BlogEndlich amtlich bestätigt: Ich bin toll!

Endlich amtlich bestätigt: Ich bin toll!

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Ich wusste es schon immer. Aber endlich habe ich die amtliche Bestätigung dafür bekommen. Und das ging so: Heute trieb es mich mal wieder zum Rathaus, da ich ein paar Dokumente für das Kindergeld abgeben musste. Wie immer war der Service einfach umwerfend. Kaum betrat ich das Großraumbüro, sprang eine junge Angestellte auf und rannte zu mir. Ich erklärte mein Anliegen, aber sie war nicht völlig sicher, was zu tun ist. Da sprang eine ältere Angestellte auf und erklärte, mir zu helfen. Plötzlich sagte sie: „Sie sind doch ******’s Mann, stimmt’s?“. Es stimmte. Gerüchteweise hatte ich schon gehört, dass eine ehemalige Nachbarin (das ist schon mehr als zehn Jahre her) manchmal im Rathaus aushilft. Sie erklärte mir kurz, welche Dokumente ich wo ausfüllen muss und was ich brauche und was nicht. Dann schrieb sie schnell ein paar Zeilen auf einen leeren Zettel und bat mich, das ihrer Frau zu geben. Auf dem Zettel stand: „Liebe ******, Ich bin Frau XYZ und  habe heute Ihren Antrag beantwortet. Da haben sie aber einen tollen Ehemann!“ Na bitte, wusste ich’s doch! Der Zettel wird aufgehoben, und jedes Mal, wenn meine Frau das Gegenteil zu behaupten wagt, werde ich den Zettel hervorholen. Ausgestellt vom hiesigen Rathaus! Jaha, wer hat das schon!
So recht wohl war mir bei der Konversation nicht. „Ich sehe ganz gelegentlich ihre Frau in dem Supermarkt soundso, und sie sagte, dass sie ganz, ganz nett sind!“ – „Hmmpfff…“. Oder: „Ihre Großeltern sagen, dass sie zwei ganz süsse Kinder haben“ … „Tja, also…“ So langsam glaube ich, diese Stadt (150,000 Einwohner) wird zu klein für mich. Fast alle Angestellten des nächsten Convenience Store kennen mich – persönlich oder über zwei, drei Ecken. Im Steakhaus kennt man mich (bzw. uns). In zwei, drei Bars kennt man mich (obwohl ich dort nur sehr, sehr selten bin – ehrlich!). Selbst im Zug bin ich nicht unbeobachtet. Gelegentlich bekommt meine Frau von Ehemännern ihrer Freundinnen brühwarm erzählt, was ich während der Zugfahrt gemacht habe. Die Welt ist klein. Und sie wird immer kleiner. Man gut, dass ich nicht paranoid bin!

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tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

13 Kommentare

  1. Dass du toll bist, wussten wir schon immer. Sonst hätten wir ja nicht deinen Blog abonniert. Den Blog habe ich übrigens gefunden, Als ich vor einigen Jahren meine Reise nach Japan vorbereitete. Der Beitrag über den „japanischen Rhein“ war der erste, den ich gelesen habe. Anschließend war ich dann tatsächlich dort. Seitdem habe ich den Blog abonnieren und freue mich über jeden neuen Beitrag.
    Beste Grüße vom (deutschen) Rhein.
    Fabian

  2. “Ich sehe ganz gelegentlich ihre Frau in dem Supermarkt soundso, und sie sagte, dass sie ganz, ganz nett sind!”
    Schwierig darauf richtig zu reagieren.^^
    Übrigens meckert mein Firebug dass die Funktion urchinTracker(); in Zeile 89 nicht definiert sei.

        • Jaajaaa gib doch zu, es macht dich glücklich. ;O
          Diese Fehler sind leider immer schwer zu behandeln. Basieren sie doch auf den so „sauber“ programmierten Template-Systemen (Blogger, WordPress). Da ist so viel JS Gedöhns, aber wehe man nimmt es raus/ passt es an! Hatte meine liebe Mühe Coolios Blog in den unteren zwei stelligen Fehlerbereich zu bebekommen… (natürlich nur erreichbar im Testatus T.T)

  3. Wird wohl Zeit für ein Gesichtslifting und du lässt dich zum Japaner umbauen ;-)
    Welche Wort wurde denn in diesem Zusammenhang für „toll“ verwendet? Da gibt es ja wieder mal zig Möglichkeiten, das ich sicherlich das falsche wählen würde.

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