Das 12. Bloggertreffen – fällt leider aus

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    Normalerweise erfolgt an dieser Stelle zu dieser Zeit des Jahres der Aufruf zum Bloggertreffen – und das ununterbrochen, seit 2009. Egal ob Erdbeben oder Taifun oder sonstige Unbill – manchmal muss halt einfach Zeit sein für das eine oder andere erfrischende Getränk und einen kleinen Austausch.

    Um potentiellen Teilnehmern sowie mir selbst das moralische Dilemma, ob man sich nun in diesen Zeiten zusammenrotten darf oder nicht, zu ersparen, halte ich es für besser, das Treffen vorerst nicht zu organisieren – bis hoffentlich wieder bessere Zeiten hereinbrechen.

    Obwohl die Corona-Lage bei weitem nicht so ernst ist wie gerade in Europa zum Beispiel, ist die Sache noch nicht vorbei. In Japan liegt die 7-Tage-Inzidenz momentan bei 3.2, in Tokyo bei rund 8 Fällen in 100,000 Einwohnern. Im Vergleich zu zahlreichen Gebieten in Deutschland mit über 150 Fällen klingt das mehr als harmlos. Im August/September war die Rate in Japan noch viel niedriger. Trotzdem war ich seit Februar nicht mehr “einen heben” – etwas, was ich normalerweise so alle zwei Wochen mal mache, gesittet wohlgemerkt, und zwar einfach zum 気分転換 kibun tenkan – zum “Abschalten”, und um auch mal mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist reine Selbstbeschränkung, denn die Bars und Kneipen haben schon seit Juli wieder geöffnet (einige waren durchwegs offen), und ich laufe jeden Abend auf dem Weg von der Arbeit zum Bahnhof an etlichen Kaschemmen vorbei.

    Ganz wohl ist mir dennoch nicht – denn ich verstehe mich mit dem Personal meiner Stammkneipe sehr gut, und mir ist bewusst, dass mein Wegbleiben dazu beiträgt, dass das Geschäft nicht gut läuft. Allerdings steht auch viel auf dem Spiel – erst Recht in Japan, wo Coronapatienten – und deren Familien – teils stigmatisiert werden. Würde ich mir Corona einfangen, würde es kompliziert werden – für mich und meine ganze Familie. Zwei komplette Klassenstufen müssten getestet werden, die Kinder könnten eventuell wochenlang nicht zur Schule gehen, meine Frau könnte wochenlang nicht arbeiten gehen – und in meiner Firma würde es auch kompliziert werden. Mal ganz davon abgesehen, dass mir diverse Berichte über eine schleppende Rekonvaleszenz und Spätfolgen nach einer Infektion gelinde gesagt etwas Angst machen.

    Ich hoffe, dass alle potentiell Interessierten nicht böse darüber sind, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Teilnehmerzahl aufgrund von Corona sowieso sehr überschaubar geworden wäre. In diesem Sinne – aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

    2 COMMENTS

    1. Wenigstens habt ihr noch die Freiheit zu entscheiden, ob ihr sowas machen möchtet oder nicht. Wir in Europa DÜRFEN nicht.
      Ich finde es am schlimmsten, dass man selbst Tagesausflüge sein lassen sollte … mal abgesehen davon, dass das Wetter eh so besch** ist, dass man sowieso momentan kaum Outdoor was machen kann ……

      Ich denke, es kommt immer auf den Einzelnen an und wie er sich verhält. Wenn ich mich alleine in mein Auto setze und in die Pampa fahre, ein bißchen Wandern gehe und dabei niemanden treffe, dann schadet das doch niemandem.

      Während private Feiern mit 25+ Leuten dann schon eine andere Hausnummer sind und dass sowas untersagt wird, verstehe ich da schon wesentlich besser.

      Nunja, wir werden sehen wie lange wir da noch durch müssen.

      Aber es ist schon bizarr. In Japan zahlt der Staat einen Teil der Reiserechnung, um den Tourismus anzukurbeln und bei uns müssen sogar Hotels schließen, Stichwort “Beherbergungsverbot”. So unterschiedlich kann das Leben im Moment sein.

      Normalerweise bin ich um diese Zeit ja immer in Japan – und daher auch oft beim Bloggertreffen mit dabei.

      Ich mag den deutschen Winter sowieso nicht. Und nicht die Möglichkeit zu haben, dem zu entfliehen … und wegen dem Wetter und dem Beherbergungsverbot auch sonst nichts wirklich machen zu können, schlägt wirklich sehr aufs Gemüt.

      Die Depressions- und Selbstmordrate geht sicher weiterhin weltweit wegen der Coronakrise hoch. Im Frühjahr mit viel Sonnenlicht und langen Tagen war das sicher besser zu verkraften als jetzt, wo ja auch mit die wichtigsten Feiertage mit Weihnachten und so anstehen …..

    2. Ich weiß nicht woran es liegt, dass es z.B. den Brieten, Italienern und Franzosen nicht so richtig gelungen ist die Pandemie, das Virus in der Bevölkerung, auf ein niedriges Niveau herunter zu fahren. Wenn es zu hohe Infektionszahlen sind, wird das Virus zum Selbstläufer, weil die Leute sich nicht an die einfachsten Regeln halten wollen, möchten oder können aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit. Ich sehe es immer wieder beim einkaufen. Da wird gedrängelt, geschubst und geschoben. Die Maske ist nur lästig und wird gerne unter die Nase gezogen. Mit den Händen ins Gesicht fassen ist die Regel. Da wird in den Augen gerieben, in den Nase gebohrt oder die Maske vom Gesicht genommen um mal Herzhaft zu gähnen.

      Die Leute haben es mit Ihrem verhalten geschafft, dass innerhalb einer Woche – Coronafälle auf Intensiv – von 3 auf 68 zu bringen, 11 davon werden beatmet. Es musste unbedingt in den Urlaub gefahren werden, Feiern konnten nicht groß genug ausfallen. Hauptsache raus aus den Bude. Jeder uneinsichtige DAU zieht vor Gericht um seine eigenen persönlichen Interessen durchzufechten. Unsere Kultusministerin hat beschlossen die Schulen nach den Ferien ohne Einschränkungen zu öffnen. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt. Einer schleppt was rein, drei Klassen dicht. Inkl. der Elternhäuser. Keiner weiß wohin das Virus noch geschleppt wurde.

      Ich lade daher mal gerne – wenn ich die Nase voll hab, gerne mitten im Geschäft – die Vollpfosten auf Intensiv ein, nur um zu veranschaulichen was Corona anstellt und wie es aussieht, wenn ein schwere Verlauf in Richtung Exitus geht. (Zum Glück kommt keiner, es herrscht Besuchsverbot)
      Wehe dem wer auf Intensiv muss, denen geht es wirklich schlecht.

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