阿寒湖 Akan-ko

4 von 5 Sternen: Definitiv sehenswert

Name:

Das -ko im Namen bedeutet “See”, übersetzt ist dies als der Akan-See. Wie so viele Ortsnamen hat dieser Name seinen Ursprung in der Sprache der Ainu, und wie so oft ist nicht ganz sicher, von welchem Ainu-Wort der Name wirklich abstammt – es könnte das Wort für “Rad” sein, aber auch für Rotflossenlaich oder für “fest, unbewegt”. Nicht nur der See heisst Akan – auch die Siedlung, ein Fluss und zwei umliegende Berge heissen Akan.

Lage:

Der Akan-See liegt auf halber Strecke zwischen Kushiro an der Südostküste und Abashiri an der Nordostküste von Hokkaido – quasi direkt im Herzen von Osthokkaido.
Bis zur Küste sind es jeweils rund 60 km Luftlinie. Bis Sapporo im Westen sind es 230 Kilometer Luftlinie.

Ansehen:

Der Akan-See. Das Ainu-Dorf (Kotan) am Südufer. Der Berg Oakan. Wer Zeit hat und ein eigenes Gefährt – der wesentlich grössere Kussharo-See.

Akan – Beschreibung

Mitten im Osten der Insel Hokkaido liegt der 阿寒摩周国立公園 Akan Mashū-Nationalpark, ein 905 Quadratkilometer grosses Gebiet, das bereits 1934 zum Nationalpark bestimmt wurde. Dominiert wird die Landschaft hier von hohen Bergen und mehreren Seen – darunter der 摩周湖 Mashū-See, mit 40 m Sehtiefe einer der klarsten Seen der Welt, der grosse 屈斜路湖 Kussharo-See sowie der 阿寒湖 Akan-See, der von den Seen hier der bekannteste ist. Früher befand sich hier eine der grössten Ainu-Siedlungen, mehr dazu siehe unten.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte man Kohlevorkommen in der Region, und so begann im Jahr 1896 der Kohleabbau. Dazu wurde 1919 eigens eine Bahnlinie angelegt. Die Energiewende rund um das Jahr 1970 machte den weiteren Kohleabbau jedoch unrentabel, und so wurden die Gruben und die Bahnlinie geschlossen. Bis dahin arbeiteten in den Gruben bis zu 3’000 Kumpel, doch mit der Schliessung der Zechen zogen die meisten weg.

Der Oakan-dake (vorne rechts) und der Meakan-dake (links im Hintergrund)
Der Oakan-dake (vorne rechts) und der Meakan-dake (links im Hintergrund)

Direkt an der Ostseite des Akan-ko ragt der 雄阿寒岳 Oakan-dake in die Höhe – der “männliche Akangipfel”. Dieser 1’370 Meter hohe Schichtvulkan wurde eigentlich schon für tot erklärt – aber 2011 stellte man fest, dass der Vulkan noch lange nicht dormant, sprich tot ist, sondern durchaus noch jeder Zeit ausbrechen kann. Schaut man vom See aus auf den Berg, bemerkt man auf der rechten Seite eine “Narbe”, die etwas unterhalb des Gipfels beginnt und bis zum Fuss reicht – diese Narbe stammt vom Seebeben vor Kushiro im Jahr 1993. Das Beben der Stärke 7.5 hat den Berg regelrecht zerrissen.

Natürlich gibt es auch einen “weiblichen Akangipfel” – ein kleines Bergmassiv mit 1’499 Meter Höhe. Schaut man sich diese Berge auf einer Reliefkarte an, bemerkt man schnell, dass es sich beim Akan-Ensemble um einen riesigen Krater handelt – der Akan-See und der nahegelegene Panketō-See markieren dabei das Kraterinnere, mit dem Oakan als jüngeren Vulkan, der sich aus dem Krater heraus neu bildete und damit die Kraterseen teilte, und dem Meakan als Teil des alten Kraterrandes. Die gesamte Gegend ist noch immer seismisch sehr aktiv – und aus diesem Grund gibt es am Südrand des Akan-Sees auch zahlreiche heiße Quellen (“onsen”). Der Meakan zählt übrigens zu einem der 100 schönsten Berge – in einem Land voller Berge hat das durchaus etwas zu bedeuten.

