Tokyo – Minato-ku

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Lage von Minato
Region: 関東 Kantō
Präfektur: 東京 Tokyo

港区 Minato-ku

5 von 5 Sternen: Unbedingt Sehenswert
Name:

Minato bedeutet einfach nur Hafen. Was schon einiges erklärt. Einen Minato-ku gibt es in fast jeder japanischen Grossstadt.

Lage:

Nahe des Zentrums, entlang der Bucht von Tokyo. Die Stationen Shinagawa 品川 bis Shinbashi 新橋 der Yamanote-Linie. liegen in Minato-ku. Der Bezirk ist 20 km² gross, hat aber nur 152’000 Einwohner. Weite Teile von Minato-ku sind Neulandgebiete.

Ansehen:

Das quirlige Akasaka. Das Ausländer- und Partyviertel Roppongi (wer’s mag…). Die Rainbow-Bridge
und Odaiba – grandiose Sicht auf das Stadtzentrum. Der Tokyo Tower (Fernsehturm).

Minato-ku: Roppongi | Tokyo Tower | Odaiba | Akasaka | Omote-Sandō

 

Mori-Tower (links) & Midtown (rechts)
Mori-Tower (links) & Midtown (rechts)

六本木 Roppongi

Südlich von Akasaka liegt die Kreuzung Roppongi 六本木 – diese war einst völlig unspektakulär bei Tage aber laut in der Nacht. Hier konzentrieren sich bei den gaijin 外人 (Ausländern) beliebte Bars, Restaurants und Klubs. Dazu zählen unter anderem Klubs wie das berühmte Gaspanic. Was in diesen Clubs oft auffälltm ist die Tatsache, dass sich dort viele ausländische Männer und viele japanische Frauen tummeln. Roppongi ist die Partymeile der Stadt – aber nicht jedermanns Sache. „Ich mag ja Ausländer so sehr…“ und ähnliche Anmachversuche sind keine Seltenheit. Nun ja, Ausländer zu sein fällt in gut 99.5 % aller Länder nicht schwer.

Mori Tower in Roppongi, gesehen von einem kaum bekannten, winzig kleinen US-Stützpunkt in Aoyama
Mori Tower in Roppongi, gesehen von einem kaum bekannten, winzig kleinen US-Stützpunkt in Aoyama

Roppongi hat sich seit den 2000ern allerdings stark gemausert. Der Bauboom begann mit dem 森タワー Mori Tower – ein gewaltiger, runder, 238 Meter hoher Büroturm, den man direkt in Roppongi von 2000 bis 2003 hochgezogen hat. Die Besonderheit: Auf dem Dach des Mori Tower (über dem 53. Stockwerk) befindet sich eine Aussichtsplattform, bei der man auch nach draussen gehen kann. Das Gebäude hat alles zusammen rund 380’000 m² Bürofläche. Unterirdisch geht es auch munter weiter – es geht 6 Etagen unter die Erde. In den unteren Geschossen gibt es zahlreiche Läden, Restaurants, Kinos und so weiter. Alljährlich wird dort auch ein kleiner Weihnachtsmarkt abgehalten. 2007 ging der Umbau Roppongis weiter: Aus einem ehemaligen Kasernengelände wurde Tokyo Midtown – ein 248 Meter hoher Bürokomplex mit 54 Etagen über und 5 Etagen unter der Erde und 569’000 km² Büro- und Wohnfläche. Roppongi ist nunmehr eines der zahlreichen Wirtschaftszentren von Tokyo mit vielen teuren Läden, Restaurants und so weiter – alles auf Hochglanz gemacht. Das alte, verruchte Roppongi existiert nebenher weiter, ist aber um ein paar Edelschuppen reicher geworden.

Gaspanic und Wall Street - zwei seit Jahrzehnten berühmt-berüchtigte Bars in Roppongi
Gaspanic und Wall Street – zwei seit Jahrzehnten berühmt-berüchtigte Bars in Roppongi

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東京タワー Tōkyō Tower

Tokyo Tower - nicht sehr hoch, aber stilvoll
Tokyo Tower – nicht sehr hoch, aber stilvoll

Mitten in Minato-ku steht der auf neu-japanisch Tokyo Tawaa 東京タワー (Tokyo Tower) genannte Fernsehturm. Der allerdings nur 330 m gross ist und damit in Tokyo nicht sonderlich herausragt. Auch die Struktur kommt einem bekannt vor, aber die rote Farbe macht schon was her. Doch jetzt kommt’s: Wer auf die nur 150 m hohe Aussichtsplattform will, zahlt schon mal 800 Yen. Von dort sieht man eigentlich kaum etwas. Das wird auf der „Special Observation Platform“ etwas besser – schliesslich liegt die in 250 m Höhe – kostet aber zusätzliche 600 Yen. Um sich die Stadt von oben anzusehen, fährt man doch besser zum Sunshine City in Ikebukuro 池袋 (600 Yen), dem Rathaus in Shinjuku oder nach Odaiba (siehe unten).

