was er für richtig hält und was zu weit geht. So sehr das Ganze hier in der medialen Berichterstattung einen sensationslüsternen Eindruck macht, so sehr drängt sich aber bei mir der Eindruck auf, dass die japanische Berichterstattung auf Vertuschungsstrategie setzt, um eine Massenpanik zu vermeiden, weil großräumige Evakuierungen logistisch nicht möglich sind. Leider habe ich auf diesem Blog auch den Eindruck, als ob die AKW-Tragödie mit dem Verweis auf Panikmache unsäglich verharmlost wird. Ach, die Brennstäbe liegen innerhalb des Reaktorkerns, der nur ein wenig beschädigt ist und dort ein bisschen Strahlung austritt? Dann ist ja alles kein Problem, oder? Kann man ein Pflaster draufkleben? Ich hörte, Tepco wollte seine Mitarbeiter abziehen, durfte das nicht und spricht nach eigenen Worten jetzt von deren zwangsläufigem Tod? Außerdem hörte ich, dass Tepco-Ingenieure sagten, es wurde beim Bau grob fahrlässig gehandelt, weil man nur eine Bebenstärke bis 6 und GAR keine Tsunamirisiken kalkuliert hat, sondern einfach die General Electric Pläne unverändert übernommen hat? versteht mich nicht falsch. Das ist kein japanisches Problem, sondern hätte überall passieren können. Geld und Profit siegt. Nun will ich mich ja nur bedingt beschweren, denn das ist das Wesen des Kapitalismus, in dem auch ich sehr gut lebe. Wenn es allerdings um Risiken apokalyptischen Ausmaßes geht, hört der Spaß der Verharmlosung auf.
      Dir in jedem Fall alles Gute!

    37. @Wirtschaftswurm

      Danke! Ich fühl mich so bestätigt. Ich weiß schon, dass ein Abklingbecken (das Ding, in welchem “abgeschaltete” Brennstäbe weitergekühlt werden müssen) ca. 2.000 t Wasser fassen. So eine Wasserkanone kann 30 t Wasser verschießen. Da muss schon ein paar Mal gefahren werden, um ein Abklingbecken zu füllen (wobei keiner weiß, wie viel aus diesen Becken raus ist. Da hat Andrea schon nicht unrecht, wenn diese Brennstäbe bildlich gesprochen auf dem Dachboden liegen.
      Und: die Bilder von den Hubschraubereinsätzen sehen auch nach Nervenberuhigung aus. Wer weiß, ob da überhaupt ein Tropfen auf die Grillplate für kleine Steaks fällt.
      Aber: ich lasse mich liebend gern von einem luxemburgischstämmigen Atomphysiker überzeugen, welcher der Auffassung ist, dass diese Maßnahmen, wenn sie konsequent und ohne Unterbrechung durchgeführt werden, durchaus Erfolg haben können. Diese Hoffnung wird in weiten der deutschen Medienwelt weggewischt und gesagt: “Das klappt nie!” Es weiß auch keiner, ob die eigentlichen Kühlsysteme des AKW noch funktionieren, wenn denn jetzt eine Ersatzstromleitung gelegt wird. Aber wenn doch, ist dies ein riesen Schritt, um die Gefahr einzudämmen und dann auch zu kontrollieren.

      Wegen des heißen Drhts zu Gott müssen wir wohl mal mit Herrn Oettinger reden. Dieser meint ja, dass Gott die Sache in der Hand halte. Ich halte es mehr mit der Wissenschaft als mit metaphysischen Wesen. Prost!

      @ 0xAFFE

      So siehts aus! Ist eine Eigenheit der Deutschen. Kein anderes Land verfällt in eine derartige Hysterie wie die BRD. Womöglich haben die anderen alle keine Ahnung und wissen nicht was hier auf uns zu kommt. Womöglich versuchen sie sich nur an die bekannten Fakten zu halten und damit Schlüsse auf das was kommt zu ziehen. Zumindest die öffentlich-rechtlichen scheinen langsam wieder den Boden der Tatsachen zu suchen. Auch wenn ich heute wieder lesen muss, dass in Japan mit den primitivsten (was soll das eigentlich sein?) Mitteln gegen den Unfall im AKW gekämpft werden soll.