阿寒湖 Akan-See

Der Akan-see selbst ist gut 13 Quadratkilometer gross – bei einer Uferlinie von 30 Kilometern. Der See liegt auf 420 m Höhe – weshalb die Temperaturen noch niedriger sind als im Rest von Hokkaido. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei gerade mal 3.7 Grad, in vier Monaten herrscht Frost, und selbst im August erreicht die Durchschnittstemperatur nicht einmal 18 Grad. Dafür regnet beziehungsweise schneit es hier oft – im kurzen Sommer etwas mehr, im Winter etwas weniger.

Da die durchschnittlichen Nachttemperaturen von Dezember bis Februar um die minus 17 Grad betragen, friert der See alljährlich zu und kann zum Eisangeln, Snowmobilfahren und Schlittschuhlaufen benutzt werden. Allerdings ist eine gesunde Portion Vorsicht gefragt, denn es gibt hier und da Stellen mit dünnem oder gar keinem Eis – dort sprudelt heisses Quellwasser aus dem Untergrund in den See.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde man auf die kugelrunden, grasgrünen Algenbälle im See aufmerksam – diese heissen auf japanisch 毬藻 marimo (Mari = Ball, mo = Alge). Diese Grünalgen bilden gern in Seen, die im Winter zufrieren, diese besondere Wuchsart und kommen nicht nur in Japan, sondern auch in Österreich, Island und anderen Gegenden vor. Da die Marimo sonst kaum in Japan vorkommen, beschloss man, das Gewässer zu schützen. Marimo gibt es auch heute noch, aber nur an bestimmten Stellen – und in Souvenirläden, in denen die Algenbälle in unterschiedlichster Grösse als Souvenir verkauft werden. Den Ainu waren die Gebilde natürlich auch bekannt – sie nannten die Gebilde Wassergeister. Die in den Souvenirläden verkauften Algenbälle kommen übrigens alle aus der Zucht, denn die natürlichen Vertreter sind vom Aussterben bedroht und dürfen nicht entnommen werden.

Bootsanlegestelle am Akaon-See, mit dem Oakan-dake im Hintergrund
Bootsanlegestelle am Akaon-See, mit dem Oakan-dake im Hintergrund

Der See ist übrigens nicht vollständig erschlossen – im wesentlichen ist nur das Südufer besiedelt, und am Ostufer gibt es keine Strassen. Dafür gibt es Ausflugsboote, die von der 幸運の森桟橋 Kōun-no-mori Sanbashi (“Glückswald-Pier”) abfahren. Die kurze Tour dauert 50 Minuten und fährt lediglich zur チュウルイ島 Chūrui-Insel, wo sich das Marimo-Center befindet, das man auch kurz besuchen kann. Die lange Tour dauert 75 Minuten und fährt nach Besuch der Churui-Insel zum einzigen Abfluss des Sees – der Mündung des Akan-Flusses.

阿寒温泉

Der Ort am Südufer des Akan-ko hiess 阿寒町 Akan-chō (chō ist in der japanischen Verwaltung ein Stadtteil/Ortsteil), ist aber seit der Eingemeindung mehr unter dem Namen Akan Onsen bekannt und hat heute rund 6’000 Einwohner – verglichen mit gut 22’000 Einwohnern, als hier noch Kohle gefördert wurde. Auch heute noch ist die Zahl der Einwohner aufgrund der niedrigen Geburtenrate, der Verstädterung und der Überalterung der Gesellschaft rückläufig. Seit 2005 gibt es Akan-chō als eigenständige Gemeinde nicht mehr, denn der Ort wurde in die 70 Kilometer weiter südlich gelegene Stadt Kushiro eingemeindet.

Hauptstrasse von Akan-cho
Hauptstrasse von Akan-cho

Der langgezogene Ort ist heute nahezu vollständig auf Tourismus eingestellt. Es gibt mehr als ein Dutzend grösserer Hotels mit Onsen und in jeder Preisklasse, und es gibt zahlreiche Souvenirläden an der Hauptstrasse. Eine Fernverkehrsstrasse führt parallel dazu nur gut 100 m weiter südlich am Ort vorbei. Die meisten Besucher des Akan-sees und des Ortes übernachten hier, da die Anreise egal von wo ziemlich lange dauert.

