Photos II

    0
    216

    Photos: II

    Galerie I | Photos II | Galerie III



    Auf dieser Seite gibt es Photos meiner vierten Japanreise im Winter 2001 zu sehen. Photos von Burgen z.B. oder Bergen gibt es in dieser Galerie nicht – wer die sehen möchte, siehe Schlösser und Berge.

    道頓堀 – Dōtonbori, die Fressmeile von Osaka

    Dotombori in Oosaka bei Nacht

    Dotombori ist die bekannteste und schillerndste „Fressmeile“ in Ōsaka. Gleich daneben befindet sich ein Vergnügungsviertel – quasi die Kansai-Variante von Kabuki-chō in Tōkyō. Rechts wedelt eine Riesenkrabbe hilflos mit ihren Scheren – ein Krabbenrestaurant.

    東大寺 – Tōdaiji, der gewaltige Holzbau in Nara

    Toudaiji

    Der Tōdaiji in Nara. Nara war im 8. Jhd. die Hauptstadt Japans (mehr dazu siehe Geschichte der Nara-Zeit. Der Tōdaiji besteht aus mehreren Gebäuden – hier ist der Daibutsu-den 大仏殿 zu sehen – das grösste Holzgebäude der Welt. Es beherbergt eine der grössten Bronzestatuen der Welt – den Grossen Buddha von Nara mit 16 m Höhe. Er besteht aus 437 Tonnen Bronze und 130 kg Gold. Nara ist ein absolutes Muss für Japanbesucher – aufgrund seiner historischen Denkmäler (und unzähliger, frei herumlaufender Rehe).

    法隆寺 – Hōryūji, ältester (?) Tempel Japans

    Horyuji

    Gute 15 km von Nara entfernt befindeen sich die Anlagen des Hōryū-ji – der wahrscheinlich älteste buddhistische Tempel Japans! Er wurde von Shōtoku Taishi 聖徳太子 (Taishi=Prinz) im Jahre 607, also in der Kofun-Zeit, gegründet (mehr dazu siehe Geschichte der Kofun-Zeit). Die ganze Anlage ist als Kloster ausgelegt und ziemlich gross.
    Das Kloster besteht aus dem Westteil (sai-in 西院) und dem Ostteil (tō-in 東院), wobei Ersterer älter ist. Dazu zählen zahlreiche Gebäude, von denen viele natürlich nicht mehr original, doch die originalen Gebäude gelten als die ältesten Holzbauten der Welt.
    Auf dem Photo sieht man keines der Hauptgebäude, sondern eine liebevoll gepflegte Nebenanlage mit einer schönen Kombination aus japanischem Garten und alten Tempelgebäuden.

    祇園 – Gion, Geisharevier von Kyoto

    Gion in Kyoto

    Kyōto ist ein Highlight eines jeden Japan-Besuchs. Unzählige Tempel jeglicher Form und Grösse machen es schwer, bei begrenzter Zeit eine Auswahl zu treffen. Doch nicht nur die Tempel sind interessant, sondern auch das Viertel Gion…bzw. was davon übrig blieb. Die Strasse Hanami-kōji 花見小路 birgt etliche alte Teehäuser, in denen einst die Geisha’s unterhielten. Heute gibt es keine echten Geisha’s mehr, dafür aber sogenannte Maiko 舞子 – eine Art Geisha. So man eine Maiko sehen möchte, ist dieses Viertel der rechte Ort dafür. Ich habe dort auch welche getroffen, habe es aber unterlassen, sie zu fotographieren…Vielleicht beim nächsten Mal. Auf dem Bild ist das „Ichiriki“-Teehaus – eine sehr alte Institution – zu sehen. Leser des Buches „Geisha“ von Arthur Golden dürfte dieses Teehaus ein Begriff sein…

    龍安寺 – Ryōanji, Tempel mit Steingarten in Kyoto

    Steingarten

    Ein Steingarten im Ryōan-ji in Kyōto. Die Steingärten heissen karesansui 枯山水 auf Japanisch – das bedeutet „trockene Landschaft“. Der Tempel nebst Garten wurde 1450 gegründet. Der Steingarten enthält 15 verschieden grosse Felsen – unterschiedlich arrangiert. Wer den Garten angelegt hat, und was er damit ausdrücken wollte, ist leider nicht überliefert.

    宮島 – Miyajima, Japans Postkartenansicht

    Miyajima

    Unweit von Hiroshima in dem Setonaikai 瀬戸内海 (Seto-Binnenmeer) befindet sich die Insel Itsuku-shima (-shima bzw. -jima bedeutet Insel), besser bekannt unter dem Namen Miyajima. In Japan gibt es den Begriff sankei 三景 – die drei schönsten Landschaften Japans. Eine davon ist der schwimmende Torii von Miyajima – zu sehen auf dem Photo. Zu den drei schönsten Landschaften siehe auch Matsushima weiter unten. sowie Amanohashidate.
    Der Torii genannte Torbogen ist der Eingang zum Itsukushima-Tempel. Da diese Insel heilig ist, durfte der Tempel nicht vom Land, sondern nur vom Boot aus betreten werden – nachdem man durch den Torii fuhr. Der ist allerdings nur während der Flut von Wasser umspült. Die ganze Anlage wurde im 6. Jhd (!) gegründet, die gegenwärtige Form hat er seit dem 12. Jhd. Der Torii auf dem Photo ist von 1875. Nahe des Torii befindet sich eine „schwimmende“ Nō-Bühne, die während der Flut ebenfalls im Wasser steht.

