Insel Okinawa (Hontō) – die „schöne“ Insel

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Lage von Okinawa
Region: 沖縄 Okinawa
Präfektur: 沖縄 Okinawa

Insel Okinawa 沖縄本島

5 von 5 Sternen: Unbedingt sehenswert
Name:

Okinawa Hontō – Okinawa Hauptinsel. Oft auch Okinawa-jima (Insel Okinawa) genannt. Der alte, chinesische Name lautet 中山 – Tsju San (Mittlerer Berg. Im Shuri-Dialekt von Okinawa wurde die Insel auch Zizi genannt. Die Bewohner bezeichnen ihre Insel oft auch als 美ら島 – Churashima = schöne Insel.

Lage:

Die Hauptinsel liegt im Norden der Ryūkyū-Inselkette und im Norden der Präfektur Okinawa. Bis zur nächsten japanischen Hauptinsel (Kyūshū) sind es über 500 km, bis Tōkyō 1’500 km, bis Taipei 700 km und bis zu den Philippinen 1’100 km.

Ansehen:

Die Südküste. Shuri und der Königspalast. Die Gusuku-Ruinen. Die Atmosphäre schlechthin in Naha.

Insel Okinawa (Hontō) – Beschreibung

Die Insel Okinawa (Hontō bzw. Okinawa-jima (Insel Okinawa)) ist die grösste und wichtigste Insel der Präfektur Okinawa bzw. der gesamten 琉球諸島 Ryūkyū-Inselkette bzw. der 南西諸島 Nansei-Inselkette, die sich von der Südspitze der Insel Kyushu bis nach Taiwan erstreckt. Die Insel ist 1’207 Quadratkilometer gross (etwas grösser als Berlin) und hat geschätzte 1,23 Millionen Einwohner.

  • Der Nordteil, genannt 山原 Yanbaru ist 764 km² gross, hat aber nur rund 120’000 Einwohner. Es gibt keine grösseren Städte, sehr viel Natur und bis über 500 m hohe Berge. Ein grosser Bereich wird allerdings von den US Marines als Dschungeltrainingscamp genutzt und ist damit nicht zugängig.
  • Der mittlere Teil 中頭 Nakagami ist nur 280 km² gross, hat aber fast 600’000 Einwohner. Die grössten Ortschaften hier sind 沖縄市 Okinawa Stadt, 浦添 Urasoe, 宜野湾 Ginowan, うるま市, 読谷 Yomitan sowie 嘉手納 Kadena. In Okiwana, Ginowan und Kadena gibt es sehr grosse Militärbasen der Amerikaner – darunter zwei grosse Militärflughäfen in den Ginowan und Kadena.
  • Der Südteil 島尻 Shimajiri ist nur 198 km² gross und mit 540’000 Einwohnern am dichtesten besiedelt. Die grössten Städte hier sind die Präfekturhauptstadt 那覇 Naha, 豊見城 Tomigusuku (wobei die beiden Städte quasi zusammengewachsen sind) sowie 糸満 Itoman.
  • Die Insel Okinawa war gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Schauplatz heftigster Kämpfe zwischen den Amerikanern und den Japanern. Daraus resultiert die Tatsache, dass es auf Okinawa nur relativ wenige historisch interessante Plätze gibt – zumindest wenige im Original verbliebene. Es gibt jedoch trotzdem allerhand zu sehen.

    Insel Okinawa: Blick auf die Stadt von der Monorail bei Shuri
    Blick auf die Stadt von der Monorail bei Shuri

    那覇 Naha (Präfekturhauptstadt)

    Naha ist die grösste Stadt der Insel Okinawa sowie der gesamten Präfektur – es gibt rund 315’000 Einwohner. Naha liegt im Südwesten der Insel in relativ hügeligem Terrain – daraus resultiert eine selbst für japanische Verhältnisse ziemlich chaotische Bebauung. Der Westen von Naha wird zu einem grossen Teil vom Hafen sowie vom Flughafen eingenommen. Der Flughafen ist verhältnismässig gross, hat einen riesigen nationalen und einen winzigen internationalen Terminal. Gleichzeitig wird der Flughafen von den japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften (自衛隊 jieitai) genutzt. Da der Flughafen nur wenige Kilometer entfernt vom Stadtzentrum liegt, gelten in Naha Baubeschränkungen – es darf nicht hoch gebaut werden.

