Fünf Fuji-Seen – Fuji Goko

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Region: 中部 Chūbu
Präfektur: 山梨 Yamanashi
5 von 5 Sternen: Abstecher wert
Name:

Fuji-Goko. Fuji weist auf den Fuji-san hin, Go bedeutet 5 und “ko” ist der See. Eine schlichte Beschreibung dessen, was es zu sehen gibt.

Lage:

Die fünf Seen erstrecken sich halbkreisförmig rund um den Norden des Fuji-san und liegen alle weniger als 20 km Luftlinie vom Gipfel des Berges entfernt. Die Seen liegen mehr oder weniger auf knapp 1’000 Meter Höhe über Null.

Ansehen:

Die Seen als solche, am besten mit dem Fuji-san im Hintergrund. Aber es gibt noch viel mehr – wunderschöne Parks, der Kachikachi-Yama, der Vergnügungspark Fuji-Q-Highland und vieles mehr.

Unter Japanern wie auch unter Japanbesuchern sind die 5 Seen des Fuji weitläufig bekannt – das ist kein Wunder, denn hier zeigt sich der Fuji-san aus nächster Nähe und in bester Umgebung, und die Gegend ist relativ leicht, auch im Laufe eines Tagesausfluges, von der Hauptstadt aus erreichbar. Zudem zeigt sich dank des majestätischen Vulkans die Gegend bei jedem Besuch von einer neue Seite – je nach Jahreszeit, Tageszeit und Bewölkungszustand sieht alles ganz anders aus.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die fünf Seen des Fuji, aus geologischer Sicht zumindest, relativ neu sind. Bis zum 5. Jahrtausend v.u.Z. befand sich hier ein riesengroßer See, bekannt unter dem Namen 古剗の海 kose-no-umi (Altes Se-Meer). Damals gab es nur drei Seen am Fuji-san. Daraus wurden vier Seen, und beim großen Ausbruch des Fuji im Jahr 864 u.Z., der sogenannten Jōgan-Eruption, wurde der zu jener Zeit セの海 Se-no-umi genannte See durch die Lavamassen geteilt – erst dann entstanden der heutige Saiko- und Jōshi-See.

Name Japanisch Fläche Umfang Max. Tiefe Höhe über NN Sichttiefe Besuchenswert?
Yamanaka-ko 山中湖 680 ha 13,87 km 13,3 m 980m 13m
Kawaguchi-ko 河口湖 570 ha 20,94 km 14,6 m 833m 7m
Motosu-ko 本栖湖 470 ha 11,82 km 121,6 m 900m 13m
Sai-ko 西湖 210 ha 9,85 km 71,7 m 900m 8m
Shōji-ko 精進湖 50 ha 6,80 km 15,2 m 900m 3m

Yamanaka-ko 山中湖

Der Yamanaka-ko ist der grösste, östlichste und gleichzeitig seichteste der 5 Seen des Fuji-san – die maximale Wassertiefe liegt bei gerade mal 13,5 Metern. Ausserdem ist er der einzige See mit einem natürlichen Abfluss – dem Sagami-Fluss. Die Form des Sees erinnert ein bisschen an den Umriss eines Rindes, weshalb der See auch manchmal unter dem Namen 臥牛湖 Gagyū-ko auftaucht. Der gebräuchlichere Name “Yamanaka-ko” bedeutet einfach nur “See in den Bergen”.

Der See befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde mit rund 5’000 Einwohnern. Da sich See und Ort auf rund 1’000 Meter Höhe befinden, ist es hier wesentlich kälter als in Tokyo – Temperaturen um die minus 10 Grad sind hier in den Wintermonaten keine Seltenheit, und im Sommer ist es ein paar Grad kühler als in der Hauptstadt. Das wissen die Tokyoter zu schätzen: Am See gibt es (mindestens) vier Campingplätze und zahlreiche Hotels. Besonders empfehlenswert sind hier der 富士見荘 Fujimisō – Campingplatz in der Nähe des Südufers sowie der みさき Misaki-Campingplatz im Norden auf einer Landzunge im See.

Fuji-san mit dem Yamanaka-ko im Vordergrund - im Februar
Fuji-san mit dem Yamanaka-ko im Vordergrund – im Februar
Markenzeichen des Yamanaka-ko: Weiße Schwäne
Markenzeichen des Yamanaka-ko: Weiße Schwäne

Das kulturelle Leben am See und der Kleinstadt spielt sich rund um die Yamanakako Communication Plaza am Ostufer ab. Hier gibt es ein kleines Kultur- und Informationszentrum, eine Bühne und ein liebevoll eingerichteter Sumpfpark. Hier findet man normalerweise auch ein paar weiße Schwäne – das Markenzeichen des Yamanaka-ko. Insgesamt soll es 20 Höckerschwäne am See geben, und da diese von Besuchern auch gefüttert werden, halten sie sich hier ganzjährig auf. Höckerschwäne gehören eigentlich nicht nach Japan – sie wurden erstmals 1952 nach Japan gebracht. Auf der Nordinsel Hokkaido sind Schwäne kein so ungewöhnliches Bild – weiter südlich hingegen schon, weshalb die Schwäne hier zu den Besuchermagneten zählen.  Ausserdem gibt es im See auch sogenannte 毬藻 marimo — Grünalgenbälle, die frei im Wasser treiben. Man muss allerdings schon Taucher sein, um sie zu Gesicht zu bekommen.

