Corona-Virus auf dem Vormarsch – mit erheblichen Folgen für Japan

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    3D-Darstellung eines Corona-Virus (Quelle: Wikipedia)

    Nach der Schweinegrippe, SARS und MERS ist es also mal wieder so weit: Ein neues Virus, beziehungsweise eine neue Variante, denn das Corona-Virus ist ja alles andere als neu, ist auf dem Vormarsch, und allein schon aufgrund der geografischen Nähe und dem hohen Wirtschaftsverkehr kommt auch Japan nicht ungeschoren davon. Der Stand am 28. Januar 2020: Bei sechs Japanern wurde bisher der 2019-nCoV genannte Erreger nachgewiesen, und heute zum ersten Mal bei jemandem, der sich nicht in Wuhan (oder 武漢 Bukan, wie die Stadt in Japan genannt wird) aufgehalten hat. Der circa 60-jährige in der Präfektur Naha muss sich demzufolge bei einem anderen Menschen angesteckt haben, aber dieser Ansteckungsweg war ja schon vorher nachgewiesen worden. Dementsprechend sind die japanischen Behörden im Alarmzustand. Das Problem an dem Virus ist dabei die lange Inkubationszeit von zwei Wochen – man sieht also alles mit zwei Wochen Verspätung. Hinzu kommt, dass in vielen japanischen Gegenden zur Zeit die Grippe grassiert – dementsprechend wird es schwerer, den Überblick zu behalten.

    Eines zeichnet sich jedoch schon jetzt ab – die wirtschaftlichen Kosten werden enorm sein, denn die Pandemie fällt mit dem Chinesischen Neujahrsfest zusammen – das Pendant zur Goldenen Woche in Japan und damit Hauptreisezeit. Da auch so mehr als ein Drittel der Touristen in Japan aus Festlandschina anreisen, sind die Ausfälle durch Stornierungen enorm hoch. Viele Hotels, Restaurants und Touristenattraktionen klagen über das Ausbleiben der Chinesen, während andere natürlich fordern, dass Chinesen doch bitte zu Hause bleiben sollen, um die Krankheit nicht auch noch nach Japan zu bringen. Doch so ganz wird sich das sowieso nicht vermeiden lassen.

    Japan hat, wie viele andere Nationen auch, damit begonnen, Staatsbürger in eigens gebuchten Charterflügen aus der Region Wuhan auszufliegen. Nach einem kurzen Screening werden die Betroffenen aufgefordert, sich zwei Wochen lang (siehe Inkubationszeit) möglichst zu Hause aufzuhalten. Darob gibt es viel Kritik, da der Virus bereits während der Inkubationszeit ansteckend ist. Wenn der Gemahl zum Beispiel zu Hause bei Frau und Kindern bleibt, diese dann in der Zeit jedoch wie üblich zum Einkaufen oder in die Schule gehen, wird es schwer sein, eine Ausbreitung zu verhindern. In dem Fall wird es zu Zwangsschliessungen ganzer Firmen und Schulen kommen – so lauten zumindest die Notfallpläne der Regierung.

    So viel steht jedoch fest – dieses Mal wird es schwieriger werden als damals bei SARS. Bei SARS gab es in Japan auch viel Panik, aber keine direkten Krankheitsfälle. Dieses Mal gibt es bereits sechs Fälle, und auch wenn der Verlauf bei der grossen Mehrheit weniger schwer zu sein scheint – die lange Inkubationszeit, die Tatsache, dass man bereits in der Inkubationszeit zum Überträger wird, sowie die Tatsache, dass es bei vielen Patienten so gut wie gar keine Symptome gibt, wird dies zu einem langen Kampf werden lassen.

    2 COMMENTS

    1. Besten Dank für diesen Beitrag. Ein kleine Korrektur: “Präfektur Naha” müsste natürlich “Präfektur Nara” heißen :-)

    2. Da haben es die Aussies besser gemacht.
      Ab auf die Insel fuer 2 Wochen.
      Hier in Japan sind die Zurueckgeholten alle mehr oder weniger Freigaenger.
      Na, wir werden sehen was noch kommt.

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