    Naha: Die Stadt von Tomigusuku aus gesehen
    Naha: Die Stadt von Tomigusuku aus gesehen

    Naha war früher wesentlich kleiner, aber schon seit jeher aufgrund des Hafens das Handelszentrum der Insel. Mittlerweilen wurden zahlreiche Ortschaften eingemeindet – darunter auch die ehemalige Hauptstadt Shuri. Naha ist derweilen auch mit den umgebenden Gemeinden zusammengewachsen – die urbane Region Naha hat ca. 750’000 Einwohner.

    Man merkt in der Stadt gleich, das Naha zu einem grossen Teil von Touristen – aber auch von den Angehörigen der US-Streitkräfte lebt. Es gibt unzählige Souvenirshops, Steakhäuser, Clubs usw. Sowie sehr viele Ladenangestellte auf Kundenfang – im Gegensatz zu den meisten anderen japanischen Städten wird man dabei sogar als Ausländer angesprochen (das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass das Englisch besser ist). Im Mittelpunkt steht dabei die 国際通り Kokusai-dōri (Internationale Strasse), die ihrem Namen alle Ehre macht: Es sieht sehr bunt und international aus. Hinzu kommen Palmen entlang der Strasse und der Versuch, einigen Häusern einen Hawaii-Anstrich zu geben. Entlang der Strasse aber auch in den Nebenstrassen gibt es unzählige Restaurants, Bars, Souvenirgeschäfte usw. An der Kokusai-dōri liegt auch das bekannteste Kaufhaus der Stadt – das 沖縄三越 Okinawa Mitsukoshi mit dem seltsamen, ziemlich kleinen Naha Tower auf dem Dach.

    Naha: Kokusai-dōri (Internationale Strasse)
    Naha: Kokusai-dōri (Internationale Strasse)

    Am westlichen Ende der schnurgeraden, gut 1.5 km langen Kokusai-dōri liegt der Busbahnhof – der wichtigste Ort für Okinawa-Besucher ohne eigenes Fahrzeug. Mehr zum Verkehr in Naha und auf Okinawa siehe Transport. In unmittelbarer Nachbarschaft stehen auch das Rathaus von Naha sowie das Gebäude der 県庁 Präfekturverwaltung. Läuft man von dort aus immer weiter die Hauptstrasse entlang Richtung Westen, überquert man erst den 久茂地川 Kumoji-Fluss und nähert sich anschliessend dem Hafen. Etwas nördlich befindet sich dort das Viertel 辻 Tsuji – ein Vergnügungsviertel (inkl. Rotlichtviertel).

    Naha: Busbahnhof
    Naha: Busbahnhof

    Das Naha südwestlich des Zentrums, auf der anderen Seite der breiten Mündung des 国場川 Kokuba-Flusses, ist der modernste Teil der Stadt mit neuen Wohngebieten, Einkaufszentren usw. Von dort bis zum Flughafen sind es nur noch sehr wenige Kilometer.

    Naha: Töpfergasse
    Naha: Töpfergasse

    Naha kann auch anders – selbst mitten im Stadtzentrum findet man sehr ruhige Ecken. Auf der gegenüberliegenden Seite des Mitsukoshi-Kaufhauses an der oben erwähnten Kokusai-dōri gehen zwei überdachte Einkaufsstrassen ab – die linke von Mitsukoshi aus gesehen ist die 平和通り Heiwa-dōri Friedensstrasse. Folgt man dieser Strasse und hält sich dabei linkerhand, kommt man nach guten 5 Minuten zur 壺屋通り Tsuboya-dōri Töpfergasse. Dort befinden sich etliche Töpfereiwerkstätten. Das ganze ist für die Besucher der Insel (gemeint sind die japanischen Besucher) sehr schön angelegt, mit für Okinawa typischem Strassenbelag, aber im allgemeinen ist die Gegend rund um die Töpfergasse erstaunlich ruhig und schön anzusehen.

