Die üblichen Verbrechen: Atariya und Konbini-Betrüger

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    Den heutigen Nachrichten zufolge wurde heute ein 47-jähriger Mann in Toyota, Präfektur Aichi, festgenommen¹. Der Vorwurf: Wiederholter Betrug. Der Mann ist als sogenannter 当たり屋 atari-ya unterwegs, und das geht so: Die Leute fingieren Unfälle, machen ein Riesenaufsehen und bieten dann an, das ganze mit der Zahlung eines Geldbetrages unkompliziert und ohne Polizei zu regeln. Die Unfälle können als Fußgänger, Radfahrer oder mit dem Auto inszeniert werden. Beliebte Masche zum Beispiel: Sich blitzschnell mit dem Auto oder Fahrrad hinter einem Wagen positionieren, der gerade im Rückwärtsgang aus dem Parkplatz vor einem Convenience Store ausparken möchte. In dem Fall wird es besonders kompliziert, da ja der Atariya verkehrsrechtlich gesehen durchaus im Recht ist. Und die Masche kann auch sehr perfide sein: Ein guter Bekannter „erwischte“ so einen Atariya beim Ausparken einmal. Der schaltete die Polizei ein, die dann feststellte, dass der Sachschaden quasi bei Null liegt: Doch der Atariya war gar nicht auf die Reparaturkosten aus. Er ging zu einem Physiotherapeuten, beklagte dort ein Schleudertrauma und liess sich dieses innerhalb von 20 Sitzungen wegmassieren. Die gut 1 Million Yen (rund 8’000 Euro) stellte er dann, das ist rechtens, meinem Bekannten in Rechnung – der dann dafür aufkommen musste. Beim Unfall stand der Atariya, und mein Bekannter fuhr im Schritttempo, wohlgemerkt. Später stellte sich heraus, dass der Atariya mit dem Physiotherapeuten unter einer Decke steckte – die Sitzungen waren so weder nötig noch fanden sie wirklich statt. Das Geld teilte man sich einfach brüderlich. Das kam nach ein paar Jahren ans Licht, aber die eine Million Yen war weg.

    Eine andere Meldung² über eine Festnahme vor ein paar Tagen liess mich jedoch viel mehr aufhorchen: In der Präfektur Fukuoka wurde ein 61-jähriger festgenommen, der folgendes Verbrechen beging: In einem Convenience Store bestellte er einen Kaffee für 100 Yen (0,80 Euro). In den meisten Läden bekommt man dann einen leeren Becher (und zwar den für den 100-Yen-Kaffee) und bediente sich dann, wie es nun mal ist, selbst am Kaffeeautomaten. Der Mann drückte jedoch am besagten Automaten nicht den Knopf (und derer gibt es viele an den Automaten!) für den 100-Yen-Kaffee, sondern den für den 150-Yen teuren Cafe Latte. Je nach Convenience Store ist der Becher etwas größer, oder er hat eine andere Farbe (so war es in diesem Fall). Der Ladenbesitzer schob in dieser Zeit in Privatkleidung Streife und sprach den Mann an. Der sagte erst, dass er sich geirrt habe, gab dann aber nach einer Weile zu, dass schon öfter und absichtlich getan zu haben (was dem Ladenbesitzer vorher aufgefallen sein muss). Und schon wurde die Polizei gerufen und der Mann wegen Diebstahls verhaftet. Nun versucht die Polizei (wahrscheinlich in unablässigen Verhören und mit allerlei raffinierten, psychologischen Tricks) herauszufinden, wie oft der Schwerstkriminelle dieses widerwärtige, höchstabscheuliche Verbrechen begangen hat, damit man entsprechend das Strafmaß (das dann bestimmt irgendwo zwischen 10 Jahre Hundehaufen-Einsammeln und Galgen liegen wird) bestimmen kann.

    Ich hoffe, dass die Polizei dann bis zur Rugby-WM und bis zu den Olympischen Spielen die definitiv notwendigen, gigantischen Internierungslager mit angeschlossenen Standgerichten fertiggestellt hat, um die tausenden von ahnungslosen, aber schwer kriminellen Ausländer wegzustecken, die aus Versehen den falschen Knopf am Kaffeeautomaten gedrückt haben und dann versuchten, sich mit abstrusen Ausreden wie „Ich konnte das Japanisch über den tausenden Knöpfen nicht lesen! Ganz ehrlich!“ aus der Affäre zu winden. Was Recht ist muss Recht bleiben!


    ¹ Siehe hier
    ² Siehe hier

    2 COMMENTS

    1. Darf ich das hier so offen schreiben?
      Ein Mitarbeiter meiner Firma, selbstverständlich Japaner, gehört ebenfalls zu den Schwerverbrechern der zweiten Kategorie..
      Und die neuen Kaffeemaschinen vom Seven Eleven sind auch nur absolut scheiße zu bedienen. Da wundert es mich gar nicht wenn sich die Leute wirklich verdrücken..

    2. Ich hab mal ein Video gesehen, wie ein Motorradfahrer (in einer britischen Seitenstraße) plötzlich vor eine Autofahrerering läuft.
      Die kann noch bremsen. Der Typ schaut kurz nach hinten und ruckt sein Motorrad dann gegen das Auto, dreht sich um und springt mit dem Rücken auf die Frontscheibe.

      Rein zufällig stand sein Freund 20m weg und hat den schweren Unfall (man kann den Motorradfahrer laut stöhnen hören) beobachtet.

      Leider war die (verständlich aufgeregte und wütende) Frau so dumm zu sagen, sie hat eine Dashcam und alles aufgenommen.
      Der am Boden sich windende Schwerverletzte springt plötzlich geheilt auf und macht sich mit seinem Freund davon.

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