Tokyo: Ota-ku – das Tor zur Welt dank Haneda

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Lage von Ota
Region: 関東 Kantō
Präfektur: 東京 Tokyo

大田区 Ōta-ku

3 von 5 Sternen: Nur bedingt sehenswert
Name:

Ota setzt sich aus den Schriftzeichen Gross (Ō) und Reisfeld (ta) zusammen. Der Name entstand, als man die Bezirke 大森区 Ōmori-ku und 蒲田区 Kamata-ku zusammenlegte – daraus wurde schliesslich 大田区.

Lage:

Ota liegt im Südosten von Tokyo. Südlich des Bezirks, auf der anderen Seite des 多摩川 Tamagawa-Flusses, liegt bereits Kawasaki in der Präfektur Kanagawa; im Osten die Bucht von Tokyo. Der Bezirk liegt ausserhalb der Yamanote-Ringlinie.

Ota – Allgemeines

Ōta-ku ist mit gut 60 Quadratkilometern der flächenmässig grösste der 23 zentralen Bezirke von Tokyo. Mit rund 710’000 Einwohnern liegt Ota jedoch nur auf Platz drei, und das hat seinen Grund: Der Flughafen Haneda nimmt ziemlich genau ein Viertel der Bezirksfläche ein.

Ota ist ziemlich klar untergliedert: Die Neulandinseln im Osten des Bezirks sind entweder Flughafen- oder Industriegelände. Alles andere ist mehr oder weniger eng gebautes Wohngebiet, das sich bis 田園調布 Den’en Chōfu erstreckt. Wahre Sehenswürdigkeiten gibt es in diesem Bezirk nicht.

東京国際空港 Tokyo International Airport (Flughafen Haneda)

Tokyo hat zwei Flughäfen: Narita (NRT) in der Präfektur Chiba, ca. 70 km nordöstlich von Tokyo, sowie Haneda (HND). Beide Flughäfen werden unter dem internationalen Kürzel TYO zusammengefasst. Lange Zeit galt als Faustregel, dass Narita internationale Flüge und Frachtflüge abfertigt; Haneda hingegen vorwiegend nationale Flüge. Dies hat sich jedoch seit dem Jahr 2010 immer mehr geändert: Zwar gab es bis dahin einen kleinen, unauffälligen internationalen Terminal in Haneda, doch in jenem Jahr wurde ein riesengrosser, neuer und schmucker International Terminal eröffnet, und seitdem gibt es immer mehr internationale Flüge nach Haneda, und die werden von Japanern dankbar aufgenommen, da Haneda schlichtweg viel bequemer zu erreichen ist. Und obwohl Narita bei Japanreisenden viel bekannter ist als Haneda, so ist das Passagieraufkommen in Haneda um ein Vielfaches höher: Im Jahr 2016 lag Haneda weltweit auf dem 5. Platz (mit 75 Millionen Passagieren). Narita lag hingegen auf Rang 8 – aber nur beim Frachtaufkommen. Haneda dient fast ausschliesslich Passagierflügen.

Am Flughafen Haneda -- im Hintergrund der Fuji-san
Am Flughafen Haneda — im Hintergrund der Fuji-san

Die Geschichte des Flughafens Haneda begann bereits im Jahr 1917 – damals wurde hier auf Neuland ein Flugfeld angelegt. Damit ist Haneda gute 60 Jahre älter als Narita. Da man in den 1960ern aus verschiedenen Gründen der Meinung war, einen neuen Flughafen ausserhalb der Grossstadt bauen zu müssen (gegen enormen Widerstand seitens der Bevölkerung, wohlgemerkt), lagerte man alle Fracht- und internationalen Flüge nach Narita aus. Doch auch in Haneda blieb man danach nicht untätig: Während man in Narita immer noch darum kämpft, eine dritte Startbahn in Betrieb zu nehmen, gibt es in Haneda bereits 4 Start- und Landebahnen. Obwohl direkt in Tokyo, liegt Haneda recht praktisch, denn Flugzeuge können sich vom Meer her nähern, und in der unmittelbaren Umgebung des Flughafens gibt es sonst nur Industrieanlagen und damit keine Anwohner, die gegen den Flughafen protestieren würden. Aus diesem Grund ist der Flughafen nun auch 24 Stunden in Betrieb — der International Terminal hat rund um die Uhr geöffnet und es kommen auch Flüge mitten in der Nacht an.

Ladenzeile im Edo-Stil im Internationalen Terminal
Ladenzeile im Edo-Stil im Internationalen Terminal

Haneda hat drei Terminals, und die sind allesamt ganz leicht mit Bus und Bahn erreichbar. Terminal 1 wird hauptsächlich für Inlandsflüge der japanischen Flugggesellschaft JAL genutzt, Terminal 2 hingegen hauptsächlich von ANA. Alle internationalen Flüge fliegen vom nagelneuen International Terminal. Die anderen beiden Terminals sind ebenfalls ziemlich modern, beinhalten zahlreiche Geschäfte und Restaurants und haben Aussichtsplattformen auf den Dächern. Für Kurzweil ist gesorgt – Haneda zählt definitiv zu den angenehmeren Flughäfen.

Vom und zum Flughafen kommt man hervorragend mit Bussen und Bahnen. Mit der Monorail gelangt man zum Beispiel direkt vom Terminal bis nach Hamamatsuchō an der Yamanote-Ringlinie in knapp 20 Minuten – die Fahrkarte kostet nur 490 Yen. Von dort ist man in wenigen Minuten an den Shinkansenbahnhöfen Tokyo oder Shinagawa, an der Ginza, in Shibuya und und und. Mit der 京急線 Keikyū-Linie kommt man ebenso sehr schnell nach Tokyo, Yokohama, Kawasaki und so weiter. Die Busverbindungen sollte man ebenfalls nicht verachten — Busse fahren von allen grösseren Bahnhöfen im Grossraum Tokyo, und die Linien sind in der Regel sehr zuverlässig und bezahlbar. Aufpassen sollte man nur bei den Flugzeiten, denn einige Flüge starten so früh oder so spät, dass man in der Gegend von Haneda übernachten muss, da ja von 1 Uhr bis 5 Uhr weder Busse noch Bahnen fahren.

蒲田 Kamata

Kamata ist ein grösserer Bahnhof mitten in Ota-ku und bietet sich als Übernachtungsort an, wenn man kein Zimmer am Flughafen bekommt (oder einem die Preise dort zu teuer sind). Bis zum Flughafen sind es rund 5 Kilometer, so dass man im Notfall auch mit dem Taxi fahren kann. In Kamata gibt es allerdings rein gar nichts zu sehen – die Gegend rund um den Bahnhof ist eher trist, und die meisten Hotels sind zwar mit rund 5’000 bis 8’000 Yen zwar etwas billiger, aber die Zimmer entsprechend eng. Direkt am Bahnhof beginnt auch gleich ein kleines Vergnügungsviertel, wo man unter Umständen sogar auf der Strasse von Prostituierten angesprochen wird — eine Seltenheit in Japan, wo es zwar viel Prostitution gibt, diese aber nicht so offen auf der Strasse stattfindet.

Am Bahnhof Kamata
Am Bahnhof Kamata

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Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

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