BlogNarita, das Tor nach Japan

Narita, das Tor nach Japan

-

Am vergangenen Wochenende habe ich es doch tatsächlich mal geschafft, nach Narita zu fahren. Also zur Stadt Narita, nicht zum Tokyo International Airport Narita, denn den kenne ich (und viele Japanbesucher sicherlich auch) zur Genüge. Seitdem der Flughafen Haneda vermehrt internationale Flüge anbietet, vermeide ich auch nach Möglichkeit Narita, denn während Haneda nur 20 km entfernt liegt, sind es von mir bis nach Narita fast 90 km. Da hilft auch der nagelneue und schnelle Keisei Skyliner nicht viel, denn der beginnt in Ueno bzw. in Nippori, und das ist einfach mal sehr unpraktisch, wenn man im südlichen Teil der Region zu Hause ist.

Blick von der Nakamichi-Strasse Richtung Naritasan
Blick von der Nakamichi-Strasse Richtung Naritasan

Nun wusste ich schon seit langem, dass Narita nicht nur einen riesigen Flughafen beherbergt, sondern auch einen altehrwürdigen und berühmten Tempel – den Naritasan. Trotzdem war ich von der Anlage überrascht: Zum einen liegt sie wunderschön in einem recht hügeligen Bereich der Stadt, zum anderen ist die Anlage riesig und beinhaltet auch einen größeren Park, komplett mit Waldwanderwegen, Wasserfällen und dergleichen. Sprich, man kann hier wunderbar spazieren gehen. Zumindest, wenn es nicht allzu voll ist, denn der Naritasan wird des öfteren völlig von Besuchermassen überrannt – zur Kirschblüte zum Beispiel, die gerade einsetzt, aber auch über Neujahr. Was ich allerdings nicht kannte, war die Nakamichidōri – eine alte Ladenstraße (und Fußgängerzone – eine Seltenheit in Japan), die in der Nähe des Bahnhofs beginnt und sich bis zum Naritasan hinzieht. Alles sehr gepflegt, alles sehr einladend, und, aber das ist nicht weiter verwunderlich, ziemlich international. Überhaupt ist die ganze Stadt auf ausländische Besucher aus – so gibt es vor den Toren von Narita riesige, neue Einkaufszentren, für Butterfahrtbesucher aus China etwa oder für Flugzeugbesatzungen, die nicht genug Zeit haben, sich bis Tokyo durchzuschlagen. Das Stadtzentrum selbst war jedenfalls eine große Überraschung, und ich kann jedem nur empfehlen, einen Abstecher nach Narita zu wagen – vor dem Heimflug oder kurz nach der Anreise. Zum Eingewöhnen ist die Stadt auch genau richtig – man findet hier so viel Englisch und Englischsprechende, dass der Kulturschock (Oh mein Gott! Hier versteht ja niemand Englisch!) nicht allzu heftig ausfällt.
Spezialität von Narita und eine sehr leckere Angelegenheit: Aal (Unagi)
Spezialität von Narita und eine sehr leckere Angelegenheit: Aal (Unagi)

Für Plane-Spotter lohnt sich zusätzlich ein Ausflug zum Sakura-no-yama-Park (Kirschbaumberg-Park). Hier gibt es, genau, japanische Kirschbäume, die Anfang April rosa vor sich hinblühen, sowie einen eindrucksvollen Blick auf das Rollfeld. Der Park befindet sich direkt am Flughafengelände und nur 100 oder 200 Meter von der Einflugschneise versetzt (je nach Windrichtung kann sich das aber auch ändern, dann sieht man die Flüge nur startenderweise über den Park fliegen, was weniger eindrucksvoll ist).
Am Rollfeld nahe des Sakura-no-yama-Parks
Am Rollfeld nahe des Sakura-no-yama-Parks

Der Flughafen Haneda in Tokyo macht Narita zwar immer mehr Konkurrenz, wie es scheint – aber an Besuchern dürfte es trotzdem nicht mangeln – Naritasan und die Nakamichi-Straße sind auch bei Japanern hinreichend beliebt, wie es scheint. Mehr zur Stadt gibt es wie immer hier.

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

1 COMMENT

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Soziale Medien

477FansLike
0FollowersFollow
0FollowersFollow
0SubscribersSubscribe

Neueste Beiträge

Coronazahlen sinken – doch wie geht es nun weiter?

Endlich ist Japan an einem Punkt angelangt, an dem es eindeutig ist: Die jüngste Coronawelle, vor allem vorangetrieben durch...

Vollstopfen bis es kracht: Das Volk der Jäger und Sammler

Auch nach Jahrzehnten kann ich noch immer nicht ganz das Konzept des Vollfressens und Volllaufens nachvollziehen: "All you can...

Dekotora – die hohe Kunst, einen LKW zu dekorieren

Bei der Abschlußveranstaltung der Paralympischen Spiele Tokyo 2020 wurden erwartungsgemäß wieder etliche japanische Eigenheiten aufgegriffen - und dazu zählte...

Ministerpräsident Suga wirft Handtuch | Corona vorerst rückläufig

Wie es aussieht, wird sich bald nicht nur Deutschland an einer neue Führung erfreuen dürfen, sondern auch Japan. Nun...

Kreuchendes und Fleuchendes Teil 2

Vor Jahren hatte ich dem Thema schon mal einen Beitrag gewidmet - da wird es mal Zeit für eine...

Iida – Zentrum des bergigen Südens von Nagano

Iida ist eine schöne, kleine Stadt mitten in den japanischen Alpen. Ein idealer Ort für Ausflüge in die Bergwelt.

Must read

Die 10 beliebtesten Reiseziele in Japan

Im Mai 2017 erfolgte auf dem Japan-Blog dieser Webseite...

Auch lesenswertRELATED
Recommended to you