Hinter dem Tokyo Tower liegt der Zōjō-ji 増上寺 (Zojo-Tempel). Dieser Tempel war einst der Familientempel der Tokugawa’s.

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お台場 Odaiba

Blick auf Odaiba, die Brücke und den Tokyo Tower
Blick auf Odaiba, die Brücke und den Tokyo Tower

Zu Minato-ku gehört ein kleines Stück der Insel Ōmi 青海 – eine relativ junge Neulandinsel, die mit dem Rest der Stadt durch die gewaltige Reinbō Burijji (Rainbow Bridge) レインボーブリッジ – siehe Photo links – verbunden ist. Die Regenbogenbrücke ist meist zweistöckig und macht über dem Wasser einen 270-Grad-Bogen. Überhaupt ist der Verlauf etwas ungewöhnlich. Man kann mit dem Auto, aber auch mit einem Bus-Bahn-Zwitter – der Yurikamome-Line ゆりかもめ線 von Shinbashi 新橋 (an der Yamanote-Linie) nach Odaiba fahren. Sollte man auch – der Anblick lohnt sich. „Yurikamome“ heisst übrigens auf deutsch „Lachmöwe“ und ist der Symbolvogel Tokyo’s. Der Yurikamome-Zug hat Räder wie ein Bus, fährt aber auf einer Hochtrasse – wie ein Zug. Die kurze Fahrt ist mit 370 Yen ziemlich teuer.

Nur ein kleiner Teil von Ōmi gehört zu Minato-ku; der Grossteil gehört zum Bezirk Kōtō-ku 江東区.

Auf Odaiba findet man zum einen einen Küstenpark, zum anderen grosse Komlexe wie ein grosses Sega- Spielecenter mit dutzenden Läden und Attraktionen, Hotels sowie das auffällige Fuji-Terebi Biru フジテレビビル (Fuji TV-Gebäude). Hier dreht man die ganzen Shows und Serien für den gleichnamigen Sender. Als Besucher kann man sich durch das Gebäude führen lassen, den Stars und Sternchen bei der Arbeit zusehen und auf die Aussichtsplattform in der grossen Kugel. Kostet aber reichlich Eintritt. So weit Japan auch entwickelt ist – manche Sachen sind seltsam. Fernseher haben natürlich die üblichen Programme und Knöpfchen auf der Fernbedienung – doch die Belegung ist seltsam: In Tokyo z.B. funktionieren nur die Programme 1, 3, 4, 6, 8, 10, 12. Die Programme dazwischen sind schlichtweg nicht belegt. Bringt Freude beim Zappen.

Vor Fuji Terebi steht übrigens die meterhohe Jiyū no Megami 自由の女神 – die „Freiheitsgöttin“. Besser bekannt als die New Yorker Freiheitsstatue – was in Odaiba steht, ist die originale Vorlage davon und eine Leihgabe ? Geschenk? aus Frankreich. Im Sommer gibt es des weiteren jedes Jahr ein gigantisches Feuerwerk vor Odaiba.

赤坂 Akasaka

Spiegelbilder im Wassergraben
Spiegelbilder im Wassergraben in Akasaka

Im Norden von Minato-ku, eigentlich schon im unmittelbaren Zentrum der Stadt, befindet sich der Stadtteil Akasaka 赤坂 – ein relatives nobles Viertel mit vielen teuren Hotels und Restaurants, aber auch einem interessanten Koreanerviertel. In Akasaka befindet sich übrigens das Goethe-Institut von Tokyo.

Akasaka grenzt im Norden an den zentralen Bezirk Chiyoda-ku – abgegrenzt durch den Sotobori 外堀, dem äusseren Begrenzungsring der einst riesengrossen Festung Edo-jō. Es ist ganz interessant, diesen alten Begrenzungswall inkl. teilweise erhaltenen Wassergraben entlangzulaufen.

表参道 Omote-Sandō

Sicher, die Ginza ist Japans bekannteste Einkaufsmeile. Doch die Ginza ist etwas für die Reichen und meistens auch älteren Semester. Die Jugend treibt sich eher in Omotesandō, im Stadtviertel Aoyama, zwischen Harajuku und dem Regierungsviertel, herum. In Omotesandō, eigentlich eine Strasse, aber heute auch die Bezeichnung für einen Bahnhof, eine Kreuzung und mehr, gibt es unzählige Mode- und andere Geschäfte. Architektonisch zwar nicht besonders reizvoll, ist Omotesando doch interessant, da man hier sehr gut die Dynamik der jüngeren Tokyoter spüren kann.

Omotesando-Kreuzung
Omotesando-Kreuzung

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