BlogRekordverdächtiger Schneemangel

Rekordverdächtiger Schneemangel

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Während in Europa und Nordamerika Japan hauptsächlich für seine kulturellen und kulinarischen Genüsse bekannt ist, denken nicht wenige Ost- und Südostasiaten, aber auch Australier bei Japan nicht selten an Schnee. Der fällt nämlich vor allem an der Westküste und im Norden, aber auch im Landesinneren normalerweise meterhoch. Das Skigebiet Niseko auf Hokkaido zum Beispiel erlebt im Schnitt 10 Meter Schneefall pro Saison, und das relativ zuverlässig. Viele Japanbesucher reisen zu dieser Jahreszeit weit an, um sich hier in den Skigebieten auszutoben.
Doch in diesem Jahr sieht es bisher vielerorts einfach nur traurig aus. So zum Beispiel in Zao – dort fallen allein im Dezember/Januar insgesamt 4 Meter Schnee, doch in diesem Jahr waren es gerade mal 140 cm. In Yuzawa, einem von Tokyo aus sehr schnell erreichbarem Skigebiet, fallen im Dezember und Januar bis zu 8 Meter Schnee – in diesem Jahr ist es gerade mal ein knapper Meter. Und Hokkaido, das zu dieser Jahreszeit normalerweise mit einer dicken Schneedecke bedeckt ist, gab es in den vergangenen Wochen vermehrt heftige Sandstürme, die die ungeschützte Krume abtragen und damit die Landwirtschaft schädigen können.
Japan ist eigentlich wintersportverrückt, auch wenn es etwas nachgelassen hat. Als die Olympischen Winterspiele in Nagano stattfanden, wurde geschätzt, dass jeder sechste Japaner, fast 20 Millionen, aktiv Wintersport betreiben. Heute sind es geschätzte 6 Millionen, aber dafür sprach sich das Land bei ausländischen Wintersportfans herum. Jetzt sieht es jedoch selbst an den olympischen Wettkampfstätten mager aus: In Hakuba in der Präfektur Nagano fielen in den vergangenen zwei Monaten 90 cm Schnee – normal sind mehr als drei Meter.
Die Aussichten für die kommenden Wochen versprechen dabei keine Besserung: Es ist im ganzen Land überdurchschnittlich warm, und nördlich von Tokyo soll es auch im Februar sehr trocken bleiben. Wettertechnisch kommt Japan also nicht zur Ruhe — nach der heftigen Taifunsaison im vergangenen Jahr kämpft man nun also mit einer anhaltenden Trockenheit.
Wintersportfans sei übrigens die Webseite Snow Japan anempfohlen – die berichtet sehr aktuell über die Schneelage in den verschiedenen Skigebieten — auf Englisch.

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

2 Kommentare

  1. Wir hatten diesen Winter auch noch keinen Schnee (Bielefeld und Umgebung, ja ja ich weiß, dass ist die Stadt die es nicht gibt). Aber vielleicht bringt der Februar noch einmal die weiße Pracht. Und das obwohl wir seit Tagen Minusgerade haben, will und will es nicht schneien.

  2. Es war doch zu erwarten, dass die Entwicklung irgend wann auch die japanische Ski-Gebiete erreichen würde. Niemand sollte besonders überrascht sein, vor allem nicht nach dem April 2019.
    Im übrigen sind die japanischen Ski-Gebiete unter Schweizern sehr beliebt.

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