      Ich bin kein Fan der Atomkraft. Im Gegenteil, bei mir zu Haus ist die schon lange abgeschaltet. Aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen und endlich mit dieser Hysterie aufhören. Die ersten sterben im Norden, weil keine ausreichende Versorgung stattfindet. Dies gründet sich vor allem auf die zerstörte Infrastruktur. Hier wird vergessen, dass 500.000 Menschen in einer Situation stecken, welche langsam ebenfalls lebensbedrohlich wird. Soll das dann die vierte Katastrophe sein?

    38. @myo. Auf den Drohnenbildern ist der Kran des Abklinbeckens zu sehen. Es gibt also gar kein Betoncontainment mehr. Anderenfalls würde ja auch das Besprühen mit Wasser von Aussen keinen Sinn machen.

      Sprich, wenn der Kern weiter schmilzt, liegt der Brennstoff komplett frei, so wie in Tschernobyl auch. Nur den Graphitbrand wird es gerade mal nicht geben.

      Das zumindest partielle Schmelzen bereits von Beginn an vorliegen war ja durch das Vorhandensein der Spaltprodukte im Abblasedampf bewiesen.

      Das es in den japanischen Meilern keine Rekombinatoren gibt ist auch erschreckend. Alles uralte Technik. Gebaut und nie auf den Stand der Dinge gebracht, wie fast alles in Japan.

      Leider Gottes kann ich nicht (mit)mutmaßen, sondern habe den Mist unter anderem studiert…

    39. Die Medien hier sind grauenhaft.
      Jeden Morgen der gleiche Satz in den Nachrichten…AKW Fukushima jetzt noch dramatischer… ich kann es nicht mehr hören.
      Laut Nachrichten müsste das AKW schon seit mindestens einer Woche seinen GAU-Höhepunkt erreicht haben, wenn man der täglichen Steigerung der Medien glauben schenken sollte.
      Wenn Mitarbeiter für eine Stunde mal evakuiert werden, berichtet man hier ausschliesslich den ganzen Tag DASS sie evakuiert wurden, nicht aber, dass sie bereits wieder 10 Stunden im AKW arbeiten.
      Die Berichterstattung hier ist einfach pervers, Spekulationen und Meinungen werden als Information verkauft.

      Dir Tabibito, Deiner Familie und allen Japanern trotzdem, alles Gute.
      Mögt ihr alle diese Katastrophe gut überstehen.

      Grüße aus Berlin
      Sascha

    40. Ich würde jetzt ungerne an der Stelle der Japaner sein. Die armen Menschen. Ich finde wir sollten alle etwas dazu tun damit die Menschen dort etwas leichter haben. Eine kleine Spende wird keinen weh tun… Ich bewundere die Arbeiter die jetzt in den Reaktoren arbeiten und die ganze Strahlung auf sich nehemn um andere zu Retten. Die verdienen eine sehr große Belohnung dafür!
      LG Irina

    41. @BigAl

      Masahi Goto, der Ex-Ingenieur von Toshiba meinte im Presseinterview auf Nachfrage, daß Rekombinatoren üblicherweise nur in Druckwasserreaktoren eingesetzt werden. Vielleicht ist die Wasserstoffentwicklung in Siedewasserreaktoren einfach zu stark, so dass es sowieso nichts bringen würde.

      Das wäre zumindestens eine Erklärung. Ich kenne mich zu wenig aus, um daß zu bewerten, und Deiner Erklärung klingt genauso nachvollziehbar.