Ainu-Kotan

Die eigentliche Attraktion des Ortes ist der Westteil der Stadt – dort liegt das 阿寒湖アイヌコタン Akan-ko Ainu Kotan, das Akan-See Ainu-Dorfmuseum. “Kotan” bedeutet einfach “Dorf” in der Sprache in der Ainu, und dieses Dorf besteht aus gerade mal 36 Häusern. Hier leben heute rund 120 Menschen. Der Weiler ist ganz klar strukturiert und sehr kompakt – es gibt einen breiteren, länglichen Platz im Zentrum, und alle Häuser gruppieren sich um den Platz. Die Bauweise ist völlig unjapanisch und erinnert in der Blockbauweise eher an den Wilden Westen. Fast alle Häuser beherbergen entweder einen Souvenirladen oder ein Restaurant. Die Souvenirläden verkaufen hauptsächlich Holzschnitzarbeiten.

Eingang und zentraler Platz des Ainu-Dorfes von Akan
Eingang und zentraler Platz des Ainu-Dorfes von Akan

Am Ende des Platzes steht ein grosses Gebäude mit Totempfählen davor – das アイヌ文化伝承館チセ Ainu Bunka Denshōkan Chise, eine Art Folklorezentrum. Quasi daneben steht das kleine アイヌ生活記念館 ポンチセ Ainu Seikatsu Kinenkan Ponchise – ein altes, nachgebautes Ainu-Wohnhaus, dessen Inneres eine kleine Ausstellung zur Wohnweise der Ainu beherbergt. “Chise” bedeutet “Haus” und “Ponchise” einfach nur “kleines Haus”. Der Eintritt in das Haus ist kostenlos, aber man kann gern am Eingang eine Kleinigkeit spenden.

Am Rande des Dorfes steht zudem dass relativ neue Ainu-Volkstheater Ikor, in dem traditionelle Ainu-Tänze und Geschichten dargestellt werden. Das Theater bietet Platz für 332 Zuschauer. Die Vorstellungen beginnen in der Regel um 15 Uhr, 20 Uhr und 21 Uhr und dauern circa eine halbe Stunde. Hier werden unter anderem die sogenannten yukar vorgestellt – Ainu-Sagen, in denen es oft um die Welt der Menschen (=Ainu) und die der Götter (=Kamui) geht. Diese Sagen wurden jahrhundertelang mündlich überliefert, da die Ainusprache lange Zeit schriftlos war. Dank Yukie Chiri, einer Ainu-Frau, die 1903 auf Hokkaido geboren wurde, änderte sich das Anfang des 20. Jahrhunderts, da sie viele yukar ins Japanische übertrug. Leider verstarb sie viel zu früh im Alter von 19 Jahren.

Das Volkstheater Ikor in Akan-Onsen
Das Volkstheater Ikor in Akan-Onsen

Das Ainu-Dorf in Akan-Onsen ist ganz stark touristisch geprägt, aber einen Abstecher ist es dennoch wert, denn hier kann man wenigstens ein bisschen von dem Schnuppern, was die Ureinwohner von Hokkaido ausmachten.

アイヌ Ainu

Die Bevölkerung Japans gilt, verglichen mit den meisten anderen Ländern der Erde, als ausgesprochen homogen, was viele zur Vermutung hinreißen läßt, dass in Japan nur Japaner leben. Das ist so nicht ganz richtig – genauso wie es in Deutschland die Sorben und Wenden gibt, hat auch Japan seine eigenen „Ureinwohner“ – weitläufig „Ainu“ genannt. Dieses Volk besiedelte die Insel Hokkaido lange bevor Japan seine Herrschaft über die nördlichste der vier Hauptinseln ausdehnte. Das Siedlungsgebiet beschränkte sich jedoch nicht nur auf Hokkaido – von der Südspitze der Halbinsel Kamschatka über die Kurilen bis hin zum Gebiet des heutigen Tokyo siedelten einst die Ainu. Wo genau die Ainu einzuordnen sind, scheint noch nicht ganz geklärt, aber fest steht, dass es Japanern gegenüber deutliche Herausstellungsmerkmale gibt.

