Zum ersten Mal seit 27 Jahren: Grundstückspreise in Japan ziehen an

    3
    1258
    Japans teuerstes Pflaster: Die Gegend Ginza/Hibiya
    Japans teuerstes Pflaster: Die Gegend Ginza/Hibiya

    Seit dem Platzen der „Bubble Economy“, hauptsächlich verursacht durch eine gigantische Immobilienblase, kannten die japanischen Grundstückspreise fast 30 Jahre lang nur eine Richtung: Es ging erst steil, dann sanfter abwärts. Das ist nun vorbei, wie es scheint. Die alljährliche Auswertung der Preisentwicklung durch das Land-, Transport- und Infrastrukturministerium ergab, dass die Preise in den vergangenen 12 Monaten im Schnitt um 0,1% stiegen. Im Schnitt, wohlgemerkt. Die Preise für gewerblich nutzbare Flächen steigen bereits seit drei Jahren, und die Preise in den größten Ballungsgebieten, Tokyo, Osaka und Nagoya, steigen ebenso – im vergangenen Jahr um 4,2%. Interessant ist der steile Anstieg in den nächstgrößeren Städten: In Sapporo, Sendai, Hiroshima und Fukuoka stiegen die Preise um atemberaubende 9,2%. In den kleineren Städten sanken die Preise hingegen im Schnitt um 0,6%.

    Am teuersten sind, und das war schon immer so, Grundstücke rund um den Ginza-Bahnhof. Dort kostet ein Quadratmeter Land heute rund 50 Millionen Yen, also mehr als 350’000 Euro. Die Preise an der Ginza selbst liegen fast schon wieder auf dem Niveau der 1980er, während der Bubble Economy. Zum allgemeinen Preisanstieg tragen vor allem Geschäfte, aber auch Restaurants und Hotels bei. Der enorme Anstieg der ausländischen Touristen spielt da eine sehr große Rolle – Gewinner bei den „kleineren“ Städten ist deshalb nicht ganz überraschend Kyoto mit einem Anstieg von über 7 Prozent. Ganz übel sieht es in Akita im Nordosten aus – dort sanken die Preise für gewerbliche und private Grundstücke um rund 2,5 Prozent. In der Mitte der Präfekturhauptstadt kostet ein Quadratmeter heute gerade einmal 40’000 Yen, also rund 300 Euro.

    In der Provinz - hier zum Beispiel in Akita - sieht es hingegen trist aus
    In der Provinz – hier zum Beispiel in Akita – sieht es hingegen trist aus

    Apropos Hotelgewerbe und ausländische Besucher: Gerüchten zufolge hat die Regierung den Airbnb-Betreibern in diesem Jahr strenge Regeln auferlegt, um den Ansturm ausländischer (vor allem chinesischer) Immobilienmakler Herr zu werden – diese kauften wohl in der letzten Zeit verstärkt Objekte auf, um sie professional als Airbnb-Herbergen aufzumotzen und zu vermieten. Nur ein Gerücht, aber durchaus plausibel.

    3 COMMENTS

    1. Wenn du dich also weit genug von Fukuoka fern hälst, wird das mit dem „Gasthof zu Tabibito“ wohl noch bezahlbar bleiben bzw. werden. ;)
      Wobei all zu weit muss man da wohl nicht weg. Manche Ecken von Kurume und Saga sehen gewerbemäßig (zumindest was Einzelhandel angeht) jedes Mal dünner aus und die Rollläden sind gefühlt noch präsenter.

      • Da scheint Ueki schon einen Schritt weiter zu sein, die alte Shotengai mit all den Rollläden ist inzwischen fast vollständig verschwunden und durch neue Gebäude ersetzt. Auch sonst wird in Ueki gebaut was das Zeug hält.

    LEAVE A REPLY

    Please enter your comment!
    Please enter your name here