Blog Endlich: Verkauf der viereckigen Melonen beginnt

Endlich: Verkauf der viereckigen Melonen beginnt

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Der Juli hat begonnen, Japan steckt mitten in der Regenzeit, und endlich ist es wieder soweit: Der Verkauf der obligatorischen, viereckigen Melonen beginnt. Diese sind in der Tat viereckig, allesamt gleich gross und wiegen rund 6 Kilogramm. Vor 50 Jahren begann man in Japan mit der Züchtung derselbigen, und erreicht wird die unnatürliche Form, indem man die Ungetüme in transparenten Plastikbehältern mit Eisenverstrebungen reifen lässt. Wobei „reifen“ etwas ungenau ist, denn damit die Melonen ihre Form wahren, müssen sie geerntet werden, bevor sie reif sind.

Der Gedanke hinter dieser seltsamen Züchtung war, eine Melone zu kreieren, die man leicht im Kühlschrank aufbewahren kann. Dummerweise haben diese Melonen jedoch einen nicht unerheblichen Nachteil: Man kann sie nicht essen. Da sie wie oben erwähnt unreif geerntet werden müssen, und im Gegensatz zu anderem Gemüse hinterher nicht weiter reifen, sind sie lediglich zu repräsentativen Zwecken (zumeist in Kaufhäusern, Supermärkten usw.) zu gebrauchen. Bei einem Stückpreis von rund 10,000 Yen (also fast 80 Euro) sind die Melonen ganz offensichtlich nicht für den Endverbraucher gedacht.

Übrigens muss man in Japan mit dem Begriff „Melone“ etwas aufpassen. Auf Japanisch existiert der Namen メロン meron, aber damit sind in der Regel Cantaloupe-Melonen, eine Art Zuckermelone, gemeint (deren Züchtung man in Japan auch zur Perfektion getrieben hat). Was die meisten Deutschen mit „Melone“ assoziieren ist aber eine Wassermelone, und die wird in Japan 西瓜 Suika (wörtlich: „westliche Melone“) genannt.

Bei den viereckigen Melonen hat man nicht halt gemacht. Es gibt auch Melonen in Pyramidenform, in Herzform sowie in Kopfform — letztere kosten dann mal locker über 500 Euro das Stück.

Gibt es wahrscheinlich nur in Japan: "Kopfmelonen"
Gibt es wahrscheinlich nur in Japan: „Kopfmelonen“

Mal sehen, was könnte man noch so alles züchten? Weiße Erdbeeren? Nein, gibt’s schon. Äpfel, die nach Bananen schmecken? Brokkoli, der nach Pfirsich schmeckt? Oder andersrum? Man braucht nur die richtige Idee, und wird damit in Japan sicherlich Abnehmer finden. Wobei – der Markt für rechteckige Melonen soll ja in letzter Zeit etwas geschrumpft sein…

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

1 COMMENT

  1. Hallo,
    eine eckige Melone für 80 Euro die man nicht essen kann….wer sieht den Fehler? Ich wusste ja schon das es sie gibt, das man sie nicht essen kann wusste ich allerdings nicht, naja Wahnsinn und Genie wahren schon immer Geschwister, aber wer kauft so was.
    Allerdings, seit ich in einem Japanischen Markt mal ein, offensichtlich zum verschenken gedachtes, Tunfisch Auge gesehen hab, wundert mich nix mehr.
    Vielleicht sollte man schwarze Erdbeeren, oder braune versuchen, die nach Schoki schmecken, das wär bestimmt ein Renner :-).

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