Corona-Update: Go-to wie jetzt, herumirrende Krankenwagen und mehr

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    3D-Darstellung eines Corona-Virus (Quelle: Wikipedia)

    Noch immer hält Corona das Land in Atem – das ist nicht überraschend, werden doch tagtäglich neue Rekorde gebrochen. Zur Zeit ist man vor allem alarmiert ob der rasant steigenden Zahlen schwerer Krankheitsverläufe – allein heute wurden 9 neue Fälle mit schwerem Verlauf gemeldet, bei insgesamt rund 2,500 Neuinfektionen im ganzen Land, davon ein Fünftel in Tokyo. Damit wächst die Zahl der schweren Verläufe auf 497 Fälle. Als 重症者 jūshōsha (Schwere-Symptome-Menschen) bezeichnet man die, die auf die eine oder andere Form von Beatmung angewiesen sind. Sprich, all diese Menschen müssen intensivmedizinisch betreut werden. Das führt zwangsläufig zu einer Zunahme der たらい回し taraimawashi, was in etwa “Umkehr” oder auch “Rückweisen” bedeutet: Krankenwagen nebst ihren Patienten werden von den Krankenhäusern abgelehnt und irren umher, bis sie einen freien Platz finden.

    Nichtsdestotrotz eiert die Regierung umher und weiss nicht so recht, was die mit der “Go-to-travel”-Kampagne nun machen soll. Man konnte sich in dieser Woche lediglich zu einem Aufruf an die über 65-jährigen durchringen, nicht notwendige Reisen von und nach Tokyo vorerst zu unterlassen. Die Kampagne als solche geht derweilen weiter, wobei der Einfluss auf die Fallzahlen noch immer nicht ganz deutlich ist. Gute 10 Tage ist es nun her, dass halb Japan am langen Wochenende auf Achse war. Dass da nun die Zahlen sinken, hat niemand erwartet. Extrem gestiegen sind sie allerdings auch nicht.

    So richtig sicher ist auch noch nicht, was nun aus den Impfungen geschieht. Noch hat keiner der Impfstoffproduzenten eine Zulassung in Japan beantragt – doch die Regierung gab in weiser Voraussicht bekannt, dass eine Zulassung nicht lange dauern soll. Grössere Aufmerksamkeit als die Zulassung des Impfstoffes in Großbritannien am 2. Dezember erlangte jedoch die Studie eines Mediziners der Yokohama City University: Er liess 376 Menschen ein halbes Jahr nach einer Corona-Infektion auf Antikörper testen und fand dabei heraus, dass 98% noch immer Antikörper hatten. Daraus wurde geschlussfolgert, dass eine schnelle Neuinfektion relativ unwahrscheinlich ist – und dass eventuelle Impfungen möglicherweise auf längere Zeit einen verlässlichen Impfschutz bieten. Allerdings muss man das Ergebnis natürlich mit Vorsicht geniessen, denn 376 Menschen sind nicht gerade viel, und niemand kann sagen, ob diese Menschen auch nach 9 oder 12 Monaten noch Antikörper haben.

    Mit dem Auftauchen der ersten Impfstoffe rückt die Machbarkeit der Olympischen Spiele im nächsten Jahr für Japan in greifbare Nähe, und das ist erstmal eine positive Nachricht – auch wenn man die Lage noch immer mit grosser Skepsis verfolgt.

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