Reiseberichte

Tag 16: Istanbul & Bosporus

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Sich spiegelnde Moschee, Istanbul
Sich spiegelnde Moschee, Istanbul
Wie sieht es eigentlich entlang des Bosporus bis hin zur Schwarzmeerkste genau aus? Dieser Frage wollten wir an diesem Tag nachgehen. Deshalb liefen wir nach Eminn, um von dort mit einer Fhre nach Anadolu Kavagı zu fahren. Die Fhre fhrt vier Mal pro Tag im Zickzack den Bosporus herauf und stoppt mehrmals zwischendurch. Anadolu Kavagı ist die letzte Station und befindet sich an der Mndung des Bosporus in das Schwarze Meer. Entlang des Bosporus gibt es einiges zu sehen. Schon immer liessen sich dort die Reichen und Mchtigen der Stadt nieder - und so reihen sich alte und neue Palste aneinander. Dazu zhlt unter anderem die Festung Rumeli Hisarı, die vom Sultan Mehmet II. Sie wurde angeblich innerhalb von nur vier Monaten whrend des Konstantinopel-Krieges im Jahre 1453 errichtet.

Imposant sind auch die beiden den Bosporus berspannenden Brcken. In Anadolu Kavagı dann die berraschung: Der Ort ist ein Mekka fr Fischliebhaber! Und zwar fr Fisch-auf-dem-Teller-Liebhaber. Unzhlige Fischrestaurants und -hndler tmmeln sich rund um die Landungsbrcke.

Eine der beiden Brcken ber den Bosporus
Eine der beiden Brcken
ber den Bosporus
Natrlich geht es sehr laut zu, und die Leute bemhen sich emsig, einen in das eigene Restaurant zu lotsen - wenigstens sind sie aber nicht so aufdringlich wie die in Istanbul. Da wir alle Lokale nicht kennen, ist es fr uns freilich Jacke wie Hose, wo wir einkehren. Die Speisekarte ist auch auf Englisch vorhanden. Fr zwei ordentliche Portionen wirklich frischen Fisches bezahlen wir zusammen um die 13 €, was auch angemessen war. Bei den Istanbulern scheint der Ort sehr beliebt zu sein - zu recht. Und die Bedienung ist sagenhaft schnell. Muss sie auch, denn so viel Zeit bis zur Rckfahrt hat man nicht. Bei der Rckfahrt haben sich auch zwei Musiker auf der Fhre eingefunden, die mit wirklich guter Musik etwas Geld zu machen versuchen.

Whrend der Rckfahrt trinken wir zwei Kaffee auf der Fhre. Einer kostet 1.5 Mio TL. Ich gebe dem Kellner einen 10 Mio TL-Schein. Und bekomme als Wechselgeld 6 Mio zurck. Moment. 10 minus 2 mal 1.5 ...macht das nicht 7? Ich schau den Kellner an und frage, wo die andere Million bleibt. Und er sagt mit einem widerlichen Grinsen auf englisch "Trinkgeld!?" Tja, htte ich ja vielleicht gegeben, aber so bestimmt nicht. Nicht zu glauben, dass die Masche funktioniert, aber bei einigen scheints ja wohl zu klappen.

Fischrestaurants in Anadolu Kavagı
Fischrestaurants in Anadolu Kavagı
Zurck in Istanbul wollen wir zum Kapalı Carsı, besser bekannt als "Grosser Basar". Vor dem Basargelnde sehen wir viele Kleidungshndler auf der Strasse. Die ganz pltzlich alles in Windeseile zusammenpacken, auf Karren legen und wie verrckt zu rennen anfangen. Jaja, die Polizei...Das gleiche kann man ja in sehr vielen Lndern erleben - in Taiwan z.B. sah das auch sehr witzig aus.

Dann die Enttuschung: Der grosse Basar ist zu! Weil Sonntag ist...Schade eigentlich, denn er ist wirklich sehenswert, wenn auch reichlich teuer. Ich suche trotzdem ein Geschft, das Wasserpfeifen verkauft. Wir finden eins und kommen mit dem Besitzer ins Gesprch. Erstaunlicherweise ist er gar nicht daran interessiert, uns etwas zu verkaufen. Er will sich einfach nur mit uns unterhalten. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Whrend wir bei ihm Tee trinken, kauft ein russisches, scheinbar sehr reiches Prchen bei ihm ein. Und er kassiert wirklich sehr viel Geld fr schnden Tand.

Irgendwann kann ich ihn in seinem Gesprch unterbrechen und sagen, dass ich eigentlich eine Wasserpfeife will. Er hat auch eine schne und sagt noch "den Touristen sag ich immer, dass sie alt sind, dabei sehen die nur so aus!" Trotzdem sehen die hohen, kupfernen Wasserpfeifen natrlich schn und vor allem brauchbar aus. Er sagt "naja, fr dich zum Einkaufspreis". Das waren 28 Dollar. Ich misstraue jedem Hndler, erst recht in Orten wie Istanbul und Kairo, aber das war fair. Spter habe ich die gleiche Wasserpfeife in einem Geschft gesehen - fr 60 Dollar.

Spter landen wir bei einem Teppichhndler, um einen sogenanten Kilim - eine Art grob geknpfter Teppich - zu kaufen. Und stellen fest, dass es nichts Stressigeres gibt, als einen Teppich zu kaufen. Ob es das wert ist?

Abends laufen wir an der Sultanahmet-Moschee vorbei und sehen von der Strasse aus sogenannte "whirling derwishes". Angeblich ein traditioneller Tanz, in dem Mnner in weissen Rcken und rotem Fez. Die drehen sich wie wahnsinnig um sich selbst. Gut, es ist faszinierend, dass sie nach ein paar Minuten nicht umfallen bzw. sich bergeben, aber was an diesem Tanz so spannend sein soll ist mir nachwievor ein Rtsel. Wahrscheinlich ein Touristengag...

Und so sollte diese kurze Reise am nchsten Tag zuende gehen - eine Reise durch zwei Welten - die des Sdkaukasus und die der Trkei. Durch Orte und Landschaften, die ich jedem bedingslos empfehlen kann!

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  • Die Fhre entlang des Bosporus zwischen Anadolu Kavagı und Istanbul Eminn fhrt vier Mal tglich und kostet hin und zurck 5 Mio TL pro Person, also etwa 3 €.

 

 

  • Im Cem-Hotel. Ausfhrliche Infos dazu siehe unter ?Tag 1.

 

 

 

 

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