AllgemeinesWetter in Japan - Zu Beachtendes

Wetter in Japan – Zu Beachtendes

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日本の天気 – Wetter in Japan

 

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Pflaumenblüte in Kanagawa

Pflaumenblüte in Kanagawa

Aufgrund der Tatsache, daß sich Japan über 25 Breitengrade (Deutschland über 8 Breitengrade) erstreckt, ist das Klima dementsprechend unterschiedlich. Beim Klima gibt es aber nicht nur ein Nord-Süd-Gefälle sondern auch ein großes West-Ost-Gefälle. Die nördliche Insel Hokkaidō hat ein uns sehr vertrautes Klima mit kalten (aber schneereicheren) Wintern und bis zu 30 Grad warmen Sommern. Im Süden, auf den Ryūkyū Inseln, fällt logischerweise kaum Schnee, das Klima ist subtropisch.

Im allgemeinen ist die Niederschlagsmenge höher als in Deutschland – in Hokkaidō liegt sie bei rund 1000 mm (in Deutschland im Durchschnitt um die 700), in Tōkyō bei 1500 mm und 400km weiter westlich, in Kanezawa, bei über 2600 mm. Um es vorwegzunehmen: Die meiner Meinung nach beste Reisezeit ist der Winter.

春 Frühjahr

Die Temperaturen liegen bei angenehmen 10 bis 20 Grad (Hokkaidō um 0, Okinawa um 20). Es regnet anfangs wenig, später immer mehr, das Wetter ist ziemlich wechselhaft. In die Frühlingszeit fällt das sogenannte hanami 花見 (wörtl.: Blüten ansehen), das Kirschblütenfest. Im Süden beginnt es natürlich eher als im Norden. Die japanische Kirsche (sakura 桜) steht für fast zwei Wochen in voller Blüte. Mit Kind und Kegel oder einfach mit Freunden läßt man sich in Parks nieder zum Picknick und Umtrunk (fordert jedes Jahr aufs neue Todesopfer wegen Alkoholvergiftung). Vorher kann man sich jedoch an den Pflaumenblüten (ume 梅) erfreuen, was jedoch weniger spektakulär ist.

Von Mai bis Juni (variiert von Jahr zu Jahr) zieht der Monsun (tsuyu 梅雨) von Süden nach Norden (biegt jedoch vor Hokkaidō ab). In dieser Zeit kann es tagelang durchregnen.

夏 Sommer

Den Sommer in Japan, Hokkaidō ausgenommen, zu verbringen macht nicht sonderlich viel Spaß. Die Tage sind sehr warm (bis fast 40 Grad), die Nächte kühlen sich meistens nicht unter 25 Grad ab (=tropische Nächte). Was viel schlimmer ist, ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Man hat das jimejime じめじめ-Gefühl: alles ist irgendwie feucht, naß, klamm. Die Klimaanlagen werden, auch in den Zügen, auf das äußerste aufgedreht – Schnupfenzeit! Draußen herumzulaufen macht in dieser Jahreszeit wirklich kein Vergnügen. Spätestens jetzt merkt man, daß Tōkyō auf dem gleichen Breitengrad wie Tunis liegt.

秋 Herbst

Ist die schwüle Jahreszeit vorbei, kann man erstmal aufatmen. Aber nicht lange. Denn nun ist Taifun 台風-Zeit. Innerhalb weniger Stunden kommen unglaubliche Wassermassen vom Himmel. Es gießt mehr horizontal als vertikal – die Sturmstärken sind beachtlich und machen einen Regenschirm nutzlos. Oftmals bricht der ganze Verkehr zusammen. Da die Taifune oft beachtlichen Schaden anrichten, wird man im Fernsehen – wie auch bei Erdbeben – stets auf dem Laufenden gehalten: „Taifun Nr. 5 betritt gerade das Festland bei Hikigawa“. Phänomenal ist der Moment, in dem der Taifun vorüber ist. Die Wolkengrenze ist scharf, schlagartig wird es heiter, für wenige Minuten hat man eine unglaubliche Fernsicht und die Temperatur steigt schlagartig um etliche Grade.

Typisch für den japanischen Herbst: Reife Kaki
Typisch für den japanischen Herbst: Reife Kaki

冬 Winter

Ab Ende Oktober, nachdem sich der letzte Taifun verzogen hat, wird es zwar kühler, aber auch weit weniger feucht. Was Tōkyō betrifft, so herrscht kaum Nachtfrost, tagsüber ist es meist heiter und Schnee fällt äußerst selten. Die Tagestemperatur liegt in der Regel um die 10 Grad. In dieser Zeit kann man am häufigsten den majestätischen, schneebedeckten Mt. Fuji sehen. Wer kein Problem mit kühleren Temperaturen hat, sollte Japan unbedingt im Winter bereisen. Auch die alte Residenzstadt Kyōto ist im Winter besonders schön. Fährt man von Tōkyō Richtung Norden (z.B. nach Nikkō oder an die Westküste (ura nihon 裏日本), kommt man in schneesichere Gebiete (siehe Winterolympiade in Nagano). Das gleiche gilt für das schneereiche und sehr kalte Hokkaidō.

tabibitohttps://www.tabibito.de/japan/
Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

1 Kommentar

  1. Danke für die Informationen! Ich bin selbst großer Japan-Fan und war schon einige Male dort und werde wohl nie vergessen, unwissend wie ich war, wie ich meine erste Reise während der sogenannten Tsuyu (Regenzeit) verbrachte. Diese dauert ungefähr von Mitte Mai bis Mitte Juni. Wahrlich kein Spass, die im Artikel angesprochene Luftfeuchtigkeit ist in diesem Zeitraum am schlimmsten. Nichts wird trocken, das Essen verdirbt extrem schnell. Wünsche allen, dass ihnen eine Reise im Sommer, speziell in der Regenzeit, erspart bleibt :).

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