Lage von Chuo
Region: 関東 Kantō
Präfektur: 東京 Tokyo

中央区 Chūō-ku

5 von 5 Sternen: Unbedingt Sehenswert
Name:

„Chūō“ bedeutet Zentrum. Und das war es auch schon immer – abgesehen vom Kaiserpalast.

Lage:

Zwischen dem Bahnhof Tōkyō (siehe Yamanote-Linie) und der Küste. Chūō-ku ist mit 10 km² sehr klein und hat nur 72’000 Einwohner – schliesslich sind hier die Quadratmeterpreise exorbitant und das ganze Viertel zum grossen Teil Geschäftsviertel. Ungefähr die Hälfte des Chuo-ku ist Neuland und wurde einst dem Meer abgerungen.

Ansehen:

Ginza – die bekannte, traditionelle Einkaufsmeile der Stadt. Der Hamarikyū-Teien (ein alter, grosser Park). Tsukichi, der riesengrosse Fischmarkt.

銀座 Ginza

Die Ginza und Chūō-ku von weitem
Die Ginza und Chūō-ku von weitem

Chūō-ku – der zentrale Bezirk der Hauptstadt, ist geschichtsträchtiger Boden, doch davon ist so gut wie gar nichts erhalten geblieben. Herzstück ist die weltberühmte Ginza 銀座 – eine lange, exklusive Einkaufsmeile mit vielen Kaufhäusern, Boutiquen, Niederlassungen usw. usf. Und entsprechend grossen Menschenmengen. Die Ginza (wortwörtlich „Sitz des Silbers“) war während der Edo-Zeit, genauer gesagt seit 1612, Sitz der Münzpräger und seitdem von grosser Bedeutung für die Stadt.

Muss man die Ginza unbedingt gesehen haben? In vielen Bereichen ähnelt die Ginza anderen Vierteln wie z.B. Shinjuku, doch da die Ginza sehr lang ist, wirkt sie natürlich eindrucksvoller. Zumal sie gleich neben dem Bahnhof Tokyo verläuft. Gerüchten zufolge überlegt man, die Ginza zur Fussgängerzone umzufunktionieren – bisher offensichtlich ohne Erfolg. An der Ginza gibt es übrigens unzählige private Gallerien, die man – kostenfrei – abklappern kann. Durchaus günstige Geschäfte gibt es auch.

証券取引所 Börse

Chuo-ku: Die Boerse
Parkett der Börse von Tōkyō

Der zentrale Bezirk ist auch das finanzielle Zentrum – des Landes, denn hier sitzt die Börse, auf japanisch „shōken torihikisho 証券取引所“ – (Aktienhandelsplatz). In Japan gibt es wesentlich mehr Aktiengesellschaften – selbst kleine Firmen tragen den Zusatz „kabushiki kaisha 株式会社“ (Aktienfirma). Die Börse hat schwere Zeiten hinter sich – vom Zusammenbruch der Seifenblasenkonjunktur バブル時代 (künstlich erzeugte Konjunktur durch einen überhitzten Immobilienmarkt) stolperte man in eine ernsthafte Bankenkrise, bei der man feststellte, dass zu viele Banken auf zu vielen faulen Krediten sitzen und in grossen Schwierigkeiten stecken.

Die Börse nach Tōkyō kann man besuchen – allerdings sind die Zeiten des tumultartigen Parketthandels auch hier seit Jahren passé. Es gibt allerdings eine kleine, interessante Ausstellung über Wirtschaft und Börse.

日本橋 Nihonbashi

Kandagawa bei Nihonbashi
Die Hauptstadtautobahn bei Nihonbashi

Nördlich der Ginza liegt das Gebiet Nihonbashi 日本橋 – wörtlich „Japanbrücke“ – einer historischen Gegend. 1603 gab es hier eine gerade mal 50 Meter lange Holzbrücke, die seitdem jedoch der „Kilometer 0“ (nun ja, in Japan nicht Kilometer, sondern Ri – ein Ri sind 4 km) aller Strassen war. Neben der Brücke gab es zudem einen Hinrichtungsplatz. Die Brücke überlebte sogar das schwere Erdbeben 1923 (siehe Kantō Daishinsai 関東大震災) und den Krieg – nicht aber die postmoderne Stadtplanung, bei der die Brücke all ihren Charme verlor.

Die alte Stelle ist durch eine neue Brücke verdeckt – die allerdings nicht, wie anderswo üblich, quer über den Fluss sondern entlang des Flusses gebaut wurde. Dies ist der Shuto kōsoku dōro 首都高速道路 – die meist vierspurige, mautpflichtige Autobahn, die sich wie eine Hydra quer durch die Hauptstadt schlängelt – meist auf Stelzen, manchmal unter der Erde. Das Monstrum ist mittlerweilen 256 km lang. Mit der Planung wurde erst 1959 begonnen – immerhin wurde sie konsequent geplant und gebaut. Und nutzt jeglichen zur Verfügung stehenden Platz. Frei nach dem Motto „der Fluss da unten war eh nicht mehr zu retten“.

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