釧路 Kushiro

4 von 5 Sternen: Definitiv sehenswert

Name:

釧路 – ist ein in Japan kaum benutztes Schriftzeichen und bezeichnet Armschmuck aus der Jōmon-Zeit (14’000 bis 1’000 Jahre v.u.Z.); bedeutet “Weg”. Zum Ursprung gibt es mehrere Theorien, aber es ist relativ sicher, dass der Ursprung in der Sprache der Ainu liegt. “Kusuri” bedeutet “Armreif” und ist damit dem japanischen Wort für sehr alte Armreifen (Kushiro) sehr ähnlich. Es könnte auch vom Wort “kushiru” (Weg der zu Flüssen und Bergen führt) abstammen.

Lage:

Kushiro liegt im 道東 Dōtō – dem Osten von Hokkaido, an der Südostküste der Insel. Die Präfekturhauptstadt Sapporo liegt 250 km Luftlinie westlich von Kushiro; bis zur östlichsten Spitze Hokkaidos (und Japans), Kap Nosappu, sind es rund 120 Kilometer.

Ansehen:

Das Stadtzentrum am Kushiro-Fluss, vor allem die Nusamai-Brücke. Das Stadtmuseum. Ansonsten eher die Umgebung.

Kushiro – Beschreibung

Kushiro ist nicht mehr und nicht weniger als die östlichste Stadt Japans – die Inselhauptstadt Sapporo liegt doppelt soweit entfernt wie Russland, aber das ist Definitionssache, denn aus japanischer Sicht sind die Südkurilen japanisches Hoheitsgebiet. Kushiro ist offiziell eine Stadt (“Kushiro-shi”), aber mit den Verwaltungseinheiten ist es in Japan so eine Sache: Das “Stadtgebiet” ist nämlich 1’362 Quadratkilometer gross und damit wesentlich grösser als Berlin, denn die Verwaltungseinheit schliesst großzügig die weite Umgebung mit ein. So gesehen sind die 166’000 Einwohner nicht viel – aber die meisten wohnen im Stadtzentrum, der Rest ist eher dünn besiedelt. Und der Trend geht leider ganz eindeutig abwärts – in den 1980ern hatte Kushiro noch rund 225’000 Einwohner, was bedeutet, dass fast ein Drittel durch Wegzug und Überalterung plus negativer Geburtenrate verschwunden ist. Das ist selbst für japanische Verhältnisse enorm.

Nusamai-Brücke im Zentrum von Nemuro
Nusamai-Brücke im Zentrum von Nemuro

Die Küstengegend rund um Kushiro war einst Siedlungsgebiet des Ainu-Stammes Menas-un-kur. Dieser Stamm befand sich mit dem Stamm der Sum-un-kur im Streit und rief den Matsumae-Clan aus dem Süden Hokkaidos zur Hilfe. Die verweigerten jedoch die Hilfe, und als ein Abgesandter der Menas-un-kur starb, warf man dem Matsumae-Clan Mord vor. Und so brach der Shakushain-Krieg im Jahr 1669 aus. Dieser Krieg gilt als Meilenstein, da die Ainu hier versuchten, gegen die Yamato (die heutigen Japaner) geeint aufzutreten, um die Vorherrschaft auf Yezo, der damalige Name der Insel Hokkaido, zu wahren. Shakushain (in der Ainu-Sprache Saksaynu) war der charismatische Häuptling der Menas-un-kur. Die Ainu sollten glücklos sein. Sie einigten sich mit dem Matsumae-Clan auf den Frieden. Beim Anstoss mit Sake wurden Shakushain und einige seiner Generäle hinterrücks ermordet.

Kleiner Park im Stadtzentrum von Kushiro
Kleiner Park im Stadtzentrum von Kushiro

Der Matsumae-Clan hatte schon im 17. Jahrhundert einen kleinen Ort namens Kusuri gegründet – der Name ist allerdings nicht ganz gesichert. Aus dem Vorposten entwickelte sich jedoch bis zur Meiji-Restauration und planmäßigen Besiedlung von Hokkaido nichts. Erst im Jahr 1869 wurde der Ort offiziell in Kushiro umbenannt. Im Jahr 1897 begann man mit der Kohleförderung in der Region – und Kohle wird hier noch immer gefördert, wobei die neueren Stollen weit unter das Meer reichen. 1901 wurde hier die erste Papierfabrik von Hokkaido gegründet, und 1909 wurde Kushiro an das Strom- und Telegraphennetz angeschlossen. 1922 erhielt Kushiro das Stadtrecht. Als eine der Kohlegruben und Verladebahnhöfe Japans wurde Kushiro 1945 zum Angriffsziel amerikanischer Bomberverbände – die Stadt brannte fast vollständig nieder. Nach dem Krieg wären in Kushiro beinahe sowjetische Soldaten stationiert worden, denn Stalin schlug vor, die Region nördlich der Linie Rumoi-Kushiro durch die Sowjetunion verwalten zu lassen, doch Präsident Truman lehnte das kategorisch ab.