Da sich der Fujisan westlich des Sees befindet, kann man selbigen – zumindest in den kälteren Monaten – wunderbar vom Yamanakako aus sehen – am fotogensten ist er vom oben erwähnten Communication Plaza am Ostufer – oder vom See selber, auf dem auch ein schwanförmiges Boot hin und her scheppert.

Vor allem am West- und am Südufer gibt es zahlreiche Restaurants, die sowohl japanische als auch westliche Kost anbieten. Die Gegend ist dabei in erster Linie für seine うどん Udon bekannt, sehr dicke Weizennudeln, die man sowohl kalt als auch warm geniessen kann. So zum Beispiel im 天めん Tenmen (Lage siehe hier), einem sehr wohnlichen, kleinen Restaurant mit ausgezeichneten Udonvariationen zu udontypischen, sehr niedrigen Preisen.

Das Nordostufer des Yamanakako
Das Nordostufer des Yamanakako
Im kleinen Udon-Restaurant Tenmen
Im kleinen Udon-Restaurant Tenmen

Anfahrt

Mit dem Auto erreicht man den Yamanaka-ko von Tokyo aus über drei verschiedene Routen:

  1. Über die Tōmei-Autobahn via Gotemba
  2. Über die Chūō-Autobahn via Ōtsuki
  3. Wenn man die chronisch verstopften Autobahnen meiden und etwas die Landschaft geniessen möchte, über die 国道413号 (Staatsstrasse 413), die sich durch die Berge bis nach Sagamihara in der Präfektur Kanagawa windet.

Wäre man allein auf den Strassen, bräuchte man von Tokyo aus für die rund 120 Kilometer keine 90 Minuten auf den Autobahnen und rund 2 Stunden für die Route 3. Da jedoch die Autobahnen vor allem am Wochenende chronisch verstopft sind, sollte man besser 2.5 bis 3 Stunden einplanen.

Es fahren auch Busse zum Yamanakako – vom Busbahnhof am Südausgang von Shinjuku kommt man mit einem Fernbus der Fujikyu-Linie bis zum See – in 2¼ Stunden, vorausgesetzt es gibt keinen Stau. Die einfache Fahrt kostet 2’350 yen bzw. 2’150 Yen, wenn man online reserviert:

https://bus.fujikyu.co.jp/

Es gibt auch eine direkte Verbindung vom Busbahnhof am Westausgang von Yokohama Station, die ebenfalls etwas mehr als zwei Stunden braucht.

Die Eisenbahn fährt leider nicht zum Yamanaka-ko – man muss entweder mit dem Zug bis Fujisan fahren und von dort 25 Minuten mit einem Bus der Fujikyu-Linie, oder mit der Odakyu-Linie bis Gotemba und von dort weiter mit dem Fujikyu-Bus (40 Minuten). Der Odakyu-Zug bis Gotemba ist allerdings eine Spezialverbindung und fährt nur fünf mal pro Tag (von Shinjuku, Fahrtzeit 90 Minuten).

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Kawaguchi-ko 河口湖

Wenn Touristen sagen, dass sie zu den 5 Seen des Fuji fahren, dann meinen sie damit in den meisten Fällen den Kawaguchi-ko. Der zweitgrösste See ist verkehrstechnisch am leichtesten erreichbar und bietet die grösste Auswahl an Dingen, die man als Besucher machen kann. Vom gleichnamigen Bahnhof erreicht man in rund 10 Minuten das Seeufer, es gibt eine richtige Promenade, viele Restaurants, Museen und dergleichen – ideal für einen Tagesausflug von Tokyo und Umgebung, wobei jedoch nicht wenige Besucher sich für mindestens eine Übernachtung entscheiden, was dank der Fülle an Hotels auch nicht schwer ist.

Die Erreichbarkeit des Sees hat natürlich auch seine Schattenseiten, denn weite Bereiche, vor allem das Süd- und das Nordostufer, sind nahezu komplett verbaut. Auch die Straßenbrücke über den Ostteil des Sees trägt nicht zur Verschönerung der Landschaft bei.

Trotzdem bietet der See beziehungsweise die unmittelbare Umgebung fantastische Ausblicke auf den keine 20 Kilometer entfernten Fuji-san. Dazu zählt der 河口湖天井山公園 Kawaguchiko Tenjōzan-Park, besser bekannt unter dem Namen Kachikachi-Yama, und dessen Geschichte hat es in sich.

