Vulkan Asamayama spuckt wieder Asche

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    Asamayama im Mai 2019
    Asamayama im Mai 2019

    In der vergangenen Nacht, gegen 22 Uhr japanischer Zeit am 7. August 2019, gab es am 2’568 m hohen Vulkan Asamayama einen mittelprächtigen Ausbruch. Laut der Vulkanaufsicht des meteorologischen Amtes spuckte der Berg für rund 20 Minuten Asche, die sich rund 2km hoch über dem Gipfel auftürmte. Umgehend wurde der Vulkan von Level 1 auf Level 3 hochgestuft — in Japan gibt es 5 Warnstufen für Vulkane:

    1. Momentan keine Gefahr
    2. Nicht dem Krater nähern
    3. Nicht dem Vulkan nähern
    4. Evakuierung vorbereiten
    5. Evakuierung durchführen

    Der Ausbruch kam für die Behörden völlig überraschend – die Warnstufe lag seit Jahren bei der 1. Und so hatte man keinerlei Notfallpläne in der Tasche und Mühe, die umliegenden Gemeinden zu warnen. Dazu zählt unter anderem Karuizawa (Präfektur Nagano), ein beliebter Kurort, der auch von Tokyo aus leicht zu erreichen ist.

    Zum Glück war der Ausbruch kurz, doch Gesteinsbrocken flogen wohl bis in eine Entfernung von 4km vom Krater. Die niedrige Warnstufe bisher ist ein kleines Rätsel – der Vulkan gilt als recht aktiv und hat ein hohes “Gewaltpotential”. Bei einem schweren Ausbruch im Jahr 1783 kamen geschätzt 1’500 Menschen in der eigentlich spärlich besiedelten Gegend durch pyroklastische Ströme ums Leben, doch damit nicht genug – der Ausbruch dauerte rund drei Monate an, mit verheerenden Folgen für die Landwirtschaft in der weiteren Region. Es folgte die sogenannte Tenmei-Hungersnot, die geschätzte 20’000 Menschenleben forderte. Beim letzten grösseren Hickser im Jahr 2009 gelangte Asche bis ins knapp 150 km entfernte Tokyo. Das bedeutet, dass der Asamayama sehr wohl grossen Schaden anrichten kann – nicht nur im Nobelort Karuizawa – und daher besser beobachtet werden muss.

    1 COMMENT

    1. Für alle Terrace House Fans hat sich der Asama zum Glück etwas Zeit gelassen…

      Hoffentlich beruhigt er sich schnell wieder. Die Bevölkerungsdichte um den Berg dürfte mittlerweile deutlich anders aussehen als vor 300 Jahren.

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