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Taifun Hagibis meets Tokyo | Unreife Lehrer schlimmer als Zöglinge

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Eigentlich war der Plan, am Sonnabend, dem 12. Oktober, nach Kumamoto zu fliegen – mit Familie. Dort stehen gewisse Zeremonien an. Da die Kinder bis späestens Mittwoch wieder in der Schule sein müssen, sollte es eine kurze Reise sein – drei Tage und vier Nächte. Wäre da nicht Taifun Hagibis, der mit nunmehr nahezu hundertprozentiger Sicherheit direkt auf Tokyo treffen wird – und zwar am späten Nachmittag des 12. Oktober. Die potentielle Gefahr des enorm starken Taifuns hat bereits ANA und ein paar andere Airlines dazu bewogen, alle, aber auch wirklich alle Flüge am Sonnabend zu streichen. Man kann zudem davon ausgehen, dass auch Züge, inklusive Shinkansen, nicht fahren werden. Tokyo wird am Sonnabend dicht gemacht. Da bleibt nur die bange Frage, ob am folgenden Tag bereits einiges fahren oder fliegen kann. Und wie es nun mal so ist, erreicht man bei der Fluggesellschaft Niemanden, und auch der Flugticketverkäufer ist zur Zeit ratlos. Es wird chaotisch. Noch mehr Sorgen dürften allerdings die Bewohner von Chiba haben – der Süden der Präfektur hat sich noch lange nicht von den Folgen des Taifuns, der vor einem Monat durchzog und dabei einen nicht unwesentlichen Teil der Infrastruktur zerstörte, erholt – viele Häuser sind deshalb noch immer ohne Dach und nur provisorisch mit blauen Planen abgedeckt. Da kann man nur hoffen, dass es nicht so dicke kommt, wie es momentan aussieht.


Momentan beherrscht noch ein weiteres Thema die japanischen Nachrichten. Der Fall ist eigentlich zu unglaublich um wahr zu sein: Die Familie eines unter 30-jährigen, männlichen Grundschullehrers machte öffentlich, dass der Lehrer von vier seiner Kollegen schikaniert wird. Und das nach bester japanischer Schulmanier – zum Mobbing gehörten Sachen wie Curry auf dem nackten Leib schmieren, Chilisauce in seine Augen zu tropfen, aber auch Sachen wie den Lehrer dazu zu zwingen, anstößige Nachrichten an andere Kollegen zu schicken. Zudem wurde der Lehrer auch verbal stark eingeschüchtert, um sicher zu gehen, dass er keine Anzeige erstattet. Seiner Familie gegenüber war er zum Glück aufgeschlossen, weshalb die Sache nun ans Licht kam. Nun meldeten sich drei weitere Opfer der Viererbande zu Wort – auch sie berichteten von Schikanen. Und da kommt immer mehr ans Licht: Die Anführerin der Gruppe ist eine erfahrene Lehrerin. Die Schikanen wurden teilweise mit Video aufgenommen, um so die Opfer mit der Drohung einer Veröffentlichung der Videos einzuschüchtern. Und die Lehrer beteiligten sogar Schüler an den Schikanen, indem sie die Grundschüler aufriefen, den Unterricht ganz bewusst zu sabotieren.
Sicher, Lehrer sind auch nur Menschen, und Mobbing unter Lehrern ist bestimmt kein rein japanisches Problem. Doch gerade Japan sollte in Sachen Schikane unter Schülern beonders sensibilisiert sein, schliesslich bringen sich hier jedes Jahr mehrere Kinder um, da sie die Schikane nicht mehr aushalten. Dies dürfte die richtige Zeit in Japan sein, laut über die Berufsqualifikationen und Eignungstests von Lehrern nachzudenken, denn irgendwas läuft da grundlegend verkehrt.

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

1 COMMENT

  1. Unglaublich. Aber doch irgendwie nicht so schwer zu glauben… negative mentale Zustände werden ja noch immer so sehr versteckt, da ist es kein Wunder, dass es solche schikanierenden Lehrer gibt.

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