カチカチ山民話 – Die Volkssage vom Kachikachiyama

Hinter dem Namen steckt eine reichlich grausame Sage: Vor langer, langer Zeit lebte ein älteres Ehepaar in der Gegend, doch ein boshafter Tanuki (Marderhund – und eine beliebte Sagengestalt in Japan) machte den Alten das Leben schwer. Es spielte den beiden Streiche, fraß die mühsam ersparte Saat auf und dergleichen. Doch eines Tages stellte der Alte dem Tanuki eine Falle, und brachte das gefesselte Tier nach Hause. Seine Frau versprach ihm daraufhin, zum Abend eine deftige 狸汁 Tanuki-jiru (Tanukisuppe) zu kochen. Doch der Tanuki zog alle Register und überzeugte die alte Frau, dass er sich bessern und im Haushalt helfen werde. Kaum losgelassen, erschlug er die Alte – und machte aus ihr 婆汁 babā-jiru (Alte-Frau-Suppe), verwandelte sich in die Alte und setzte die Suppe dem Gatten zum Abendmahl vor. Dieser aß sie auf und erfuhr hernach, was er gerade verzehrt hatte. In seinem Zorn wandte er sich an einen befreundeten Hasen, da er sich selbst nicht im Stande sah, den Tanuki zu besiegen.

Der Hase lud den Tanuki zum Reisig sammeln am Berg ein. Als der Tanuki das gebündelte Reisig auf dem Rücken trug, setzte der Hase das Reisig in Brand. Der Tanuki wunderte sich, woher das knisternde (auf Japanisch: “kachikachi”) Geräusch kommt, doch der Hase, nicht auf den Mund gefallen, beschwichtigte den brennenden Tanuki: Man sei hier am “Kachikachi-Berg”, und dort leben die Knistervögel, die eben ein solches Geräusch machen.

Der Tanuki verbrannte sich schwer am Rücken, doch der Hase hatte gleich eine passende Medizin parat: Miso (eine Bohnenpaste), in die er Pfefferschoten mischte. Kaum hatte sich der Tanuki von den brennenden Schmerzen erholt, lud der Hase den Tanuki zum Fischen ein. Er präsentierte dem Tanuki ein Boot aus Holz und ein Boot aus Schlamm und sagte, dass man mit letzterem mehr Fische transportieren könne. Da der Tanuki für seine Gier bekannt war, wählte er natürlich das Boot aus Schlamm… und ertrank jämmerlich auf dem See.

Wer zu dem Park beziehungsweise auf den Gipfel des Kachikachiyama möchte, kann sich der Fujisan Panorama Ropeway bedienen – einer Seilbahn, deren Station am östlichen Seeufer liegt. Die Bahn fährt täglich von 9 bis 17 Uhr (in den drei Monaten Dezember bis Februar 9:30 bis 16:30), die Hin- und Rückfahrkarte kostet 900 Yen. Oben angelangt erwartet den Besucher eine große Aussichtsplattform, von der man einen fantastischen Ausblick auf den Ostteil des Sees, die Stadt Fuji-Yoshida sowie seine Majestät himself, den Fuji-san, hat. Von der oberen Station nebst Aussichtsplattform, Souvenirladen und Café führen ein paar Waldwege weiter in die Berge hinein, und ein Spaziergang lohnt sich, da die meisten Besucher sich nicht vom Fleck bewegen und bei der Station bleiben. Im Wald findet man unter anderem nach wenigen hundert Metern einen kleinen Schrein.

Blick vom Kachikachiyama auf den Fuji-san auf Fuji-Yoshida und den Fuji-san selbst
Blick vom Kachikachiyama auf den Fuji-san auf Fuji-Yoshida und den Fuji-san selbst
Blick vom Oishi-Park über den Kawaguchi-ko
Blick vom Oishi-Park über den Kawaguchi-ko

Da der Bahnhof und der Ort 富士河口湖町 Fuji-Yamaguchiko-machi quasi zwischen See und Fuji-san liegen, kann man von hier nicht den Fuji-san vor der Seekulisse sehen, doch gerade das ergibt sehr gut Fotos. Dazu kann man zum Beispiel mit dem Schiff “Ensoleille” auf den See hinausfahren. Die Rundfahrt kostet 1’000 Yen, dauert rund 20 Minuten, und die Anlegestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe der oben erwähnten Seilbahnstation.

Man kann aber auch mit dem Bus (oder dem Taxi – bei mehr als zwei Personen durchaus preislich eine Alternative) zum 大石公園 Ōishi-Park am Nordufer des Sees fahren. Der Eintritt in den Park ist frei, und man kann dort am schilfbesäumten Ufer spazieren – mit einem Kräuter- und Blumengarten im Hintergrund. Dort gibt es ebenso ein paar kleinere Läden mit japanischer Handwerkskunst, Restaurants und ein Cafe.

Unweit des Parks liegt die einzige Insel in den 5 Seen des Fuji – 鵜の島 U-no-shima (Kormoraninsel). Die nur wenige Hektar grosse, bewaldete Insel liegt nur 200 m vom Ufer entfernt und ist nur mit Holzruderbooten erreichbar – ausser am 25. April, wenn Boote vom Oishi-Park zur Insel fahren, denn dann gibt es am winzigen, aber immerhin fast 500 Jahre alten 鸕鷀嶋神社 Unoshima-Schrein ein traditionelles matsuri, also ein Schreinfest.

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