Vorwort

Ich war wohl um die 10 Jahre alt, als ich zum ersten Mal nach Tschechien fuhr (genauer gesagt, mit meinen Eltern fuhr) - zu der Zeit war es noch die Tschechoslowakei. Mehrere Touren sollten noch folgen, bevor sich Tschechien und die Slowakei trennten. Und während sich die Staaten trennten. Und erst recht danach. Ich habe nicht gezählt, aber es dürften mindestens 30 Touren gewesen sein - keine Tagestouren, wohlgemerkt. Ich kann trotzdem nicht behaupten, es sei genug - ich liebe das Land, die Leute, das Essen, die Städte, die Landschaft und - zugegebenermassen - das Bier. Nach Tschechien zu fahren ist wie einen alten Freund besuchen - vieles mag sich geändert haben über die Jahre, aber nicht notwendigerweise zum Schlechten. Obwohl Prag sich meiner Meinung nach eher zum Schlechten gewandelt hat. Da Prag seit Ende des Sozialismus sehr touristisch geworden ist, versuche ich die Hauptstadt seitdem zu meiden, obwohl ein gelegentlicher Besuch trotzdem seinen Reiz hat. Ich kann nur jedem Tschechien-Besucher raten, mehr zu besuchen als die Hauptstadt und die grenznahen Gebiete - es gibt so viel mehr zu entdecken.

Einreise & Visum

Mit dem EU-Beitritt fallen die Zollkontrollen weg. Trotzdem gelten die bisherigen Ein- und Ausfuhrbestimmungen - mobile Zöllner kontrollieren im Hinterland. Deutsche Staatsbürger brauchen kein Visum und noch nicht einmal einen Reisepass - Personalausweis genügt. Der wird auch kontrolliert, da Tschechien nicht zu den Staaten des Schengener Abkommens gehört. Es gibt unzählige Grenzübergänge in die →Slowakei, nach →Polen, Österreich und Deutschland. Darunter selbst personallose, grüne Übergänge an Wanderwegen usw.

 

 

Geld

Tschechische Kronen. Auf Tschechisch Koruna Českých. Die Langform sieht man selten, üblich ist die Kurzform national bzw. CZK international. Eine Krone sind 100 Heller (Haleru).

Tschechischer 200-Kronen-Schein
Tschechischer 200-Kronen-Schein

Es gibt Geldscheine im Wert von 50, 100, 500, 1'000, 2'000 und 5'000 Kronen. Die grossen Scheine wird man an Kiosken usw. ziemlich schwer los. Es gibt auch einen 20 Kronen-Schein, aber der ist allmählich durch Münzen ersetzt worden und kaum noch zu finden. An Münzen gibt es 10, 20, 50 Heller und 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kronen. Letztere ist selten anzutreffen und eine sehr schöne, zweifarbige Prägung. Der Kurs zum Euro ist ziemlich stabil und lag in den letzten Jahren bei 1 € = 31 Kč.

Geldtausch

Nach Möglichkeit nicht in den Bahnhöfen und Umtauschstuben in Prag - auf die eine oder andere Art kommt man schlecht bei weg - durch überhöhte Gebühren oder schlechte Kurse. EC-Karten bzw. Maestro-Karten kann man an jedem Geldautomaten benutzen, und die gibt es genauso häufig wie in Deutschland.

Die Gebühr pro Abhebung beträgt in der Regel 4 Euro - dafür ist die Wechselrate aber auch besser als in den Wechselstuben. Achtung: Gerade in Prag gibt es viele Betrüger, die bessere Kurse anbieten. Da der Kurssatz fest definiert ist und es keinen Schwarzmarkt gibt, sind die auf jeden Fall zu meiden! In den Grenzgebieten zu Österreich und Deutschland kann man in Restaurants und Läden oftmals mit Euro bezahlen.

Reisekasse

Je nach Mobilität und Anspruch an die Unterkunft kommt man mit 20 € am Tag problemlos aus. Nicht aber in Prag - rechnet man die Eintrittspreise und alles hinzu, kommt man in Prag schnell auf 50 € und mehr am Tag.

 

 

Flugzeug

Es gibt direkte Flugverbindungen von fast allen Hauptstädten Europas sowie allen grossen Flughäfen Deutschlands nach →Prag.

Bahn

Sowohl Fern- als auch Nahverkehrszüge fahren nach Tschechien. Der Pannonia-Express zum Beispiel fährt von Berlin nach →Budapest über Dresden, →Prag, Brno und Bratislava. Es gibt Fernverkehrszüge nach →Warschau, →Brest und →Minsk sowie nach →Bukarest, →Varna, Wien usw.

