Dauerhaft

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    2030

    Nun ist sie also da – meine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für Japan. Vor gut 5 Monaten hatte ich über die Anwaltskanzlei unserer Firma den Antrag eingereicht (siehe hier). Zusammen mit einem ganzen Berg von Dokumenten – Steuernachweisen der letzten drei Jahre, Heiratsurkunden, Zeugnis meiner Gattin, dass sie mich hin und wieder noch anschauen mag, Kontoauszüge, ein Schreiben mit Begründung, warum ich das alles durchmache usw. usf.

    Man liest allerhand über die permanente Aufenthaltsgenehmigung: Da sollen Anträge willkürlich abgelehnt werden. Da dauert es schon mal bis zu einem Jahr. Da wird man zu haarsträubenden Verhören Interviews in den dunklen Gewölben der stets überfüllten Ausländerbehörde eingeladen usw. usf. Ob das stimmt? Weiss ich nicht. Dank Anwaltsbüro habe ich davon rein gar nichts mitbekommen: Ich musste nur die vielen Dokumente einsammeln, und das war es auch schon. Ich war nicht ein einziges Mal auf dem Amt. Dafür kostet der Spass aber auch fast 450 Euro (das übernimmt jedoch unsere Firma.)

    Was hat man nun davon? In meinem Fall – Seelenfrieden. Wenn ich hier schon so lange lebe, zum Bruttosozialprodukt beitrage, Steuern zahle und mich sonstwie am gesellschaftlichen Leben beteilige, nervt es schon ein wenig, regelmässig sein Visum erneuern zu müssen. Zumal ein Visum stets an Bedingungen geknüpft ist – Arbeitsstelle oder Ehepartner oder Universität usw. usf.
    Die Bedingungen für mit Japanern Verheiratete sind übrigens noch am humansten: Zwar überprüft wohl die Polizei vor Ort, ob alles seine Richtigkeit hat (habe ich jedoch nicht mitbekommen), aber ansonsten kann man offensichtlich schon nach 3 Jahren beantragen (eigentlich dachte ich 5 – Dank an Blüschi für den Tipp) – ansonsten erst nach 10 Jahren.

    Was man noch davon hat: Man kann zum Beispiel ein Haus/ eine Wohnung auf Kredit kaufen – zu den gleichen Konditionen wie Japaner. Grundstücke hingegen kann man nicht erwerben.
    So wie es momentan aussieht, kann man in Bälde sogar damit an Kommunalwahlen teilnehmen, und das war für mich ein weiterer, ausschlaggebender Grund.

    Fazit: Liest man diverse Berichte im Internet, erhält man den Eindruck, dass es leichter geworden ist, eine permanente Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Das hat Japan mit seiner katastrophalen demographischen Lage allerdings auch bitter nötig.

    P.S. Eine Seite mit Informationen darüber, was für Visa es gibt und was dafür benötigt wird, ist seit längerem in Planung. Kann leider jedoch nicht versprechen, wann die Seite fertig wird.

    Das Wort des Tages: 永住権 eijūken – “ewig – wohnen – recht”. Die permanente Aufenthaltsgenehmigung.

    11 COMMENTS

    1. Na dann: Herzlichen Glückwunsch! Hast du dir auch verdient. Bist du doch, gemessen an deinem klasse Blog, unser Exportschlager in puncto „Made in Germany“ :-) . Nur das mit dem Zeugnis deiner Ehefrau ist mir noch ein Rätsel. Sie muss der Behörde offenlegen ob die Ehe noch läuft, oder wie ist das zu verstehen? Wäre ja schon der Hammer. Fehlte ja nur noch, dass die Kontrolle der Polizei vor Ort so aussieht, dass die Herren sich eigenständig zum Kaffee einladen.

    2. Interessant, Haus/Wohnung geht, aber Grundstueck nicht? Mit welcher Begruendung?

      So manches deutsche selbstgebaute Haus wuerde Japan gut tun :D.

      Was mich daran erinnert am WE meine Wohnungsfenster mit Dichtungen zu versehen. Ist hier noch nicht entwickelt wie es scheint…

    3. Weil man eben kein Staatsbürger ist sondern nur permanent, das ist doch wohl einfach, oder?
      Solche Hürden gibt es auch in anderen Ländern und sollen vor allem verhindern das sich Ausländer (besonders hier Ausländische Firmen) auf dem Immobilienmarkt breit machen.

      Ich würde übrigens gerne sehen wie sich das so hoch gelobte “echt deutsche Haus” in einem Erdbeben 5,0 verhält.
      Nich alles wo “made in West” draufsteht muss zwangsläufig gut sein.
      Auch japanische Bauvorschriften haben ihre Begründung.
      Letztens erst gesehen wieviele Leute sterben würden wenn z.B. NewYork von einem (nicht unwahrscheinlichen) Erdebeben getroffen wird. und da haben die “klassischen” westlichen Häuser aus Ziegel, schlicht als Todesfalle abgeschnitten!

      Es gibt einen Grund warum in Japan Holz (elastisch) oder Beton mit Stahlverstärkung (ebenfalls elastisch) dem ach so geliebtem Ziegel vorgezogen wird.

    4. PS
      Wohnungsfenster mit Dichtung und sogar Thermopenfenster gibt es in jedem gut ausgestattetem HOMECENTER deiner Wahl.
      Kosten nur mehr als die Standardfenster und da auch hier gilt “GEIZ IST GEIL” bei einigen Hausbesitzern werden sie selten verbaut.
      Habe aber schon etliche neue Apartment mit Thermopenfenster und guter Isolierung gesehen.
      Kostenpunkt… 8-9ManYen Aufwärts pro Monat auf 35 Jahre.

      PPS
      @Tabibito
      auch von meiner Seite Gratulation! Die 3 Jahre beziehen sich auf 3 Jahre verheirate sein oder 3 Jahre in Japan lebend bevor man ein Perm-Visa bekommt?

    5. @Michael
      3 Jahre verheiratet oder …http://www.immi-moj.go.jp/english/tetuduki/zairyuu/guide_residence.html
      Wenn du also etwas ga@Michael
      1) 3 Jahre verheiratet oder …http://www.immi-moj.go.jp/english/tetuduki/zairyuu/guide_residence.html
      Wenn du also etwas ganz Besonderes für Japan machst, kannste es auch nach 5 Jahre versuchen
      2) Thermopenfenster? Da musst ich echt lachen, gibts auch schon Thermopenshojitüren ?

      @tabibito
      Soweit ich weiß, kann jeder in Japan Land kaufen, wenn er das nötige Kleingeld hat. Für einen Kredit
      braucht man die permanente A., was ja auch logisch ist…
      Wenn du als “Tourist” Land kaufst, bekommste allerdings keine Aufenthaltsgenehmigung………nz Besonderes für Japan machst, kannste es auch nach 5 Jahren versuchen
      @tabibito,Michael
      Soweit ich weiß, kann jeder in Japan Land kaufen, wenn er das nötige Kleingeld hat. Für einen Kredit
      braucht man die permanente A., was ja auch logisch ist…
      Wenn du als “Tourist” Land kaufst, bekommste allerdings keine Aufenthaltsgenehmigung………

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