    Naha: Im Zentrum (!)
    Naha: Im Zentrum (!)

    首里 Shuri (die alte Hauptstadt)

    Die alte Hauptstadt von Okinawa ist 首里 Shuri – dieser Ort liegt ein paar Kilometer landeinwärts im Südwesten der Insel Okinawa und etwas höher als das Küstengebiet. Aufgrund der Entfernung vom Hafen hatte Shuri jedoch nie die gleiche wirtschaftliche Bedeutung wie Naha. 1954 verlor die Stadt endgültig ihre Unabhängigkeit – Shuri ist nunmehr ein Ortsteil von Naha. Während der 三山時代 Sanzan-(=Drei Berge)- Periode im 14. und 15. Jhd. wurde in Shuri erstmals eine Burg errichtet. Damals gab es drei Königreiche auf der Insel (Nord-, Mittel- und Südberg), die zu jener Zeit vereinigt wurden – aufgrund der strategisch guten Lage wurde Shuri so zum Königssitz für die nächsten Jahrhunderte. Leider wurde die Anlage jedoch gegen Ende des Zweiten Weltkrieges während der Schlacht von Okinawa nahezu komplett dem Erdboden gleichgemacht – was man heute an Gebäuden sieht, ist alles rekonstruiert worden.

    Blick von der Burg Shuri auf die Außenmauern und die Stadt
    Blick von der Burg Shuri auf die Außenmauern und die Stadt

    Ausführliche Informationen und einige Fotos gibt es auf der Seite zur Burg Shuri zu sehen.

    豊見城 Tomigusuku

    Die Stadt, die sich im Süden an die Stadt Naha anschliesst, verdient ihren Namen einer Burg (gusuku), die dort einst auf einem Hügel stand, von der jedoch nicht mehr viel übrig ist. Die Stadt hat knapp 60’000 Einwohner und wird manchmal als Bettenstadt bezeichnet – viele der Einwohner arbeiten in der Präfekturhauptstadt Naha. In der Stadt befand sich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges der 海軍司令部壕 Hauptbefehlsstand der Marine – heute oft kurz 海軍壕 Kaigungō genannt. Die Anlage liegt zwar auf einem Hügel, ist aber fast vollständig unterirdisch.

    Tomigusuku: Im ehemaligen Stabsquartier der Marine
    Tomigusuku: Im ehemaligen Stabsquartier der Marine

    Von dem 74 m hohen Hügel hat man einen guten Blick auf den Hafen und Flughafen von Naha. Als sich die Front gegen Ende 1944 allmählich Okinawa näherte, baute die Marine dort eine Stellung auf, um von dort Naha, Flughafen und Hafen kontrollieren zu können. Zwar hatten die Amerikaner schon seit 1944 einige kleinere japanische Inseln erobert, doch die Insel Okinawa war die erste grössere Insel, deren Eroberung Anfang April 1945 begann. Japan verteidigte die Insel mit allen Mitteln – die Schlacht dauerte fast drei Monate, und geschätzte 100’000 japanische Soldaten sowie rund 50’000 alliierte Soldaten verloren ihr Leben. Am schlimmsten traf es jedoch wie so oft die Zivilisten – viele Zehntausende starben, wobei viele dabei durch Massenselbstmord starben. Auf der Insel Okinawa stand kein Stein mehr auf dem Anderen. Es herrscht immer noch Streit und Erbitterung zwischen den Bewohnern Okinawas und der Regierung in Tokyo über die Rolle des Militärs bei den Massenselbstmorden – laut den Überlebenden waren jene Zwangsmassenselbstmorde, angeordnet von den Militärs, doch viele Kreise erkennen dies nachwievor nicht an.