Der Hafen von Kushiro
Der Hafen von Kushiro

In Kushiro ist es das ganze Jahr über wesentlich kälter als im Rest Japans – vier Monate lang liegt die Temperatur im Schnitt unter dem Gefrierpunkt, wobei es jedoch aufgrund der Nähe zum Meer bei weitem nicht so kalt wird wie in der Inselmitte. Bemerkenswert kühl ist es im Sommer, wo die Durchschnittstemperaturen durchweg unter 20 Grad liegen. Normalerweise ist der Niederschlag gut verteilt – sowohl Regenzeit als auch Taifune betreffen Kushiro kaum. Dafür ist die weitere Umgebung seismisch sehr aktiv – so gab es 1952, 1993 und 1994 folgenschwere Erdbeben, und bei der Tohoku-Erdbebenkatastrophe im März 2011 wurde die Stadt vom Tsunami getroffen – die gesamte Innenstadt stand rund einen Meter unter Wasser.

Das Stadtzentrum liegt zwischen der Küste, dem Shinkushiro-Fluss (Shin = neu), dem Kushiro-Fluss und dem Yanagimachi-Park. Halbwegs in der Mitte befindet sich der Hauptbahnhof, und wie die meisten Städte auf Hokkaido ist auch diese Stadt in weiten Teilen im Schachbrettmuster angelegt worden. Der Bahnhof ist ziemlich alt, beziehungsweise ziemlich hässlich, aber die Bahnsteige sind schön alt. Vor dem Bahnhof steht die irgendwie nicht in eine japanische Stadt passende Grace-Kirche, aber hier handelt es sich nicht um ein Gotteshaus, sondern um einen Ort für Hochzeitszeremonien. In der Bahnhofsnähe gibt es ein paar der üblichen Businesshotels. Wer vom Bahnhof jedoch ins Zentrum möchte, muss erstmal einen knappen Kilometer die 北大通
Kitaōdōri, den “Nordboulevard”, gen Süden laufen. Die Orientierung ist einfach: Der Bahnhof liegt am 14. Block, und hinter dem 1. Block liegt die zentrale 幣舞橋 Nusamai-Brücke.

Eine der Statuen auf der Nusamai-Brücke
Eine der Statuen auf der Nusamai-Brücke

Die Nusamai-Brücke gibt es seit 1889, und der Name stammt aus der Ainu-Sprache und bedeutet “Zeremonienplatz”. 1928 wurde die Brücke durch einen Steinbau ersetzt – nach europäischem Vorbild, mit vier Marmorobelisken. Die liess man stehen, als die Brücke 1976 durch den jetzigen Bau ersetzt wurde, und man schmückte die Obelisken mit vier Statuen. Das Ergebnis ist schön – Die Brücke, die nur flach über dem Kushiro-Fluss verläuft, mit der Innenstadt dahinter, ist ein schöner Ort zum Verweilen und durchaus fotogen, zumal sie nachts auch noch angestrahlt wird. Direkt neben der Brücke, am Nordufer steht die für diese Gegend futuristisch anmutende, 1989 erbaute Kushiro Fisherman’s Warf MOO – eine Mischung aus Markthalle und Busbahnhof. Hokkaido ist besonders für Lachs (“shake”), Seeigel (“uni”) und Krabben (“kani”) bekannt – das alles kann man hier fangfrisch erwerben beziehungsweise auch essen, bei gutem Wetter kann man da auch direkt am Fluss speisen. Wer Meerestiere mag, sollte hier unbedingt vorbeischauen.

