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In der Regel wird es absurd | Windows führt Japan ins Chaos

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Der normalerweise hervorragende Service in Japan führt gelegentlich zu paradoxen Situationen, bei denen mir eine erst neulich wieder auffiel. Es geht um Hygieneprodukte für den weiblichen Teil der Bevölkerung. Diese kann man natürlich in allen Drogeriemärkten, aber auch in den Convenience Stores kaufen – logisch, denn es handelt sich um Produkte des täglichen Bedarfs, und damit ist die Nachfrage vorhanden. Da man in diesen Sachen jedoch recht prüde ist, werden Damenbinden und Co. generell beim Einkauf in Papiertüten versteckt – bevor diese dann in die obligatorische, halbdurchsichtige Plastiktüte wandert. So weit, so gut. Da es allerdings das EINZIGE Produkt ist, das extra in Papiertüten gesteckt wird, frage ich mich jedes Mal aufs Neue, was denn nun auffälliger ist: Die Papiertüte oder das Produkt als solches ohne Extraverpackung. Und was soll diese Geheimniskrämerei – schliesslich wird man ja auch in der Fernsehwerbung damit bombardiert. Wenn ich allerdings mal so etwas vom Einkauf mitbringen soll, bin ich mir nicht zu schade, der oder dem Angestellten zu sagen, dass sie die Tüte ruhig weglassen können, da die ja eh nur in den Müll wandert. Wichtig ist dabei, dass in dieser Situation alle Angestellten ganz unbedingt direkten Augenkontakt um jeden Preis vermeiden. Wie niedlich.


Erdbeben, Taifune, Vulkanausbrüche — und jetzt auch noch das: Heute stellt Microsoft ganz offiziell seinen Support für Windows 7 ein. Warum nicht, könnte man meinen – schliesslich ist das Betriebssystem schon 11 Jahre alt – in Menschenjahren sind das circa 110 Jahre. Allerdings geht man davon aus, dass 20% aller Windows-Rechner in Japan, oder in Zahlen ausgedrückt 14 Millionen, mit Windows 7 laufen – und mehr als die Hälfte dieser Computer stehen in Behörden und Büros. Das könnte gerade im Hinblick auf die Olympischen Spiele ein Problem werden, da man mit einem Anstieg von Cyberangriffen rechnen sollte. Ohne Sicherheitsupdates könnte es da an einigen Stellen brenzlig werden. Allerdings steht Japan nicht alleine da: Auch in Europa dürfte die Verbreitung von Windows 7 bei rund 20% liegen. Das Problem wird in Japan jedoch leider dadurch verschärft, dass die IT-Abteilungen vieler Behörden und Firmen nicht auf Draht sind. So kam erst neulich ans Licht, dass der Angestellte eines Subunternehmens tausende Festplatten von Behörden im Internet vertickte, ohne diese vorher richtig zu formatieren. Das Motiv: Sich ein bisschen Taschengeld hinzu zu verdienen. Von IT-Ministern, die nicht einmal wissen, was ein USB-Stick ist, ganz zu schweigen.

tabibito
tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

3 Kommentare

  1. Ich stelle es mir unglaublich anstrengend vor um natürliche Körperfunktionen so einen Aufstand zu veranstalten. Aber ich bin eben auch nur ein Mann, was den Mangel an Verständnis vielleicht erklärt.
    Ich gehe gerne für meine Frau Binden einkaufen, denn mir ist es völlig egal, was sich die Leute denken, wenn ich mit einer Packung Damenbinden in der Hand unterwegs bin.

  2. Es ist schon interessant, dass sich in den letzten 25 Jahren so gar nichts an der extra Verpackung von Binden geändert hat. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mich das immer erstaunt hat. Wie verhält es sich denn mit Kondomen? Werden die auch extra verpackt?

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