    Tomigusuku - Denkmal für die Kriegsgefallenen
    Tomigusuku – Denkmal für die Kriegsgefallenen

    Der extrem heftige Widerstand seitens des Militärs – es gab auch unzählige Kamikazeeinsätze auf Okinawa – sowie der Zivilbevölkerung sollte der USA im August 1945 als Vorwand dienen, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abzuwerfen, um die gleiche Situation bei der Eroberung des Rests Japans zu vermeiden.

    Das ehemalige Hauptquartier besteht aus insgesamt 1’500 Metern Tunnel, doch zugänglich sind nur rund 200 Meter. Es gibt bewegende Photos aus den letzten Kriegstagen zu sehen sowie zahlreiche Räume im Originalzustand – darunter ein Raum mit unzähligen Granatsplittern: Geschätzte 4’000 japanische Soldaten begingen kurz vor der Einnahme Selbstmord in den Tunnelanlangen.

    Der Eintritt in das ehemalige Hauptquartier kostet 420 Yen. Das ganze Denkmal ist übrigens nicht den Bewohnern Okinawas, sondern dem 大田実海軍中将 Vizeadmiral Minoru gewidmet. Jener war einer der Kommandeure der Verteidigung der Insel und setzte kurz vor seinem Tod ein Telegramm an das Hauptquartier in Tokyo ab, in denen er die Bewohner Okinawas bewunderte und bedauerte.

    Zum Denkmal kommt man mit dem Bus, Linie 33, 46 und 101, vom Busbahnhof in Naha – die Fahrkarte kostet 220 Yen. Von der Bushaltestelle 豊見城公園前 Tomigusuku-kōen mae dauert es knappe 10 Minuten zu Fuss. Von der Anlage hat man einen schönen Ausblick auf Naha und das Gebiet südlich der Stadt.

    宜野湾 Ginowan

    Ginowan liegt gute 15 km nördlich der Präfekturhauptstadt Naha. Die Stadt hat heute fast 100’000 Einwohner, die sich auf knapp 20 km² drängen – und zwar und um den 普天間飛行場(Marine Corps Air Station Futenma、MCAS FUTENMA) genannten Stützpunkt der US Marines. Jener nimmt dabei ein Viertel des Stadtgebietes ein. Nur durch eine Strasse getrennt, gibt es auch im Norden der Stadt einen Stützpunkt, womit quasi ein Drittel der Stadt vom Militär genutzt wird.

    Ginowan: Schildkrötenpanzer-Grab
    Ginowan: Schildkrötenpanzer-Grab

    Als die Amerikaner nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Flughafen in Ginowan zum Stützpunkt ausbauten, war Ginowan noch dünn besiedelt, doch das hat sich im Laufe der Jahrzehnte geändert. Der Flughafen liegt auf einem kleinen Plateau und wird durch ein schmales Waldgebiet von der Stadt getrennt, doch bringt der rege Flugverkehr – vor allem durch Armeehubschrauber – in einer dichtbesiedelten Gegend Probleme mit sich: Mehrfach stürzten schon Hubschrauber über Wohngebieten und Schulen ab oder verloren Teile. Dementsprechend gibt es grossen Widerstand gegen den Stützpunkt sowie eine starke Bewegung für die Verlegung der Einheit nach… irgendwohin – andere Präfekturen Japans sind ebenso im Gespräch wie Gebiete ausserhalb, zum Beispiel Guam.