Kushiro Fisherman's Warf MOO
Kushiro Fisherman’s Warf MOO

Auch südlich der Nusamai-Brücke gibt es einiges zu erkunden. Dort wird es etwas hügeliger, und inmitten der Hügellandschaft liegt der 春採湖 Harutori-ko, ein 36 Hektar grosser See mit immerhin 4.7 Kilometer Uferlänge. Der Brackwassersee ist nicht sehr tief und friert von Dezember bis April vollständig zu, aber er weist trotzdem einen erstaunlichen Artenreichtum auf. So leben in dem See zehntausende Goldfische und 10 weitere Fischarten. Ausserdem ist der See nebst dem umliegenden Park ein Vogelschutzgebiet – hier leben rund 150 Vogelarten, darunter zahlreiche Enten und Gänsearten sowie Schwäne (die in Japan eher selten sind), sowie über 50 Schmetterlings und 29 Libellenarten.

Der Harutori-See in Kushiro
Der Harutori-See in Kushiro

Über dem See thront neben dem städtischen Krankenhaus das 釧路市博物館 Stadtmuseum von Kushiro – ein sehr eigenwilliger, klobiger Bau, hinter dessen Architektur aber ein Grund steckt: Das vierstöckige Bauwerk soll die ausgestreckten Flügel des nahe Kushiro heimischen Mandschurenkranichs darstellen. Im Museum sind die Etagen verschiedenen Bereichen gewidmet – der Natur, der Stadtgeschichte sowie den Ureinwohnern – den Ainu. Dazu gehört auch eine Ausstellung von Ainu-Artefakten, die man in der Gegend soweit gefunden hat. Ausser montags hat das Museum von 9:30 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 480 yen.

Das dem Mandschurenkranich nachempfundene Stadtmuseum von Kushiro
Das dem Mandschurenkranich nachempfundene Stadtmuseum von Kushiro

Das Vergnügungsviertel der Stadt befindet sich in 末広町 Suehiro-chō, das von Süden aus gesehen gleich hinter der Nusamai-Brücke liegt. Dort gibt es zahlreiche izakaya (Japanische Trinkhallen), aber auch viele 炉端 robata Restaurants – empfehlenswert ist da zum Beispiel das 炉端 八 Robata Hachi. Dort gibt es auch andere hokkaidotypische Gerichte wie zum Beispiel Pellkartoffeln mit Butter und 塩辛 shiokara – sehr salzig eingelegte Tintenfischinnereien. Passt wunderbar zu einem Glas Sake.

炉端焼き Robata-Yaki

Robata-Yaki ist eine japanische Art der Essenszubereitung, die nunmehr nicht nur in Japan sehr beliebt ist. bedeutet “Ofen”, bedeutet “Rand” und 焼き so viel wie brennen oder braten. Prinzipiell lässt sich das ganze mit “Grillen” übersetzen und ist natürlich keine rein japanische Erfindung. Zur Verbreitung in Japan gibt es verschiedene Thesen. Eine besagt, dass die Fischer auf Hokkaido einst bei ihren langen Fangfahrten auf den Booten eine kleine Feuerstelle hatten, auf der sie den frisch gefangenen Fisch zubereiteten, um so etwas essen zu können. Eine andere Theorie legt den Ursprung nach Sendai. Früher wurden die Felder noch mit menschlichen Dung gedüngt, weshalb es nicht ratsam war, Gemüse roh zu essen – es wurde entweder in Salz eingelegt oder gegrillt.

Beim Robata-yaki gebratene Jakobsmuschel
Beim Robata-yaki gebratene Jakobsmuschel

Das Besondere am japanischen Grill ist, dass man das Essen vor den Augen der Gäste zubereitet. Dabei handelt es sich in erster Linie um Meeresfrüchte – vor allem ホタテ (hotate) Jakobsmuscheln, カキ kaki (Austern) und 干物 himono – Stockfisch – sind sehr beliebt, aber auch Pilze und Gemüse werden gegrillt. Die ersten Restaurants, die sich auf Robata-yaki spezialisierten, tauchten in den 1950ern in Sendai auf – und danach in Kushiro, direkt in der Nähe des Fischereihafens. Schnell wurden die Restaurants so beliebt, dass es Ende der 1960er über 10’000 von ihnen in ganz Japan gab. Mittlerweile gibt es Robata-Restaurants auf der ganzen Welt. Die Restaurants leben und sterben natürlich mit der Qualität dessen, was dort auf den Grill wandert. Am empfehlenswertesten sind deshalb solche, die in der Nähe von Fischereihäfen liegen.

