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Goldene Woche de luxe: Durchschnittsbudget liegt bei 400 Euro | Dose Luft für 9 Euro

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In zwei Tagen beginnt sie also — die Mega-Goldene-Woche, eine Aneinanderreihung von zwei Wochenenden und 6 Feiertagen. 10 Tage am Stück also, die offiziell frei sind. So etwas gab es in Japan noch nie. und anderswo auf dem Planeten sicherlich auch noch nicht (ich könnte mir so etwas höchstens noch in Nordkorea vorstellen).
Der Lebensversicherer Yasuda Seimei hat dazu eine Umfrage unter 1’620 20 bis 79-jährigen Japanern vorgenommen, da man wissen wollte, wie viel der Durchschnitt während der Feiertage auszugeben gedenkt. Man landete bei einem Durchschnitt von 47’000 Yen, also rund 400 Euro, wobei ein Drittel angab, mehr als zu anderen Goldenen Wochen auszugeben, und ein weiteres Drittel wiederum angab, nicht mehr Geld eingeplant zu haben als an üblichen Wochentagen. Zudem gaben drei Viertel der Befragten an, den letzten Tag der Heisei-Zeitrechnung, also den 30. April, entspannt zu Hause geniessen zu wollen. Das macht mir natürlich Hoffnung: Vielleicht werden ja die Staus während der Feiertage nicht allzu schlimm (was ich jedoch zu bezweifeln wage).


Die jetzige kaiserliche Regentschaftsperiode trägt ja bekanntlich den Namen 平成 Heisei, und in der Präfektur Gifu, im Herzen der Hauptinsel Honshu, gibt es einen Weiler, der mit den gleichen Schriftzeichen geschrieben wird: 平成 also, allerdings „HENARI“ gesprochen. Dank der Heisei-Regentschaft erntete man vor allem zu Beginn der Regentschaft vor 31 Jahren viel Aufmerksamkeit, und man ist findig genug, es noch ein letztes Mal zu versuchen. Und das geht so: Man verkauft Heisei/Henari-Luft in Dosen. Frisch abgezapft und eingedost in Henari. Echte Landluft. Der Verkauf beginnt am 27. April 2019 hier – die Dose kostet dabei, trotz des geringen Gewichts (harr harr!), stattliche 1’000 Yen plus Mehrwertsteuer, also fast 8 Euro. Immerhin ein interessantes Souvenir… Die Dose enthält auch eine in der Heisei-Zeit geprägte 5-Yen-Münze – auf Japanisch „goen“ (5-Yen) genannt und ein Wortspiel, denn „Goen“ kann auch „ご縁“ geschrieben werden und bedeutet dann in etwa „Verbindung“ — gemeint ist die zwischen Menschen, und dabei auch nur im sehr positiven Sinne.
In diesem Sinne wünsche ich allen in Japan Weilenden angenehme Feiertage!

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

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