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Sehenswürdiges |
Ein Stückchen nördlich von Hualien geht eine Strasse nach Westen direkt hinein in
die Taroko-Schlucht
( ).
Viel Platz ist nicht in dem engen Tal, so dass die Errichtung einer Strasse mit Sicherheit
eine enorme Ingenieursleistung erforderte. Der Bau kostete wohl auch knapp 500 Menschenleben.
In der Schlucht gibt es bemerkenswerte Marmorvorkommen und viele Felsüberhänge, die
wohl auch ab und zu abgehen.
Mitten im Nationalpark befindet sich der grösste Ort in der Schlucht -
Tienhsiang
( ).
Dort gibt es auch Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten sowie einen
Busbahnhof. Auch zahlreiche Wanderwege beginnen hier. Nutzt einem nicht viel, wenn es
die ganze Zeit wie aus Kannen giesst...
Etwas östlich von Tienhsiang an der Strasse befindet sich eine Stelle, an der
sich beiderseits die Felsvorhänge nahezu schliessen. Auch mittags ist es
hier ziemlich dunkel. Schaut man an dieser Stelle gen Himmel, kann man grob die
Umrisse Taiwans erkennen!!! Allerdings ist die Stelle etwas schwer zu finden.
Der Ort hat auch einen Namen:
zhuïlù dàduàn'yá
( ).
Im Ort Tienhsiang selbst gibt es auch andere Highlights, so die weithin sichtbare
Qïzhòng-Pagode
( ),
welche den Besucher nochmal eindringlich darauf hinweist, in welchem Teil dieses
Planeten er eigentlich gerade steckt.
Von Tienhsian kann man mit dem Bus bequem Richtung Lishan fahren. Die Strasse
verlässt die Taroko-Schlucht und schraubt sich dabei immer weiter in höhere Lagen.
Mehrere Stunden Serpentinenfahrt...das dürfte nicht jedermanns Sache sein.
Irgendwann erreicht man dann
Dàyûlïng
( ),
lit. "der Gipfel Dayu" - ein kleiner, schmutziger Truckstop in wohl über 2000 m
Höhe. Die Szenerie dort ist freilich gigantisch. Hier geht die Strasse
in drei Richtungen: Nach Puli im Westen, Lishan im Norden und ebend Hualien im
Osten. Richtung Westen gibt es keine Busse!!!
Weiter nördlich kommt man dann ins Dorf
Lishan
( ),
einem etwas gross geratenen Bauerndorf in 1900 m Höhe. Hier gibt es nichts, aber auch rein gar nichts
zu sehen! Vom hoch gelegenen Dorf hat man einen schönen Ausblick Richtung
Norden, das war's dann aber auch schon. Man kann noch nicht mal wandern, weil alles
ums Dorf herum von Obstplantagen belegt und somit Privatbesitz ist.
Ausgehen am Abend kann man auch vergessen. Man kann sich höchstens im
Hotelzimmer verbarrikadieren und Fernsehen schauen oder Tagebuch schreiben.
Schade eigentlich. Lishan ist nur als Transitstopp gut.
Von Lishan geht es nicht mehr weiter Richtung Westen (siehe Reiseroute).
Will man nach Westen, muss man zurück nach Dàyûlïng und
von dort Richtung
Puli
( ).
Kurz hinter Dàyûlïng geht es noch mal steil bergauf, bis man
schliesslich auf dem
Héhuânshân
( )
angelangt ist. Dieser Berg ist immerhin gute 3400 m hoch. Hier gibt es auch
Taiwans einziges Skiressort, welches jedoch freilich nur im Januar und Februar
schneesicher ist. Dementsprechend gibt es oben auch viele Parkplätze, viel
Verkehr, viele Hotels und sogar einen Armeestützpunkt! Alle, die zu faul
zum Bergsteigen sind, sind hier an der richtigen Adresse.
Ab dem Héhuânshân geht es nur noch abwärts und
über Ûshâ und Puli Richtung Taichung, welches bereits in der
Küstenebene liegt. Die Veränderung der Vegetation ist beachtlich - im
Westen ist es schliesslich wesentlich wärmer, selbst im Januar herrschen
hier nicht selten 25 Grad und mehr. Die Gegend um Ûshâ ist touristisch
sehr erschlossen, hier machen viele Taiwanesen Urlaub.
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| Übernachten |
In Usha und Puli gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten, und so auch am
Héhuânshân, wobei es dort sicherlich ziemlich teuer wenn nicht sogar
ausgebucht sein dürfte. In Dàyûlïng gibt es keine Hotels. In
Lishan reihen sich entlang der kurzen Mintsu Rd. (leicht zu finden - es ist die
kürzere der beiden Strassen im Dorf) Hotel an Hotel. Ein richtiges Schnäppchen
findet man allerdings nicht, denn Ausländer kommen selten hierher und Taiwanesen
haben Geld. In welchem Hotel man absteigt scheint Jacke wie Hose zu sein.
Ich jedenfalls stieg im
Shengxin-Hotel
(
shènxïn dàfàndiàn ) unter. Das bedeutet
"Hotel des Heiligen Herzens". Wow. Da ich weit ausserhalb der Saison da war,
bekam ich von anfang an Rabatt - statt 1500 Yuan zahlte ich "nur" 600 Yuan,
immerhin 20 €. Die Ausstattung ist jedoch dem Preis angemessen. Es gibt
sogar englische Fernsehkanäle, dafür aber keine Heizung. Das erste Mal, dass
ich im Hotelzimmer meinen eigenen Atem sehen konnte. Als Trost gab es eine Heizdecke.
Das Hotel ist leicht zu finden, trotzdem hier die Adresse:
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