    Ginowan: Einfahrt zur MCAS Futenma
    Ginowan: Einfahrt zur MCAS Futenma. Man könnte fast meinen, dass sich hier ein Bandidos-Chapter befindet…

    Entlang der Südspitze des Stützpunktes Futenma kann man etliche prächtige Grabanlagen im Okinawa-Stil sehen (ein Teil davon liegt jedoch innerhalb des Stützpunktes) – der Unterschied zu Grabanlagen im Rest Japans könnte grösser nicht sein. Die Gräber werden 亀甲墓 Kikkōbaka – Schildkrötenpanzer-Grab genannt, und daran erinnern sie auch. Unter dem „Panzer“ gibt es einen Eingang zu einem kleinen Raum. Das ganze soll jedoch keine Schildkröte, sondern eine Gebärmutter – bzw. das Symbol für Leben – darstellen. Interessant ist dabei, dass sich Gräber in Okinawa oft nahe oder hinter Wohnhäusern befinden: Das versucht man im restlichen Japan eher zu vermeiden.

    糸満 Itoman

    Itoman nimmt den südwestlichen Zipfel der Insel Okinawa ein – das ganze Gebiet hat rund 55’000 Einwohner und ist verhältnismässig dicht besiedelt, obwohl es keine sehr grosse Ortschaft gibt. Die Gegend war früher bzw. ist heute noch immer für die Fischerei bekannt – so gibt es nahe des Stadtzentrums auch einen grösseren Fischereihafen. Itoman war von 1923 bis zur Schlacht von Okinawa 1945 mit Naha durch die 15 km lange, einzige Bahnlinie von Okinawa verbunden. Durch die Schlacht wurden jedoch sämtliche Anlagen zerstört und seitdem nicht wiederaufgebaut.

    Itoman: Der Rotary (Kreisel) im Zentrum
    Itoman: Der Rotary (Kreisel) im Zentrum

    Ganz im Süden der Stadt, am 喜屋武岬 Kap Kiyan an der Südwestspitze der Insel Okinawa gibt es eine schöne Steilküste, ein Friedensmahnmal und die Überreste einer alten Burg. Das ganze Gebiet gehört zum 沖縄戦跡国定公園 Okinawa-Schlachtfeld Quasi-Nationalpark. So schön die ganze Gegend auch ist – in den letzten Tagen der Schlacht um Okinawa im Juni 1945 tobten dort erbitterte Kämpfe und unzählige Menschen begangen Selbstmord, indem sie sich von den Klippen stürzten. Ganz in der Nähe starb auch der amerikanische Generalleutnant Buckner durch umherfliegende Granatsplitter.

    Itoman - Markthalle und Gaststätte
    Itoman – Markthalle und Gaststätte

    Das Stadtzentrum von Itoman selbst wirkt eher verschlafen – es geht gemächlich zu und es gibt kaum Sehenswertes und damit auch kaum Besucher. Die zieht es scharenweise eher zum 平和祈念公園 Friedenspark ein paar Kilometer weiter östlich an der Küste und noch immer im Stadtgebiet von Itoman.

    Itoman: Im Friedenspark
    Itoman: Im Friedenspark

    Im Mittelpunkt der sehr grosszügig angelegten Anlege steht der 45 m grosse, strahlend weisse 沖縄平和祈念堂 Okinawa-Friedensgebet-Turm. Im Mittelpunkt des dunklen Inneren steht eine grosse Buddhastatue. Vor allem Schulklassen besuchen diesen Turm oft und legen dort Gebinde aus gefalteten Papierkranichen als Zeichen für den Frieden ab. Der Eintritt in den Turm kostet 450 Yen. Ein paar Schritte entfernt vom Turm Richtung Küste steht das riesige 沖縄県立平和祈念資料館 Friedensmuseum der Präfektur Okinawa, begonnen 1975 und hauptsächlich zu Bildungszwecken eingerichtet. Im Friedenspark gibt es noch ein paar andere Mahnmale – darunter das 平和の礎 Friedensufer: ein kleiner, runder Brunnen, der wie bei einer antiken Arena mit zahlreichen grossen Gedenkstelen umgeben ist – dort sind die Namen vieler Gefallener eingraviert.

    Itoman - Buddhastatue im Friedensdom
    Itoman – Buddhastatue im Friedensdom

    Zum Friedenspark kommt man auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln – ein Bus fährt von Naha über Itoman zum Park (Haltestelle 平和祈念堂入口 Heiwakinendō-Iriguchi). Von Itoman dauert das rund 20 Minuten und kostet 460 Yen.