Feine Meeresprodukte gibt es im Robata Hachi in Kushiro
Feine Meeresprodukte gibt es im Robata Hachi in Kushiro

釧路湿原国立公園 Kushiro Shitsugen Nationalpark

Unmittelbar nördlich der Stadt Kushiro beginnt der Kushiro-Shitsugen-Nationalpark. 湿原 bedeutet wörtlich “feuchtes Feld” – gemeint ist ein Sumpf beziehungsweise Feuchtgebiet. Sümpfe sind in anderen Teilen der Welt keine Besonderheit – in Japan allerdings schon, denn der Großteil des Landes besteht aus Bergen, und die wenigen Ebenen sind in der Regel sehr dicht besiedelt. Auch das Sumpfgebiet von Kushiro sollte im 19. Jahrhundert trockengelegt und für die Landwirtschaft nutzbar gemacht werden, doch das erwies sich als schwieriges Unterfangen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, aufgrund des Nahrungsmittelmangels, versuchte man es erneut. Doch langsam reifte in den Menschen der Gedanke, dass das Feuchtgebiet etwas Besonderes ist und besser erhalten werden sollte.

Erst wurde das Marschland von Kushiro zu einem Ramsar-Gebiet erklärt – die internationale Ramsar-Konvention ist ein Abkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel. Das Wattenmeer bei Sylt gehört zu den Ramsar-Gebieten. Im Jahr 1987 wurde ein 28,788 Hektar grosses Gebiet schliesslich zum Nationalpark erklärt. Damit gehen wie überall strenge Regeln einher, die bestimmen, was in dem Gebiet getan werden darf und was nicht.

Blick über die Kushiro-Marschlandschaft
Blick über die Kushiro-Marschlandschaft

Das reizvolle an der Kushiro-Marschlandschaft ist die Weite des – aufgrund des Sumpfcharakters im Wesentlichen baumlosen – Gebietes, sowie die unbegradigten Flüsse, die da durch das Sumpfgebiet mäandern. Das Gebiet ist zudem ein Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt. Quasi das “Wappentier” des Kushiro-Nationalparks ist der 丹頂 タンチョウ Tanchō – der sogenannte “Mandschurenkranich”. Diese Kranichart ist stark vom Aussterben bedroht und steht zum Beispiel in China genauso unter Schutz wie der grosse Panda. Die imposanten Vögel werden bis zu 1,50 m gross, sind hauptsächlich von weisser Färbung, mit schwarzer Zeichnung am Hals und an den Flügeln, sowie einer roten “Kappe”. Weltweit gibt es nur noch rund 2’000 freilebende Exemplare. Die Kraniche auf Hokkaido unterscheiden sich ein bisschen von den chinesischen Exemplaren – die Abspaltung erfolgte wahrscheinlich vor tausenden von Jahren. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Vögel nicht mehr auf Hokkaido gesichtet, doch nach und nach tauchten wieder vereinzelte Exemplare auf. Heute gibt es im Sumpfgebiet von Kushiro um die 50 Brutpaare. In strengen Wintern versammeln sich die Vögel an heißen Quellen, wo örtliche Bauern dann den Tieren Getreide geben, damit sie die kalte Jahreszeit unbeschadet überstehen. Das geschieht hauptsächlich am 別館タンチョウ観察センター Bekkan Tanchō Kansatsu Center, aber eben nur im Winter – die Chancen, die Vögel in den wärmeren Monaten in freier Wildbahn zu erleben ist nahe null.

Der Mandschurenkranich schmückte lange Zeit die Rückseite des 1'000-Yen-Scheins
Der Mandschurenkranich schmückte lange Zeit die Rückseite des 1’000-Yen-Scheins

Japaner haben zu den Mandschureikranichen eine besondere Beziehung – früher durften sie nur vom Hochadel gejagt werden und galten als etwas ganz Besonderes. Kaum dass die Jagd Ende des 19. Jahrhunderts auch für die Allgemeinheit freigegeben wurde, verschwand der Kranich in kürzester Zeit, und man hielt ihn schnell für ausgestorben. Als die ersten Exemplare Anfang der 1920er wieder gesichtet wurden, stellte man ihn unter strengem Schutz und erklärte ihn zum nationalen Naturdenkmal. Auch die Ainu verehrten den Kranich – sie nannten ihn “Gott der Sümpfe”.

Es gibt mehrere Aussichtspunkte, von denen man einen Blick über die Marschlandschaft werfen kann – besonders empfehlenswert ist da 細岡展望台 Hosooka-Tenbōdai, die Hosooka-Aussichtsplattform, die sich auf einem kleinen Hügel befindet. Dort ist nicht nur die Aussicht sehr empfehlenswert – hier gibt es auch ein Besucherzentrum des Nationalparks, und in unmittelbarer Nähe liegt der Bahnhof 釧路湿原 Kushiroshitsugen, der an der Kushiro-Linie liegt (siehe unten).

