Filmkritik: Minbō no onna (dt: Die Kunst der Erpressung)

April 20th, 2006 | Tagged | 3 Kommentare | 3531 mal gelesen

Wo ich doch neulich erst „Tampopo“ vorgestellt habe, kann ich doch gleich einen weiteren Film von Juzo Itami vorstellen.
Das Wort „Minbo“, irritierenderweise in Katakana geschrieben, steht für „Spezialgebiet Gewalt durch zivile Einmischung“. „no onna“ bedeutet „Frau für…“. Diese wird verkörpert von Nobuko Miyamoto, ihres Zeichens Ehefrau des Regisseurs (sie spielte in vielen seiner Filme die Hauptrolle. Hinter „minbo“ steckt eine alte Yakuza-Technik: Sich so lange mit allerlei Mitteln einmischen bis gezahlt wird. Die „minbo no onna“ jedoch macht als kompetente Anwältin den Yakuza-Clans das Leben schwer. Sie wurde von einem erpressungsgeplagten Hotel eigens dafür angestellt. Minbo Die erst kuschenden Angestellten, die ihr zur Seite gestellt wurden, mausern sich dabei zu furchtlosen Rächern. Ende gut alles gut – na gott sei dank, die Yakuza sind gar nicht so schlimm, könnte man nun denken. Allerdings schlägt die Yakuza zurück.

Meine zwei Yen: Ein hochinteressanter Film, wenn auch mitunter vorhersehbar. Der Film öffnet einen Spalt breit die Tür zur mysteriösen Unterwelt Japans. Vor hunderten von Jahren genauso aktuell wie heute.

Hintergrundwissen: Obwohl als Komödie gedacht, hatte der Film ein blutiges Nachspiel: Mehrere Yakuza verletzten den Regisseur nach Veröffentlichung des Filmes schwer mit Messern.

Das Wort des Tages: やくざ Yakuza. Die japanische „Mafia“. Durchaus präsent wenn man genauer hinsieht.

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3 Responses to “Filmkritik: Minbō no onna (dt: Die Kunst der Erpressung)”

  • Michi sagt:

    In der Uni nehmen wir gerade ein Buch von Kenzaburo ?e durch, indem auch ?ber diesen Vorfall von Itami gesprochen wird. Gut zu wissen, welcher Film gemeint ist! :)
    Dankesch?n!
    Dramatisch ist nur, das es keine weiteren Filme von ihm geben wird… wo mir Tampopo sehr gut gefallen hat. (Kam vor kurzem im deutschen Fernsehen, quasi wieder als Mitternachtsvorstellung)

    Mich wunderts auch, das es f?r Yakuza kein Kanji gibt..

  • Yakuza hat ja ursprünglich mit Glücksspiel zu tun. Bei einem der gängigsten Spiele hatte man verloren, wenn man eine acht, eine neun und eine drei zog: 八九三. Siehe hier:
    http://dictionary.www.infoseek.co.jp/… Bin aber nicht sicher ob das nun wirklich daher stammt. Und benutzt wird es in der Tat nur in Kana.

  • Michi sagt:

    Ich hab mich mal ein bi?chen schlau gemacht, und es ist so wie es sie es gesagt haben.
    Yakuza steht f?r die Zahlen 8-9-3 (aber anscheinend altjap., da ja sonst はち、きゅう、さん). Und genau diese Zahlen waren wertlos in einem Kartenspiel, welches sich Black Jack sich ?hneln soll.