    斎場御嶽 Seifa-utaki

    Auf einer kleinen Halbinsel im Südosten der Insel Okinawa und in der Gemeinde 知念 Chinen liegt ein Heiligtum des alten Königreiches Ryūkyū – das sogenannte 斎場御嶽 Seifa-utaki. Japanisch- (bzw. Schriftzeichenkenntnisse) helfen bei dem Namen übrigens gar nicht: Im Japanischen würde man den Namen eigentlich Saijō Mitake lesen, aber das wird auf Okinawa nicht verstanden. Im Okinawa-Dialekt bedeutet der Name „Höchste Ritualstätte“. Seifa-Utaki ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes 琉球王国のグスク及び関連遺産群 – Die Gruppe der Gusuku und anderer, zusammenhängender Kulturerbestätten des Königreiches Ryūkyū . Das Gebiet liegt nur wenige Kilometer von der Küste entfernt an einem kleinen Berg und besteht aus Steinwegen, die zahlreiche seltsam geformte Felsen miteinander verbinden.

    Im Heiligtum Seifa-utaki
    Im Heiligtum Seifa-utaki

    Die Ritualstätte war vor allem im 15. und 16. Jahrhundert bedeutsam – also teilweise noch vor der Vereinnahmung durch das benachbarte Japan. Der Zutritt war aufgrund des heiligen Charakters der Anlage begrenzt – nur sehr wenige Menschen durften den Ort besuchen. Wer sich nicht ausgiebig mit der Geschichte des Königreichs Ryūkyū auseinandergesetzt hat, wird Seifa Utaki nicht sonderlich spannend finden (obwohl die Natur schön ist, aber die teilt man sich in der Regel mit mehr oder weniger grossen Besuchergruppen). Eine Besonderheit ist aber ein Ort namens 三庫理 Sangūi – eine senkrecht stehender Felsen und eine daran angelehnte Felswand bilden einen fast perfekten dreieckigen Durchgang. Geht man dort hindurch, hat man dahinter von einem winzigen Platz einen schönen Blick auf den Pazifik und die 久高島 Kudaka-jima genannte Insel (jene hat knapp 200 Einwohner) – siehe Foto.

    Blick auf die Insel Kudaka
    Blick auf die Insel Kudaka

    Der Eintritt in die Anlage kostet 200 Yen. Der einzige Bus dorthin ist die Linie 38, die bis zum Busbahnhof nach Naha fährt. Der Bus fährt allerdings recht selten – wer Pech hat, wartet 2 Stunden. Die Fahrt dauert über eine Stunde – je nach Verkehr kann es allerdings auch wesentlich länger dauern.

    Anreise

    Aufgrund der Entfernungen reisen die meisten per Flugzeug an – es gibt unzählige Flüge zu den meisten grossen Städten in Japan. Nach Tokyo beträgt die Flugzeit ca. 3 Stunden. Je nach Saison kann man Hin- und Rückflug schon für rund 20’000 Yen buchen. Es gibt auch ein paar Auslandsflüge nach Naha – so zum Beispiel von Taipei (Taiwan), Hong Kong, Seoul sowie nach Shanghai.

    Naha Airport ist auch das Drehkreuz für Flüge zu den anderen Inseln Okinawas – nach Ishigaki, Miyakojima, Yonaguni usw. usf. Je kleiner die Insel desto kleiner das Flugzeug desto teurer das Flug – Island-Hopping in der Präfektur ist ein teures Vergnügen.

    Die andere Möglichkeit ist eine Anfahrt mit der Fähre – es gibt Fähren von Tōkyō (2 Tage, 23’500 Yen – ohne Bett, fährt aber nicht im Winter), Ōsaka (1½ Tage, 18’800 Yen) sowie Kagoshima (14’200 Yen). Fahrpläne und mehr Informationen zu Preisen etc. gibt es bei A“Line.