Mehr Informationen zum Park gibt es offiziell auf der englischen Seite des japanischen Umweltministeriums – siehe hier.

Umgebung

Wer von Kushiro aus gen Norden fährt, durchquert erstmal den Nationalpark, um an dessen Rande an grossen Seen vorbeizufahren. Weiter nördlich schliesst sich sanftes Hügelland an – mit vereinzelten grossen Gehöften. Hier werden vor allem Milchrinder gezüchtet – der Großteil der japanischen Milcherzeugnisse stammt aus Hokkaido. Streckenweise wähnt man sich gar wie in Brandenburg oder anderswo in Mitteldeutschland. Markant sind dabei die zum Teil sehr langen, kerzengeraden und verkehrsarmen Strassen. Rund 100 Kilometer weiter nördlich gelangt man schliesslich zum Akan-ko, ebenfalls ein Nationalpark, der auch noch zum Stadtgebiet von Kushiro gehört.

Kerzengerade Strassen prägen das Innere von Hokkaido
Kerzengerade Strassen prägen das Innere von Hokkaido

Anreise

Kushiro liegt auf halber Strecke der 根室本線 JR Nemuro-Honsen – die beginnt in Takikawa in der Inselmitte und fährt über Obiro bis in den östlichsten Zipfel von Hokkaido (und Japan) bis nach Nemuro. Der Teilabschnitt von Kushiro nach Nemuro wird auch oft 花咲線 Hanasaki-sen genannt, die “Bahnlinie der blühenden Blumen”. Obwohl die Nemuro-Linie nicht durch Sapporo fährt, gibt es eine Direktverbindung – der Ōzora-Express fährt die Strecke in ziemlich genau 4 Stunden und kostet 9,990 Yen für die einfache Fahrt – der Railpass kann genutzt werden. Eine Fahrt mit Bummelzügen von Sapporo aus ist quasi unmöglich – man ist auf jeden Fall auf einem Teil der Strecke auf den Express angewiesen, und der Umweg ist so gross, dass man die gleiche Summe bezahlt. Die Fahrt weiter nach Nemuro dauert gut zwei Stunden und kostet 2,860 yen.

In Kushiro beginnt die 釧網本線 JR Senmō Honsen. Wie oft üblich in Japan besteht der Name aus den Anfangsschriftzeichen der verbundenen Städte, allerdings in anderer Lesung (das Schriftzeichen “kushiro” wird auch “sen” gelesen, und das “mō” ist eine andere Lesung für das erste Zeichen des Stadtnamens 網走 Abashiri. Diese Stadt liegt an der Nordküste von Hokkaido. Diese Bahnlinie ist landschaftlich sehr reizvoll, führt sie doch durch den Kushiro-Shitsugen-Nationalpark und den Akan-Mashu-Nationalpark. Die einfache Fahrt dauert 3 Stunden und kostet 4,070 Yen.

Rund 15 km westlich vom Stadtzentrum entfernt liegt der Kushiro Airport – von dort gibt es zahlreiche Flüge nach Sapporo, Tokyo, Nagoya, Osaka und Hakodate. Der LCC-Anbieter Peach fliegt Kushiro ebenfalls an.

Übernachtung

Quasi direkt neben der zentralen Nusamai-Brücke steht das 釧路センチュリーキャッスルホテル Kushiro Century Castle Hotel. Das Bauwerk sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus und ist eine typische Mischung aus Business- und Hochzeitsfeierhotel. Hier geht man beim Service jedoch ein paar Schritte weiter als die meisten Hotels dieser Kategorie. So gibt es in der “Lounge”, die jedermann benutzen kann, jeden Abend kostenloses Reh-Curry, freien Rotwein, Kaffee und dergleichen. Die Zimmer, erst recht mit Blick auf die Brücke und das gegenüberliegende Stadtzentrum, sind ebenfalls überdurchschnittlich und vergleichsweise gross. Die Lage des Hotels ist ebenfalls ideal. Für ein Einzelzimmer sollte man rund 7,200 Yen einplanen.

Die Adresse: 085-0837 釧路市大川町2-5 Kushiro-shi Okawa-chō 2-5, die Telefonnummer ist die +81-(0)154-43-2111 und die Webseite gibt es hier: www.castlehotel.jp/

Sieht etwas klobig aus, ist aber gut:: Das Century Castle Hotel
Sieht etwas klobig aus, ist aber gut:: Das Century Castle Hotel

Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.

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