Hokkaido war bis ins 19. Jahrhundert unter dem Namen Yezo (auch: Ezo oder Ezo-ga-shima) bekannt, wurde bis zum Beginn der Edo-Zeit (Anfang 17. Jhd.) jedoch kaum von den 和人 wajin, den heutigen Japanern, beachtet. Warum auch: Die Insel ist weit entfernt, auf den ersten Blick genauso bergig wie der Rest des Landes, und vom Klima her eher rau, oder, um es auf eine wichtigen Punkt zu bringen: Hier konnte und kann man keinen Reis anbauen. Die Ainu wurden schon vor der Edo-Zeit mehr und mehr Richtung Norden getrieben, so dass nur noch sehr wenige auf der Hauptinsel Honshu lebten. Mit den Ainu wurde im Laufe der Edo-Zeit immer mehr Handel getrieben, aber es kam schon damals zu militärischen Auseinandersetzungen, in denen die Ainu versuchten, sich vor der schleichenden Eroberung zu schützen. Die Ainu ihrerseits expandierten auch aufs Festland – im heutigen äußersten Südosten von Russland, inklusive der Insel Sachalinsk.

Mit der Meiji-Restauration in der Mitte des 19. Jahrhunderts begann die planmäßige Kolonialisierung, auf Japanisch euphemistisch „Erschließung“ von Ezo, das zu der Zeit auch in Hokkaido umbenannt wurde. Das hatte dramatische Folgen für die Ainu, denn man entzog den Ureinwohnern das Land, verbot ihnen die Jagd, die Ausübung ihrer Zeremonien und selbst die Benutzung der eigenen Sprache. Die Ainu sollten vollständig assimiliert werden. Das wurde in einem Edikt von 1899 deutlich, in dem von „ehemaligen Ureinwohnern“ die Rede war. Erst 1997 (!) rückte man von diesem Sprachgebrauch ab, und erst im Jahr 2008 wurde das Volk nunmehr als Ureinwohner beziehungsweise als Minderheit klassifiziert, einhergehend mit Gesetzen zum Schutz der selbigen. Vor allme aufgrund der früh beginnenden Mischehen zwischen Ainu und Japanern wurden die Ureinwohner jedoch wirklich ziemlich gründlich assimiliert – eine Volksbefragung im Jahr 1966 ergab, dass es wohl nur noch um die 300 „reinrassige“ Ainu gibt. Heute reichen die Schätzungen der Ainu von 25‘000 bis 200‘000 – je nachdem, bis in welche Generation man zurückrechnet. Man muss aber davon ausgehen, dass ein Großteil die Traditionen entweder nicht kennt oder nicht mehr pflegt.

Nachbau eines traditionellen Ainu-Wohnhauses (im Akan Kotan)
Nachbau eines traditionellen Ainu-Wohnhauses (im Akan Kotan)

Die meisten Ainu leben heute in Iburi, Hidaka und Ishikari – den Regionen um und südlich von Sapporo. Im Norden von Hokkaido leben hingegen so gut wie gar keine Ainu. Eine Tradition der Ainu ist bis heute weitläufig bekannt, obwohl sie bereits im 19. Jahrhundert verboten wurde: Das Mundtattoo verheirateter Frauen.

Auch in Russland leben – wenn auch sehr versprengt – Ainu, und die sollen wohl sogar einmal einen Brief an Putin geschrieben haben, in dem sie ihn baten, die Rückgabe der südlichen Kurilen an Japan zu überdenken – schliesslich hätten die Japaner an den Ainu Genozid betrieben. Ob das nun nur ein erfundenes Argument ist, die Südkurilen nicht an Japan zurückzugeben, wissen sicherlich nur wenige, aber fest steht, dass die Japaner mit den Ainu grausam umgegangen sind. Auch heute noch äußert sich die lange anhaltende Diskriminierung in schlechteren Kennzahlen bei Bildung, Arbeit, Einkommen und dergleichen.

Die Ainu sprechen übrigens eine eigene Sprache, und die gilt unter den meisten Linguisten als „isolierte Sprache“ – man kann sie also nicht in die Nähe einer anderen Sprache rücken. Mit Japanisch hat die Sprache jedenfalls, bis auf ein paar Lehnwörter, rein gar nichts gemein. Allerdings gilt die Sprache als beinahe ausgestorben, da es kaum noch Muttersprachler gibt. Seit 2011 gibt es jedoch vermehrte Bemühungen, die Sprache wieder aufleben zu lassen. Heue zeugen vor allem viele Ortsnamen von den Ureinwohnern. Diese Ortsnamen werden, wenn sie zu lang sind, oft mit Katakana geschrieben, ansonsten werden Schriftzeichen mit ähnlich klingender Lesung benutzt. Ein paar einfache Regeln zur Erkennung gibt es: Fängt ein Ortsname zum Beispiel mit „P“ an, handelt es sich auf jeden Fall um einen Ainu-Namen, aber auch Wortstücke wie -oro deuten auf den Ursprung hin.

