Riemenfischsichtungen: Steht ein grosses Erdbeben bevor?

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    Rvalette [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von Wikimedia Commons
    Rvalette [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von Wikimedia Commons

    Seit langer Zeit schon gibt es eine besondere Fischart, die in Japan Erdbebenängste schürt: Es geht um den sogenannten Riemenfisch, einem bis zu 8 Meter langem und bis über 250 Kilogramm schwerem Fisch, der aus gutem Grund so genannt wird, wie man in im Deutschen nennt. Der Riemenfisch ist fast auf der ganzen Welt (die Tropen liegen ihm nicht so) zu Hause und meist im Mesopelagial, also in einer Tiefe von 200 Meter bis 1,000 Meter und darunter, anzutreffen. Nahe der Wasseroberfläche oder gar am Ufer findet man die längsten Knochenfische der Erde eigentlich nicht, doch hin und wieder wird ein Exemplar gesichtet. In diesem Jahr wurden in Japan bereits über 12 Sichtungen gemeldet – sechs davon allein in der Präfektur Toyama¹, und das sorgt für Unruhe und einen Haufen interessanter Suchanfragen – zum Beispiel danach, ob und wenn ja wie viele Riemenfische vor dem schweren Ostjapan-Erdbeben am 11. März 2011 in Tohoku gesichtet wurden und so weiter. Ein Zusammenhang ist dabei durchaus denkbar. Andere Tiere können schließlich auch Erdbeben spüren, bevor der Mensch etwas davon merkt, und vielleicht sind die Fische ja wirklich aufgrund vermehrter tektonischer Vorgänge am Meeresboden auf der Flucht oder schlichtweg orientierungslos. Dementsprechend gab es auch schon Studien über mögliche Zusammenhänge von Riemenfischsichtungen bzw. -strandungen und Erdbeben, aber es wurde kein nennenswerter Zusammenhang gefunden.

    Der Fisch hat übrigens einen sehr poetischen Namen im Japanischen: 竜宮の使い リュウグウノツカイ Ryūgū-no-tsukai – der “Botschafter des Drachenpalastes”. Der Drachenpalast gilt als Sitz des Meeresgottes. Riemenfische sind nicht immer in und um Japan zu finden – sie wandern und tauchen nur zu gewissen Zeiten in dieser Gegend auf. Natürlich kann man nur hoffen, dass die Verbindung dieser Tiere zu Erdbebenereignissen ins Reich der Legenden gehört – es hat in diesem Jahrzehnt bereits genug gebebt. Am meisten Sorge hat man in Japan übrigens – seit langer Zeit – weniger vor einem Erdbeben mit einem Epizentrum direkt unter der Hauptstadt Tokyo, sondern vor dem sogenannten 南海トラフ地震 Nankai-torafu-jishin (Südseegraben-Beben). Das gab es in der Vergangenheit auch schon, und es hat das Potential, mehr als die Hälfte der japanischen Ostküste, von Shizuoka bis Miyazaki, zu verwüsten.

    ¹ Siehe unter anderem hier.

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    1. Und plötzlich hat man vor der Japan Reise Angst… Gut es kann jederzeit etwas passieren, aber das mulmige Gefühl hat sich sieben verstärkt :P

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