Und der japanische Politiker des Jahres ist…

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    …Hodaka Maruyama (丸山 穂高), ein gerade mal 35-jähriger Abgeordneter der Ishin-no-kai-Partei im japanischen Unterhaus. Er wurde von den Bewohnern der Stadt Sakai bei Osaka ins Parlament gewählt. Und das Unterhaus hat heute – einstimmig – eine Resolution verabschiedet, in der Maruyama aufgefordert wird, sein Mandat niederzulegen, da er “als Abgeordneter nicht geeignet sei”. Man könnte nun böswillig einwerfen, dass in diesem Fall das halbe Unterhaus gehen müsste, doch eine solche Resolution ist in Japan etwas sehr Seltenes, und der Delinquent (der kennzeichnenderweise der heutigen Sitzung fernblieb) muss sich da schon einiges erlauben, um den Zorn aller Abgeordneten auf sich zu ziehen.

    Was war geschehen? Nun, es geht um die “Nördlichen Territorien” – die vier Südkurileninseln nordöstlich von Hokkaido, deren Kontrolle die Rote Armee in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges an sich gerissen hatte. Noch immer versucht Japan, diese Inseln zurückzugewinnen. Nun gab es im Mai 2019 eine zwischen Russland und Japan vereinbarte Ausnahmeregelung, nach der bestimmte Personen ohne Visum auf die Inseln reisen konnten. Ein paar ehemalige Bewohner nutzten die Gelegenheit, ebenso ein paar Parlamentarier. Darunter besagter Maruyama. Und der liess es dort offensichtlich richtig krachen. Als ein mitgereister Pressevertreter den Delegationsvorsitzenden interviewte, drängte sich Maruyama dazwischen und fragte den Delegationsleiter, ob dieser für oder gegen einen Krieg mit Russland sei, um die Territorien zurückzugewinnen. Als dieser äußerte, dass er gegen einen Krieg sei, rief Maruyama lauthals, dass man so niemals die Inseln wiederbekommen würde.

    Der Gedanke an sich ist schon abwegig genug, aber später kam immer mehr ans Licht, aus welchem Holz Maruyama geschnitzt ist. So soll er – ebenfalls auf der Kurileninsel, und Augenzeugenberichten zufolge sichtbar angetrunken – zu anderen Delegationsteilnehmern Sätze gesagt haben wie “Da gibt’s Läden mit Frauen. Ich will mir eine Frau kaufen” oder “Ich möchte da ein paar Brüste anfassen”.

    Natürlich hat Russland die Sache spitzbekommen — aber diese Äußerungen sind letztendlich dermassen abstrus, das man wohl keine diplomatischen Konsequenzen erwarten dürfte. Maruyama hingegen gab heute auf Twitter bekannt, dass er gedenke, bis zum Ende der Legislaturperiode im Parlament weiterzumachen. Logisch, der arme Kerl braucht ja irgendwie Geld für Frauen und Alkohol. Ich wäre jedoch dafür, dass er danach in ein kleines Dorf auf der Tschuktschen-Halbinsel abgeschoben wird, denn solche Politiker (bzw. Menschen) braucht man hier nun wirklich nicht (gut, in den Dörfern auf der Tschuktschen-Halbinsel braucht man ihn sicherlich noch weniger).

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