Fahrschein der tschechischen Eisenbahn
Fahrschein der tschechischen Eisenbahn

Hier die Fahrtzeiten von einigen deutschen Städten nach →Prag: Berlin 4½ h, Hamburg (direkt), 7½ h, Frankfurt 7 h (über Dresden) und 8½ h mit Nachtzug direkt, München 9 h (Nachtzug) oder 6½ h über Nürnberg, Dresden 2h 19'. Für den Preis gilt - wer nicht allein fährt, zahlt weniger. Wer Hin- und Rückfahrt bucht, zahlt weniger. Es ist billiger, in Deutschland Hin-und Rückfahrt zu buchen, als in Deutschland nur die Hinfahrt zu kaufen und in Tschechien die Rückfahrt.

Selbst mit dem Schönes-Wochenende-Ticket kommt man ins Land: Die Vogtlandbahn fährt von Plauen über →Cheb nach Marktredwitz. Von Cheb kann man dann mit den wesentlich billigeren, tschechischen Tarifen fahren.

Auto

Wie bereits erwähnt, gibt es unzählige Grenzübergänge. Je nach Jahres- und Tageszeit kann die Wartezeit an der Grenze etwas länger werden, bleibt aber normalerweise im Rahmen.

 

 

In Tschechien kann man sich frei und problemlos bewegen - es gibt nichts Besonderes zu beachten. Das Strassennetz ist ziemlich gut ausgebaut, und auch das Schienennetz ist relativ dicht. Hier ein paar Einzelheiten:

Flugzeug

Es gibt Inlandsflüge, aber die spielen keine so wichtige Rolle. Die wichtigste Verbindung ist die von →Prag nach →Brno. Für Reisende ist diese Verbindung unbedeutend - warum sollte man nicht für einen Bruchteil des Preises in drei Stunden mit dem Zug fahren?

Zug

Wichtige Vokabeln für Bahnfahrer
Fahrkartejîzdenka
von...bis...überz...do...přes
Gruppenermässigungsleva pro skupiny
einfache Fahrtjednoduchá
Hin- und Rückfahrtzpáteční
Personenosob
Klassetřída

Die Tschechische Bahn České Dráhy (ČD) ist, soweit ich weiss, nachwievor staatlich und betreibt ein dichtes Netz. Die Züge sind in der Regel ziemlich sauber - sauberer zumindest als manch ICE oder IC, von den Regionalzügen ganz zu schweigen, der Deutschen Bahn. Hauptverkehrsknotenpunkt ist natürlich →Prag, was bedeutet, dass man von Prag fast überall relativ schnell hinkommt. Verbindungen, die nicht über Prag laufen, können aber oftmals nervtötend langsam sein. Deswegen ist es gerade bei kleineren Städten durchaus ratsam, die Fahrtzeit der Züge mit denen der Busse zu überprüfen, denn letztere sind oftmals schneller und fahren direkt.

Richtige Epresszüge wie IC oder ICE in Deutschland gibt es im Inlandsverkehr nicht - die einzigen wirklich schnellen Züge sind die internationalen EC (Eurocity). Die sind aber dann auch spürbar teurer. Die meisten Züge sind entweder R (Schnellzüge) oder Os (Bummelbahnen). Letztere sind häufig nur kleine Triebwagen, quasi Ferkeltaxen. In der Regel sind tschechische Züge nicht sonderlich voll - das kann sich aber auch je nach Tageszeit und Tag blitzartig ändern. Langstreckenzüge haben übrigens auch Restaurantwagen.

Hauptbahnhof heisst auf tschechisch Hlavní Nadraží (kurz Hl. n.). Eine wichtige Vokabel, denn der Hauptbahnhof liegt in tschechischen Städten nicht zwangsläufig im oder Nahe des Zentrums.

Fahrpreise: Die tschechische Bahn bietet spürbare Rabatte bei der Buchung von Hin- & Rückfahrt und/oder bei Gruppenreisen. Diese Rabatte scheinen sich aber nicht aufzuaddieren. Der normale Kilometerpreis scheint bei ca. 1.2 bis 1.3 Kč pro Kilometer (also ca. 4 € auf 100 km) zu liegen.

Bei Hin- und Rückfahrt, gleichzeitig gebucht, liegt der Preis bei ca. 0.7 Kč/km. Reist man zu zweit oder zu dritt oder mit noch mehr Leuten, bezahlt man zwischen 0.6 bis 0.7 Kč/km (entspräche gut 2 € auf 100 km). Die Preise verstehen sich für die 2. Klasse ohne Reservierung. Übrigens sind so ziemlich alle Inlandszüge komplette Nichtraucherzüge.

Auto

Die Strassen in Tschechien sind in der Regel ziemlich gut. Autobahnen gibt es auch - weite Teile davon, vor allem rund um →Prag, sind mautplichtig. Man muss dazu an der erstbesten Tankstelle auf der Autobahn eine Plakette kaufen und an die Scheibe kleben. Ist aber nicht allzu teuer. Es gibt zwei Arten: Eine ist 10 Tage gültig, die andere ein ganzes Jahr. Demzufolge gibt es praktischerweise auch keine lästigen Mautstationen. Übrigens: Wer ohne Plakette erwischt wird, zahlt 5000 CZK (fast 170 Euro).

 

 

 

 

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