    千羽鶴の塔 – Hiroshima, Turm der tausend Kraniche

    Hiroshima

    Hiroshima – ein Mahnmal nahe der Stelle, über der die Atombombe am 6. August 1945 explodierte und die Stadt quasi vom Erdboden fegte. Dieses Mahnmal heisst „Friedensmahnmal der Kinder“, auch als senwatsuru no tō – Turm der Tausend Kraniche – bekannt. Es wurde 1958 neben vielen anderen Mahnmalen im Peace Memorial Park errichtet. Weltbekannt ist die Geschichte der 12-jährigen Sadako. Als die Bombe fiel, war sie erst zwei Jahre alt. Sie überlebte scheinbar unversehrt, doch als sie 12 Jahre alt wurde, diagnostizierten die Ärzte bei ihr Leukämie – Spätfolgen der Verstrahlung. Sie wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert. Sie bekam Medikamente in Pulverform, und begann, aus dem rechteckigen Papier Kraniche zu falten. Sie glaubte fest an eine Heilung, wenn sie es schaffen sollte, 1000 Kraniche zu falten. Leider verstarb sie, als sie 644 Kraniche gefaltet hatte. Eltern und Klassenkameraden falteten die verbliebenen 356 Kraniche, mit denen sie beerdigt wurde.
    Auch heute besuchen viele Schulklassen Hiroshima und behängen das Mahnmal mit Kranichgirlanden.

    三味線 – Shamisen, japanische Musik

    Shamisenspieler

    Shamisen-Gruppe im Yamauta Live House 山唄ライブハウス, einer Trinkhalle mit Bühne in Hirosaki, Aomori-Präfektur. Genauer gesagt handelt es sich bei dem Instrument um eine lokale Variante, der tsugaru jamisen 津軽三味線. Diese haben drei Saiten und werden nicht nur gezupft, sondern mit dem breiten Plektrum gleichzeitig geschlagen, was ein sehr eigenartiges Geräusch ergibt. Die Shamisen sind in der Regel mit Katzenhaut bespannt! Richtig ausführliche Informationen auf deutsch gibt es hier: http://www.japanlink.de/mk/mk_musik_shamisen.html. Wer in Hirosaki weilt, sollte unbedingt ins Yamauta gehen – Musik, Sake und Essen in bester Qualität.

    松島 – Matsushima, das Mini-Archipelago im Norden

    Katsurajima

    Katsurajima – einer der Inseln der als Matsushima bekannten Landschaft nahe der Stadt Sendai, Präfektur Miyagi in Nordjapan. Matsushima zählt zu den sankei, den drei schönsten Landschaften Japans (siehe auch oben Itsukushima). In der offenen Bucht befinden sich unzählige kleine und extrem kleine Inseln aus Sand und meist Kiefernbestanden (Matsu bedeutet Kiefer). Fähren verbinden die grösseren Inseln miteinander. Genial zum spazierengehen – man findet schöne, einsame Strände. Leider entstand diese Aufnahme im Februar bei ca. 0 Grad Lufttemperatur und eisig kaltem Wind. Ach ja – in der Bucht werden Austern gefischt. Auch kulinarisch ist Matsushima also eine Reise wert.

    靖国神社 – der umstrittene Yasukuni-Schrein in Tokyo

    Yasukuni-jinja in Tokyo

    Der Torii des Yasukuni-Schreins im Zentrum von Tōkyō bei Sonnenuntergang. Yasukuni bedeutet „Währender Frieden im Land“. Der Schrein ist den Kriegstoten seit 1853 gewidmet – und das sind schätzungsweise 2.4 Millionen! Vor allem aussenpolitisch zum Problem wurde der Schrein seit 1979, denn seitdem wurden hier auch Klasse A – Kriegsverbrecher (höchste Kategorie) zur letzten Ruhe gebettet. Und japanische Politiker besuchen diesen Schrein zum Jahrestag des Endes des zweiten Weltkrieges, was alljährlich lautstarke Proteste der einstigen Opfer Japans – China und Korea – hervorruft.
    Rund um den Schrein fahren ab und an die Rechten in ihren schwarzen Bussen herum und versuchen sich in Propaganda. Gleich in der Nähe befindet sich der Kaiserpalast.


    Mehr Fotos aus Japan – vom hohen Norden bis zum tiefen Süden und mit allerhand Erläuterungen.

    TEILEN
    Vorheriger ArtikelPhotos I
    Nächster ArtikelPhotos III
    Tabibito (旅人・たびびと) ist japanisch und steht für "Reisender". Dahinter versteckt sich Matthias Reich - ein notorischer Reisender, der verschiedene Gegenden seine Heimat nennt. Der Reisende ist seit 1996 hin und wieder und seit 2005 permanent in Japan, wo er noch immer wohnt. Wer mehr von und über Tabibito lesen möchte, dem sei Tabibitos Japan-Blog empfohlen.

    HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT