Lively (?) in Japan

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    Heute haben wir zusammen mit einer grossen Marketingbude „Lively“ von Google auf den japanischen Markt geworfen. Einzelpersonen konnten schon vorher damit herumspielen, aber eine Firma hat es bisher noch nicht eingeführt. Was ist Lively? Ein 3-D Chat, ein bisschen wie Second Life, aber einfacher, übersichtlicher und im Browser benutzbar – Plugin installieren und mit Google oder Gmail-Account anmelden und los geht’s. Nachteil: Läuft nur auf Windows XP/Vista (IE und Firefox) und Computer, die äter als drei Jahre alt sind, kann man gleich vergessen – das ganze rendern frisst ordentlich Speicher.

    Man darf gespannt sein, wie das in Japan anläuft. Zwar ist man hier sehr technikbegeistert, aber was das Präsentieren der eigenen Person im Internet angeht, sind die meisten sehr, sehr schüchtern. Webseite über sich selbst erstellen? In Europa und Amerika ganz normal, hier absolut unüblich. Womöglich sogar Fotos von sich ins Internet stellen? Um Gottes Willen. MySpace ist bereits in Japan mit einer „Präsentier Dich selbst im Internet“-Kampagne gnadenlos abgeblitzt.
    Der Vollständigkeit halber mal ein Lively-Room, den ich in 20 Minuten eingerichtet habe:





    Das Wort des Tages: 仮想世界 – kasō sekai – virtuell-Welt.

    6 COMMENTS

    1. Was ist mit den Abermillionen nichtssagenden Blogs der Idols und Wannabe-Idols?
      Ich lese gerne was mein Lieblingsmeido zum Frühstück beim Mac hatte :)

    2. @Al
      Yep, ganz, ganz witzig. Diesen Teil der japanischen Kultur versuche ich leider allzuoft zu verdrängen.

      @Felix
      Ich weiss, ich weiss… mit anderen Leuten noch viel spassiger…

      @Jakub
      Ja, das nennt sich hier Mixi (http://mixi.jp) – man muss eingeladen werden, um mitmachen zu können. Und man kann bestimmen, wer mitliest: nur direkte Freunde, Freunde der Freunde usw. Und sehr, sehr viele nutzen diese Beschränkungen.

    3. Hätte nicht gedacht das die Japaner so schüchtern sind, aber warscheinlich einfach klüger, wer weiss was in einigen Jahren mit dem Material geschieht das wir jeden Tag von uns ins Netz stellen!
      Grüsse =)

    4. @ Pikku
      dem kann ich nur zustimmen. Die Datenschützer hierzulande (gint es eigentlich irgendwo sonst in der Welt noch welche?) haben schon ausgemacht, dass beispielsweise in größeren Unternehmen bei Neueinstellungen die Bewerber erst einmal im Internet „gescant“ werden. Also vorsicht vor allzu offener preisgabe persönlicher Daten.

      And you know: Big brother is watching you!!!

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