Heute gibt es in einigen Städten Museen, die sich mehr oder weniger ernsthaft mit den Ainu auseinandersetzen – einige davon sind eher kitschig oder oberflächlich.

Umgebung

Der Akan-ko ist der westlichste der Seen im Akan-Mashu-Nationalpark. Der Mashu-See ist der östlichste See, doch in der Mitte liegt der mit Abstand größte See des Nationalparks – der 屈斜路湖 Kussharo-See – der grösste Kratersee Japans (und in Japan gibt es sehr viele Kraterseen!). Dieser See ist knapp 80 Quadratkilometer gross, hat eine Uferlänge von 57 Kilometern und ist maximal 117 Meter tief. Früher lag die Sichttiefe hier bei sagenhaften 20 Metern, aber vor allem aufgrund der Landschaft liegt diese heute bei rund 6 Metern, was immer noch sehr klar ist. Angeblich lebt in dem See eine Verwandte von Nessie – クッシー Kusshii, aber genau wie die schottische Verwandschaft ist auch dieses Ungeheuer kamerascheu.

Der Kussharo-See. Links die Wako-Hauptinsel
Der Kussharo-See. Links die Wako-Hauptinsel

Der Kussharo ist der einzige See über 50 Quadratkilometer Grösse in Japan, der vollends im Winter zufriert. Mitten im See liegt eine grosse Insel – die 5.7 Quadratkilometer grosse 中島 Nakajima – die “Mittelinsel” und nicht weniger als Japans grösste Insel in einem See. Nakajima ist also eine Insel in einem See auf einer Insel (das geht noch besser, siehe Taal auf den Philippinen). Die Nakajima ist unbewohnt, und obwohl der Vulkan seit geschätzten 3’000 Jahren nicht ausgebrochen ist, treten hier noch immer heisse Quellen und vulkanische Gase aus dem Boden, die dafür sorgen, dass der See ungewöhnlich sauer ist. Der pH-Wert des Sees ändert sich dabei beständig – im 19. Jahrhundert war der See noch bekannt für seinen Fischreichtum, doch 1929 änderte sich das plötzlich, da aufgrund der seismischen Aktivität plötzlich Wasser aus dem Untergrund mit einem pH-Wert um die 2 in den See strömte. In den vergangenen Jahrzehnten stieg der pH-Wert wieder an, weshalb es auch wieder mehr Fische, darunter zum Beispiel Forellen, gibt.

Am Eingang zur Wako-Halbinsel
Am Eingang zur Wako-Halbinsel

Im Süden ragt die kleine 和琴半島 Wako-Halbinsel in den See, und diese verbildlicht den vulkanischen Hintergrund der Gegend wunderbar. Direkt am Isthmus, dem nur wenige dutzend Meter breiten Eingang zur Halbinsel, gibt es eine offene Stelle, an der heisses Wasser aus dem Untergrund strömt – das benutzen ein paar Menschen auch als heisse Quelle, ganz in der freien Natur.

Anreise

Der Akan-See liegt etwas abseits der Bahnlinien – wer mit der Bahn fahren möchte, kann mit der 釧網線 Senmō-Linie, die Kushiro mit Abashiri verbindet, bis zum Bahnhof 摩周 Mashū in der Kleinstadt Teshikaga fahren und von dort in den Bus umsteigen. Vom Flughafen in Kushiro fahren Direktbusse zur Ortschaft Akan – die einfache Fahrt dauert rund 1¼ Stunden und kostet 2,150 yen.

Übernachtung

In dem kleinen Ort am Südufer des Akan-Sees stehen zahlreiche Hotels mit eigenem Onsen – mal mehr, mal weniger teuer.

Zu allgemeinen Übernachtungstipps siehe Übernachtungstipps Japan.

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