    42. @Bine Danke, Bine. Ich lese übrigens nur hier in diesem Blog dauernd von Hysterie und Panik. Sonst nirgends. Es gibt sehr besonnene und sachliche Berichterstattung. Aber jeder liest / guckt halt, was er gerne sehen will. Sich auf ein paar kleine techn. Details zu fixieren ist auch nur eine Technik, den Blick auf das Große und Ganze zu vermeiden. Es fällt manchen Menschen halt schwer, die Realität zur Kenntnis zu nehmen, wenn es ihr ganzes bisheriges Denken infrage stellt. Daher auch die merkwürdigen Vergleiche mit Röntgenaufnahmen (die ja sonst freiwillig sind und eher der Gesundheit dienen sollen). Ich bin für die Ausgabe von Wasserpistolen oder Pump Guns an alle. Das bringt doch was! (Achtung: Zynisch und geschmacklos!! Aber ich nehme halt gern mein Schicksal in die eigene Hand.) Ich gehöre ganz offensichtlich auf die Seite derer, die NIEMANDEM gesundheitliche Gefahren zumuten würden, und auch keinem das Recht einräumen, anderen diese zuzumuten, auch nicht für ein bisschen Strom, den man auch anders erzeugen könnte. Das unterscheidet mich scheints hier von der Mehrheit, die offensichtlich solche Risiken im Extremfall für vertretbar hält. Da wird dann halt getrauert um die Opfer. Trittin sagte kürzlich nur einen Satz: ” Ein Atomkraftwerk ist für den Fall der Kernschmelze technisch nicht ausgelegt.” Das ist also von vorneherein klar. Manchen fällt es wohl schwer, die Realität jetzt zur Kenntnis zu nehmen, weil das das ganze bisherige Denken infrage stellen würde. Daher auch der ständige Ärger über die Berichterstattung, der ja, wenn man die Beiträge liest, total im Vordergrund steht. Die guten Wünsche und der Hinweis auf die Windrichtung sagen ja indirekt auch aus, dass man die Menschen innerlich ihrem Schicksal überlässt und jetzt alles nur noch vom “Glück” abhängt. Viel tun kann man ja offensichtlich nicht, trotz des Einsatzes von Leib und Leben der “50 Helden” und grotesker Hubschraubermanöver. Es werden also bereits viele Menschen geopfert. Viel Glück weiterhin und günstige Windrichtung! Ich wünsche allen, dass es gelingt, die Katastrophe einzudämmen, und die Zahl der Menschenopfer gering zu halten!

    43. @Tabibito: Vielen Dank, daß Du trotz der jetzigen Umstände Zeit findest,
      Deinen sehr interessanten Blog zu aktualisieren. Mach weiter so. ;)

      Re. Gemecker über deutsche Medien (@ Wirtschaftswunder, …):
      Unabhängig davon, daß man im Netz viele, sehr gute Infos finden kann, so erwarte ich trotzdem (und gerade deshalb) insbesondere von den öffentlich-rechtlichen Medien, unaufgeregt und fundiert zu berichten. Dies konnte man leider sehr oft nicht beobachten. Das enorme Leid der vom Tsunami getroffenen Bevölkerung trat gegenüber dem Reaktorunfall stark in den Hintergrund. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß es der großen Mehrheit der Deutschen nicht möglich ist, sich umfassend im Internet zu informieren (Englisch, Fachwissen, Quellenbewertung, Zeit). Genau hier sind (eigentlich) die Medien gefordert und haben meiner Meinung nach vom ersten Tag an zu einem Großteil versagt.

      Re. Wasserabwerfende Hubschrauber:
      Yomiuri schreibt dazu übrigens: “…the decision to use two Ground Self-Defense Force helicopters to pour tons of water on the damaged No. 3 reactor Thursday was made “under strong pressure” from Washington, according to sources.”
      http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/T110318005145.htm

      Da hier in den Kommentaren auch teilweise über technische Hintergründe spekuliert wird, erlaube ich mir noch einen anderen Link zu posten: Der Artikel http://www.physikblog.eu/2011/03/12/dampf-im-kessel-druck-und-siedewasserreaktoren/ sowie der nächste + überübernächste Artikel inkl. Kommentare geben recht unaufgeregt interessante Hintergrundinfos zum Verständnis der ganzen Problematik.

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