Japan reduziert Klassengrösse an Grundschulen

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    Manchmal muss es auch gute Nachrichten geben: Heute haben sich Finanzminister Aso und Bildungsminister Hagiuda darauf geeinigt, die Klassengrössen an öffentlichen Grundschulen (1. bis 6. Schuljahr, 6-12 Jahre) zu reduzieren¹. Momentan liegt die maximale Klassengrösse bei 40 Schülern, und das wird in den Städten in der Regel auch ausgereizt. Bis 2025 will man dies nun auf 35 Schüler reduzieren.

    2011 hatte man bereits bei Erstklässlern beschlossen, dass maximal 35 Schüler in einer Klasse sein dürfen. Eine Absenkung der Klassengrösse durch die Bank weg ist nun aber etwas, was zum letzten Mal vor 40 Jahren geschah – die Entscheidung ist beinahe revolutionär. Und dass der Finanzminister in diesen Zeiten das Geld dazu bewilligt, um die notwendigen Lehrkräfte einzustellen, ist beinahe schon verwunderlich. Aber ist dem wirklich so? Tatsache ist, dass die Geburtenrate nach wie vor nicht steigt. In Folge dessen schliessen immer mehr Schulen, damit die erlaubte Klassengrenze auch ausgereizt werden kann. Wäre die Geburtenrate ansteigend oder gleichbleibend, müsste man für diesen Schritt in der Tat neue Lehrer einstellen. Dem ist aber nicht so – sicher, die Bildungskosten pro Kind steigen für den Staat leicht an, aber an den absoluten Kosten dürfte sich nicht viel ändern.

    Als jemand, der selbst zwei Kinder in öffentliche Schulen in Japan schickt, habe ich schon immer mit der Klassengrösse geargwöhnt. Dabei weiss ich noch nicht einmal mehr, wie die Lage momentan in Deutschland ist. In meiner Kindheit lagen die Klassengrössen an meinen Schulen im Schnitt bei 20 Schülern, und ich kann mich auch gut daran erinnern, dass die Klassen bei Sprachunterricht auch mal halbiert wurden. 40 Kinder in einem Klassenraum waren für mich also ein Kulturschock. Genauso die Tatsache, dass in den Grundschulen in Japan ein und der selbe Lehrer alles unterrichtet (normalerweise werden die Klassen dann in jedem Jahr neu gemischt, so dass die meisten Kinder im neuen Schuljahr einen neuen Lehrer haben). Ist der Lehrer gut, gut. Ist der Lehrer schlecht (also inkompetent, oder unfähig, die Klasse im Zaum zu halten), ist das ganze Schuljahr für die Katz’.

    Für meine Kinder kommt die Nachricht zwar zu spät, aber die Meldung erfreut mich dennoch. 40 Kinder sind einfach zu viel – nicht wenige bleiben da zurück, und wenn die Lehrer nicht sehr aufmerksam sind, dann bekommen sie nichts von den Problemen unter den Kindern mit. Für die Lehrer ist die Nachricht noch erfreulicher, denn die müssen jetzt schon ungesunder Mengen an Überstunden schieben – und das hält man für ganz normal.

    ¹ Siehe unter anderem Nikkei News

    4 COMMENTS

    1. Zur Situation in Deutschland kann man sagen, dass man in regulären Grundschulklassen ca. 32 Kinder hat.
      Das ist zwar etwas weniger, aber immer noch viel

    2. Unsere Grundschule ist eine inklusive Schwerpunktschule. Was so viel bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. In Schwerpunktklassen gibt es dann neben der_m Lehrer_in auch weiteres pädagogisches Personal. Dabei hat die Schule einen eigenen Einzugsbereich, man geht dort also nicht nur hin wenn man sich dafür anmeldet, sondern alle Kinder, die im Umkreis wohnen.

      Die Grundschule ist 4 zügig auf 6 Schuljahre (das ist in Berlin so üblich für die Grundschule). Die Klassen haben eine Größe von 20 bis maximal 28 Schüler_innen, wobei da ein Anteil eben deutlichen Förderbedarf hat.
      Bei meiner Tochter in der Klasse sind es nur 17 Schüler_innen momentan in der Abschlussklasse.

      So riesen Klassen kann ich mir nur vorstellen wenn da niemand deutlichen Förderbedarf hat. Im Gymnasium werden die Klassen natürlich größer sein, aber da fehlen dann leider natürlich auch die besonderen Kinder. Grundsätzlich 40 Kinder kommt mir riesig vor.

    3. in der Grundschule waren wir ca. 24 Kinder, das finde ich vollkommen ok. In der Realschule dann ca. 30-33, auch in den Sprachkursen. Unsere Schule war vollkommen sch… aber die KLassengröße an sich war auch ok.

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