    Achtung: Im Internet gibt es nachwievor viele Informationen zu den Fährverbindungen Richtung Ishigaki, Miyakojima usw. – einige der Fährlinien haben jedoch bereits ihren Betrieb komplett eingestellt. Daher vor allem bei Fährverbindungen zu den kleineren Inseln nicht auf das Internet verlassen!

    Transport

    Es gibt auf Okinawa seit ein paar Jahren die sogenannte ゆいレール Yui-Rail – eine Einschienen-Hochbahn. Die Linie beginnt praktischerweise direkt am Flughafen von Naha, fährt quer durch Naha und endet – ebenfalls – praktisch am 15. Bahnhof – unweit des alten Königspalastes von Shuri. Eine Fahrt von Anfang bis Ende kostet 290 Yen, ansonsten meist um die 200 Yen. Es gibt ein sogenanntes フリー乗車券 furii jōshaken – Tageskarte. Für 600 Yen kann man damit die Bahn den ganzen Tag lang benutzen und kommt zudem ermässigt in viele der Sehenswürdigkeiten.

    Ansonsten hat man auf der Insel Okinawa nur zwei Möglichkeiten: Auto mieten oder mit dem Bus fahren. Es gibt unzählige Buslinien, doch die Busse brauchen auch ihre Zeit und fahren – je nach Linie – nicht sehr häufig: Es ist mühselig, sich mit dem Bus zu bewegen. Ohne Buslinienplan ist man auch ziemlich aufgeschmissen – man kann den Plan scheinbar nur am Zentralen Busbahnhof kaufen (unweit der Kokusai-dōri). Den Plan gibt es nur auf Japanisch.

    Auch mit eigenem Auto ist es schwer, voranzukommen – zumindest, so lange man in der Gegend von Naha ist. Die ganze Gegend leidet unter akuter Strassenverstopfung.

    Übernachtung

    Wenn es eins im Übermass gibt, dann Übernachtungsmöglichkeiten – ausserhalb von Naha gibt es entlang der Strände riesige Strandresorts, und ansonsten unzählige kleine Hotels und Pensionen. Da die Preise im allgemeinen recht niedrig sind (im Vergleich zum Rest Japans), sind auch Übernachtungen recht günstig: Man kann mitten in Naha für gerade mal 2’000 Yen übernachten. Ein Beispiel dafür ist das Stella Resort – ein kleines Hotel am Ende einer überdachten Einkaufsstrasse, keine 5 Minuten Fussweg von Kokusai-dōri und Mitsukoshi-Kaufhaus entfernt. Die nächstgelegene Station der Yui-Rail ist 牧志 Makishi, knapp 10 Minuten entfernt. Sowohl zum Flughafen als auch nach Shuri braucht man also keine 30 Minuten. Das Hotel ist sauber, hat seine eigene Atmosphäre und die Betreiber sind nett. Dusche und Toilette werden gemeinschaftlich genutzt – dafür kostet ein Einzelzimmer auch nur 2’500 Yen. Mehrbettenzimmer gibt es auch, da wird es noch billiger. Die Adresse: 〒900-0013 那覇市牧志3丁目6−41 (zip 900-0013, Naha-shi Makishi 3-6-41) STELLA RESORT, Tel: 098(863)1330. Vorbildlich: Die Webseite hat sogar eine englische Variante – www.stella-cg.com.

    Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.

    1 KOMMENTAR

    1. Hallo,
      wer auf der Hauptinsel Okinawa ist, der sollte auf jeden Fall auch einen Tagesausflug oder auch mehr auf eine der Kerama Inseln machen. Ich war im August 2013 dort und war schlichtweg begeistert solche tropischen Inseln hier in Japan zu finden. Wer mehr wissen will, findet eine Video, viele Fotos und weitere Informationen hier: http://www.tinontour.com/keyword/okinawa/
      Ich kann einen Besuch nur empfehlen!
      VG
      Tino

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