Tokyo – Bunkyo

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Lage von Bunkyo
Region: 関東 Kantō
Präfektur: 東京 Tokyo

文京区 Bunkyō-ku

3 von 5 Sternen: Abstecher wert
Name:

„Bunkyō“, stammt von den Worten Bildung und Hauptstadt ab. Kein Wunder bei den vielen Verlagen und Universitäten, die sich hier konzentrieren.

Lage:

Am Ostende des Musashino-Plateaus. Liegt komplett im Nordteil innerhalb des Yamanote-Ringes. Ist nur 11.3 km² gross und hat 165’000 Einwohner.

Ansehen:

Der Tōkyō-Dōmu. Die atemberaubende Achterbahn daneben. Der alte Burggraben entlang des Kandagawa (Kanda-Fluss).

Allgemeines

Taito-ku
Bahnhof Kōrakuen der Marunouchi-Linie

Und dann verschwand der Zug einfach in dem Haus… Die Lösung von Platzproblemen ist hier wirklich eine Spezialität. Nur selten werden Kaufhaus, Bürogebäude und Bahnhof dermassen miteinander verschmolzen wie bei diesem Bahnhof. Der Stadtteil Bunkyō-ku wartet mit keinen grossartigen Attraktionen auf, ist dafür aber das Bildungszentrum der Stadt. Hier konzentrieren sich unter anderem die Japanische Medizinuniversität 日本医大, die Juntendō-Uni 順天堂大学, die grosse Ochanomizu-Frauenuniversität お茶の水女子大 und, last but not least, die Tōkyō Daigaku 東京大学 – kurz Todai 東大 genannt.

Japanische Universitäten funktionieren anders. Es gibt private und staatliche Unis, wobei die staatlichen weniger teuer sind. An der Uni seinen Abschluss zu machen ist kein Problem – hereinkommen ist das Problem, denn die Eintrittsprüfungen sind knallhart. Je besser die Uni, desto schwerer die Prüfungen. Und desto besser die Jobaussichten nach der Uni. Dafür gibt es eine Ranking-Liste. Ganz oben und seit Jahrzehnten die Nummer eins ist die Todai – eine echte Eliteuniversität, nach der man problemlos gute Arbeit findet. Der Campus nimmt einen grossen Bereich in unmittelbarer Nähe zum Shinobazu-Teich in Ueno ein.

東京ドーム Tokyo Dome

Taito-ku
Tōhoku-Volksfest im Tokyo Dome

Zwischen dem Bahnhof Kōrakuen 後楽園 und dem Bahnhof Suidōbashi 水道橋 (Sōbu-Linie von Shinjuku nach Tokyo) liegt der unübersehbare Tōkyō Dōmu 東京ドーム – eine riesengrosse, runde Veranstaltungshalle. Hier finden Volksfeste, Konzerte und sonstige Grossveranstaltungen statt. Vor dem Tokyo Dome befinden sich zahlreiche Attraktionen wie Karussels und andere Fahrgeschäfte. Momentan wird eine neue Achterbahn gebaut (nach neuesten Informationen soll sie im Frühling 2004 den Betrieb aufnehmen). Diese fährt unter anderem auf dem Dach eines Gebäudes entlang bzw. an einem Teil sogar durch ein Gebäude durch. Sieht von weitem verrückt aus. Wenn man vom Bahnhof Suidōbashi gen Osten Richtung Ochanomizu (heisst auf deutsch „Teewasser“!) bzw. Akihabara geht, läuft man am ehemaligen Burgwall der Festung Edo entlang. Obwohl nur noch der Graben und darin der Kanda-Fluss zu sehen sind, ist die Dimension schon gewaltig (Photo siehe Burgen und Schlösser heute).

Achterbahn am Tokyo Dome
Achterbahn am Tokyo Dome

湯島神社 Yushima-Schrein

Taito-ku
Ema (Votiftafeln) im Yushima-Schrein

Ganz im Osten von Bunkyō direkt an der Kasuga-Strasse befindet sich der Yushima jinja 湯島神社 (Yushima Schrein). In Tōkyō gibt es unzählige Schreine (神社・神宮, shintōistisch) und Tempel (お寺 buddhistisch). Schreine und Tempel sind mit verschiedenen Ritualen verbunden. In Schreinen hat man die Möglichkeit, kleine Votivtäfelchen zu kaufen. Diese werden ema 絵馬 (auf deutsch etwa „Pferdebild“) genannt. Dies sind kleine Holztäfelchen, die einseitig bemalt sind. Die leere Seite wird nun vom Käufer und Heilsuchenden mit den persönlichen Wünschen bzw. Gebeten beschrieben und an einer dafür vorgesehenen Stelle aufgehangen. Beim Yushima-Schrein sind dies hauptsächlich Gebete und Wünsche, die bei Examen helfen sollen, da zum einen der Yushima-Schrein diesbezüglich als glückbringend bekannt ist, zum anderen viele Universitäten in der Nähe liegen.
Dazu kauft man in der Regel noch ein Omamori お守り – ein Amulett, welches Glück bringen soll. Es gibt omamori für Glück in der Schule, Verkehrssicherheit, Unversehrtheit auf Reisen usw. usf. Schreine machen in Japan übrigens regelrecht Werbung!

2 KOMMENTARE

  1. Eine allgemeine Frage: Heißt der Schrein nicht Yushima Tenjin?
    Die Kanji auf dieser Webpage werden zwar jinja gelesen, aber ich meine mich zu erinnern, daß der Schrein auf „tenjin“ endet. Die Homepage spricht sogar von „tenmangu“.

  2. Gerade mal nachgesehen: Der volle Name lautet tatsächlich Yushima Tenmangū (湯島天満宮), der im Volksmund gebräuchliche Name ist Yushima Tenjin (湯島天神) sowie der alte Name Yushima Jinja (湯島神社). Wahrscheinlich hat sich der Status des Schreins irgendwann geändert, und dementsprechend wurde aus dem schnöden Jinja ein Tenmangū.

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